Geschichte wiederholt sich, diesmal die USA

Ne. Das ist die Vorbereitung des Militärschlags. Er übt politischen Druck aus. Wenn Europa dann nicht nachgibt, dann kann er sagen, dass er ja keine andere Wahl hatte als militärisch vorzugehen.
Mag sein. Aber eigentlich braucht er für nix gute Gründe. Er ist der Typ, der in der Schlange an der Kasse sagt, "Lassen Sie mich durch, ich muss (nicht) zahlen!".

Also das Konzept wie damals bei den American Natives?
Ja, aber dieses Mal ist die Situation komplex. Europa müsste sich in jedem Fall entscheiden, wie man sich gegenüber den USA positionieren will: man könnte die demütigende Enteignung akzeptieren, um die USA als zuverlässigen Partner zu halten - oder wir verzichten auf Verbündete, die uns angreifen, und werfen sie aus Ramstein raus. Sollte Europa diesen Schritt wagen, würde ich das glatt als Kippelement betrachten.
 
Für mich entsteht immer mehr der Eindruck das hier ist der nächste Schritt der Globalisierung. Das ist Age of Empires.
Ich denke Amerika braucht die Nato und sie pokern ziemlich hoch und es fragt sich wie weit Trump gehen wird. Seine Verhandlungstaktik ist immer gleich, er verlangt erst etwas unmögliches und erhält am Schluss ein für ihn sehr gutes Ergebnis. Wird es so weit gehen daß Sanktionen gegen europäische Bürger verhängt werden, wird das vielleicht einen Aktiencrash verursachen. Und seine Aktion gestern am Samstag die Steuern zu erhöhen wird auch einen Crash am Montag verursachen. Er setzt in Minneapolis sehr auf Eskalation, genau das macht er auch mit Europa, er ist wie ein Schulhof-Tyrann

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Dadurch wird auch die Nato auf eine Zerreißprobe gestellt.
Die Nato wäre beendet.
Ja, aber dieses Mal ist die Situation komplex. Europa müsste sich in jedem Fall entscheiden, wie man sich gegenüber den USA positionieren will: man könnte die demütigende Enteignung akzeptieren, um die USA als zuverlässigen Partner zu halten
Wo sind die USA heute ein verlässlicher Partner?
Europa braucht ihn, um Russland im Zaum zu halten. Aber Trump interessiert sich nicht für die Ukraine und er interessiert sich nicht für Europa.
Alsop Europa würde ich die USA beim Geld packen. Die Tech Firmen besteuern, bzw. verbieten.
 
Er kann aber Dänemark nicht ignorieren.

Doch. Rein physisch kann er das.
Und diplomatisch? Er ignoriert die flehenden Bitten der Arschkriecher vor seiner Haustür doch schon jeden Tag.

Die Grönländer, auch wenn es nicht viele sind, sind abhängig von Dänemark, da Dänemark Grönland subventioniert. Die Hälfte des grönländischen Staatshaushalt steuert Dänemark bei.

Wenn Trump Grönland einnimmt, wäre das eine Katastrophe für die Grönländer, für Europa aber auch.

Alles richtig. Aber was stört es Trump, wenn etwas schlecht für Grönländer, für Grönland, für Dänemark und für Europa ist?


Also das Konzept wie damals bei den American Natives?

Nö, die waren damals direkt betroffen und sie waren allen egal. Diesmal gehts um was, was vorgeblich niemandem egal ist, wofür aber scheinbar trotzdem niemand einen Finger krum macht. Zumindest solange nicht, wie keine Menschen sterben und das wäre bei dem von mir beschriebenen, die Leere des Landes ausnutzenden Vorgehen, nicht er Fall.

Ich wäre ja dafür, dass jemand zum Trumpeltier fährt und ihm wortwörtlich ein paar aufs Maul gibt. Ich denke, das könnte Wunder wirken. Bam! Bam! Links und rechts eine rein und ihn dann verbal zur Minna machen, was er immer wieder für einen Scheiß verzapft, und dass jetzt endlich mal Schluss damit sei!

Ich bezweifle, dass das viel bringen würde.
Aber man könnte andere, staatswürdigere Aktionen ausprobieren, wenn jemand einem engen Verbündeten und Unionsstaat mit militärischer Eroberung droht und parallel schon einmal den Handelskrieg gegen einen selbst entfacht. Denn nichts anderes sind Trumps jetzt verhängte Sanktionen gegen EU-Staaten: Ein knallharter Handelskrieg. Und Merz & Co behandeln ihn weiterhin wie ein liebenswürdiges Baby, genauso wie man es mit Putin nach den ersten größeren Menschenrechtsverbrechen in den 0ern gemacht hat.
 
Aber was stört es Trump, wenn etwas schlecht für Grönländer, für Grönland, für Dänemark und für Europa ist?
Kommt darauf an, wie schlecht.

