Das ist ja an sich in Ordnung, wenn das Grundkonzept des Spiels gut ist. Aus meiner Sicht, kommt GoW 2018 nicht an die Vorgänger ran, sowohl was die Geschichte angeht, aber auch das Spieldesign. Im bin zwar noch mittendrin, aber die Tatsache, dass ich mich zum weiterspielen aktiv motivieren muss, zeigt schon, dass etwas nicht stimmt. Mich nerven z.B. das Kampfsystem und die "Bullet Sponge" Gegner, die einfach viel zu viel aushalten. Dadurch fühlen sich zumindest in den ersten Stunden die Kämpfe monoton and repetitiv an. Das geringe FoV macht das Ganze noch schlimmer zu ertragen.
Ja, da kann ich nur beipflichten.
Ein Spiel, bzw. eine Marke, die so erschaffen wird und dessen Grundkonzept nach diesem Muster funktioniert, kann in vielen Fällen wirklich ein tolles Erlebnis sein. Zum Beispiel The Last of Us oder auch Horizon Zero Dawn sprechen da für sich. Auch wenn sie im Kern verschieden sind -Open World vs Linear-, so teilen sie sich viele Gemeinsamkeiten, so gesehen die "Formel". The Last of Us Part II hat es meiner Meinung nach aber voll und ganz geschafft, in allen Belangen einen draufzusetzen - und das so, dass ich über 2 Durchläufe hinweg beeindruckt war, von der Geschichte mitgenommen wurde und gerade beim Schreiben Lust auf einen dritten Durchlauf bekomme. Bei dem Nachfolger von HZD, Horizon Forbidden West, hat das für mich nicht geklappt. Hier wurde in meinen Augen "einfach" nur aufgeblasen und dieser Bloat hat mich in jeglicher Hinsicht gehindert, das Spiel genießen zu können. Nach gut zwei Dutzend Stunden habe ich keine Lust mehr auf das Spiel und müsste mich zwingen, es weiterzuspielen und ich habe die Befürchtung, dass es mit bei Ragnarök ähnlich gehen wird, wie mit HFW.
GoW 2018 lag für mich irgendwo zwischen diesen beiden Erfahrungen. Es ist ein Zwitter zwischen einer offenen Spielwelt und linearen Leveln, was erstmal weder positiv noch negativ zu werten ist, unterstreicht für mich aber das Mittelmaß gemessen an den beiden vorangegangenen Beispielen.
Dennoch hatte GoW 2018 eines für sich, den wirklich beeindruckenden technischen Unterbau. Auch wenn, wie zuvor schon geschrieben, GoW 2018 nicht mehr viel mit der alten Saga zu tun hat, so ist es dennoch ein Nachfolger und der technische Sprung von GoW 3 / Ascension war dem eines Nachfolgers würdig. Dieser große, postiv zu wertende Punkt, dieser technische Sprung, kann Ragnarök gar nicht gelingen, da die Lead-Plattform eine 9 Jahre alte Konsole ist. Die PS5 Version ist etwas hübscher, ja, das macht aber kein bahnbrechendes Spielerlebnis aus - gleiches Problem hat HFW in meinen Augen übrigens auch. Netter technischer Showcase, aber am Leistungslimit der Currentgen vermutlich noch Meilenweit vorbei. Bei einem Nachfolger für die selbe Generation würde ich mehr Verständnis zeigen, Ragnarök wird vielleicht das technisch beeindruckendste PS4 Spiel werden, aber für ein PS5 Spiel reicht mir das nicht. Wäre ein GoW 2 damals zeitgleich zum PS2 Release auch als PS3 Spiel mit HD Auflösung gekommen, so wäre es auch der damaligen Next-Gen nicht gerecht geworden. Heute sind es leider nur noch Nuancen zwischen der Old- und der Current-Gen, aber dass Spiele, die im Kern PS4 Spiele und dadurch auch technisch limitiert sind, bei der Presse als PS5 Spiele so gut wegkommen, verstehe ich nicht.