GIGABYTE Z890 Eagle + Core Ultra 7 265KF

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Gast1752311402

Guest
Ich habe immer noch nicht begriffen, wie ich feststellen kann ( ohne dabei empirisch vorgehen zu müssen ) ob ein Mainboard für eine bestimmte CPU eine Stromversorgung ( VRM ) bietet, die deren uneingeschränktes Funktionieren absolut sicher gewährleistet. Ich habe dafür das Internet auf den Kopf gestellt und komme nicht weiter.

Eigentlich hatte ich einen Core Ultra 235 ins Auge gefasst, vorausgesetzt, ich kann dabei ohne Sorgen ( im Hinblick auf VRM ) ein günstiges Mainboard, nämlich das "ASRock B860 Pro Rs", verwenden. Meine letzten Infos sind, dass das genannte Mainboard wohl doch kein völlig sicherer Kandidat ist.

Daher ziehe ich jetzt teurere Mainboards in Betracht, was zwangsläufig zu der Frage führt, warum man nicht auch gleich eine stärkere CPU nehmen soll - der "Core Ultra 7 265 KF" kostet nur rund 30 € mehr.

Nun bin ich auf das "GIGABYTE Z890 Eagle" gestoßen.

https://geizhals.de/gigabyte-z890-eagle-a3329353.html?hloc=at&hloc=de

Wie kann ich feststellen, ob ich mit diesem Board einen "Core Ultra 7 265 KF" sorgenfrei im Hinblick auf Strom - und Spannungsversorgung ( VRM ) betreiben kann ?

Zu VRM usw. steht bei Geizhals zu dem o.g. Board folgendes :

VRM-Design14+1+2, 15 virtuelle CPU-Phasen (2x7+1), 8 reale CPU-Phasen (7+1)
MOSFETs VCORE14x 60A
MOSFETs SOC/VCCGT1x 40A
MOSFETs VDD_MISC/VCCSA/VCCAUX2x 60A

Ist darüber hinaus ein sorgenfreier Betrieb in dieser Kombination nur mit Wasserkühlung ( was ich ablehne ) möglich ? Der von mir ins Auge gefasste Kühler ist der "Silentware Titan Performance",

https://geizhals.de/silentware-titan-performance-a3331015.html

für den eine sogenannte TDP Klassifizierung von 265 W ausgewiesen ist.

Besonders verwirrt bin ich, wenn ich auf einschlägigen Seiten fertige Gaming PCs angeboten finde, wo z.B. ein Core Ultra 9 285 mit einem "MSI Z890 GAMING PLUS WIFI", das bloß 195 € kostet, kombiniert wird :

https://www.dubaro.de/Gaming-PCs/Gaming-PC-Core-Ultra-9-285-mit-RTX5080::8544.html

Ich würde denken, dass ein Ultra 7 265 KF mit einem solchen Board dann erst recht einwandfrei laufen müsste.

Es geht um einen Gaming PC. Übertakten möchte ich nicht, auch wenn dies mit dem "GIGABYTE Z890 Eagle" möglich ist. Ich möchte nur ( abgesehen von Produktionsfehlern ) sicher sein können, dass die CPU zusammen mit dem Board stabil und ohne Leistungseinschränkungen läuft.

 
Dazu brauchst du zu schauen, in welchem Spannungsbereich potenzielle CPUs arbeiten. Die sind immer irgendwo zwischen 1,0 und 1,4 Volt, manchmal auch höher bei exotischen Designs.

Beispielrechnung:

MOSFETs VCORE14x 60A
Pro VCORE-Phase: 60A × 1.2V = 72W
Gesamtleistung für VCORE: 14 Phasen × 72W/Phase = 1.008 Watt

Du kannst also gleich sieben oder acht 265Ks verbauen, wenn du willst. Fazit: Die meisten Mainboards bieten lächerlich hohe VRM-Ausstattungen.

Eine Wasserkühlung ist keine Pflicht, aber bei OC sinnvoll. Willst du übertakten? Wenn nein, dann reicht auch ein guter Luftkühler.
 
Wie kann ich feststellen, ob ich mit diesem Board einen "Core Ultra 7 265 KF" sorgenfrei im Hinblick auf Strom - und Spannungsversorgung ( VRM ) betreiben kann ?
Wenn das Board
1.) Einen Sockel 1851 hat und
2.) Kühlkörper auf den Spannungswandlern besitzt
ist die Versorgung locker ausreichend für alles, was du abseits von Extrem-OC mit Arrowlake anstellen kannst.

Wie Dave schon schrieb, die allermeisten modernen Boards sind lächerlich überdimensioniert bei den Spannungswandlern, nur die Boards am ganz unteren preislichen Ende ohne Kühlkörper und mit minimal-Ausstattung können bei langer hoher Last auf der CPU ggf. Temperaturprobleme bekommen.
Alles was du im Mittelklassebereich und aufwärts findest hat in aller Regel genug Power, um jede beliebige CPU im Sockel spontan verdampfen zu lassen.
 
Vielen Dank für die klaren Antworten und insbesondere für das an dem von mir in Betracht gezogenen Board ausgerichtete Rechenbeispiel.

