Der HT-Link
Die Chipsätze des K8 hatten alle einen Standard-HT-Link von 1.000 MHz (Referenztakt 200 * 5). Besonders in der Anfangszeit war es kritisch, wenn dieser Takt über 1 GHz erhöht wurde, da es dann oft zu Instabilitäten kam. Mit zunehmender "Lebensdauer" des K8 wurde dies jedoch immer unkritischer, sodass man bei den Chipsätzen der AMD 690er-Serie teilweise bis 1.500 MHz erreichen konnte. Da dieser Takt aber nur einen extrem geringen Einfluss auf die Systemperformance hatte, war es hingegen ratsam, beim OC des Referenztaktes den Multiplikator so einzustellen, dass als Produkt ein Wert in der Nähe von 1.000 MHz zu Buche Stand.
Beim AM2+ ist der Referenztakt mit bis zu 2.600 MHz deutlich höher möglich. Aufgrund der beschriebenen aktuellen Problematik, dass der HT-Link nicht größer als der NB-Takt werden darf, gibt es hier zunächst keine Probleme wie anfänglich beim K8. Denn selbst wenn man einen hohen Takt von deutlich über 1.000 MHz fährt, kommt man nicht in den Bereich, in denen es zu Instabilitäten kommt, da vorher der genutzte NB-Takt limitiert.
Man kann also ruhig die Taktmöglichkeiten des HT-Links ausnutzen, sofern man nicht über den Takt der Northbridge hinausschießt. Dazu bietet es sich an, den gleichen NB- sowie HT-Multiplikator zu nutzen. Da beide Werte vom Referenztakt abhängig sind, sind beide Takte dann immer gleich hoch.
Voraussetzungen für das erfolgreiche OC
Wie auch beim K8 empfiehlt es sich, einige grundlegende Einstellungen im Mainboardbios vorzunehmen. Aus persönlicher Erfahrung empfiehlt sich:
- Cool’n’Quiet deaktivieren
- Virtualisierung deaktivieren
- Spannungen manuell festlegen
- Speichertakt-/-timings manuell festlegen
- SpreadSpectrum deaktivieren
- MaxAsyncLatency bzw. MaxReadLatency auf hohe Werte einstellen
- tRFC auf einen hohen Wert einstellen
Diese Einstellungen sind nicht zwingend erforderlich. Allerdings läuft man bei der Nichtbeachtung Gefahr, dass man ungewollt in Probleme gerät, weil das System Taktraten und Spannungen autonom vergeben kann, was man als User nicht möchte. Daher ist es sinnvoll, zum Test der gewünschten Taktraten erst alle Optionen manuell festzulegen und später bei Bedarf Cool’n’Quiet sowie die Virtualisierung wieder zu aktivieren.