Die Aussage zu P- und E- kernen:
"Angeblich laufen die meisten Anwendungen nur auf einem (P-)Kern. Am zweithäufigsten kommen hingegen Anwendungen, die alle Kerne belasten. Dann kommen die vielen E-Kerne zum Tragen."
Wie sieht es denn bei Anwendungen aus, die viele Kerne benötigen, aber auch Near-Realtime Anforderungen haben, beispielsweise im Recording-Bereich?
Dort hat man einen bunten Mix von Tasks, die alle zeitkritisch sind und sowohl Multithread- als auch Single-Thread-Performance benötigen.
Muss ich da jetzt auf Intel-Xeon-Architekturen ausweichen, damit man eine CPU bekommt, die nur Power‑Cores hat, um zu verhindern, dass zeitkritische Tasks (DAW/Nuendo oder VSTi oder Audiotreiber) nicht doch versehentlich auf E-Cores landen oder dass generell die DPC Latenzen möglichst niedrig bleiben, um kleinere ASIO buffer sizes zu ermöglichen ohne dass es zu Audio Aussetzern kommt?
Besonders auch in Hinblick auf Windows 10. Soweit mir bekannt ist, wurde der Intel Thread Director, der steuert, welche Threads auf P- oder E‑Cores verteilt werden, nur in Windows 11 weiterentwickelt.
Wäre ja kein Problem, auf Xeon zu bleiben, wenn nicht die aktuellen Xeon-Mainboards/CPUen mit hohem Basistakt und einem guten (reichhaltigen) PCIe-Sockel-Layout im Vergleich zu vor 5–10 Jahren nicht so extrem teuer geworden wären.
Leider findet man wenig fundierte/informative Artikel zu dem Thema, welche Plattform einem möglichst geringe Latenzen beschert. AMD wäre prinzipiell nicht schlecht nur hier soll die Implementierung der Chipsets nicht so gut sein (hinsichtlich Kompatibilität zu USB3 transfer modes für audio/recording) und wenn man eine CPU mit mehr als 8 Cores hat, dann gibt es 2 Chiplets in der CPU und dann frage ich mich, wie sich solch ein Design auf die Latenzen auswirkt.
Recording und Gaming haben, so finde ich, eins gemeinsam: Bei beidem möchte man geringstmögliche Latenzen während der Runtime.
Irgendwie wird es scheinbar immer schwieriger mit der Plattformwahl. Kaum noch PCIe Sockel. Wenn man Thunderbolt haben möchte, verkompliziert sich das Ganze beliebig, bei AMD eher weniger vertreten.
Ich hoffe, dass Intel sich erholt und wieder eine echte Alternative zu AMD wird und dass die PC-Plattform durch mehr PCIe Sockel wieder die alte Flexibilität zurückerlangt. Gerade jetzt, wo sich alles so eklatant verteuert, ist es umso wichtiger, Geräte aufrüsten zu können. Hier könnte Intel sich auch mal ein Beispiel an AMD nehmen, die scheinbar länger an einem Sockel festhalten, im Gegensatz zu Intel.