Ich bin mir nicht mal sicher ob Intel da selbst belastbare Zahlen hat bzw hatte bezüglich der Mainboad-Settings.
Zugegeben, die anfängliche Schuldzuweisung an die Mainboardhersteller war im Nachhinein nicht sonderlich klug. Jedoch war dies zu dem damaligen Zeitpunkt jetzt nicht generell abwegig. Wie wir ja wissen sind ASUS, MSI, Gigabyte und Co gerne mal "großzügig" oder schlampig mit der Auslegung von Spezifikationen. Das haben wir ja auch mit den 7000er X3D gesehen. Dank schlampiger AGESA-Umsetzung seitens der Mainboardhersteller sind ja auch ein paar CPUs durchgebrannt.
Intel wird auch die offenen Limits der Mainboardhersteller gesehen haben. Da ist dann die schnelle Schuldzuweisung nicht ganz abwegig, auch wenn diese sich zumindestens in Teilen als falsch erwiesen hat.
Zudem kommt noch bei der Fehlersuche die Problematik mit der "kontaminierten" Fab hinzu, was Anfangs die Fehlersuche nicht unbedingt vereinfacht hat.
Ich denke das Intel erst wirklich klar wurde das das Problem anders gelagert ist, als die kontaminierte Fab und die Specs der Mainboardhersteller, war der Zeitpunkt als die CPUs aus Servern in größerer Zahl reinkamen. Denn die CPUs liefen ja regelmäßig mit sehr konservativen Settings. Da dürfte dann allen so langsam gedämmert haben das das Problem deutlich tiefer liegt und ein spezifisches Intel-Problem ist.
Und ob eine andere Kommunikation Anfangs hilfreich gewesen wäre, wenn man den Fehler noch nicht lokalisiert hat, wage ich zu bezeifeln. Offensichtlich wußte Intel selbst nicht so recht was los war. Und hätte man dies öffentlich so gesagt, na dann gute Nacht. Dann wäre aber mal so richtig auf Intel eingeprügelt worden. Das hätte den Kurs der Aktien noch weiter abstürzen lassen, und das Letzte was man im Intel-Vorstand haben will sind Aktionäre die einen wegen abschmierenden Aktien verklagen. Denn das ist teurer als die "paar" auszustauschenden CPUs.
Von hinten nach vorn:
- Intels Aktienkurs ist nicht wegen Fehlermeldungen, sondern wegen Gewinneinbruch abgestürzt.
- Natürlich hat es eine Zeit lang gedauert, den Auslöser zu finden. Die Fehlerursache "Spannung höher als was die CPU abkann" muss anhand des Fehlerbilds aber nahezu sofort erkennbar gewesen sein, da hatten selbst externe Beobachter anhand der Symptome den Verdacht, und ich würde erwarten, dass Intel binnen weniger Wochen ausschließen konnte, dass diese Überschreitung aus zu hohen Spannungen und nicht aus zu niedriger Haltbarkeit/einem Produktionsfehler resultiert. Das wäre eine wichtige Information gewesen, denn jeder erfahrene User kann die anliegenden Spannungen auf grün/gelb/rot überprüfen, wenn man ihm die Grenz-/Sollwerte mitteilt.
- Server-Ausfälle sind meiner Erinnerung nach nur von zwei oder drei Anbietern bekannt geworden und ob deren Settings konservativ oder nicht waren, wurde nie geklärt. Das haben nur einschlägige Youtuber vermutet, weil "Server" dran steht – dabei wurden offensichtlich Consumer- und nicht Server-CPUs verbaut, ich glaube zum Teil sogar Consumer-Boards, und diese Wahl wurde ausschließlich wegen dem Bedarf an hochtaktenden Kernen getroffen.
- Zumindest durch den prominentesten Rechenfarm-Fall hat Intel offensichtlich den ETVB-Bug gefunden. Das war besagte Minecraft-Server-Geschichte und der Nutzer hatte zuvor schon festgestellt, dass die CPUs in diesem atypischen (sicherlich von Intel zuvor nie getesteten) Einsatzszenario nur dann nach wenigen Monaten krepieren, wenn ETVB aktiv ist. Kurz nachdem das öffentlicher wurde, war auch der ETVB-Fix da.
