Kaboooom
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Auch die bewusste Selektion eines Darstellers mit für europäische Verhältnisse sehr dunkler Hautfarbe, um dem Original näher zu kommen, ist in diesem Sinne ein Gegenentwurf zu Amazons Diversity-Vorstellungen.Pierre Brice war nicht angemalt, lediglich die übliche Abdeckschminke fürs Scheinwerferlicht wie bei allen Schauspielern.
Er hatte eine per se relativ dunkle Hautfarbe.
Wobei ich mir nach kurzer Google-Recherche gar nicht so sicher bin, ob wirklich durchgehend auf Schminke verzichtet wurde (vgl. Marie Versini mit und ohne Kostüm).
Laut Wikipedia scheint die Herkunft ungeklärt und sich möglicherweise auf "people who live in the mountains/cave country" zu beziehen ("Many theories, though all unproven, abound about the origin of the name "Cherokee". It may have originally been derived from one of the competitive tribes in the area. For instance, the Choctaw word Cha-la-kee means "people who live in the mountains", and Choctaw Chi-luk-ik-bi, means "people who live in the cave country"").Z. B. jene, die die Weissen "Cherokee" nennen und eigentlich sich Aniyvwia´i (wirkliches Volk) nennen.
Das hat ungefähr die gleiche Qualität, als würden alle Deutschen nur als Michl bezeichnet werden, was dem Michl dann auch nicht gefallen dürfte.
Das wäre zwar eine (auf einem Missverständnis beruhende) Fremdbezeichnung, aber gerade von solchen Geschichten können wir Deutschen doch ein Lied singen. In den wenigsten Sprachen wird auf uns als "Deutsche" Bezug genommen, sondern vielfach nur als germanische Teilstämme (Alemannen, Sachsen) oder auch nicht sehr schmeichelhaft als Stumme (in slavischen Sprachen, vgl. polnisch "Niemcy").
Das ist nicht richtig. Tolkien selbst hat sich gegen solche Interpretationen vielfach gewehrt.Nein, weil Tolkien seine Protagonisten als Allegorien seiner Zeitumstände geschaffen hat.
"Was die tiefe Bedeutung oder „Botschaft“ des Buches angeht, so hat es nach Absicht des Autors keine. Es ist weder allegorisch, noch hat es irgendeinen aktuellen Bezug." (aus Tolkiens Vorwort zu "Die Gefährten")
Tolkien dürfte diesen Einflüssen (u.a. über die Inklings) schon deutlich zuvor ausgesetzt gewesen sein. Bei der Figur Gollum wird in wissenschaftlicher Literatur als konkretes Vorbild Wells Morlocks diskutiert (entsprechend früh muss Tolkien Wells Werke gekannt haben). Laut der deutschen Wikipedia enthielten noch erste Entwürfe des Silmarillions um 1917 Science-Fiction-artige Elemente (leider ohne weitere Ausführungen oder der Angabe zugehöriger Einzelbelege).Aliens und Ufos in der Phantasiewelt der Menschen ist eine literarische Parallelentwicklung, primär zuerst in den USA mit den Schriften von H. G. Wells ab ca. 1900 aufgetreten und erst mit dem Hörspiel von 1938 (lange nachdem Tolkien seine Hauptwerke verfasste) im Bewusstsein der Öffentlichkeit aufgetreten.
Aber das alles geht an dem von mir ausgeführten Punkt vollständig vorbei. Das Beispiel war eigentlich als reductio ad absurdum zu verstehen. Auch bei modernen Fantasy-Autoren ohne Science-Fiction-Bezüge sind plötzlich auftretende Hochtechnologie Alien-Rassen völlig absurd, weil das Werk sowie dessen fiktionale Welt Grenzen setzen und ein Bruch die Authentizität massiv verletzt.
Das gilt auch umgekehrt für jedes andere Genre. In einer fiktionalen Steinzeitgeschichte oder einem Star Wars sind auch nicht plötzlich Hobbits und Zauberer zu erwarteten nur weil der Autor deren Existenz nie direkt verneint hat.
Anders ausgedrückt: schon die Herangehensweise, dass alles was nicht explizit ausgeschlossen wurde, absolut möglich sein soll, ist hanebüchen. Afroamerikaner in Mittelerde entsprechen sprichwörtlich Russells Teekanne.
Zu Tolkien und dem Mittelalter gibt es ganze Seminarreihen (https://www.tolkiengesellschaft.de/der-verein/vereinspublikationen/hither-shore/hither-shore-8/). Spätestens Bauwerke wie zum Beispiel die Hornburg oder Positionen wie der Truchsess haben mittelalterliche und keine antiken Bezüge. Auch Peter Jackson verfilmt die Menschen in Mittelerde als früh- (Rohan) bzw. hochmittelalterliche (Gondor) Kulturen.Das europäische Mittelalter hat mit der generellen Fantasy Welt mit "westlicher Prägung" schon mal recht wenig zu tun.
Was "generelle Fantasy" anbetrifft, nun ja auch da gibt es ganze Abhandlungen zu den vielfältigen mittelalterlichen Anleihen (Busch und Velten, 2018).
Was sich in Form von Dunkelelfen bis heute in der Fantasykultur erhalten hat. Deren Darstellung ist allerdings klassischerweise unverändert kaukasisch (siehe hier oder hier), weil "schwarz" in nordischer Mythologie nun einmal nicht afroamerikanisch bedeutet. Wegen unschöner Assoziationen (schon der Text in der Edda deutet es an) meidet politisch-korrekte Fantasy das Thema aber in der Regel wie der Teufel das Weihwasser.Also, beruft sich irgendwer auf "nordische Mythologie", so steht schwarz auf weiss in der Edda, dass es weisse und schwarze Alben/Elfen gibt...
Nach dieser Logik wären wohl auch die Orks und Uruk-hais in Peter Jacksons Verfilmungen bereits teils "braun" bzw. "schwarz" (siehe hier). Ich glaube allerdings nicht, dass das eine Interpretation ist, die viele teilen.
Nachfolgende Werke haben nur selten - wenn überhaupt - die Tiefe und Ernsthaftigkeit eines Tolkiens.Er war schlichtweg der Erste, der diese "Popkultur" erfand.
Es ist zwar Jahre her als ich die Bücher gelesen habe, aber 15 - 20 % klingt maßlos übertrieben.Sofern du HdR gelesen hast, weist du auch sicherlich, dass ca. nur 15-20% in der Jackson Verfilmung umgesetzt wurde.
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) Markt, innerhalb einer kleinen Randgruppe dies überlaut thematisiert wird.


