Mit einer bloßen Aufteilung von Themen ist niemandem geholfen. Die Hit-Produzenten unter den seichten Artikeln würden durch eine Abschiebung in "Unterkategorien" ihre Wirkung verlieren. Der Arbeitsaufwand bliebe aber der gleiche.
Im Moment ist die Situation vor allem für jene unbefriedigend, die von der Print auf die Webseite kommen. Die Print ist immer noch das Steckenpferd des Verlags mit Geschichte und Tradition. Die Webseite allerdings weicht diese immer weiter auf mit Themen, die banaler nicht sein können.
Dass Banalität nicht zwangsläufig schlecht ein muss, beweisen diverse Fernsehsender. Das größere Problem besteht aber darin, dass die PCGH-Webseite im Moment versucht diese Offtopic-Themen in der Breite zu verarbeiten.
Youtube Videos (auf Youtube selbst gibt es die gleichen Videos mit mehr Komfort und Auswahl),
Messebabes (es gibt einschlägige Erotikportale mit mehr und aufreizenden Bildern),
News zu Smartphones (es gibt zu Genüge Webseiten, die ausschließlich über dieses Thema berichten, die Aktualität und Recherchequalität auf Grund von Spezialisierung eher gewährleisten können.
Es gibt dafür den Ausspruch "Hans Dampf in allen Gassen". Kann alles, aber nicht wirklich gut.
Es erscheint einem im Moment als würde man versuchen das was an Erfolg geht, ab zugreifen. Die Rechtfertigung erscheint einem zwar einleuchtend, aber doch kurzsichtig. Geld verdienen. Aber reicht das aus? Sollte es nicht heißen: "Auch in Zukunft Geld verdienen"?
Das bringt mich zum nächsten Punkt. Das zukünftige bevorzugte Medium für "PCGH". Aktuell befinden wir uns in einer sehr interessanten Entwicklung weg von dem historischen Print-Medium hin zum Angebot von digital vorliegenden Informationen. Es ist absehbar, dass beide Arten digital und Print in Zukunft nicht mehr zusammen fortbestehen können. Wann dies sein wird, kann wohl nur ein Kaffeesatzleser genau beziffern. Dass es kommen wird, davon müsste man ausgehen, wenn man sich die Optionen offen lassen will.
Wäre es also nicht angebracht allmählich eine Vorbereitung für den Wechsel vorzunehmen? Eine Plattform zu etablieren, die inhaltlich, als auch den Ansprüchen der Print-Zielgruppe entspricht, um einen möglichst schnellen, reibungslosen und vor allem mit geringen Abwanderungen gezeichneten Übergang zu gewährleisten?
Selbst anders herum wird ein Schuh daraus. Die Webseite benutzen, um möglichst lange (vielleicht sogar dauerhaft?) die Print mit Lesern und Interessierten zu füttern. Eine bessere und vor allem kostengünstigere Werbeplattform kann man nicht haben, als eine eigene etablierte Webseite, die mit den gleichen Themen (für die gleiche Zielgruppe) protzen kann, wie die Print.
Beide Optionen, wie in den beiden oberen Absätzen beschrieben, werden nicht durchführbar sein, wenn die Ausrichtung der Webseite so bleibt wie es im Moment ist. Die Folgen könnten schwerwiegend sein. Einerseits der Unmögliche Wechsel von Print auf Webseite bzw. digital Print, andererseits die Unmöglichkeit die aktuelle Print mit Hilfe der Webseite zu pushen mangels analoger Ausrichtung und Interessenabdeckung. Dass eine negative Sichtweise gegenüber der Webseite auf die Print abfärbt, ist hier im Forum auch schon hin und wieder zu lesen gewesen. Dass die Argumentationen für die Abfärbung oftmals höchst subjektiv sind, ist nicht von der Hand zu weisen. Es passiert aber und kostet euch mindestens einen Print-Leser und eine Zahl X, die auf jenen Kommentar hört oder sich damit identifizieren kann. Wichtig ist allein der Grund, nicht die Argumentation und der Grund ist oftmals immer der gleiche.
Es gibt noch weitere Gründe, die vor allem die Redakteure persönlich betrifft. Reputation ist wohl einer der wichtigsten Faktoren für einen Journalisten. Das Medium, das man als Redakteur maßgeblich mitgestaltet hat, ist ein Sinnbild der eigenen Leistungskraft, Professionalität und des Fachwissens. Es wäre zwar schön, wenn unsere momentane Redakteure bis zum Rentenalter der PCGH erhalten bleiben, doch wird es den ein oder anderen doch woanders hinziehen. Sind Nachrichten über Youtube-Videos, Messebabes, Browser-Spiele etc. wirklich ein Aushängeschild im eigenen Lebenslauf? Denn das werden die zukünftigen Arbeitgeber sehen. Sie werden das Negative sehen. Nicht das nächtelange Aufbleiben für Benchmarks, das tagelange Recherchieren bei Herstellern über neueste Entwicklungen, die eigenen Fachartikel mit mindestens Fortgeschrittenen-Niveau. Ich werde den Gedanken nicht weiter führen. Das soll dann der jeweilige Redakteur für sich selbst ausmachen und in Bezug zum eigenen Anspruch setzen.
Viel ändern kann ich nicht, ich bin schon froh einen Denkanstoß beim jeweiligen Leser zu erzeugen, selbst irren würde ich mich in dem Fall gerne.