Ein gewisses Niveau der Eskalation will und darf (sic) er nicht einkaufen. Der Deal muss auch für ihn passen und propagandistisch MAGA bedienen. Die Abhängigkeiten zwischen beiden Parteien (USA vs. EU) liegen zwar zu Lasten der EU, sind aber für beide kritisch. Wie auch sonst würde ich die Situation mit Blick auf den Konflikt USA vs. VR sehen: wenn Trump mit der EU bricht (inkl. NATO-Exit und allen ebenbürtigen Zerwürfnissen), schwächt er seine Position gegenüber China. Dies widerspricht seiner Agenda. Europäische Politiker ständen im Fall ein militärischen Übernahme durch einen Bündnispartner unter erheblichen Druck, weil der Bevölkerung ausbleibende Reaktionen nicht zu erklären sind. Ein weiter-wie-bisher in der NATO mit Trump kann ich mir irgendwie ganz schlecht vorstellen.
 
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Ich gehe davon aus, dass es einem Genozid gleich kommt, wenn Trump sich Grönland einverleibt und deren Ressourcen klaut.
Das halte ich für höchstunwahrscheinlich. Die Grönländer würden sich ja gar nicht wehren (können). Er würde sie in ihren Bewegungen einschränken, manche würden vielleicht auswandern. Aber ein direktes Vorgehen gegen die Bevölkerung würde ihm rein gar nix bringen und nötig ist es auch nicht.

Da sich aber in den USA die Stimmen gegen Trumps Grönland-Pläne aufbauen, wird die Sache vermutlich harmloser enden, als man anfangs annehmen musste.
 
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Dazu fällt einen nichts mehr ein! :ugly:
 
Dafür hat Trump einen eigenen Friedensrat gegründet, Teilnehmer nur auf Einladung und wer dauerhaft dabei bleiben möchte muss im ersten Jahr eine Milliarde Dollar Zahlen.


An wen geht die Zahlung und was passiert mit dem Geld? Wird das für Frieden eingesetzt?
Und noch schlimmer, Trump leitet den Friedensrat persönlich.
 
Die Milliarde geht an eine Adresse in Mar-a-Lago und soll letztlich dem Wiederaufbau von Gaza und anderen investitionsbedürftigen Ländereien dienen. So manch Staatsbeamter hält sich hierbei bedeckt, wird wohl eine Art Lago-Embargo.

Wollen wir Trump nicht einfach Grönland geben, bevor es noch Streit gibt? Wir könnten doch tauschen, gegen Hawaii oder Florida oder so'n anderes Zeug in Übersee. Das würde den Grönländer*innen bestimmt gefallen, wo sie doch immer so frieren müssen.
 
Ich glaube ich schreibe Herrn Trump einen Brief und erhebe Anspruch auf Florida oder Kalifornien oder doch eher Wyoming? ach ist das schwierig.

Ab und an Frage ich mich ob die Monarchie nicht doch die bessere Staatsform ist. Wenn es nicht gut läuft verliert der Herrscher den Kopf und jemand anders wird an die Spitze gesetzt. Die Demokratie tut sich ja tatsächlich schwer mit sowas.
 
Kommt darauf an, wie schlecht.

Ein gewisses Niveau der Eskalation will und darf (sic) er nicht einkaufen. Der Deal muss auch für ihn passen und propagandistisch MAGA bedienen. Die Abhängigkeiten zwischen beiden Parteien (USA vs. EU) liegen zwar zu Lasten der EU, sind aber für beide kritisch. Wie auch sonst würde ich die Situation mit Blick auf den Konflikt USA vs. VR sehen: wenn Trump mit der EU bricht (inkl. NATO-Exit und allen ebenbürtigen Zerwürfnissen), schwächt er seine Position gegenüber China. Dies widerspricht seiner Agenda. Europäische Politiker ständen im Fall ein militärischen Übernahme durch einen Bündnispartner unter erheblichen Druck, weil der Bevölkerung ausbleibende Reaktionen nicht zu erklären sind. Ein weiter-wie-bisher in der NATO mit Trump kann ich mir irgendwie ganz schlecht vorstellen.

Ich habe große Zweifel daran, dass Trump das Konzept "Bündnis" überhaupt kapiert. Sämtliche seiner Aktionen sind ausschließlich auf bilaterales "ich sage"/"jemand anders gehorcht" ausgerichtet. Nicht nur in der internationalen Diplomatie, sondern wirklich absolut alles von Geschäft über Wahlkampf bis hin zu (Nicht-)Unterstützerkreisen und nationale Politik. Ich denke er gehört zu den Menschen, deren soziale Kompetenz auf die Kategorien "Leute, die voll hinter mir stehen" und "Feind" beschränkt ist, würde auch zu seiner Ausdrucksweise passen. Das Maximum an Zwischenzustand, das er kennt, ist eine Preisabwägung im Rahmen von "Deals". Aber "ich will Grönland" ist eine binäre Forderung ohne Raum für Aushandlungen, ganz abgesehen davon, dass schon ein kleinster Schritt in die Richtung inakzeptabel wäre.

