Findet Ihr es richtig das Freiherr v. u. z. Guttenberg zurückgetreten ist?

Findet Ihr es richtig das Freiherr v. u. z. Guttenberg zurückgetreten ist?


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AW: Findet Ihr es richtig das Freiherr v. u. z. Guttenberg zurückgetreten ist?

Ich sage mal "Jein".

Denn, bis heute ist für mich nicht ausreichend geklärt, wie es passieren konnte, dass seine Doktorarbeit die Prüfung erfolgreich durchlaufen hat, wenn doch so viele Fehler drin sind. Eben erst hat ein Professor in der ARD gesagt, dass doch die Prüfer nicht alle für die Arbeit verwendete Titel lesen können. Ach, warum denn nicht? Das ist ärmlich. Kurz: Ein riesiger Fehler der Universität Bayreuth. Ein 76jähriger Professor der eine Arbeit für gut befindet und damit den Doktortitel vergibt, wo der Herr zu Guttenberg doch noch eine Zusatzgenehmigung benötigt hat, um überhaupt zu promovieren. :nene:

Herr zu Guttenberg war ein guter Mann. Er wird der deutschen Politik fehlen, wenn es wahrscheinlich auch nur für zwei Jahre ist. Der Nachfolger wird ja wahrscheinlich im Freitag bekannt gegeben. Bin gespannt, wer dass wird. Der Nachfolger hat auf jeden Fall einiges zu tragen.
 
AW: Findet Ihr es richtig das Freiherr v. u. z. Guttenberg zurückgetreten ist?

Er hat betrogen, willst du so einen als Minister haben?

Joschka Fischer hat Polizeibeamte mit Pflastersteinen beworfen - hat das jemanden gestört?
Otto Schily hat als RAF-Anwalt Waffen in die JVA Stammheim geschmuggelt - hat die Presse das in seiner Amtszeit als Innenminister aufgegriffen?

Vom Guttenberg kann man halten was man will (ich persönlich habe in ihm zumindest die derzeit einzige "wählbare" Person gesehen). Aber was die Presse da für eine völlig unverhältnismäßige Kampagne veranstaltet hat, ist eine Frechheit.

Es ist genau so, wie Guttenberg in seiner Stellungnahme gesagt hat: deutsche Soldaten sterben? Unwichtig! Politischer Wandel in Nordafrika? Kinderkram! WIR WOLLEN GUTTENBERG-BLUT! (Das bringt nämlich ganz andere Auflagen als der X-te tote Soldat...)

Für mich ist damit nicht nur der komplette Politiker-Zirkus unten durch, sondern endgültig auch die Presse!
 
AW: Findet Ihr es richtig das Freiherr v. u. z. Guttenberg zurückgetreten ist?

Sagt bestimmt einer, der noch nie eine verfassen musste (ist ja fast immer so).

Hm, in meinem Bekanntenkreis nicht. Zu meinen engeren Freunden/zur Familie gehören 4 Profs, Drs kann ich nicht mal ansatzweise sagen, Akademiker fast nur. Ist keine Absicht, aber man bewegt sich halt in seinem Biotop. Geschrieben habe ich auch einige. Vielleicht schreibe ich auch noch mal eine Dissertation - wer weiß, Lust hätte ich schon.

Weder die meine, noch die meiner Mutter, noch die einiger anderer Akademiker die ich kenne, waren 100%ig perfekt. Bei über 400-500 Seiten kann selbst der schlauste Kopf irgendwann nichtmehr zwischen seinem eigenen Geschreibsel und den eigentlichen Zitaten unterscheiden.

Quatsch. Wer so denkt, hat keine Ahnung. Ganz wichtig mit so einer Einstellung: Kopf unten halten, nie etwas machen, mit dem man auffällt. Sobald Du in irgendeinen Fokus gerätst - ob in Politik, Wirtschaft, Forschung, Wissenschaft ist egal - wirst Du und was Du getan hast interessant. Irgendjemand wird dann mal Deine Arbeiten abklopfen. Und dann bist dran. Idealerweise nicht sofort, sondern erst wenn Du etabliert bist. Solange Du nichts zu verlieren hast - Amt, Funktion, Ruf - macht es nur halb so viel Spaß. Du glaubst nicht, wie viele fiese Menschen draußen nur auf Dich lauern.

Du MUßT das 100%ig im Griff haben. Sonst machst Du Dich im besten Fall lächerlich, im schlechtesten verlierst Du alles. Verzeilich sind nur Fehler wie Fußnote verlorengeganen oder ähnliches. Sollte aber trotzdem nicht passieren. In meiner 2. Staatsarbeit war nur ein Fehler bzgl. Etikette, eine Fußnote ist auf die Folgeseite gerutscht. Nicht schön, aber nicht direkt falsch.

