ruyven_macaran
Trockeneisprofi (m/w)
Nach dem was der Ukraine passiert ist, wird in den nächsten 100 Jahren nie wieder eine Atommacht (offen oder verdeckt) jemals seine Atomwaffen auf grund von Verträgen ganz abgeben, der Zug ist endgültig durch Putin abgefahren!
Die Ukraine (und andere USSR-Waffen-Erben) dürfte ein ziemliches Unikum bleiben. Kein anderer Staat dürfte ein derart schwaches konventionelles Militär und gleichzeitig Atomwaffen haben. Die Balance zwischen Abschreckung durch Kernwaffen und Gebietssicherung durch konventionelle Streitkräfte fällt dementsprechend bei allen anderen anders aus. Russland, die USA oder China könnten es sich sehr entspannt leisten, ihr Nukleararsenal abzurüsten und es würde trotzdem niemand einmarschieren. In Großbritannien, Frankreich ebenfalls nicht und Indien und Pakistan nicht mit dem Ergebniss dauerhafter Eroberung, wie durch russische Truppen in der Ukraine. Selbst Nordkorea und Isreal können ihr Staatsgebiet nachweislich sehr wirkungsvoll ohne Atomwaffen gegen Annektionsversuche schützen.
Auch wenn ich nicht glaube, dass irgend jemand von denen mittelfristig über eine totale Abrüstung nachdenken wird: Mit dem Beispiel Urkaine hat das nichts zu tun. Das hat nur noch einmal unterstrichen, was der Vergleich von Irak und Nordkorea bereits in den 0er Jahren bewiesen hat - sich Atomwaffen zuzulegen lohnt sich für blockfreie Staaten. Aber es gibt an dieser Stelle keine Geschichte, die sich wiederholen könnte.
(Anm.: Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, dass Frankreich und/oder Großbritannien ihre Atomstreitkräfte zur Mitte des Jahrhunderts faktisch einmotten. Beide haben eben keinen Selbstschutzeffekt mehr dadurch und unterhalten nur dafür ein, auch aufgrund der winzigen Stückzahlen, reichlich teures U-Boot-Programm. Dessen Mittel wären in auch für die Krisenbewältigung einsetzbaren Streitkräften viel besser angelegt und wurden von Generation zu Generation massiv zusammengestrichen. Der nächste, logische Schritt wäre die Beschränkung ganz auf praktisch nutzlose Freifallbomben, die bei vorrausschauender Planung nur minimal Zusatzkosten bei der Jagdbomberflotte verursachen, denn die Lagerkosten für das Plutonium fallen unabhängig davon an, ob es nun in Bombenform lässt oder nicht. Frankreich soll Deutschland ja sogar schon mal die nukleare Teilhabe angeboten haben, in der Hoffnung so einen Teil der Kosten für die gesamte Force Frape abwälzen zu können (und hätte Merkel damals mitgedacht -oder sich allgemein hart gegen Atomwaffen ausgesprochen-, dann müssten wir jetzt keine F-18 in Trumpistan kaufen).
Meine Güte, die USA sind an der Schwelle ein Land zu werden in dass die USA normalerweise einmarschieren würden...
Wenn das so weiter geht, sind die USA in einem halben Jahr sogar auf dem Niveau eines Landes, aus dem die USA gerade abgezogen sind.