Auch kann ich in der aktuellen Lage nicht unterschreiben, dass er ein gewisses Niveau nicht überschreiten "darf": Konsequenzen und damit negative Folge für die USA oder gar für ihn selbst ("USA" interessieren eher leidlich) hängen von den Reaktionen ab und da ihm außenpolitisch niemand Kontra gibt, steht da bis auf weiteres nichts für ihn auf dem Spiel. Solange sich das nicht erheblich ändert, ist die Schadens-Nutzen-Bilanz aus seiner Sicht äußerst positiv und das ist alles, was für ihn zählt. Das es mit Europa bergab gehen würde, ist für Trump kein Nach-, sondern ein Vorteil und um negative Auswirkungen auf die Situation gegenüber China zu berücksichtigen, müsste er (gegenüber sich selbst) überhaupt erst einmal so etwas wie "Schwäche" eingestehen.
Ganz abgesehen davon, dass Europa in Verhandlungen mit China kein Bisschen stärker und bislang auch nicht gerade auf Trump-Linie auftritt.


Da sich aber in den USA die Stimmen gegen Trumps Grönland-Pläne aufbauen, wird die Sache vermutlich harmloser enden, als man anfangs annehmen musste.

Abwarten. Das wäre dann der innenpolitische Teil von "darf" (über den juristischen oder gar moralischen braucht man nicht zu reden, macht Trump auch nicht :ugly: ). Hier könnte sich ihm am ehesten Jemand in den Weg stellen, aber das hat man schon bei vielen Eskalationen gesagt und nie kam die erhoffte Rettung aus dem Inneren heraus. Bislang hat das System Trump noch jeden Abweichler schneller kaltgestellt, als der sich zum Handeln hat durchringen können. Kleines Faschismus 1*1: Lass die voll Loyalen ausrücken, um an den wenig Loyalen ein Exempel zu statuieren, dass die recht Loyalen wieder voll auf Linie bringt. Im Gegensatz zu Mussolini und Hitler stellt Trump die Leute nicht an die Wand, sondern nur auf die Straße, aber politisch ist das Ergebnis das gleiche: Von den normal-konservativen Kräften, die ihn zu Beginn seiner ersten Amtszeit noch unterstützt haben und die bei den aktuellen Zuständen die Alarmglocken läuten sollten, ist niemand mehr in Trumps Umfeld. Die rechts-konservativen sind auch fast alle weg. Übrig bleiben die Karriereschleimer ohne jegliches Bewusstsein oder Ideale und die Hardcore-Radikalen. Alle anderen wurden einer nach dem anderen abgesägt, sobald ein Hauch von Abweichung gezeigt wurde und lange bevor sich eine bedenkliche Anzahl von kritisierenden Personen in wichtigen Positionen ansammeln konnte.

Deswegen halte ich auch die Untätigkeit von Merz und Klingbeil für so bedenklich: Sie entspricht herkömmlichen, diplomatischen Gepflogenheiten. Aber Trump ist nicht herrkömmlich. Der definiert gerade das neue "normal", an dem seine Untaten des nächsten Jahr gemessen wird und gegenüber dem die des letzten Jahres in Vergessenheit geraten. Redet noch jemand über den befristeten Einmarsch in Venezuela und die Entführung eines Staatsoberhaupts? Oder über den einseitig erklärten Krieg gegen den Iran? Abschaffung von Menschenrechten und internationale Verschleppung aller, die ohne US-Pass in den USA angetroffen werden? Handelskrieg gegen China und Lateinamerika? Nein. Es geht jetzt nur noch um die militärische Eroberung des Territoriums von EU-Staaten. Alles andere ist längst "ok".

Und ich habe die Befürchtung: Sobald Trump harte Wirtschaftssanktionen gegen Deutschland aufbaut, denkt hier auch niemand mehr an die kaum besiedelte Insel irgend eines EU-Mitglieds. Gibt ja wichtigeres/schlimmeres.
 
Er treibt die anderen vor sich her, ja, und verschiebt Grenzen kumulierend. Der Oberste Gerichtshof, gestaltet nach seinen Wünschen, wird die Grönland-Pläne vielleicht noch durchwinken, aber auch die Republikaner wenden sich hierbei von Trump ab. Die mögen aber stabile Beziehungen, um ihren Wohlstand zu sättigen.
Deutliche Worte fand der republikanische Kongressabgeordnete Don Bacon bei CNN: "Diese Drohungen und Schikanen einem Verbündeten gegenüber sind falsch. Und, falls er es ernst meint mit einer Invasion Grönlands, möchte ich, dass er weiß: Das wäre wahrscheinlich das Ende seiner Präsidentschaft. Die meisten Republikaner wissen, dass das unmoralisch und falsch ist. Und wir werden uns dagegen wehren."
https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/usa-debatte-groenland-100.html
Das sind allerdings ungewohnt harte Worte. Trump kann sowas nicht ignorieren und canceln kann er die Republikaner (noch) nicht.

In Sachen China: wenn es wirklich kracht, könnte er Ramstein und andere Orte verlieren. Das wird man ihm nicht durchgehen lassen.
 

Es wird schon spekuliert ob Trump seine Amtszeit durchhält. Weil er gesundheitliche Schwächen zeigt.
Dann würde wohl J.D. Vance der nächste Präsident. Was leider auch nicht besser ist.
 
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