Man ist selber ein Antisemit, wenn man gegen Araber hetzt, da diese Semiten sind und die Sprache auch semitisch ist. Da können extreme Zionisten noch so sehr auf stupide Begriffsexklusivität pochen.
Dem Wortlaut nach mag das so erscheinen, von der Begriffsgeschichte her ist "Antisemit" aber eine Bezeichnung für Leute, die sich gegen jüdisches Leben richten. Daran gemessen ist die heutige Verwendung angemessen.
WARUM man diesen von Harcore-Nazis als Selbstbezeichnung geprägten Begriff überhaupt übernommen hat / weiterverwendet wäre die bessere Frage. Wenn man mit der gleichen Begriffsakzeptanz genauso falsche Nazi-Begriffe für Juden, insbesondere für den Umgang mit selbigen, für Personen mit geistigen Einschränkungen etc. benutzt, wird man beinahe an die Wand (zumindest aber in die tiefbraune Ecke) gestellt und als "Zigeuner..." soll mann nicht einmal mehr Dinge bezeichnen, die überhaupt keinen Bezug zu Sinti und Roma haben. Aber "Antisemit" als Intellektualisierung von "Judenhasser" hat sich irgendwie durchgesetzt

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So wie ich die letzten Seitenlese geht es nicht um das Gegenseitige aufrechnen der Opfer. Die Reaktion, auch wenn nachvollziehbar, kann darf und muss man kritisieren. Was ja auch in diesem Thread passiert.
Ich bin da aber durchaus bei Sir Thomas, die letzten Beiträge wird da von einer Seite viel von Hass gegenüber den Menschen im Gaza Streifen gesprochen, was ich in dem entsprechenden Beiträgen nicht so herauslese.
Am Anfang dieser Debatte wurde ein Zustand als positiv/erstrebenswert/richtig bezeichnet, der gegenüber der !jetzigen Situation! in Gaza als "die Hölle bricht aus" beschrieben wurde. Stand jetzt ist: Die Lebensgrundlage von 2 Millionen Menschen ist vernichtet. Es gibt keine medizinische Versorgung, keine Bildung, kein Schutz vor Wetter, keine Hoffnung für die Zukunft. Ettliche 10000 Menschen sind bestätigt direkt getötet worden, weitere 10000, ggf. auch eine sechstellige Zahl, an den mittelbaren Folgen.
Man kann offensichtlich lange darüber diskutieren, was die Prozesse, die zu diesem Ist-Zustand geführt haben, rechtfertigt oder nicht. Aber es ging in der Ausgangsaussage nicht um diesen Ist-Zustand, sondern um das Erreichen eines Zustandes, der noch einmal um Größenordnungen schlechter ist. Da es kaum noch Bauwerke oder Infrastruktur gibt, die man zerstören könnte, kann das ausschließlich die systematische Ermordung von noch einmal wesentlich mehr Menschen, also ettlichen 100000, meinen. Einen Völkermord, wie es ihn absolut als Ruanda nicht mehr gegebenn hat und relativ, gemessen an der Zahl der Einwohner, vermutlich nicht mehr seit dem Holocaust.
Diese Abschlachten von Menschen, bei denen wir uns als zivilisierte Menschen hoffentlich einig darin sind, dass sie zum Teil unschuldig sind (wenigstens die <10-jährigen...), wurde nicht als "oh, das wird übel, aber es muss sein" oder "scheiße, dass wir in dieser Zwickmühle sind, jetzt bleibt nur noch die Wahl zwischen übel und notwendigem übel" beschrieben. Sondern als "richtig". Das war auch keine missverständliche Ausdrucksweise, die später korrigiert wurde, sondern eine vehement und mit Gegenangriffen verteidigte Position.
Und jetzt kommst du an und willst behaupten, du hättest keinen Hass auf Menschen herausgelesen?
