Nunuhainz
PC-Selbstbauer(in)
[HowTo] Flüssigmetal
Da ich meiner GTX 260 Flüssigmetall verpasst habe, dachte ich mir ich schreib mal eine kurze Anleitung für den Umgang mit Coollaboratory Liquid Pro.
Wichtig ist auch das man keine Kühler mit Aluminium Kontaktfläche benutzt, da Aluminium mit dem Flüssigmetall reagiert und eine isolierende Schicht bilden kann.
Vorteile von Flüssigmetall:
- 9 bis 150 mal bessere Wärmeleitfähigkeit als herkömmliche Wärmeleitpasten (laut Coollaboratory Seite)
- Die Spritze mit 1g für ca 8 Euro ist sehr ergiebig (meiner Meinung nach 2-3 mal so viele Anwendung wie bei der Arctic Silver 5)
Nachteile:
- Gefahr eines Kurzschlusses bei falscher Handhabung
- beim Entfernen des Flüssigmetalls bekommt man die Oberfläche des Heatspreaders bzw. Kühlers nur sehr schwer oder gar nicht mehr komplett sauber (ein silberner Schimmer bleibt zurück)
- Das Auftragen kann manchmal schwierig sein
Was wird benötigt:
- Reinigungstuch (Papiertuch)
- Reiniger auf Alkoholbasis
- Coollaboratory Liquid Pro (gibt es mittlerweile sowas auch von andern Herstellern?)
- Ohrenstäbchen
Ablauf:
1. Alte Wärmeleitpaste runter und den Chip/Heatspreader und Kühler mit Alkohol oder speziellem "Wärmeleitpastenentferner" reinigen.
Die Reinigung sollte besonders gründlich erfolgen, damit das Flüssigmetall tief in Oberfläche von GPU/CPU und Kühler eindringen kann
2. das Flüssigmetall auftragen
Generell ist festzuhalten das man nur sehr wenig Liquid Pro benötigt.
Für eine CPU sollte nur eine "Kugel" in die Mitte des Heatspreaders oder Kühlers aufgetragen werden (etwa die Größe wie auf dem nächsten Bild, eher etwas kleiner).
Für einen "Riesenchip" wie den meiner GTX muss man mehr nehmen, zumal der Kühler Kühler nicht hundertprozentig die GPU berührt.
Ob man das flüssige Metall auf Chip oder Kühler aufträgt ist meist egal, nur sollte man bei einer GPU ohne Heatspreader besonders vorsichtig sein, da hier schneller was daneben geht und zum Kurzschluss führen kann. Bei dem G200 meiner GTX 260 hat sich herausgestellt das der Heatspreader das Liquid Pro "abgestoßen" hat und ein verteilen somit unmöglich war, weshalb ich es auf dem Kühler aufgetragen habe.
(Hier sieht man das ich zuerst 4 Punkte auf die GPU aufgetragen habe, diese kann man aber ganz leicht mit der Spritze wieder aufsaugen.)
Oft denkt man das die aufgetragene Menge zu wenig ist, aber das täuscht! Beim Verteilen werdet ihr es sehen.
Manchmal ist die Spitze der Spritze "eingetrocknet" wenn man sie länger nicht benutzt hat. Also vorsichtig drücken und nicht damit auf die Hardware zielen!^^
3. das Flüssigmetall verteilen
Nun nimmt man ein Ohrenstäbchen und tupft damit auf das aufgetragene Metall. Zu Beginn sieht es manchmal so aus als sauge das Stäbchen das Metall auf, da es immer weniger zu werden scheint! Aber keine Angst, einfach 30 Sekunden immer wieder auf den Klecks tupfen, hierbei erwärmt sich das Metall und man kann es anschließend ganz einfach verteilen indem man es in eine Richtung "zieht".
(Der kleine Klecks vom vorletzten Bild nachdem er verteilt wurde)
Die aufgetragene Schicht sollte hauchdünn sein! Besser zu wenig als zu viel!
Wenn mal was daneben geht ist das erstmal nicht weiter tragisch, da sich das Flüssigmetall leicht wieder aufsaugen oder wegwischen lässt. Wenn etwas auf leitende Teile kommt sollte man diese zusätzlich mit Alkohol gründlich reinigen!
4. Prüfen
Jetzt sollte man den Kühlkörper probeweise aufsetzen und ein wenig andrücken.
Wenn zu viel aufgetragen wurde dann wird das überschüssige Metall, aufgrund seiner Konsistenz, sofort an den Seiten heraus gedrückt.
Deshalb nochmal: Die aufgetragene Schicht sollte nur hauchdünn sein!
Wenn alles in Ordnung ist kann der Kühler wieder montiert werden.
Beim ersten Betrieb die CPU/GPU aufheizen um zu sehen ob Kühler und Chip auch richtigen Kontakt haben.
Manche meinen das das Flüssigmetall erst nach einiger Zeit seine volle Leistung entfalltet, wozu ich persönlich aber nichts sagen kann, da ich die Entwicklung meiner Temperaturen nicht verfolgt habe.
PS: Wie sich bei meiner Grafikkarte herausstellte ist der Abstand zwischen Chip und Kühler zu groß! Kleine "Lücken" lassen sich mit Flüssigmetall sehr schlecht auffüllen, hier sind zähflüssigere Leitpasten besser geeignet!
Liquid Pro arbeitet am besten bei hohem Anpressdruck des Kühlers!
Ich hoffe meine Anleitung hilft euch ein wenig weiter und überzeugt vielleicht einige von euch Flüssigmetal auszuprobieren.