Übrigens können viele froh sein, dass unbewiesene Anschuldigungen ala "Das ist ein Plagiat!" in Sachen Politik in Deutschland anscheinend nicht bestraft werden. In anderen Ländern wie den USA gab es schon wegen geringeren Dingen (Obamas Geburtszertifikat) Unterlassungsklagen.

Was meinst Du genau? In den USA ist deutlich mehr durch die Rede- und Pressefreiheit gedeckt als bei uns. Bei Guttenberg kamen übrigens erst die Beweise auf den Tisch und dann die Anschuldigung.

Wäre ich ein Betroffener dieser sinnlosen und falschen Anschuldigungen, hätte ich sicherlich noch am selben Tag eine Unterlassungsklage eingereicht.

Aber nur, wenn die Aussage sachlich falsch ist. Ansonsten gehst Du große Prozessrisiken ein. Schadenersatz, Rechtsmißbrauch. Bis hinein ins Strafrecht. Wenn ich z.B. sage "Über AMDFan2005 wird gesagt, dass er es mit den Zitierregeln nicht so ernst nimmt, im Gegenteil, er ist stolz auf sein schlampiges Arbeiten" kann ich z.B. diese Aussage schon durch Deine obige Aussage belegen. Damit ist sie sachlich nicht falsch.

Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Das sollte auch für Menschen gelten, die sich anscheinend nicht des Unterschieds zwischen einem Plagiat (und somit einer bewussten Täuschung) und einer fehlerhaften, wissenschaftlichen Arbeit bewusst sind.

Wie gesagt, ich halte KTG nicht für einen Idioten. Schau Dir das an Interaktiver Guttenberg Report. So etwas macht in 7 Jahren Arbeit niemand ausversehen. Oder hälst Du ihn für einen Idioten?



EDIT:

@timee95

Tja. Die Allgemeinheit scheint das leider anders zu sehen. Jedenfalls gab es so einen furchtbaren Aufschrei weder als herauskam, dass Joschka Fischer früher mal stark radikalisiert war, noch in Folge Trittins offenen Israel- und Deutschland Hasses, noch in Folge des Gazprom Skandals. Und auch Hohmans antisemitische Kommentare brachten in der Vergangenheit weniger Kritik zu Tage.

Ein guter Mensch und guter Politiker mit Fehlern zu sein, kommt beim deutschen Volk eben nicht so gut an, wie Politiker die lügen, betrügen oder Schwachsinn erzählen können und dabei noch ihre perlweißen Gebisse Richtung Kamera schwenken.

Nun ja, mit den Fehlern Anderer kann man die Eigenen nicht ausgleichen...
 
AW: Findet Ihr es richtig das Freiherr v. u. z. Guttenberg zurückgetreten ist?

Denn, bis heute ist für mich nicht ausreichend geklärt, wie es passieren konnte, dass seine Doktorarbeit die Prüfung erfolgreich durchlaufen hat, wenn doch so viele Fehler drin sind.
Sagtst du, wenn du angetrunken einen Unfall baust auch, dass dich doch die Polizei hätte aufhalten müssen? Ein Plagiat anzufertigen und als Arbeit einzureichen, war ganz allein seine Entscheidung und für die trägt er auch die volle Verantwortung.

Eben erst hat ein Professor in der ARD gesagt, dass doch die Prüfer nicht alle für die Arbeit verwendete Titel lesen können. Ach, warum denn nicht? Das ist ärmlich. Kurz: Ein riesiger Fehler der Universität Bayreuth.
Jede Quelle zu lesen ist übertrieben, aber selbst eine oberflächliche Prüfung der Arbeit hätte ergeben, dass KT nicht der alleinige Verfasser ist. Professoren sind nicht nur dazu da, die Doktoranden zu prüfen. Dafür gibt es an manchen Fakultäten eigene Angestellte. Die Profs haben auch andere Aufgaben.

Ein 76jähriger Professor der eine Arbeit für gut befindet und damit den Doktortitel vergibt, wo der Herr zu Guttenberg doch noch eine Zusatzgenehmigung benötigt hat, um überhaupt zu promovieren. :nene:
Die Leistung vor seiner Dissertation muss doch mit der Benotung der Doktorarbeit nichts zu tun haben. Das Problem von quanti war, dass Guttenberg nur durch eine Gefälligkeit überhaupt promovieren durfte.
 
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