Kannst Du mehr dazu sagen?
ich nutze DLan sein nun mehr als 7 Jahren und ich habe keinerlei Probleme feststellen können, weder mit anderen Gerätschaften in der Wohnung noch mit VDSL (Telekom, 50MBit, Verbindungsgeschwindigkeit 63.7 MBit). Deswegen würde es mich sehr interessieren, wie Du zu solchen Aussagen kommst.
Kurz erklärt:
DLAN sendet auf den Stromleitungen ein Kurzwellensignal, mit dem die Daten übertragen werden. Da Stromleitungen weder verdrillt, noch geschirmt sind, verwandelt sich die Stromleitung in einen Sender. Zwar wird der absolute Großteil der Strahlung dadurch ausgelöscht, dass man das Signal des einen Leiters invertiert (wenn z.B. auf einem Leiter 1V anliegt, dann auf dem anderen -1V) auf dem anderen mit überträgt. Dadurch, dass ein Leiter immer etwas näher als der andere ist, gibt es aber dennoch eine sehr kleine Abstrahlung (unter anderem deshalb sind Ethernetkabel ab CAT3 verdrillt).
Diese Abstrahlung ist in der Regel völlig unproblematisch. Allerdings gibt es einiges, das damit Probleme bekommen kann.
Zum einen sind das die Amateurfunker (von denen er einer ist). Über Amateurfunker muß man wissen, dass sie sich (jetzt ein wenig übertrieben gesagt) für die aller größten halten, die im Funkbereich so unterwegs sind (auch wenn die Militärs und Mobilfunkkonzerne es besser wissen). Diese Leute sind nicht bereit auf irgendetwas zu verzichten und schon garnicht zu teilen, erst recht nicht für soetwas profanes, wie einem besseren Internetzugang der Nachbarn. Entsprechend sind sie an die Decke gegangen und haben Lobbyarbeit betrieben (man glaubt es nicht, aber im sogenannten Frequenzplan sind die noch einigermaßen mächtig [die Militärs und Mobilfunkkonzerne stehen natürlich deutlich drüber]). Deshalb hegen Amateurfunker einer extreme Feindschaft gegenüber DLAN, schon die bloße Erwähnung kann sie zu einer viertelstündlichen Wutrede bringen, obwohl die Probleme gelöst wurden.
VDSL funktioniert ähnlich, wie DLAN und deshalb können sich beide auch prinzipiell stören. Das trifft vor allen Dingen dann zu, wenn eine CAT 1 oder CAT2 Leitung (also nicht verdrillt) zusammen mit einer Stromleitung verlegt wurde, auf der dann auch noch die hohen DLAN Frequenzen zu finden sind. Dann stört es recht große Teile des Frequenzbandes von VDSL, was die Geschwindigkeit erheblich verringert. Wenn an selbst DLAN verwendet, empfiehlt es sich die Geschwindigkeit der DSL Leitung ohne DLAN zu notieren und dann mit DLAN und die Leitung obendrein noch auf Stabilität zu prüfen, wenn im DLAN ordentlich Daten übertragen werden. Besonders wenn man letzteres nicht macht, kann man sich Stabilitätsprobleme einhandeln, die nichtmehr nachvollziehbar sind (z.B. problemlose Datenübertragung im LAN/WLAN, aber so wie jemand im DLAN das Internet ordentlich nutzt, kracht die Datenrate in den Keller). Wenn die Nachbarn DLAN nutzen und die Datenraten in den Keller Krachen oder die Verbindung ganz verloren geht, dann hat man Pech gehabt. Man kann immer noch viertelstündliche Wutreden halten.
Diese Probleme wurden in den letzten Jahren gelöst, in dem man diverse Frequenzbänder für DLAN gesperrt hat. Das hat zwar den Vorteil, dass man es jetzt nichtmehr mit wütenden Amateurfunkern zu tun bekommt, die mit Messgeräten die nähere Nachbarschaft heimsuchen und einem die zuständigen Stellen auf den Hals hetzen (auch wenn alles komplett legal ist) (diese Leute sind selten für Spaß zu haben). Außerdem wirkt es (unter umständen) sich positiv das DSL aus.
Der Nachteil ist jedoch, dass es im DLAN zu Einbußen in der Datenübertragungsrate kommen kann und sich die Reichweite verringert, sodass sich Geräte teilweise nichtmehr finden können. Besonders blöd ist, dass sich die Geräte teilweise selbst updaten und solche Frequenzbänder dann sperren. Man sollte deshalb das Auto Update deaktivieren und sich die Liste der Änderungen sehr genau ansehen. Wenn ein neuer Adapter irgendwie nichtmehr die Leistung der älteren bringt, dann kann eBay eine gute Quelle sein (auch wenn ich bezweifle, ob es die alten Geräte, die zwei Leiter nutzen, mit denen neuen, die 3 Leiter nutzen, aufnehmen können).
Das war jetzt dann doch etwas ausführlicher.