Fragen zur CPU-Wahl - i5-4690T, Einfluss des Turboboost auf Benchmarkwerte?

schnokobaer

Schraubenverwechsler(in)
Hallo Ihr,

möchte meinen Rechner aufrüsten und habe eine Frage zur Auswahl der CPU. Mein Hauptaugenmerk liegt nicht auf höchstmöglicher Leistung innerhalb des Budgets, sondern einem guten Kompromiss aus Leistung und niedriger TDP, da ich ein wenig heizendes System schätze. Bin auf den i5-4690T gestoßen, der gerade noch im Budget ist und relativ gute Performance zu haben scheint bei rekordverdächtigen 45 Watt TDP.

Klingt eigentlich genau wonach ich gesucht habe, nun frage ich mich jedoch ob diese guten Benchmarks vielleicht nur durch den Turboboost erreicht werden (immerhin ja 1 Ghz bei dem!) und im "Dauerbetrieb" die Leistung deutlich geringer ausfällt, wodurch sich die geringe Abwärme ergibt? Dazu müsste man wissen wie diese Benchmarks funktionieren und ob sie die CPU so belasten, dass diese auf boost schaltet, oder ob eh alle Kerne gleichmäßig belastet werden, wovon ich keine Ahnung hab, aber Ihr bestimmt schon. :) Spiele damit hauptsächlich CS:GO, wo ich natürlich über lange Zeit Leistung benötige und die Kerne relativ gleichmäßig belastet werden, da bringt mir der boost glaub ich wenig bis nichts.

Also kurz: werden Benchmarkergebnisse stark vom Turboboost beeinflusst oder lassen sie einen guten Rückschluss auf gleichmäßigen Dauerbetrieb in der Praxis zu? Ist der 4690T durch die große Differenz zwischen normalem Höchsttakt und boost eine "Benchmark-Queen" oder mach ich mich nur verrückt?

Würde mich über eure Einschätzungen und Erfahrungen sehr freuen :)
Grüße, Daniel
 
Ich konnte leider keine Infos finden, wie sich der Boost auf die unterschiedliche Auslastung der Kerne auswirkt.

Die 3,4Ghz Boost (was etwas "lächerlich ist", liegen nur bei Auslastung von einem Kern an.
Bei 2 voll ausgelasteten Kernen oder 4 liegt der Boost wesentlich niedriger.

Da ich die Erfahrung gemacht habe, dass CS Go sehr stark von IPC (also reine Leistung pro Kern) profitiert möchte ich dich was fragen.


Wie sieht der Rest deines Systems aus?

Man zahlt für die -T Versionen bei Intel sehr viel Geld für eine stark beschnittene CPU welche man dann nicht mal mehr übertakten kann, wenn es mal nötig sein sollte.
Die -T Versionen sind stink normale i5´s mit niedrigerer Spannung und takt, das kann man mit den heutigen Bios Versionen spielend auch selbst hinbekommen wenn man das möchte.

Auch ein I5 / K wird nicht extrem heiß @ Stock wenn man einen mittelklassekühler wie den EKL Brocken 2 nutzt.
Daher würde ich dir entweder zu einem I5 ohne T oder K raten (wen ndu eh nicht übertakten willst) und dann einfach selbst undervolten, bis dir die Temps angenehm genug sind.
Oder zu einem I5 -K raten udn den vorerst undervolten und falls später mal Bedarf dran sein sollte, den einfach wieder zu übertakten.

Poste uns doch mal dein System oder was du genau vor hast.


Mit dem i5-T nimmst du dir jede Möglichkeit die CPU zu optimieren und zahlst dafür noch ne Stange mehr Geld.
 
Danke schon mal für die ausführliche Antwort. So richtig fest steht noch nicht was ich vor habe. Wahrscheinlich das Gigabyte GA-H97-D3H mit dem Crucial Ballistix Sport DIMM 8GB Kit. Graka ist eine GTX750Ti und soll beibehalten werden.

Wie heiß er wird hängt natürlich stark vom Kühler ab, das ist mir klar. Mir gehts ja auch eher um die absolute Abwärme (die ja im Endeffekt in das Zimmer geht) als wie heiß die CPU wird. Mich nervt so ein Heizkörper neben den Beinen, besonders im Sommer, wenn mein Zimmer eh schon sehr warm wird dank großer Fensterfront nach Süden. Deswegen erhoffe ich mir von z.B. 70 W weniger Abwärme des CPUs schon einen merklichen Unterschied in Sachen "unerwünschter Heizkörper". :D

