Doch, das ist rechtsverbindlich.
Noch einmal: Es ist für für Venezuela und für Drittstaaten *nicht* rechtsverbindlich.
Venezuela kann es rechtlich (!) gänzlich rektalpassant sein, wen Burger King Trump of USA, Kanzlerin Merkel von Deutschland und Herzogin von Schlummerland oder Pipi-Langstrumpf aus Taka-Tuka-Land gerne als Präsidenten in Venezuela hätten.
Auch für Drittstaaten gibt es keinerlei rechtliche (!) Verpflichtung, der Anerkennung durch die USA zu folgen. Das gilt ebenso für Deutschland.
Das gewisse Nationen beispielsweise wirtschaftlichen Druck ausüben oder Anreize bieten können, damit andere Länder der Linie folgen, ist eine ganz andere Baustelle, da auch dies kein Rechtsakt darstellt. Es ist nämlich, diplomatische Schönrederei beiseite, nichts anderes als Erpressung und Bestechung udn hat mit Recht nichts zu tun.
Es ist doch überall das Gleiche. In Syrien ist die Bundesregierung auf Seiten islamistischer "Rebellen", in der Ukraine auf Seiten der putschenden Nazis, in Venezuela auf Seiten der Rechtsradikalen "Opposition". Immer auf der Seite, die Washington vorgibt, und sei es der Teufel selbst.
Abgesehen davon, dass die politischen Fronten weder in Syrien, noch in der Ukraine, noch in Venezuela so schön sauber sind, wie du es vermutlich mal wieder von RT eingeflößt bekommen hast: Ist dir ist noch nie der Gedanke gekommen, dass das - ungeachtet dessen, wie man nun dazu steht - auch ganz souveräne Entscheidungen der deutschen Regierung sein könnten, die sich aus politischen Interessen ergeben, die in diesen Fällen weitestgehend mit denen der USA übereinstimmen?
Es geht *immer* um die jeweilige Interessenlage. Beispielsweise haben die Bundesregierung und die US-Regierung absolut gegenläufige Interessen, was die Bezugsquellen für Gas angeht, und daher kommt Deutschland in diesem Punkt mit Russland zusammen, nicht mit den USA.
Der Ami hats so vorgegeben, darum. Da kann Maduro noch so sehr die Werte vertreten und leben, die hier vorgebetet werden, der Tenor aus Washington ist der Tenor aus Berlin.
Die ausgeschmückte Wiederholung einer soeben widerlegten Behauptung ist kein Fortschritt.
Deutschland teilt einfach keine Werte mit einem Linksautokraten an der Spitze Venezuelas, verspricht sich jedoch Vorteile von einem moderaten (hier: sozialdemokratischen) Gegenkandidaten. Wäre der Gegenkandidat ein Radikaler aus dem genau gegenüberliegenden Lager gewesen, hätte sich die Bundesregierung nicht für Maduro ausgesprochen, sondern sich einfach gar nicht dazu positioniert.
Man muss sich hier über die konkreten Beweggründe im Klaren sein: Für Deutschland ist Guaido der nahezu ideale Kandidat, weil er als kleinster gemeinsamer Nenner alle die politischen Strömungen Venezuelas in Frage kommt und weltaufgeschlossen ist. Die USA haben an sich wenig Liebe für Guaidos Linie, wollen aber hauptsächlich Maduro loswerden, weshalb sie den Herausforderer anerkennen ...
... was wiederum eher ein Bärendienst für selbigen ist, weil er dadurch realpolitisch nichts gewinnt, aber Maduro ein Argument geliefert bekommt, Guaido bei der venezolanischen Linken zu diskreditieren, weil die USA dort als stramm rechts gilt. Die Anerkennung durch Deutschland hingegen haftet dieser Makel nicht an, wir werden nämlich in Venezuela weitestgehend als moderat-mittig wahrgenommen.
Internationale Politik ist etwas zu sperrig, um sie in deine doch recht beengten Schubladen zu quetschen.