Ich habe übrigens die Spannungen für den 265K herauszufinden versucht - in dem Datenblatt von Intel - ein Wälzer von über 400 Seiten - keine Chance.

Jedenfalls weiß ich jetzt was ich wissen wollte. Ich hätte mir Stunden der Internetrecherche sparen können.
 
Ich habe übrigens die Spannungen für den 265K herauszufinden versucht - in dem Datenblatt von Intel - ein Wälzer von über 400 Seiten - keine Chance.
Die stehn da auch nicht drin. ;-)

Die Spannungen werden im Rahmen des Boosts im Millisekundentakt dynamisch automatisch an die jeweilige Situation/Betriebsparameter angepasst und das für jeden Kern einzeln. Du brauchst da absolut nichts dran zu machen.
Falls du dich generell dafür interessierst: Die Kernspannungen von Arrowlake sind zwischen 0,6v und 1,15v für E-Cores und zwischen 0,7v und 1,35v für P-Cores - je nach P-State und Takt.
Bedenke auch: Jede CPU ist ein Einzelstück und hat individuell einprogrammierte Spannungstabellen. Bedeutet diese zahlen hier sind grobe Richtlinien, über 50 mV mehr oder weniger hier und da bitte nicht wundern.
 
Ich danke sehr für die Mühe, mir dass alles zu erklären, wenngleich ich zu wenig Ahnung habe, um das einordnen zu können. Die Frage, wie CPU und Mainboard aufeinander abgestimmt sein müssen, war für mich extrem kompliziert. Aber dank der guten Antworten fühle ich mich jetzt sicher.

Ich nehme an, dass es ziemlich spannend ist, sich mit dem Innenleben einer CPU zu befassen - für mich ist das ein großes Geheimnis, was da drin eigentlich passiert.
 
Ich nehme an, dass es ziemlich spannend ist, sich mit dem Innenleben einer CPU zu befassen - für mich ist das ein großes Geheimnis, was da drin eigentlich passiert.
Vorschlag: Folgender YT Channel


Ist auf englisch, aber wirklich sehr gut gemacht/erklärt.
 
Dazu brauchst du zu schauen, in welchem Spannungsbereich potenzielle CPUs arbeiten. Die sind immer irgendwo zwischen 1,0 und 1,4 Volt, manchmal auch höher bei exotischen Designs.

Beispielrechnung:

MOSFETs VCORE14x 60A
Pro VCORE-Phase: 60A × 1.2V = 72W
Gesamtleistung für VCORE: 14 Phasen × 72W/Phase = 1.008 Watt

Du kannst also gleich sieben oder acht 265Ks verbauen, wenn du willst. Fazit: Die meisten Mainboards bieten lächerlich hohe VRM-Ausstattungen.

Eine Wasserkühlung ist keine Pflicht, aber bei OC sinnvoll. Willst du übertakten? Wenn nein, dann reicht auch ein guter Luftkühler.

Da hat sich das Milchmädchen aber verrechnet:^^
Der maximale Stromfluss sollte nur einen geringen Teil der Zeit anliegen; in deinem Beispiel wären die MOSFETs (sofern im Rating nicht noch Sicherheitsreserven drin sind) permanent auf Durchzug geschaltet und würden die Spannung vom Netzteil nur noch als passiver Widerstand drosseln. Heißt bei 60 A × 14 Phasen = 840 A und 12 V => 1,2 V = 10,8 V Spannungsabfall über die Wandler eine Abwärme von 9 kW an den Wandlern. Man sollte also etwas unter 100 Prozent Auslastung bleiben, auch wenn solche Peak-Leistungsberechnungen gut geeignet sind, um die Überdimensionierung mancher Wandlerphalanx zu illustrieren. :-)

Wenn das Board
1.) Einen Sockel 1851 hat und
2.) Kühlkörper auf den Spannungswandlern besitzt
ist die Versorgung locker ausreichend für alles, was du abseits von Extrem-OC mit Arrowlake anstellen kannst.

(Leider) Auch nicht richtig. Erstens gibt es durchaus Boards mit Kühlkörper, die bei einem 285 K und 250 W an ihre Grenzen geraten (aktueller Rekord in PCGH-Tests: B860 Elite mit knapp 87 °C bei 20 °C Umgebung. Was okay ist, aber bei jetzigen 35 °C schon knapp dreistellig und damit am Limit wäre – und das ist bei weitem nicht das einfachste Board mit Kühler). Zweitens gibt es Boards, bei denen nicht alles gekühlt wird und der Rest kann richtig heiß werden (Gleicher Test, Z890AX-E Pro: 118 °C auf den Wandlern ohne Kühlkörper). Und drittens gibt es schlichtweg Boards mit hart implementierten Power Limit. Ein B860M Pro RS mach zum Beispiel maximal 150 A Dauerlast (~210 W) mit und auch das ist, bei weitem, nicht die einfachste Platine, die man kaufen könnte.

tl;dr: Im Zweifelsfall hilft leider nur testen. Man kann die Spannungswandler-Werbeangaben aber nutzen, um ähnlich bestückte Platinen des gleichen Herstellers zu finden, falls es keinen direkten Test gibt.
 
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