- Dass das Problem Intel-Plattform-spezifisch ist, war von Anfang an klar. Aber Intel-Plattformen bestehen eben aus Intel- und aus Partnerprodukten.
- Die fehlerhaften Produktionschargen waren laut Intel von Anfang an ausgeschlossen. Das Problem hatte man schon 2023 identifiziert und behoben und mangelhafte CPUs aus den entsprechenden Chargen wurden vom Support umgetauscht. Man konnte nur bei den lange Zeit kursierenden, diffusen Gerüchte von "ausfallenden CPUs" ohne Angabe konkreter Exemplare/Serien nicht zwischen diesem alten Problem und einem etwaigen neuen differenzieren. Deswegen dauerte es nach dem generischen, undifferenziertem Aufschrei einige Zeit, bis beim Intel-Support genug Exemplare untersucht worden waren.
- Nicht "war". Die Schuldzuweisung zu den Mainboard-Herstellern ist, aus den genannten Gründen, meiner Meinung nach auch weiterhin naheliegend und definitiv die einzige der vier Ursachen, von der gesichert ist, dass sie in der Breite bei von Endnutzern gebauten & betriebenen Systemen auftritt. Aber leider verrät uns Intel nicht, wieviel Spec-Überschreitung "zu viel" ist und/oder, in wie vielen der untersuchten Fälle derartige Betriebsparameter gefunden wurden und in wie vielen Fällen ein den ETVB-Bug triggerndes Nutzungsszenario, oder einer der anderen beiden Gründe nachvollzogen werden konnte. Diese Zahlen dürften Intel aber intern vorliegen.
- Intel hat den Mainboard-Herstellern nicht "anfänglich" die Schuld zugewiesen. Intel hat, wie gesagt, eben lange Zeit gar keine Aussage zu den Ursachen gemacht. Die Vermutung, dass starkes Overvolten und unbegrenzte Power Limits von Asus, Gigabyte und MSI eine Rolle spielten könnten, stammt von informierten Nutzern und Redakteuren, denn das sind nun einmal bekannte Risikofaktoren für Elektromigration. Von Intel wurde bis heute nur gesagt, dass die Verwendung von Intel-empfohlenen Profilen ein Risiko mitigiert. Aber nicht einmal, ob alle Parameter der Profile dafür relevant/in gleichem Maße förderlich sind oder ober ob es z.B. nur um die Spannung, nur um PL1, überwiegend um PL2 geht. Zudem ist Intel mehrfach hin- und hergesprungen, welche Werte denn nun überhaupt die "richtigen" sind, macht hierzu bis heute teils drei verschiedene Aussagen und hat, auch auf ausdrückliche, mehrfache Nachfrage diverse Missverständnisse in der Aussagekraft einiger dieser Werte bis heute nicht aus dem Weg geräumt.
Irgendwie muss man doch die Verkäufe für Arrow Lake ankurbeln
Kurbelt man so nicht eher die Verkäufe von Granite Ridge an?
Viel, da der an mein Bruder überging der noch nem 6700K verbaut hatte. Um Mehrleistung ging es dabei weniger, auch wenns dennoch

ist.
Wenn ihr den 12000er weiterhin betreibt, müssen aber auch ein neues Mainboard und mutmaßlich neuer RAM gekauft worden sein – zumindest findet man in Skylake-Systemen selten Riegel, die für gute Alder-Lake-Performance sinnvoll wären. Unterm Strich steht somit eine komplette Neuanschaffung und die hätte auch aus 7800X3D, AM5-Board und passendem RAM bestehen können. In der Summe ggf. sogar günstiger, in Spielen schneller und um Welten sparsamer, kühler/leiser und dein Bruder hätte einfach den kompletten 1700-Rechner übernehmen können.