
Also in einem gebe ich dir recht: Wenn man Milliarden in eine Technik steckt, bei der man vorher weiß, dass nichts bei rauskommt, dann "riskiert" man kein Geld, sondern verbrennt es einfach. Aber nur mal so zur Orientierung:
- Wendelstein-X: 1,6 Milliarden Euro,
verbraucht Energie ohne Ende und kann nicht einmal "echten" Fusionsbrennstoff aufnehmen.
- ITER: 16 Milliarden Euro (Tendenz steigend), erzeugt mit etwas Glück die Energie, die er selbst verbraucht
- DEMO: mindestens 10 mal so groß wie ITER, 2 GW Nennleistung
- erstes kommerzielles Fusionskraftwerk nochmal Faktor 2 drauf
- KKW Unterweser: 1,5 GW Nennleistung, 9 TWh/a durchschnittliche Produktionsleistung
- Global Tech 1 Offshore-Windpark weit draußen vor der deutschen Küste: 1,4 TWh/a durchschnittliche Produktionsleistung, 1,8 Milliarden Euro
daumen*pi²: Wenn das Verhältnis aus Nenn- und Durchschnittleistung bei Fusionkraftwerken denen von Fissionkraftwerken entspricht (und da das Plasma bei Fusionskraftwerken deutlich empfindlicher ist, ist das eine sehr optimistische Abschätzung), dann wird etwas vom Format von DEMO in 2-3 Jahrzehnten und nach Versenkung weiterer Milliarden in die Forschung vielleicht 11 TWh/a ins Stromnetz einspeisen, dafür aber über 100 Milliarden Euro kosten. Für den gleichen Preis kann ich selbst zu schweine teuren Offshore-Preisen Windspargel mit einer durchschnittlichen Leistung von 70-100 TWh/a ins Meer stellen. Wie bescheuert muss man sein, um viel Geld in eine Technik zu investieren, die vielleicht in drei Jahrzehnten nutzbar ist, wenn man heute schon eine Technik hat, die um den Faktor 8 besser ist? Oder Faktor 15, wenn die Typen die jahrelang null Probleme mit hohen, rauchenden Schornsteinen hatten, mal ein paar onshore-WKAs an ihrem Horizont ertragen?
Wenn ich die Rechnung sehr pessimistisch aufziehe (was ich ja gerne Mache

) und die oben stehenden von den Fusionsprojekten selsbt stammenden Zahlen mit dem typischen Mehrkostenfaktor Planung-Realisierung bei moderenen AKWs multipliziere, dann könnten wir für den Preis eines einzigen Fusionskraftwerkes die gesamte deutsche Braunkohle bis Ende dieses Jahrzehnts abschalten.
Aber das wäre zugegebenermaßen auch kein "Geld riskieren", weil man den Erfolg ja schon absehen kann