Ich fühle mich gezwungen, dir entweder Lesekompetenzen auf einem Niveau zu unterstellen, dass einer Beleidigung gleichkäme, oder ein Problembewusstsein, das hierzulande vor 80 Jahren schon einmal "in" war.
Leider bis du damit bei weitem nicht der einzige auf der Welt, weswegen diese WoT zum Verhalten hier im Thread leider auch keine Einzelperson-Diskussion ist, sondern ein gutes Beispiel für das, was in Bezug auf Gaza gerade auf ganz großer Bühne läuft

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Nachdem Trumps Berater seine Aussagen zuletzt relativiert hatten, hat der US-Präsident seinen Plan zur Übernahme des Gazastreifens nochmal bekräftigt. Auch im TV-Duell waren seine Ideen Thema.
www.tagesschau.de
Ich verstehe das nicht...
Ich verstehe nicht, wie mit einem Jahr Vorbereitungszeit noch irgendjemand so tun kann, als ob Trump ein Partner/Freund von Leuten sein könnte, die auch nur einen Funken Anstand, Menschenrechts- oder zumindest Rechtsstaatlichkeitsbewusstsein haben. Aber das wäre vielleicht eher ein Thema für den USA-Thread, denn dass Trumps Außenpolitik schon aus Mangel an Geographiekenntnissen nicht unbedingt eine solche ist, sondern eher Symptom der innenpolitischen Lage, weiß man ja noch aus seiner ersten Amtszeit.
Das erzählt dir die IDF. So wie die USA dir erzählen, dass man mit hochpräzisen Präzisionsbomben präzise ... im Umkreis von 1 Kilometer alles killt. An der Stelle waren die Russen in Syrien immerhin deutlich ehrlicher. Die haben nicht mal versucht so zu tun, als würden die 'nen feuchten Furz auf die Zivilisten oder die Gebäude dort geben.
Es gibt keine nicht-atomaren Waffen, die im Umkreis von 1 km alles killen und die Bomben, die auf mehrere Dutzend Meter alles und auf wenige 100 m vieles mitnehmen, wurden nie als "Präzision" bezeichnet. Den Ausdruck kenne ich eigentlich nur für Lenkwaffen, welche im zweiten Golfkrieg zwar durchaus noch 100 m neben dem eigentlichen Ziel einschlugen, wo sie dann einem Hunderstel km Umkreis tödlich waren (und das Ziel seinerseit war zu oft schon kein legitimes. Gibt da unschöne Onboard-Aufnahmen einer Tomahawk die leider ihr Ziel gefunden hat, im typischen Last-Second-Aufpixeln aber eben keinen Panzer/Bunker/etc. zeigt, sondern eine Dromedarkaravane). Mittlerweile tragen die ihren Namen aber wirklich zu Recht.
Vor allem unter Trump (vermutlich eher Zufall denn angeordnet? Entwicklung muss jedenfalls unter Obama gelaufen sein) haben die USA mehrere Führungspersonen von Al Kaida, Taliban & Co mit Systemen ausgeschaltet, die einen Zerstörungsradius von unter 2 m haben. Gegen Häuser eingesetzt beschädigen die im Idealfall nicht einmal den Nachbarraum des Zielpunktes, bei den Autowracks hätte man noch Teile von Front und Heck als als Ersatzteile verkaufen können, während die Insassen in der Mitte Hackfleisch waren. Ob solche extralegalen Exekutionen überhaupt akzeptabel sind, wäre vermutlich ein Thema für einen eigenen Thread, aber wenn man den nötigen Willen und Zugriff auf das US-Waffenarsenal hat, dann kann man auch aus der Ferne sehr selektiv nur diejenigen töten, bei denen man das für nötig erachte.
Wenn man den nötigen Willen zur Schonung von Zivilisten nicht hat und/oder wenn man nur auf gut Glück in Regionen feuert, wo sich vielleicht auch irgendwo die Zielperson aufhält, dann macht man lieber ganze Wohnblocks samt aller darin lebenden Menschen dem Erdboden gleich.