Einbindung Watercool-Micro-System...!?

wilsonmp

PC-Selbstbauer(in)
Wie der Titel vermuten lässt, beschäftigt mich dieses Thema.
En détail ist geplant ein Watercool Heatkiller NB Micro in mein bestehendes System einzubinden, um die Southbridge zu kühlen (siehe System).
Dies is nötig, da auf Grund fehlender Belüftung der Spawa- und Chipsatzkühler, diese im Idle schon 70°C aufweisen.
Der Mainboard-Kühlsatz von EK für das GA-X79-UD7 ist schon geordert, hat aber nur einen passiven Bridge Kühler. Somit sind zumindest die Spawas abgedeckt.
Der Heatkiller Micro ist nur 11mm hoch und passt somit unter die Grakas, auch weil er seitliche Anschlüsse aufweist.
Die Planung steht, da ich mir nicht vorstellen kann, dass ein passiver Acetal-Kühler die Bridge ausreichend kühlen kann. Verbessert mich, wenn ich falsch liege, denn EK wird sich etwas gedacht haben. Oder es ist eben eine Notlösung seitens EK.

Der letzte Gedankengang betrifft nun die Einbindung des als "Bypass" ausgeführten Systems. Das jetzige System hat mit allen Radiatoren und Kühlern einen Durchfluss von ca. 110 l/h, also ausreichend Reserven.
Die Bypass-Verschlauchung sieht eine Reduzierung auf einen 6/4 Schlauch vor. Da der Bypass nur funktionieren kann, wenn ein Druckunterschied zwischen Bypasseingang und Ausgang vorliegt, stellt sich mir die Frage des günstigsten Einbindungsortes im Kreislauf.
Reicht der parallele Anschluss "über" einer Komponente oder ist es günstiger das Eingangs-T-Stück hinter der Pumpe (Druckseite) und den Ausgang vor dem AGB-Rücklauf zu installieren?
Es ist, denke ich, ein sensibles Spiel zwischen Druckverlust im Hauptkreis und zu wenig Strömung im Bypass.

Vielleicht mache ich mir aber auch zu viele Gedanken über Funktion des passiven Kühlers im EK-Satz.

Ich würde es begrüßen, durch eure Anregungen eine Entscheidung zu finden... :daumen:
 
Der passive Sothbridge-Block aus dem EK Set ist nicht aus POM - das wäre auch grober Unsinn. Er ist laut EK aus schwarz lackiertem Aluminium ;). Auch die üblichen Standard-Kühler der Boardhersteller sind in der Regel aus Alu. Normalerweise sind sie eloxiert, um wenigstens noch ein bisschen bessere Wärmleitfähigkeit als eine Lackschicht zu haben, aber das spart sich EK offensichtlich (wie so vieles in letzter Zeit). Der Passivkühler von EK wird auf keinen Fall besser sein als der Originale (zumal der mehr Fläche hat). Was bei Mainboard-Kühlern aber, egal ob EK oder Originalkühler, in der Regel schon erhebliche Verbesserungen bringt ist der Austausch der Wärmeleitpaste, denn die ist bei vielen Herstellern (auch bei Premium-Boards) meist schludrig aufgetragen und oft von minderer Qualität.

Was das Mikrosystem angeht machst du dir imo viel zu viele Gedanken. Auch ohne Druckverlust durch einen Kühler im parallelen Hauptstrang geht prinzipiell ein geringer Teil der Strömung durch den Mikro-Kühler. Da dort keine nennenswerte Strömung herrschen muss (nicht mal turbulent muss sie sein), ist das aber nicht tragisch. Es ist nur sehr wenig Wärme abzuführen, so dass ein sehr geringer Medienaustausch und Wärmeleitung durch eine laminare Grenzschicht locker ausreicht, um immer noch deutlich bessere Kühlwirkung als von einem reinen Passiv-Kühler zu erhalten. Es geht hier ja auch nur um max. 7,8 Watt die auch passiv noch sicher zu bewältigen sind. Was die Angaben von Tempsensoren angeht, sollte ja deren Aussagekraft bekannt sein und selbst wenn es 70°C oder 80°C wären bringt das den Chip nicht um.

