Ich bin ja wirklich froh das ich Tipps von euch bekomme, worauf muss ich denn achten? Chipsatz, MHz, Schnittstelle?
Beratungsresistent bin ich bestimmt nicht und ich lasse mir gerne Tipps geben!
In dieser Hinsicht lassen sich Grafikkarten erstaunlich gut mit Sportwagen vergleichen.
Auto A muss nicht unbedingt schneller sein als Auto B, nur weil es den stärkeren Motor hat, und nur weil Auto A auf Strecke A schneller ist, als Auto B, muss das nicht überall so sein. Das ist auch bei Grafikkarten ganz verschieden. Am Ende kann auch einfach der Fahrer (= Treiber) darüber entscheiden, dass ein vermeintlich schwächeres Auto gegen ein schnelleres gewinnt.
Der Grafikspeicher sagt erstaunlich wenig darüber aus, wie leitsungsstark eine Grafikkarte ist. In den Grafikspeicher werden alle wichtigen Informationen über die Spielszene gespeichert, wobei der Speicherbedarf ganz besonders mit
- hochauflösenden Texturen
- höherer Auflösung
- Kantenglättung oder
- Textureffekten (Shadow Mapping für den virtuellen Schattenwurf oder Cube Mapping für die Simulation von Spiegelungen)
ansteigt, allerdings stellen die ersten 3 den Löwenanteil dar. Wenn der Speicher überläuft, hast du ein ziemliches Problem, denn dann geht die Framerate gehörig in die Knie und ein ehemalig flüssiges Spiel wird schnell zur Diashow, aber in den allermeisten Fällen reicht der Speicher gut aus.
Viel Speicher hilft dir aber nicht darüber hinweg, wenn deine Grafikkarte ohnehin nichts leistet, denn ein low-end Grafikchip mit viel Speicher ist, auch wenn der Speicher nur halbvoll ist, in den meisten Fällen komplett überfordert. Wenn man in einem Spiel nun mit einer bestimmten Grafikkarte 2 FPS hat, ist es egal, ob die Version mit vierfachem Speicher stattdessen 8 darstellen kann (was noch sehr, sehr optimistisch wäre), beides ist weit von den flüssigen 60 FPS entfernt.
Zusätzlich sind Karten mit überraschend viel Speicher oftmals Lockversionen, die gerade auf den Zweck abgestimmt sind, unwissende Käufer zu locken. Eine Grafikkarte lebt durch ihren Aufbau von einer guten Speicherbandbreite, da somit schnell Informationen in den Speicher geschrieben werden können und auch alte schnell gelöscht werden. Zu allem Überfluss sind die erwähnten Lockkarten oft mit langsamen DDR3-Speicher ausgerüstet, während normalerweise der schnelle GDDR5-Speicher zum Einsatz kommt. Selbst sehr frühe Exemplare von GDDR5-Speicher lassen den normalerweise für Hauptprozessoren verwendeten DDR3-Speicher mit Speicherdurchsatzraten von 120 Gigabyte pro Sekunde zu 10-30 Gigabyte pro Sekunde mehr als Alt aussehen. Auch die effektive Taktung und das Ansprechverhalten von GDDR5 ist massiv besser, als bei DDR3.
Auch die Speicheranbindung ist oft verringert. Viel Speicher heißt also nicht immer mehr Leistung. Gerade im niedrigpreisigen Segment trifft eher das Gegenteil ein.
So, nun kennst du die Problematik

Wie viel bist du denn bereit, auszugeben?