Was ist eigentlich genau Cybermobbing? Ist Cybermobbing, wenn ich hier willkürlich andere Leute beleidige? Das würde ich ein paar mal machen und wäre gebannt.
Ernstgemeinte Frage. Ich weiß wirklich nicht was genau das ist. Hab Internet seit 2005 und mir ist es noch nie in Sinn gekommen andere irgendwie im Internet zu beleidigen oder herunterzumachen, weil sie nicht meiner Meinung sind oder warum auch immer.
Hier würdest Du es ein paar mal machen oder einmal sehr extrem, im Normalfall gibt es aber ein kurzes (oder auch mal langes) Zeitfenster, in der die betroffene Person das dennoch sehen kann. So wie ich das verstehe, soll verhindert werden, dass das überhaupt passiert bzw. eben gesehen wird. Wie genau man das verhindern will (außer durch automatische extreme Filter, die im Zweifelsfall auch z.B. Witze unter Freunden "verschlucken" könnten) weiß ich auch nicht.
Vielleicht wird es am Ende auch eben wieder nicht verhindert (weil es halt nahezu unmöglich ist), sondern die Strafen werden intensiver, Anbieter müssen mögliche Daten inkl. IP herausrücken (eben auch schon bei "kleineren" Vergehen) usw..
Du kennst doch das Internet und Shitstorms und extrem heftiges Mobbing bekommt man doch immer wieder mit (wenn auch häufig nicht direkt, sondern dann eben durch die Presse), ein aktuelles Beispiel wäre da z.B. Kasia Lenhardt (verstorbene Ex-Freundin von FCB-Profi Boateng). Er äußert sich öffentlich negativ über sie und schon fühlen sich zig tausende Menschen (oder besser Freaks) genötigt sie tagelang im Internet zu beleidigen, zu diffamieren usw... Das ist Cybermobbing und hat in diesem Fall vermeintlich mit (natürlich nicht nur!) dazu geführt, dass sie sich das Leben genommen hat.
Also ja, es muss definitiv etwas getan werden. Das Problem ist halt nach wie vor was? Mit der aktuellen Anonymität wird man das nie verhindern, nicht mal wirklich eindämmen können. Die Anonymität aufgeben und überall per Perso usw. angemeldet sein? Wäre eine Möglichkeit, würde aber zu sehr die Freiheit des Einzelnen (Unbescholtenen!) einschränken.
Bei Kindern und Jugendlichen wird das dann noch mal wichtiger, da diese viel leichter zu manipulieren und zu schädigen sind. Was macht man da um zu verhindern, dass sich ihnen im Internet komische Gestalten nähern? Da braucht man irgendwie sichere Räume, nur ist die Umsetzung auch da schwierig. Und vor allem darf man auch die Neugier von Kindern (die ist ja auch immens wichtig in der Entwicklung) nicht komplett einschränken, das führt aber wieder dazu, dass diese ganz bewusst die hypothetischen sicheren Räume verlassen "und mal woanders schauen".
Wir stehen also wie immer vor der Frage "Wie viel Freiheit bin ich bereit für eine größere Sicherheit zu opfern"?
(Und damit einhergehend die Frage, ob und wie weit Sicherheit "nur" Sicherheit bedeutet und nicht totale Überwachung.)