Die USA hat es nicht die Bohne interessiert ob die Taliban nach Pakistan ausweichen, sich dort neu gruppieren und in 2-3 Jahren wieder da sind. Man hat mit minimalem Aufwand versucht das Regime zu stürzen um Al Qaida zu finden und die Köpfe der Organisation Dingfest zu machen. Die Taliban standen dem Ganzen nur im Weg.
Es waren nicht die Taliban, die nach Pakistan ausgewichen sind, sondern Al Quaida. Zwar haben beide dort starken Rückhalt, aber erstere waren die ganze Zeit über in Teilen Afghanistans an der Macht und im Krieg mit den USA. Letztere haben einfach und vorhersehbar ihre Verstärke gewechselt, als es zu heiß wurde. Bekanntermaßen einschließlich höchstrangiger Führungsmitglieder, um die der ganze Krieg überhaupt erst ausgebrochen ist. Zur Erinnerung: Bevor die Taliban sich dem US-Befehl verweigerten, die Al Quadia auszuliefern, war ein Einmarsch überhaupt nicht im Gespräch (sieht man der immer-auf-alles-vorbereitet-sein Stabsplanung ab). Ziel war es, Al Quadia lahm zu legen und das tut man mit Geheimdienstarbeit und ggf. ein paar Luftschlägen. Eine Bodenarmee kann da nichts sinnvolles beitragen, auch wenn die Eroberung Afghanistans den Geheimdiensten mehr Bewegungsfreiheit verschaffte (den Rekrutierern von Al Quadia aber noch mehr Möglichkeiten bot. Auch das vorhersehbar und vorhergesagt.). Was eine Bodenarmee [theoretisch] kann: Die Truppen und Institutionen einer Regierung zerschlagen, die sich widersetzt und dem erklärten Feind zum Freund gemacht hat.
Wie gesagt: Schlecht gewählte Ziele, zu geringer Personalansatz, keine klare Strategie:
Sehr zitierbare Zeilen darin
James Dobbins schrieb:
First, you know, sort of just invade only one country at a time. I mean that seriously
Damit wäre dann auch "wiederholt sich Geschichte?" abgeschlossen. Nur dass zur Abwechslung mal nicht Russland das eine Ziel zuviel war.
Sag ich doch... Nation Building hat man von Anfang an ausgeschlossen.
Again, Mieser Plan, zuwenig Personal.
Jein. Passender Plan mit passendem Personal für das gewählte Ziel. Das du (und der Rest der Welt) es mieß finden, dass der Plan kein Nation Building enthält, heißt nicht, dass der Plan fehlerhaft ist.
Das passiert den aber ziemlich häufig. Zumindest habe ich da so den Eindruck von. Oder aber ich bin zu doof den großen Plan zu erkennen.
Ebenso wie scheinbar Hoffgang findest du dich nicht damit ab, dass die Ziele der US-Streitkräfte oft nur in "reingehen und alles kleinschlagen, was kein ausdrücklicher Freund ist" besteht. Dementsprechend oft passiert es denen, dass sie danach ohne Wiederaufbauplan und mit ziemlich vielen Feinden dastehen - dieser Mangel an einem großen Plan ist aber kein Versehen, sondern so gedacht.
Das ist so ein Bananenstaat dieses Land... Der Orange Affe keilt gegen die Briefwahl und seine eigene Partei baut einfach mal ballot drop off boxes - also Abgabeorte für Wahlzettel auf.
Vielleicht haben sie die bevorzugt in demokratischen Nachbarschaften aufgestellt?
QUOTE="Don-71, post: 10517398, member: 163625"]
Ganz ehrlich Leute, bei aller berechtigten Kritik an den USA und auch insbesondere den Irak Krieg überhaupt angefangen zu haben, aber wer bei Afghanistan und Irak von Nation Building träumt ist naiv und weiss m.A. nach auch nicht s
...blub...blub...
Afghanistan befindet sich jetzt seit 45 Jahren mehr oder minder im Krieg, 2001/2002 waren es über 25 Jahre Dauerkrieg, wie da unter sehr vielen verschiedenen "Stämmen" und ausländischem negativ Einfluss (Pakistan) mal einfach Nation Building stattfinden soll, ohne charismatische Figuren erschließt sich mir nicht.[/QUOTE]
Guck mal weiter als 45 Jahre zurück, insbesondere in die Zeiträume, in denen sich ausnahmsweise mal keine Großmacht eingemischt hat. "Afghanistan" als Staat exisitiert überhaupt nur, weil Afghanen das wollten und das umgesetzt haben. Die gesamte Mitte des 20. Jhd. hindurch, also in einem Zeitraum in die heute noch tonangebenden Altersschichten, die zusammen den nach ihren Vorstellungen erzogenen Kinder auch heute noch >50% der Bevölkerung ausmachen dürften, gingen die Streitigkeiten nur untereinander darum, wie diese Nation aussehen sollte. Nicht darum, dass man sie zerschlagen sollte. Und bis heute keine Unabhängigkeitsbestrebungen in einzelnen Bereichen.
Das sind eigentlich sehr gute Voraussetzungen für Nation Building, weil man de facto schon eine Nation hat, aber wie man von da aus weitermachen kann, erschließt sich tatsächlich vielen nicht. Z.B. nicht der US-Führung.