Ich persönlich würde den HK Mikro nur verbauen, wenn er aus optischen Gründen mein großer Wunsch wäre. Ein Eigenbau-Kühler mit Heatpipes und einem ausgelagerten Kühlblock wäre hier ebenfalls ne schöne Alternative, wenn du was Indivduelles haben willst. Auf jeden Fall würde ich mir wegen der Southbridge keinen großen sorgen machen. Auch mit dem Originalkühlkörper wird sie die Lebenspanne des baords locker überleben - egal was dir irgendwelche Sensoren ausspucken. Für knapp 8W reicht prinzipiell ein passiver Kühlkörper vom Kaliber wie der im original drauf ist. Wenn du natürlich alle 16x-Slots mit Heizplatten bestückst und wenig Luftstrom im Gehäuse hersccht kann es im Sommer vllt. mal eng werden. In dem Fall wäre ein HK Mikro oder eine Heatpipe-Extension vielleicht eine Überlegung wert.
 
Danke für deine Antwort und damit einhergehendem Recherche-Aufwand.

Da der Aufwand für das Microsystem in finanzieller Hinsicht gering ist (ca. 25€ + Kleinkram) und ich das Board zum Einbau des Spawa-Kühlers ohnehin herausoperieren muss, werde ich es umsetzen.
Was mir noch Kopfzerbrechen bereitet, ist die Reduzierung (T-Abgang) von 16/10 auf das Microsystem 6/4. Hättest du eine Idee?

Wo würdest du an meiner Stelle den Bypass installieren. Zwei T-Stücke in einem Schlauchabschnitt knapp hintereinander würden also deiner Meinng nach ebenfalls für eine gewisse Strömung im Bypass sorgen?

(Das original Boarddesign mit der Heatpipe zwischen Southbridge und Spawas fördert die Aufheizung der Bridge)
 
Danke für deine Antwort und damit einhergehendem Recherche-Aufwand.
Kein Thema - hat mich auch grad interessiert, weil passiv-Kühler von Wakü-Anbietern eigentlich nicht die Regel sind.

Was mir noch Kopfzerbrechen bereitet, ist die Reduzierung (T-Abgang) von 16/10 auf das Microsystem 6/4. Hättest du eine Idee?
Was meinst du - ein passenden Bauteil? Oder wie man das bei größeren Schlauchdurchmessern als 10/8 bzw. 11/8 zusammengebastelt kriegt?
Ich persönlich würde in letzterem Fall einfach Abzweige aus kleinen POM-Blöcken mit zwei G1/4"-Gewinden und einem M5-Gewinde herstellen. Früher gab´s solche Verteiler afair auch mal fertig zu kaufen, als das Mikrosystem noch verbreiteter war.
Oder du schaust, ob du an zwei von diesen Bauteilen ran kommst: Legris 3101 - Artikel-Nr.: 3101 06 13. Die schraubst du die dann in normale G1/4"-T-Stücke oder Verteilerblöcke.

Wo würdest du an meiner Stelle den Bypass installieren.
Da wo es verschrauchungstechnisch am besten passt.

Zwei T-Stücke in einem Schlauchabschnitt knapp hintereinander würden also deiner Meinng nach ebenfalls für eine gewisse Strömung im Bypass sorgen?
Ja, das ist so. Der Teilstrom wird nicht groß sein, aber ausreichen. Wenn du dennoch einen Kühler im Hauptstrom dazwischen setzen willst sollte es einer sein der wenig Widerstand hat.

(Das original Boarddesign mit der Heatpipe zwischen Southbridge und Spawas fördert die Aufheizung der Bridge)
Sollte eigentlich nicht sein, aber wenn der SpaWa-Kühler keinen ausreichenden Luftstrom bekommt, kann das natürlich passieren.
Weiß jetzt nicht wie der Original-Southbridge Kühler aufgebaut und montiert ist, aber wäre es nicht möglich die Heatpipe zu ersetzen und gegen eine auszutauschen oder die alte entsprechend zu formen, um sie dann an einen Wasserkühler anzubinden?
 
Weiß jetzt nicht wie der Original-Southbridge Kühler aufgebaut und montiert ist, aber wäre es nicht möglich die Heatpipe zu ersetzen und gegen eine auszutauschen oder die alte entsprechend zu formen, um sie dann an einen Wasserkühler anzubinden?

