AW: Diesel-Fahrverbote: Erste Hardwarenachrüstungen vorbestellbar.
Und heute sind wir im Jahr 2019 (55 Jahre später), es ist nicht mehr ganz so leicht, Noxen und ihre Wirkung zu verschleiern. Im Gegenteil: die Messverfahren sind (richtig angewendet) wesentlich verbessert, Analysen weit präziser und Methodiken und wissenschaftliche Standards höher.
Ich weiß, es ist für Laien, die keinerlei Grundkenntnisse über die wissenschaftlichen Arbeitsweisen und die Tiefen der statistischen Methodik besitzen, kaum möglich, die Thematik (und vor allem die Problematik) zu erfassen.
Rauchen ist definitiv ein völlig anderes Kaliber und völlig anders evaluiert als der NOx-Grenzwert 40 μ g/m³.
Denn schauen wir doch mal, was es zum willkürlichen NOx-Grenzwert (im Gegensatz zum Rauchen) nicht gibt und wo (auszugsweise, ich kann jetzt echt nicht alles abarbeiten) Probleme ganz offen und nachweislich bestehen:
- es fehlt eine Kausalität. Bisher existiert nur eine völlig einseitige und nicht abgesicherte Korrelation. Das ist auch völlig unstrittig und wird offen zugegeben. Ohne diese ergibt aber ein Grenzwert gar keinen Sinn. Klar ist aber, dass an diesem bereits eingerichteten Wert einige Karrieren, ja ganze Weltbilder hängen.
Außerdem existieren durchaus Gebiete, in denen die Korrelation "NOx (auch Feinstaub)" und "Lebenserwartung" nicht greift.
Dazu noch mal (auf Seite 7 bereits nachzulesen):
Korrelation bedeutet nicht Kausalität
Es gehört zum Grundkurs der medizinischen Statistik, dass Korrelation nicht Kausalität bedeutet.
Als Beispiel habe ich die Zunahme der Lebenserwartung von 1950 bis 2013 mit der Zunahme der zugelassenen Autos korreliert. Beide Größen korrelieren extrem miteinander (r = 0,98, p < 10–48). Der naheliegende Schluss, dass man nur mehr Autos zulassen müsse, um die Lebenserwartung weiter zu erhöhen, ist natürlich nicht plausibel. Trotzdem wird zunehmend in den epidemiologischen Arbeiten beziehungsweise in deren Interpretation aus der Korrelation eine Kausalität suggeriert.
Im Normalfall sollte eine Korrelation bestenfalls als Grundlage für eine Hypothese dienen, die mittels weiterer Untersuchungen (und anderer Methoden) erhärtet werden soll. Der Erkenntnisgewinn wird aber am stärksten beschleunigt, wenn eine Studie oder ein Experiment falsifizierend angelegt ist, also eine Widerlegung versucht wird (1). Solche Ansätze gibt es hinsichtlich der Gefährlichkeit des Feinstaubs und der Reizgase meines Wissens überhaupt nicht. Es wird permanent ein ähnliches Studiendesign wiederholt, was den Wahrheitsgehalt der Hypothese in keiner Weise erhöht. Trotzdem werden die – in etwa ähnlichen – Ergebnisse als weitergehender Beweis für die Richtigkeit der Hypothese angesehen.
- Verifizierungen durch verschiedenste Versuchsreihen und Ansätze
Versuchsreihen, die aufzeigen sollten, wie gefährlich denn nun NOx tatsächlich sind, wurden (wie sagt man so schön?)
populistisch abgewürgt und für die Öffentlichkeit als "nicht akzeptabel" gebrandmarkt (Natürlich sind Tierversuche grausam, aber ohne sie ist nicht mal eine Verifikation eines Anfangsverdachts überhaupt möglich. Es sei denn, wir testen direkt an freiwilligen Menschen. Wer meldet sich? Btw: kein Medikament erhält ohne Tierversuche [und anschließenden Menschenveruchen] eine Zulassung.).
Und doch: wir haben Glück. Es existieren tatsächlich Freiwillige. Raucher, die sich (und das ist der Unterschied zur Wissenschaft und Messtechnik von vor über 50 Jahren)
bis ins Kleinste durchanalysiert NOx, Feinstaub und Co. in wirklich gesundheitsschädlicher Konzentration über 20, 30, 40... Jahre (Wie lange und wie viel rauchte Schmidt?) aussetzen.
