Niemand behauptet, dass es ohne ganz ohne Gewalt ging. Aber a) ging es damals gegen echte Unterdrückung und b) wurde auch für vernünftige Ziele gekämpft.
Beides kann man bei der linksradikalen Szene nicht nicht erkennen.
Nur ging es doch AUCH um Unterdrückung. Da waren z.B. auch Erdogan, Trump, Putin und Xi Jinping. Ersterer unterdrückt weiterhin Kurden, Trump geht gegen die freie und einigermaßen auf Fakten basierende Presse vor, in Russland kommen immer wieder Regierungskritiker auf mysteriöse Weise um, China geht auch eher unschön mit Regierungskritikern um...
Vernünftige Ziele ist natürlich relativ, und uns gehts ja noch gut, aber das war wie gesagt eine globale Veranstaltung. Zusätzlich zu der genannten Unterdrückung kommen auch Dinge, die ebenfalls "vernünftige Ziele" sind. Da wäre z.B. der Klimawandel (Trump als aktueller politischer Brandstifter war vor Ort!), viel zu Hilfe Hungertote und damit verbunden immer größere und verzweifeltere Flüchtlingsströme, die Austeritätspolitik in Südeuropa (waren ja auch einige Südeuropäer in Hamburg)...
Sry, es gibt mehr als genug globale vernünftige Ziele, für die man auf einer globalen Veranstaltung auch demonstrieren kann.
Stimmt, deshalb wird ja auch nie darüber berichtet
In der Tat. Sobald ein paar Autos brennen oder Pflastersteine fliegen ist das mediale Echo groß, wenn zigmal so viele friedlich protestieren ist das kaum mehr als eine Fußnote (siehe jetzt Hamburg, oder auch bei der Eröffnung der neuen EZB).
Auch beim Oberklassewagen oder der großen Handelskette wäre es immer noch kompletter Schwachsinn. Aber man merkt mit jedem Satz die Relativierung die auch in den letzten Tagen auch von den Vertretern der politischen Linken gehört hat.
Ich finds einfach schlimmer, wenn jemand einen Kleinwagen verliert, auf den er vielleicht lange sparen musste und den er vielleicht braucht um zum Job zu kommen, als wenn jemand, der eh mehr Geld hat als er jemals ausgeben könnte einen Schwanzersatz verliert, den er sich am nächsten Tag direkt neu kaufen kann.
Und z.B. bei Lidl tut es mir dank deren Praktiken einfach weniger Leid als beim Laden um die Ecke.
Der Verlust ist für die Betreffenden ja auch relativ, warum sollte man ihn dann als Außenstehender nicht genau so bewerten?
Yeah Victim Blaming. Ok, dass will ich auch.
Wenn Frauen kurze Röcke tragen, muss sich niemand über Vergewaltigungen wundern.
Wenn auf der Domplatte in Köln, Flüchtlinge marodieren, muss sich niemand über brennende Flüchtlingsheime wundern.
Na merkste was? RIchtig, Victim Blaming ist falsch.
Das ist doch ein blödsinniger Vergleich. Amoralisch und teilweise verbrecherisch handeln ist doch was ganz anderes als sich freizügig anzuziehen. Würdest du auch "victim blaming" rufen wenn ich sage, dass die Verurteilten bei den Nürnberger Prozessen im Grunde selbst Schuld sind?

Im Ernst, dass manche Pratiken, die falsch waren und für die am Ende der Steuerzahler aufkommen musste, Unmut auslösen ist doch verständlicher als das Abbrennen von Twingos?
Auch die typisch linke Relativierung, dass die Polizei daran ein Interesse hat. Warum lassen dich sich auch nicht einfach von Pflastersteinen und Molotowcocktails bewerfen? Diese verdammten eskalierenden Polizisten aber auch...
"Die Polizei" im Sinne von Wendt usw. macht zumindest nach außen den Eindruck, dass sie sich über jeden Krawall, jeden Bengalo im Stadion oder jeden Platzsturm freut, weil man den eigenen Einfluss vergrößern will.