Klingt auch interessant, aber eine Heatpipe dient doch zum Wärmetransport. Der Wärmeübergang zu einem Kühler wäre, wie auch immer realisiert, doch ungünstiger als die Bypasslösung!? Auch wenn es nur ca. 8Watt sind.

Was spricht deiner Meinung nach gegen das Microsystem. Ich habe mich nicht vollends eingeschossen auf das System, jedoch habe ich den EK-Kühlersatz schon da und würde es in einem Zug bewerkstelligen wollen.
Der Aufwand schein mir gering und selbst bei "Nichtgefallen" könnte man den Kühler passiv betreiben. Denn das EK-Aluplättchen wird es sicher nicht besser können.
 
Klingt auch interessant, aber eine Heatpipe dient doch zum Wärmetransport. Der Wärmeübergang zu einem Kühler wäre, wie auch immer realisiert, doch ungünstiger als die Bypasslösung!? Auch wenn es nur ca. 8Watt sind.
Nein würde ich so nicht sagen, denn dort kannst du einen normalen Kühler verwenden, der sehr effektiv arbeitet und eine Heatpipe lässt sich mit einer exakt passenden Nut hervorragend anbinden.

Was spricht deiner Meinung nach gegen das Microsystem. Ich habe mich nicht vollends eingeschossen auf das System, jedoch habe ich den EK-Kühlersatz schon da und würde es in einem Zug bewerkstelligen wollen.
Der Aufwand scheint mir gering und selbst bei "Nichtgefallen" könnte man den Kühler passiv betreiben. Denn das EK-Aluplättchen wird es sicher nicht besser können.

Aus meiner Sicht spricht vor allem der Aufwand, denn ich nicht als so gering erachte, und die Optik dagegen, was aber nicht heißen soll, dass man es nicht dennoch nutzen kann. Es ist halt ne ziemliche Frickelei und bringt zwar ein bisschen was, aber eben auch nicht fürchterlich viel mehr als ein Passivkühler. Hinzu kommt, dass es bei den Wakü-Händlern inkl. Watercool nur wenige Anschlüsse gibt, obwohl das Legris-Sortiment viele praktische Anschlüsse dafür bereithalten würde. Da ist aber als Privatmensch schwer ran zu kommen und teuer sind die Teile dazu noch.

Eine Lösung mit Heatpipe und extrenem Wasserkühler kann man dagegen auch optisch ansprechend gestalten und es bleibt bei einer Schlauchgröße im System. Letzteres ist zwar auch bloß optisch relevant aber vllt. nicht für jeden vernachlässigbar. Wo ich das Mikrosystem hingegen sehr gelungen finde ist, z.B. bei den Bypass-Kühlern für die Core-X³ Serie bei den Graka-Kühlern.

Besser als der Alu-Kühler von EK ist die Mikrosystem-Lösung auf jeden Fall. Passiv hingegen nicht - allenfalls gleich gut/schlecht. Wenn dir die Temps da wirklich ein große Anliegen sind, würde ich trotz des ebenfalls großen Aufwands aber dennoch eher zur Heatpipe-Lösung mit Kühler tendieren. Das ist jetzt aber meine persönliche Einschätzung, weil mir das selber bauen näher liegt als das fertig kaufen bei solchen exotischen Sachen.

Im Notfall wird es aber sicher auch der Passiv-Kühler von EK tun - nur wesentlich kühler wird´s dadurch sicher nicht (könnte sogar wärmer werden). Ist ja nicht viel Wärme die abgeführt werden muss aber eben auch nicht so wenig, dass man´s ganz vernachlässigen kann.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich bin nun völlig unentschlossen. Das mit dem Bypass sieht mit Abstand betrachtet wirklich verbastelt aus.

Vielleicht wäre eine Bestückung mit Anfi-tec UCD die bessere Wahl. Müsste nur in mühevoller Kleinarbeit ermitteln welcher der geeignetste wäre.
Es müsste Platz genug sein zwischen den unteren Grakas, um die Anschlüsse hochzuführen.
 
Was mir noch Kopfzerbrechen bereitet, ist die Reduzierung (T-Abgang) von 16/10 auf das Microsystem 6/4. Hättest du eine Idee?

