Man kann übrigens in allem Diskriminierung entdecken.
Kleine Autos sind diskriminierend, weil große Menschen da nicht komfortabel sitzen können.
Und deshalb gibt es, man möchte es nicht für möglich halten, *sowohl* kleine als auch größere Autos. Das Problem setzt erst ein, wenn große Leute erwarten, das auch kleine Leute große Autos fahren und kleine Leute, dass große Leute kleine Autos fahren.
Und manchmal fahren große Leute kleine Autos, weil sie's z.B. kuschelig mögen und kleine Leute große Autos, weil es ihnen z.B. mehr Übersicht verschafft. Und beide dürfen das sogar!
Hohe Küchenschränke sind diskriminierend, da kleine Leute da nicht ohne Stuhl drankommen.
Und deshalb steht ihnen bei gemeinschaftlich genutzten Küchen ein Stuhl oder eine kleine Trittleiter zur Verfügung.
Das Hilfsmittel gleich den Größenunterschied aus und kommt deshalb bevorzugt zum Einsatz, weil es kein Hilfsmittel gibt, mit dem große Menschen zu niedrige Schränke vernünftig nutzen könnten.
Diskriminieren bedeutet im Idealfall nur "unterscheiden". Und das machen wir ständig, sonst kämen wir im Alltag gar nicht klar.
Der Ärger geht los, wenn man rational unerheblichen Unterscheidungsmerkmalen (z.B. der Hautfarbe) eine ideologische Bedeutung überstülpt oder einem sachlichen Diskriminierungsmerkmal ("Ich Tarzan, du Jane".) eine abstrakte Wertung appliziert ("Ich Tarzan besser als du Jane.").
Tarzan kann sich zwar tatsächlich besser von Baum zu Baum schwingen als Jane, aber Jane kann definitiv besser vollständige Sätze bilden als Tarzan - was sie allerdings auch nicht berechtigt, sich für *grundsätzlich* besser zu halten.
Gefahr erkannt, Gefahr gebannt.