Die Folgen dieser Langzeitexposition sind bekannt und wunderbar belegt.
Gleichzeitig kann man aus ihnen auch einen Erwartungswert für die Folgen einer Exposition in niedrigeren Konzentrationen ableiten.
Denn: wer weniger über den gleichen Zeitraum ausgesetzt ist, wird sicherlich nicht früher, noch viel stärker oder an völlig anderer Symptomatik leiden (Symptome Passivraucher = Aktivraucher). Das sollte auch ein völliger Laie verstehen können.
Und so:
Die Konzentration an Feinstaub im Hauptstrom des Zigarettenrauches erreicht tatsächlich 100-500 g/m³ und ist damit bis zur 1 Million Mal größer als der Grenzwert. Beim NOx werden bis zu 1g/m³ erreicht, wobei der NO-Anteil überwiegt. Aus Depositionsstudien kann man die inhalierte Dosis der Raucher berechnen und mit der Dosis der Gesunden vergleichen, die permanent Feinstaub oder NOx im Grenzwertbereich einatmen würden. Dabei erreichen Raucher (eine Packung/Tag angenommen) in weniger als zwei Monaten die Feinstaubdosis, die sonst ein 80-jähriger Nichtraucher im Leben einatmen würde. Beim NOx sind die Unterschiede ähnlich, wenn auch etwas geringer. Hinzu kommt noch, dass der Rauch einer Zigarette um mehrere Größenordnungen toxischer ist, als die Luftverschmutzung.
Rauchen verkürzt die Lebenserwartung etwa um zehn Jahre, wenn über 40-50 Jahre eine Packung/Tag geraucht wird. Würde die Luftverschmutzung ein solches Risiko darstellen und entsprechend hohe Todeszahlen generieren, so müssten die meisten Raucher nach wenigen Monaten alle versterben, was offensichtlich nicht der Fall ist.
Das ist ein logischer Widerspruch den auch die WHO bis dato nicht auflösen konnte.
NOx und Feinstaub sind durchaus gefährlich. Aber nur, wenn deren Konzentrationen nennenswert sind.
Für eine 1 stündige Exposition
an der frischen Luft hat die WHO (anhand bspw. einer Studie mit dem Setting:
geschlossener Raum, Ofen an

) einen Wert von 375-565 μ g/m³ ermittelt, von diesem pauschal (zack und wech damit) einen Betrag abgezogen und ihn auf 200 μ g/m³ festgelegt.
Wohlgemerkt: die Experimente, auf die diese Werte beruhen, wurden an "empfindlichen Personen" (also Kranke, Alte und Co.) vorgenommen (wo bleibt da eigentlich der Nazi-Vergleich? Oder gilt der nur für die Gegenseite?).
Trotz dieser Versuche (und einiger quasi Kopien) war es nicht möglich, einen tatsächlichen Grenzwert für eine Langzeitexposition zu ermitteln.
Aber weil man den schon irgendwie ganz gerne gehabt hätte und man sich durchaus dessen Macht bewusst war (die WHO ist nun nicht unbedingt politisch völlig unbedarft), musste einer her. Es wurde eine Schätzung veranlasst. Ohne belastende Studien, ohne je einen einzigen medizinischen Fall beschrieben zu haben.
Eine Bauchentscheidung.
- Störfaktoren (Confounder), wie bspw. Alkoholkonsum, Bewegungsaktivität, Compliance bei Medikamenten, etc. pp., wurden komplett ausgeklammert.
Das ist (gelinde gesagt) absolut unwissenschaftlich (weniger nett formuliert: Betrug).
- ein Toxizitätsmuster existiert quasi zu jedem Gift. Die Einnahme einer toxischen Konzentration von Arsen bspw. verursacht genau ableitbare Symptome. Es gibt auch einen Wert, der ermittelbar ist, wann durch Arsen induzierte Schäden und Symptome zu erwarten sind.
Auch das Rauchen führt über längere Zeit zu spezifischen Problemen.
Auch NOx in hoher Konzentration besitzt eine ableitbare Symptomatik.
