AW: Findet Ihr es richtig das Freiherr v. u. z. Guttenberg zurückgetreten ist?
Sagt bestimmt einer, der noch nie eine verfassen musste (ist ja fast immer so).
Hm, in meinem Bekanntenkreis nicht. Zu meinen engeren Freunden/zur Familie gehören 4 Profs, Drs kann ich nicht mal ansatzweise sagen, Akademiker fast nur. Ist keine Absicht, aber man bewegt sich halt in seinem Biotop. Geschrieben habe ich auch einige. Vielleicht schreibe ich auch noch mal eine Dissertation - wer weiß, Lust hätte ich schon.
Weder die meine, noch die meiner Mutter, noch die einiger anderer Akademiker die ich kenne, waren 100%ig perfekt. Bei über 400-500 Seiten kann selbst der schlauste Kopf irgendwann nichtmehr zwischen seinem eigenen Geschreibsel und den eigentlichen Zitaten unterscheiden.
Quatsch. Wer so denkt, hat keine Ahnung. Ganz wichtig mit so einer Einstellung: Kopf unten halten, nie etwas machen, mit dem man auffällt. Sobald Du in irgendeinen Fokus gerätst - ob in Politik, Wirtschaft, Forschung, Wissenschaft ist egal - wirst Du und was Du getan hast interessant. Irgendjemand wird dann mal Deine Arbeiten abklopfen. Und dann bist dran. Idealerweise nicht sofort, sondern erst wenn Du etabliert bist. Solange Du nichts zu verlieren hast - Amt, Funktion, Ruf - macht es nur halb so viel Spaß. Du glaubst nicht, wie viele fiese Menschen draußen nur auf Dich lauern.
Du MUßT das 100%ig im Griff haben. Sonst machst Du Dich im besten Fall lächerlich, im schlechtesten verlierst Du alles. Verzeilich sind nur Fehler wie Fußnote verlorengeganen oder ähnliches. Sollte aber trotzdem nicht passieren. In meiner 2. Staatsarbeit war nur ein Fehler bzgl. Etikette, eine Fußnote ist auf die Folgeseite gerutscht. Nicht schön, aber nicht direkt falsch.
Übrigens können viele froh sein, dass unbewiesene Anschuldigungen ala "Das ist ein Plagiat!" in Sachen Politik in Deutschland anscheinend nicht bestraft werden. In anderen Ländern wie den USA gab es schon wegen geringeren Dingen (Obamas Geburtszertifikat) Unterlassungsklagen.
Was meinst Du genau? In den USA ist deutlich mehr durch die Rede- und Pressefreiheit gedeckt als bei uns. Bei Guttenberg kamen übrigens erst die Beweise auf den Tisch und dann die Anschuldigung.
Wäre ich ein Betroffener dieser sinnlosen und falschen Anschuldigungen, hätte ich sicherlich noch am selben Tag eine Unterlassungsklage eingereicht.
Aber nur, wenn die Aussage sachlich falsch ist. Ansonsten gehst Du große Prozessrisiken ein. Schadenersatz, Rechtsmißbrauch. Bis hinein ins Strafrecht. Wenn ich z.B. sage "Über AMDFan2005 wird gesagt, dass er es mit den Zitierregeln nicht so ernst nimmt, im Gegenteil, er ist stolz auf sein schlampiges Arbeiten" kann ich z.B. diese Aussage schon durch Deine obige Aussage belegen. Damit ist sie sachlich nicht falsch.
Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Das sollte auch für Menschen gelten, die sich anscheinend nicht des Unterschieds zwischen einem Plagiat (und somit einer bewussten Täuschung) und einer fehlerhaften, wissenschaftlichen Arbeit bewusst sind.
Wie gesagt, ich halte KTG nicht für einen Idioten. Schau Dir das an
Interaktiver Guttenberg Report. So etwas macht in 7 Jahren Arbeit niemand ausversehen. Oder hälst Du ihn für einen Idioten?
EDIT:
@
timee95
Tja. Die Allgemeinheit scheint das leider anders zu sehen. Jedenfalls gab es so einen furchtbaren Aufschrei weder als herauskam, dass Joschka Fischer früher mal stark radikalisiert war, noch in Folge Trittins offenen Israel- und Deutschland Hasses, noch in Folge des Gazprom Skandals. Und auch Hohmans antisemitische Kommentare brachten in der Vergangenheit weniger Kritik zu Tage.
Ein guter Mensch und guter Politiker mit Fehlern zu sein, kommt beim deutschen Volk eben nicht so gut an, wie Politiker die lügen, betrügen oder Schwachsinn erzählen können und dabei noch ihre perlweißen Gebisse Richtung Kamera schwenken.
Nun ja, mit den Fehlern Anderer kann man die Eigenen nicht ausgleichen...