Wenn ich was vergessen habe oder Fehler enthalten sind, immer her damit!.gif)
Gruß Max
Da ich meiner GTX 260 Flüssigmetall verpasst habe, dachte ich mir ich schreib mal eine kurze Anleitung für den Umgang mit Coollaboratory Liquid Pro.
Wichtig ist auch das man keine Kühler mit Aluminium Kontaktfläche benutzt, da Aluminium mit dem Flüssigmetall reagiert und eine isolierende Schicht bilden kann.
Vorteile von Flüssigmetall:
- 9 bis 150 mal bessere Wärmeleitfähigkeit als herkömmliche Wärmeleitpasten (laut Coollaboratory Seite)
- Die Spritze mit 1g für ca 8 Euro ist sehr ergiebig (meiner Meinung nach 2-3 mal so viele Anwendung wie bei der Arctic Silver 5)
Nachteile:
- Gefahr eines Kurzschlusses bei falscher Handhabung
- beim Entfernen des Flüssigmetalls bekommt man die Oberfläche des Heatspreaders bzw. Kühlers nur sehr schwer oder gar nicht mehr komplett sauber (ein silberner Schimmer bleibt zurück)
- Das Auftragen kann manchmal schwierig sein
Was wird benötigt:
- Reinigungstuch (Papiertuch)
- Reiniger auf Alkoholbasis
- Coollaboratory Liquid Pro (gibt es mittlerweile sowas auch von andern Herstellern?)
- Ohrenstäbchen
Ablauf:
1. Alte Wärmeleitpaste runter und den Chip/Heatspreader und Kühler mit Alkohol oder speziellem "Wärmeleitpastenentferner" reinigen.
Die Reinigung sollte besonders gründlich erfolgen, damit das Flüssigmetall tief in Oberfläche von GPU/CPU und Kühler eindringen kann
2. das Flüssigmetall auftragen
Generell ist festzuhalten das man nur sehr wenig Liquid Pro benötigt.
Für eine CPU sollte nur eine "Kugel" in die Mitte des Heatspreaders oder Kühlers aufgetragen werden (etwa die Größe wie auf dem nächsten Bild, eher etwas kleiner).
Für einen "Riesenchip" wie den meiner GTX muss man mehr nehmen, zumal der Kühler Kühler nicht hundertprozentig die GPU berührt.
Ob man das flüssige Metall auf Chip oder Kühler aufträgt ist meist egal, nur sollte man bei einer GPU ohne Heatspreader besonders vorsichtig sein, da hier schneller was daneben geht und zum Kurzschluss führen kann. Bei dem G200 meiner GTX 260 hat sich herausgestellt das der Heatspreader das Liquid Pro "abgestoßen" hat und ein verteilen somit unmöglich war, weshalb ich es auf dem Kühler aufgetragen habe.
(Hier sieht man das ich zuerst 4 Punkte auf die GPU aufgetragen habe, diese kann man aber ganz leicht mit der Spritze wieder aufsaugen.)
Oft denkt man das die aufgetragene Menge zu wenig ist, aber das täuscht! Beim Verteilen werdet ihr es sehen.
Manchmal ist die Spitze der Spritze "eingetrocknet" wenn man sie länger nicht benutzt hat. Also vorsichtig drücken und nicht damit auf die Hardware zielen!^^
3. das Flüssigmetall verteilen
Nun nimmt man ein Ohrenstäbchen und tupft damit auf das aufgetragene Metall. Zu Beginn sieht es manchmal so aus als sauge das Stäbchen das Metall auf, da es immer weniger zu werden scheint! Aber keine Angst, einfach 30 Sekunden immer wieder auf den Klecks tupfen, hierbei erwärmt sich das Metall und man kann es anschließend ganz einfach verteilen indem man es in eine Richtung "zieht".
(Der kleine Klecks vom vorletzten Bild nachdem er verteilt wurde)
Die aufgetragene Schicht sollte hauchdünn sein! Besser zu wenig als zu viel!
Wenn mal was daneben geht ist das erstmal nicht weiter tragisch, da sich das Flüssigmetall leicht wieder aufsaugen oder wegwischen lässt. Wenn etwas auf leitende Teile kommt sollte man diese zusätzlich mit Alkohol gründlich reinigen!
4. Prüfen
Jetzt sollte man den Kühlkörper probeweise aufsetzen und ein wenig andrücken.
Wenn zu viel aufgetragen wurde dann wird das überschüssige Metall, aufgrund seiner Konsistenz, sofort an den Seiten heraus gedrückt.
Deshalb nochmal: Die aufgetragene Schicht sollte nur hauchdünn sein!
Wenn alles in Ordnung ist kann der Kühler wieder montiert werden.
Beim ersten Betrieb die CPU/GPU aufheizen um zu sehen ob Kühler und Chip auch richtigen Kontakt haben.
Manche meinen das das Flüssigmetall erst nach einiger Zeit seine volle Leistung entfalltet, wozu ich persönlich aber nichts sagen kann, da ich die Entwicklung meiner Temperaturen nicht verfolgt habe.
PS: Wie sich bei meiner Grafikkarte herausstellte ist der Abstand zwischen Chip und Kühler zu groß! Kleine "Lücken" lassen sich mit Flüssigmetall sehr schlecht auffüllen, hier sind zähflüssigere Leitpasten besser geeignet!
Liquid Pro arbeitet am besten bei hohem Anpressdruck des Kühlers!
Ich hoffe meine Anleitung hilft euch ein wenig weiter und überzeugt vielleicht einige von euch Flüssigmetal auszuprobieren.
Wenn ich was vergessen habe oder Fehler enthalten sind, immer her damit!
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Gruß Max
Zuletzt bearbeitet:
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Das GPU Pad war zu klein.