Wird man NOx einer Konzentrationen von lediglich um die 40 μ g/m³ ausgesetzt (völlig von der Logik losgelöst: in geschlossenen Räumen, gar am Arbeitsplatz, gelten zum Teil drastisch erhöhte Grenzwerte [bis zu 950 µg/m³], die überhaupt nicht zur Diskussion stehen. Die Beschäftigten werden nicht etwa durch vorgeschriebene Luftreinigungssysteme in den angeblich noch immer sehr gefährlichen 40 μ g/m³ Bereich überführt, sondern müssen mind 8. Stunden täglich in geschlossenen Räumen in der Überschreitung mehr oder minder körperlich aktiv ausharren. Habt ihr in euren Büros einen Laserdrucker? Viel Freude an der gravierenden Grenzwertüberschreitung. Gibt es keine asthmatischen Bürokaufmänner/-frauen? Warum dürfen Flugzeuge ungehemmt Feinstaub absondern? Leben keine Menschen in Flughafennähe und haben wir so wenig Flugverkehr?
"Im Taxischub entspricht eine Sekunde Laufzeit etwa 60 Kilometer Autofahrt von einem Euro-6-Dieselfahrzeug mit Filter. Die ultrafeinen Staubteilchen aus den Jettriebwerken können tief in die Lunge vordringen, wenn wir sie einatmen. Sie sind sogar noch kleiner als die Rußpartikel im Dieselabgas."), soll es für quasi allles an Symptomen verantwortlich sein, die der gealterte (und wenn wir ehrlich sind: nicht immer ideal beahndelte) Körper hergibt.
Herz-/Kreislauferkrankungen, Krebs, Diabetes, Alzheimer, you name it, NOx kann es.
So unglaublich reaktiv und biochemisch aktiv soll es sein.
Man möge meinen, dass es dann bereits in einem Bereich von 375-565 μ g/m³ quasi den menschlichen Körper implodieren lässt, nach einem Kneipenabend mit Skat regelmäßig die Bestattungsunternehmen die Sektkorken knallen ließen.
Denn:
„Man kann die Studie vergleichsweise einfach dadurch widerlegen, dass man die NO2-Menge im Zigarettenrauch als Vergleich nimmt“, sagt Dieter Köhler. Die liege bei rund 500 Mikrogramm (also 500 Millionstel) pro Zigarette. „Nimmt man zur Konzentrationsberechnung ein Atemvolumen beim Rauchen einer Zigarette von zehn Litern an, so inhaliert man 50.000 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Bei einer Packung am Tag wäre das eine Million Mikrogramm“, rechnet Köhler vor.
Diesel: Woran es Studien ueber die toedlichen Folgen mangelt - WELT
Und das kann jeder von euch gerne nachprüfen. Hat das denn einer von euch mal miterlebt?
Das kann man jetzt den ganzen Tag so weiter machen.
Noch mal: es geht nicht darum, dass man keine grünen Innenstädte möchte oder mit Leben spielen will. Es ist noch immer kein einziges Opfer bekannt, das man auf die NOx-Belastung zurückführen könnte. Feinstaub wird Massiv durch die Landwirtschaft und Industrie erzeugt. Grenzwerte?
Es ist auch keine "Korinthenkackerei". Es wird einen tatsächlichen Grenzwert durchaus geben. Nur wird dieser nicht bei lediglich 5 μ g/m³ mehr liegen, sondern in einem Bereich, der schon heute mehr als eingehalten wird.
Wenn ihr Veränderungen (weniger Autos, weniger Ölabhängigkeit weniger CO2, wasauchimmer) wollt, dann ruft sie auf dem gangbaren Weg hervor: gewinnt die Herzen der Menschen und liefert ihnen vor allem rational begründbare Pfade, die diese bedingen.
Lasst die Finger von Manipulationen der Wissenschaft, denn sie ist das Rückgrat unserer Zivilisation.
Es ist überhaupt nicht notwendig(!?), über solche unbelegten Grenzwerte zu gehen, wenn doch angeblich die Katastrophe direkt an die Tür klopft.
"Wir werden zukünftig alle CO2 Emittenten massiv (aber gleichmäßig) regulieren. Das ist der aus unserer Sicht einzig gangbare Weg, auf geht es."
Ausgerechnet mit dem Diesel (der wesentlich CO2 effizienter als ein Benziner ist) anzufangen und dann auch noch auf diese Art, ist völlig Banane.
Wer die Problematik noch immer nicht versteht, wird auch durch weitere Erklärungen nicht mehr umgestimmt werden.
Ich habe jetzt wirklich keinen Bock mehr (und auch besseres zu tun).