"Den Polizisten" gibts natürlich nicht. Die meisten die ich bisher getroffen habe waren ok bis nett. Aber man kann nicht bestreiten, dass es auch welche gibt, die einfach gerne Gewalt ausüben.
Komischerweise gibt es aber gerade bei der Polizei Aufnahmetest und psychologische Untersuchungen. Aber das passt nicht ins Feindbild Polizei, gell?
Und solche Tests lassen sich auf gar keinen Fall auch als Schläger umgehen?
Ahh, jetzt nähern wir uns der wahren Ursache. Was denn los?
Hat Herr Wendt in diesem
Interview zu sehr den Finger in die Wunde gelegt? War dir das zu ehrlich?
Naja, sich aus diffuser, selbst eingeredeter Angst zu rassistischen Thesen hinreißen lassen ist kein Alleinstellungsmerkmal der Polizei(-gewerkschaften). Und ja, wer behauptet Frauenfeindlichkeit sei bei Muslimen genetisch bedingt ist für mich zu 100% ein Rassist.

Wendt redet öffentlich gegen die Grundrechte, fordert weitreichende Überwachung, will Menschen wegsperren lassen die Polizisten anfassen... der Typ fordert mehr oder weniger deutlich den Polizeistaat.
Ach, bei solchen Sätzen muss ich immer an Herrn Morgenstern denken:
"Weil, so schließt er messerscharf, nicht sein kann, was nicht sein darf."
Man vergleiche mal die Demos die in Dresden über ein Jahr lang jeden Montag abgehalten wurde (laut unserem Justizminister O-Ton: Eine Schande für Deutschland) und vergleicht sie mit den Bildern vom Wochenende in Hamburg oder die jährlichen "Proteste" vom 1. Mai.
Die Politik ist auf dem linken Auge blind, nicht auf dem rechten. Sieht man in Hamburg und den jahrelangen Rechtsbruch rund um die Rote Flora sehr gut.
Moment mal, habe ich was verpasst? Wurde gegen die Spaziergänge in irgendeiner Art und Weise vorgegangen? Außer wenn Journalisten von den Spazierenden angegriffen wurden? Inwiefern ist man da zu hart gegen die Demonstrierenden vorgegangen?
Und willst du ernsthaft behauptet, dass z.B. bei Pfarrer König alles mit rechten Dingen zuging und dort nicht mit beiden Augen nach links geblickt wurde?
Für diese Behauptung (kommt bei der Wählerschaft besser an), hast du natürlich auch eine valide Quelle zur Hand, oder?
Das ganze Problem liegt viel tiefer. In der Verharmlosung und Romantisierung des Sozialismus/Kommunismus. Das ist die wahre Wurzel des Übels. Dazu hier ein schöner Artikel:
Ideologie: Kommunisten wollen „das dumme Volk zum Gluck zwingen“
Solange Mörder wie Che Guevara ihr Konterfei auf T-Shirts bekommen, darf man sich nicht wundern, dass diese Ideologie verharmlost wird.
PS:
Auch Herr Bosbach hat viele wahre Worte gefunden.
Hast du kurz eine Quelle, die belegt, dass Sozialismus oder Kommunismus von Justiz oder Polizei verharmlost wird?
Ansonsten ist es ganz selbstverständlich, dass große Teile der Gesellschaft lieber die Linken verfolgt sehen. Immerhin ist eine ganze Zeit lang ein Teil Deutschlands mit dem Denken aufgewachsen, dass jeden Moment der Russe vor der Tür stehen könnte, während der andere unter einer stalinistischen Diktatur litt.
Ansonsten hatte man ja hierzulande mit rechten Militärdiktaturen relativ wenig Probleme... wobei es da natürlich vor allem auch um Geschäfte ging. Strauß z.B. fand ja nicht nur Pinochet ganz toll, sondern war auch von Mao recht angetan...
