Ach so, die Morde am antifaschistischen Schutzwall sind also Grenzsicherung gewesen?
Selbstverständlich. Und wenn du ein wenig Ahnung von irgend etwas hättest, könntest du auch zwischen einer Sache, ihrer rechtlichen und ihrer ethischen Legitimation unterscheiden. Die Schüsse an der Mauer sind ethisch klar abzulehnen, nach Recht der BRD nicht rechtmäßig, nach Recht der DDR rechtmäßig und dienten ungeachtet der vorgenannten Kategorien selbstverständlich der Grenzsicherung. Die Führung der DDR wollte ihre Grenzen auch dagegen sichern, dass sich ihre eigene Bevölkerung über selbige absetzt.
Da passt es ja das Ramelow den Schießbefehl leugnet, ebenso wie er leugnet das die DDR ein Unrechtsstaat war.
Herr Ramelows Position ist zwar durchaus diskutabel, allerdings formal nicht zu beanstanden: Er leugnet nämlich nicht, dass die Grenztruppen der DDR grundsätzlich berechtigt waren, auch bei Grenzüberschreitungen aus dem Inland heraus von der Schusswaffe Gebrauch zu machen, einen expliziten Befehl zur Erschießung von "Republikflüchtlingen" hat es jedoch tatsächlich und nachweislich nie gegeben.
So falsch finde ich es nicht, politische Kampfbegriffe zu hinterfragen. Genau darin liegt der Unterschied zur DDR, in der Kampfbegriffe eben nicht hinterfragt werden sollten.
Ach so, und obwohl ich Die Linke nach wie vor für nicht wählbar halte, hat der Herr Ramelow nicht unrecht, dass manche Gesetze der DDR, verglichen mit dem bundesdeutschen Verhau, sehr klar und progressiv waren.
Ich nehme übrigens mein Kind auch nicht aus der Kita, obwohl diese einem neuartigen. mehrfach geprüft besonders wertvollen Betreuungsansatz folgt ... welcher 1:1 dem entspricht, was wohl in der DDR bereits vor Jahrzehnten gang und gäbe war.
Aber ich bin auch Opportunist. Ich esse sogar Brot wie die Nazis und die Kommis ...
Die Linke will in Deutschland einen Sozialistischen Staat errichten- wie er schon jetzt auf Kuba, in Venezuela, in Vietnam und China existiert.
Deren Ausprägungen zwar grundsätzlich unterschiedlich sind, aber mit solchen Feinheiten wollen wir deine begrenzte Einsicht besser nicht überlasten, nicht wahr?
Übrigens ist es hochinteressant, wie du bei den Akteuren meines Gleichnissen zum Thema Grenzballerei den aktuellen sichtlich bemüht ausgeklammert und dich lieber auf die ollen Kamellen gestützt hast. Um einmal explizit deinem Stil der Gesprächsführung zu kopieren: Du willst also sagen, dass es in Ordnung oder doch zumindest weniger schlimm wäre, heutzutage auf Flüchtlinge - einschließlich Frauen und Kinder - zu schießen, wenn diese europäische Grenzen unerlaubt überschreiten wollen?