Ich habe für meinen Ablasshahn einfach eine G1/4" Verschlusschraube durchbohrt und ein M5 Gewinde reingeschnitten (Bilder dürften sich irgendwo im TB finden). Geht eigentlich ziemlich einfach und da man M5 Schneider in jedem Baumarkt bekommt entsteht auch kein nenneswerter Beschaffungsaufwand. Mit einem Micro-Anschluss hat man dann eine direkte Adapterlösung, bei dir würde ich mit einem von beiden Abwzweigungen einfach an einen freien Anschluss an der Grafikkarte gehen. Mit dem anderen entweder auch (zum Druckaufbau wäre dann die Kühlstruktur des GPU-Kühlers dazwischen - nicht unähnlich dem Micro-revival beim GPU-X³ Core LT) oder zum AGB oder ... (muss man gucken, wie genau es in deinem Case aussieht und was alles freie Anschlüsse hat bzw. wo genug Platz für einen G1/4" Verteiler wäre.

Wo würdest du an meiner Stelle den Bypass installieren. Zwei T-Stücke in einem Schlauchabschnitt knapp hintereinander würden also deiner Meinng nach ebenfalls für eine gewisse Strömung im Bypass sorgen?

Imho wäre das zu gering. Wenigstens ein einfacher Kühler sollte schon dazwischen sein. Wenn das ganze elegant aussehen soll, hat man ggf. auch ein paar dutzend cm 4/6er Schlauch, die sich über/hinter dem Board schlängeln und das enge Zeug hat dann doch einen gewissen Widerstand (im Gegensatz zu wenigen cm 10/16).


Ich persönlich würde in letzterem Fall einfach Abzweige aus kleinen POM-Blöcken mit zwei G1/4"-Gewinden und einem M5-Gewinde herstellen. Früher gab´s solche Verteiler afair auch mal fertig zu kaufen, als das Mikrosystem noch verbreiteter war.

Fertig gab (und gibt es als Verschraubung auch noch bei WC) nur 8/10 auf 4/6. Größere Größen waren seinerzeit einfach nicht üblich und eine G1/4" Ausführung oder 4/6er Anschlüsse für G-Gewinde wurden iirc im Wakübereich auch nicht verkauft.

Sollte eigentlich nicht sein, aber wenn der SpaWa-Kühler keinen ausreichenden Luftstrom bekommt, kann das natürlich passieren.
Weiß jetzt nicht wie der Original-Southbridge Kühler aufgebaut und montiert ist, aber wäre es nicht möglich die Heatpipe zu ersetzen und gegen eine auszutauschen oder die alte entsprechend zu formen, um sie dann an einen Wasserkühler anzubinden?

Dann spart er sich zwar die Investition in den Micro-Kühler, aber das Problem eines engen Mini-Kühlers, der in einen Bypass muss, bleibt bestehen ;)

Besser wäre allenfalls meine Alternative: Noch zwei bis vier RAM mirco besorgen und das ganze Paket parallel geschaltet in den Hauptstrom integrieren :devil:
 
Ich habe nun einen Anfi-tec UCD grande geordert. Dieser wird wie gewohnt in den Kreis eingebunden.

Super, das wird ein Gefriemel...:ugly:
 
Ist jetzt leider zu spät aber einen Idee wäre vllt. auch noch gewesen, dass du beim Einsatz des SpaWa-Wasserkühlers einfach den originalen Southbridge-Kühler behältst und die Heatpipe absägst. Da er größer als der EK-Block ist und mehr Fläche hat, sollte er passiv ohne Zuheizung über die Heatpipe durch den SpaWa-Block besser sein als der EK-Block.
Wenn das aber mit dem UCD aber gut klappt ist das natürlich die wesentlich effektiver Lösung :daumen:.
 
Hatte ja auch schon überlegt wie ich einen Kühler an die geformte Heatpipe bekomme. Aber bei dem Gedanken ein 350 Euro Board zu verstümmeln habe ich nach einer reversiblen Lösung geschaut. Damit der Einbau in ein "Luft"-Gehäuse mal nicht ins Wassr fällt. :lol:

In meinem Zweitrechner arbeitet ein Gigabyteboard GA-890FXA-UD7. Das ist elegant gelöst mit dem originalen Wasserkühleraufsatz für die ganze Bridge + Spawas anstelle eines demontierbaren Lamellenkühlers.

Ga-890.jpg
 
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