Deine Ausführungen über die T-Varianten bestärken mich ja in meiner Vermutung, dass die eigentliche Leistung deutlich geringer ausfällt als bei normalen i5s, aber in Benchmarks dank des hohen boosts das nicht so auffällt. Auf diesen "T"richter bin ich ja nur deswegen gekommen, weil der 4690T trotz deutlich geringerer TDP mit 6800 CPU Mark Punkten vergleichbare Benchmarks hat wie z.B. ein i5-4570 (7000, 84W) oder ein i5-3570 (6980, 77W). Wenn diese CPU Mark Ergebnisse Rückschlüsse auf die Leistung bei CS:GO zulassen dann wäre das was ich suche, wenn er aber nur im deswegen so gut im Benchmark punktet, weil der große 1Ghz boost gut ausgenutzt wird, den ich in CS:GO ja gar nicht nutzen kann, dann wär das natürlich zum Fenster rausgeschmissenes Geld. Nach meinen Beobachtungen nutzt CS:GO die Kerne relativ gleichmäßig und profitiert durch 4 Kerne im Vergleich zu 2 um ungefähr 35% mehr FPS.

Blöde Frage: sinkt denn durch undervolten die Rechenleistung? Oder performt die CPU gleich, nur instabiler je niedriger die Spannung?
 
Wenn du die CPU bei selbem Takt aber niedrigerer Spannung stabil bekommst wird sie gleich schnell sein.
 
Alles klar, das überzeugt mich. Dann noch eine Frage:

Ist irgendein i5 besonders gut zum undervolten geeignet oder macht das keinen Unterschied? Gibt's da einen Favoriten im Bereich <200€? Schell in den Top 10 gesucht läge der 4460 nahe, oder mach ich damit was falsch?
 
Also ich kann dir sagen, dass die 40W mehr die die CPU (als TDP) bei Volllast mehr abgibt, dein Zimmer nicht erheblich aufheizen werden.

Da kann man bei Graka´s ein Auge drauf werfen, wenn eine Karte 300W frisst und deine 750Ti vielleicht 120?
Aber bei CPU´s die bei Spielen eh nie auf 100% auf allen Kernen laufen, ist das vernachlässigbar.

Ich würde mir einen ganz normalen I5 ohne T nehmen.
Der hat einen vernünftigen "Stock" takt auf ALLEN KERNEN und selbst wenn er dir dein Zimmer zu stark aufheizt (was ich nicht glaube), dann könntest du immer noch hand an Takt und/oder Spannung anlegen.

Bzgl. Undervolting.

Es gibt 2 Arten.

Einmal nur ausloten, ab wann die CPU mit weniger Spannung instabil wird, den Takt fasst man dabei aber nicht an..
Intel kann nicht jede CPU genau so ausloten mit der Spannung bis das ganze instabil wird.
Die Bügeln einen Wert drauf auf dem alle CPU´s der jeweiligen Serie laufen, egal ob schlechte CPU oder sehr gute und dann werden die ausgeliefert.
D.h. in den meisten Fällen kann man mit der Spannung weiter runter, in manchen fällen kann man eben nur ein wenig weiter runter mit der Spannung.
Da kommt halt auf die Chipgüte drauf an, die deine CPU dann eben hat.

Dann gibt es noch die Möglichkeit wie Intel bei den -T gemacht hat, man beschneidet die CPU in Ihrer Leistung (in dem Fall sprechen wir von 1 GHZ! das istn haufen Holz!), und senkt die Spannung massiv herab!

Bei dem -T hast du nur einen Vorteil, du brauchst dich um die Spannungsreduzierung nicht kümmern.
Wenn der CPU aber mal die Puste ausgeht weil Sie auf allen 4 kernen nicht so hoch takten kann wie ein normaler i5, hast du Pech gehabt denn der Multiplikator der den Takt mit bestimmt ist gelocked.
Dann darf man sich eine neue CPU kaufen.

beim normalen I5 hast du schon mal 1ghz mehr takt als die -T Version und hättest die Möglichkeit falls es dir zu warm werden sollte (wovon ich wie gesagt nicht ausgehe), den Takt selbst auf deine Bedürfnisse hin zu reduzieren.

Beim -K hättest du halt den Vorteil falls benötigt den Takt sogar noch zu erhöhen, z.b. auf 4,4ghz, dann haste mal einfach so 2ghz mehr takt als der -T :-D



Ich kann dir mal von meinem Wechsel berichten.

bin xon einem X5650 (6 Kerne, viel weniger IPC als ein I7 haswel) auf einen I7 4790K umgestiegen.

X5650 / ca. 120 FPS in CS Go
I7 4790K / ungefähr ca. 240-260 FPS in cs go mit 4,5ghz takt.

