Es gibt unterschiedlich schwere Elektronen? Also mit tatsächlich messbaren Masseunterschied? Und in Berkeley haben sie eine Möglichkeit das zu messen? Donnerwetter, entweder haben sie neuerdings einen vernünftigen Teilchenbeschleuniger oder der Autor der News hat sich vertan. Von einer messbedingten Schwankung abgesehen haben Elementarteilchen nämlich stets die gleiche Masse. Und nach theoretischer Teilchenphysik klingt diese News nicht.
In der Halbleitertechnik spricht man von "effektiven Massen". Das hat nichts mit der eigentlichen Masse des Ladungsträgers zu tun, sondern ist im Endeffekt nur eine Näherung, wie stark Ladungsträger in einem bestimmten Material durch elektrische Felder beschleunigt werden können. Das Elektron/ Loch wird nach Material nicht schwerer oder leichter, aber je langsamer es beschleunigt werden kann, desto höher die "effektive Masse".
Makroskopisch kannst du dir das so vorstellen: wenn du eine schwere Eisenkugel in Luft und in Wasser anschiebst, dann wird sie im Wasser mit der selben Kraft schwächer beschleunigt werden. Natürlich ist die Umgebung der Faktor, der hier das ganze limitiert, man könnte es aber auch anders betrachten: die Beschleunigung errechnet sich über F=m*a und die Kraft hat sich nicht geändert, dafür aber die Beschleunigung. Um das wieder in den Griff zu bekommen, ist die für die Beschleunigung relevante Masse im Wasser scheinbar gestiegen.
Mehr dazu:
Effektive Masse – Wikipedia
Ein normaler Silicium-Transistor hat in diesen Größenordnungen das Problem, dass Source und Drain durch Tunnelströme quasi kurzgeschlossen werden und keine Sperrwirkung mehr erreicht werden kann.
Die Entwicklung ist ein toller "Proof of Concept", aber eine Relevanz für unser aller Hobby wird das erstmal nicht haben. Die ganze Geschichte hat nämlich ein riesiges Problem: kein Silicium. Dennoch bin ich gespannt, wie die Geschichte weitergeht. Irgendwann ist halt der Silicium-MOSFET am Ende, und dann muss was neues her.
Mal abgesehen von "kleinere Transistoren = mehr Transistoren" und "schneller schaltende Transistoren = höherer Takt", welche anderen Möglichkeiten gibt es noch um die Leistung zu steigern? Quantencomputer schonmal nicht, weil die nur bei speziellen Problemen schneller sind als klassische Prozessoren.
Auf Anwendungen spezialisierte Schaltungen. Stichwort: "More than Moore".
Wenn du viele spezialisierte Schaltungen auf einem Chip hast, von denen jede effektiver arbeitet als ein x86/ARM-Core, dann holst du theoretisch auch einen Geschwindigkeitsvorteil raus.
Das bleibt aber ein Konzept. Wirkliche Beispiele gibt es meines Wissens nach noch keine. Die Industrie ist auf nach wie vor damit beschäftigt, zu skalieren - klappt ja aktuell auch noch. Stichwort an dieser Stelle: "More Moore".
gRU?; cAPS