Da sieht man halt einfach, dass CS go sehr gut mit einer stärkeren IPC skalliert
 
Ich spiele mit einem ähnlichen Gedanken wie der TE, nur das es bei mir in Richtung i7-4790T geht. Es wäre aber doch theoretisch möglich den Boost-Takt bei allen vier Kernen auf 3,9 GHz anzuheben und die CPU dann mit Undervolting sparsamer zu machen, oder? Zwar gehe ich nicht davon aus das es für den i7 mit Last auf allen Kernen für durchgehende 3,9 GHz reichen wird, aber 45W sind eben schon eine Ansage in der Leistungsklasse..
 
Ich spiele mit einem ähnlichen Gedanken wie der TE, nur das es bei mir in Richtung i7-4790T geht. Es wäre aber doch theoretisch möglich den Boost-Takt bei allen vier Kernen auf 3,9 GHz anzuheben und die CPU dann mit Undervolting sparsamer zu machen, oder? Zwar gehe ich nicht davon aus das es für den i7 mit Last auf allen Kernen für durchgehende 3,9 GHz reichen wird, aber 45W sind eben schon eine Ansage in der Leistungsklasse..

Die werden wie gesagt damit erkauft, dass man den takt so stark senkt mit allen 4 Kernen.

Das könnt Ihr alle selber machen.....die Bios Versionen heutzutage machen das spielend leicht für euch.

Ob man den takt der -T versionen anpassen kann weiß ich nicht, hatte noch nie einen.
Bei einem 2120T von einem Freund ging gar nix bzgl. Takt, ist aber halt schon eine Weile her.

Ich würde das Geld für eine niedriger getaktete CPU mit Taktsperre nicht ausgeben....

Ich habe früher auch mal einen I7 2600k genommen für einen ESXI Server, den habe ich auf 1,2ghz getaktet weil ich die Leistung nicht gebraucht hat.
Der hatte dann auch keine 90W TDP mehr :-D


Bzgl. welcher I5, das spielt eigentlich keine Rolle, es gibt keine Aussage von Intel, welche CPU Versionen "selektiert sind"
 
Also ich kann dir sagen, dass die 40W mehr die die CPU (als TDP) bei Volllast mehr abgibt, dein Zimmer nicht erheblich aufheizen werden.

Der Unterschied wird nicht wie Tag und Nacht sein, klar. Aber man sollte es auch nicht unterschätzen denke ich. 40 W, das ist fast die Abwärme einer 45 W Glühlampe. Das ist nicht sooo wenig. Einen hypothetisch perfekt isolierten Raum (dessen Wände und Durchströmung die Wärme nicht abführt) von 38 m^3 würde diese Glühlampe in einer Stunde um ~11 K erwärmen. Ich denke in einem realen Raum wird das immer noch ein Unterschied von 2-3 K sein. Verglichen mit meiner Aktuellen CPU mit 125 W TDP wären das sogar 80 W Unterschied --> 22 K theoretisch. :D Aber Spaß beiseite.

Ich kann dir mal von meinem Wechsel berichten.
[...]
Da sieht man halt einfach, dass CS go sehr gut mit einer stärkeren IPC skalliert

Interessant, danke. Wenn die pro-Kern-Leistung im Vordergrund steht, berechtigt das nicht vielleicht sogar den (ökonomisch begründeten) Gedanken an einen i3 mit nur 2 Kernen, der vielleicht die gleiche pro-Kern-Leistung hat wie beispielsweise ein i5? Hat z.B. ein i3-4170 durch den höheren Takt (3,7 vs 3,2 Ghz) nicht sogar eine höhere pro-Kern-Leistung Leistung als ein i5-4460 oder sind hier noch andere Faktoren zu bewerten? OCen kann man den dann nicht mehr, aber UVen schon oder?

Ich hatte mal ausprobiert wie gut CSGO die 4 Kerne meines Phenom II 920 ausnutzt und habe 2 Kerne abgeschaltet. Ist von etwa 150 auf 105 FPS gesunken, also 30%. Also mal ganz naiv angenommen der Unterschied zwischen 2 und 4 Kernen beträgt immer 30% und der Unterschied der pro-Kern-Leistung zwischen dem 3,7 Ghz taktenden i3 und dem 3,2 taktenden i5 sind 15% (wegen 1,15-fachen Takt), dann "verliere" ich 30% dadurch, dass zwei kerne fehlen und gewinne wieder 15% durch die höhere pro-Kern-Leistung.

Das klingt für mich und meine Ansprüche gar nicht sooo verkehrt. 60 Euro sparen, 30 W weniger TDP da zwei Kerne weniger heizen und dabei nur etwa 15% weniger Leistung in CSGO als ein i5. Eine spürbare Mehrleistung zu meinem Phenom II X4 920 sollte es ja sowieso sein.
 
Du musst bedenken, die TDP ist zwar höher angegeben,
in Spielen wirst du aber nicht an der TDP Grenze anstoßen!

Sprich du wirst nie die vollen 84W TDP erleben, es sei denn du bearbeitest hobbymäßig Videos, dann bist du ständig an der Grenze.

Bzgl. I3, ich würde es heutzutage nicht mehr empfehlen für einen Gaming-PC.
Da du aber ohnehin "nur" eine 750TI einsetzt könnte auch in der tat ein I3 reichen.
Was ich halt feststellen musste udn du ja auch getestet hast, cs go nutz 4 kerne schon ganz gut.
Du wirst mit einem I3 also schon leistungseinbußen haben zu einem I5, auch wenn der I3 @ Stock höher getaktet ist.


Die Entscheidung liegt bei dir, die können und wollen wir dir nicht abnehmen.

Wovon ich dir aber defnitiv abraten will ist die -T Serie.
Für Leute die sich null mit PC´s auskennen und was sehr sparsames haben wollen, sicher eine schöne Idee.
Wenn du aber nur ein bischen Ahnung hast und dich an Anleitungen bzgl. OC / Undervolting hälst, kannst du die gleichen Ergebnisse einer -T Version auch mit einem "normalen" i5 herbeizaubern.

Hier sieht man ganz gut, wie Intel diese geringe TDP "herbeizaubert"
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2 Kerne 13W TDP, dafür halt nur 1,1ghz :-D kostet dafür....so viel wie ein großer mit 4 Kernen + Hyperthreading und 3x so viel takt :-D
 
Die Entscheidung liegt bei dir, die können und wollen wir dir nicht abnehmen.

Selbstverständlich, ich wollte nur ausschließen dass ich da aufgrund mangelnder Erfahrung irgendwelchen eklatanten Fehleinschätzungen anheimfalle. :) So wie bei dem -T Modell, von dem du mir ja erfolgriech abgeraten hast. Die letzte Abwägung werd ich jetzt selbst machen müssen, fühl mich aber gut gewappnet. Vielen Dank für deine Anregungen und Erfahrungen!
 
gar kein thema.
Falls dir das ganze echt zu sehr "einheitzt :-)" schreib mich einfach an, dann schauen wir dass wir die CPU nach deinen Bedürfnissen undervolten ;-)

Mein Tipp wenn du die nächste Zeit Ruhe haben willst....nimm den I5 ;-)
 
shadie, hattest du den 5650 übertaktet oder bei 2.66GHz betrieben? Weil, dass der i7 fast doppelt so schnell ist wenn der 5650 nur so langsam getaktet ist ist klar. :D

Zu den T-Versionen wurde ja alles gesagt - bei mir wäre das höchste der Gefühle ne S-Version, die taktet im Falle des i5 4570S immerhin mit 2,9-3.6GHz bei 65W TDP. Wobei auch hier das gleiche wie bei der T-Version gilt - heruntertakten und undervolten kann man die normalen CPUs auch selber.
 
T-Versionen bringen eben den Vorteil, dass die CPU eben nur maximal 45W braucht. Wenn man über keine gute Kühlung verfügt und trotzdem viel Leistung haben möchte, ist das eigentlich der einzige Weg.
 
T-Versionen bringen eben den Vorteil, dass die CPU eben nur maximal 45W braucht. Wenn man über keine gute Kühlung verfügt und trotzdem viel Leistung haben möchte, ist das eigentlich der einzige Weg.
Runtertakten und Undervolten, die CPUs sind die gleichen...
Jopp. Letztlich machen die Stromsparversionen den geringen Verbrauch nur, weil sie von der VID dem BIOS andere Spannungswerte übermitteln und halt den geringen Takt haben wollen. Also anstatt wie ein i7 4790k dem BIOS sagt gib mir mal 1,15V damit ich hier gemütlich auf 4,4Ghz im Boost rumrechnen kann. Sagt so ein 4790T gib mir mal 0,8V mehr brauch ich nicht für meinen Takt.
 
Jopp. Letztlich machen die Stromsparversionen den geringen Verbrauch nur, weil sie von der VID dem BIOS andere Spannungswerte übermitteln und halt den geringen Takt haben wollen. Also anstatt wie ein i7 4790k dem BIOS sagt gib mir mal 1,15V damit ich hier gemütlich auf 4,4Ghz im Boost rumrechnen kann. Sagt so ein 4790T gib mir mal 0,8V mehr brauch ich nicht für meinen Takt.


Genau so ist es, die T-Versionen sind eigentlich echt Schwachsinn wenn man sich nur ein wenig mit Over/Undervolting auskennt.

@Igamekudan

Das war damals mein Dual X5650 System, da war nix mit OC :-D.
Sollte auch nur als Vergleich herhalten und nicht den X5650 in ein schlechtes Licht stellen.
Mir gings nur um den Takt und die daraus resultierende Leistung in CS GO (trotz damals 12 kernen + 12 Threads)
 
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