AW: Diablo 3: Keine Unterschiede zwischen hoher und niedriger Detailstufe? Blizzard stellt sich den Vorwürfen
Also Ich finde die Grafik von Diablo 3 unangemessen. Gerade die Charaktere hätte man noch deutlich besser darstellen können. Außerdem sieht es auf großen Teilen des Bildschirms so aus, als ob ein Bloom Filter dauerhaft
aktiv ist und die schwachen Texturen verbirgt. Dieser verdacht bestätigt sich, wenn man "y" drückt. Dann kann man die Detailarmut gut sehen.
Die Stimmung des Spiels wirkt insgesamt nicht besonders düster meiner Meinung nach. Ursachen hierfür liegen vorallem eben in der Grafik welche doch zu farbenfroh ist. Der Stil erinnert mich ein wenig an Trine.
Was nicht sonderlich positiv ist, denn hier geht es um eine andere Atmosphäre die vermittelt werden soll als in Diablo 3.
Ein weiterer Grund liegt in der mangelhaften Inszenierung der Dialoge verborgen. Die Charaktere wirken für mich nicht glaubwürdig genug und Ich spüre nicht viel von dem Leid und Elend welches Diablo über die Welt gebracht hat. Auch gibt es keine Charakteranimationen was nochmals an Glaubwürdigkeit nimmt.
Über die Grafik lässt sich bekanntlich streiten, ich finde sie vollkommen ausreichend und hab auch mit der Atmosphäre keine Probleme. Glaubwürdige Charaktere und Inszenierung der Dialoge ist nun ein bisschen viel verlangt für Diablo, schließlich wird sich niemand die Dialoge mehr als 1-2 mal anhören und danach nur noch wegklicken. Wobei die (englischen) Dialoge mir gut genug gefallen haben. Das ist nunmal kein Rollenspiel, sondern ein simples Hack&Slay.
Der einfache Umgang mit seinem Charakter ist mir auch zu oberflächlich. Ich hätte mir gewünscht, dass sie mehr Komplexität zu Diablo hinzufügen zumindest für Enthusiasten die sich auch mit Feinheiten orientieren.
Der gelegentliche Spaß für Zwischendurch steht hier völlig im Vordergrund aufgrund der breiteren Spielerbasis. Dies heißt aber noch lange nicht, dass man auch beide hinreichend bedienen kann.
Es liegt hier eher am Willen seiten Activisons.
Ja, das Skillsystem muss sich echt erst noch beweisen. So wie es bisher ist, ist der Wiederspielbarkeitswert nicht vorhanden, weil jede Charakter (in seiner Klasse) gleich ist. Aber als Diablo 2 auf den Markt kam wurde auch groß geschrieen was dass denn alles für ein Blödsinn sei. Also erstmal abwarten was das fertige Spiel bringt.
Insgesamt muss ich sagen, dass die größte Neuerungen in Diablo 3 die Erweiterung der Spielerbasis und der Versuch ein neuartigen Bezahlsystems zu etablieren, sind. Beide Entwicklungen wiederstreben mir persönlich in meinen
Grundfesten. Denn alles hat seinen Preis. Im Falle von diesem Spiel sind es Vereinfachungen und Items die man für Geld legal erwerben kann. Also anstelle zu Versuchen ein System zu entwickeln gegen Item Verkäufe
hat man sich entschieden diese zu legalisieren. Das muss man sich einmal zu Gemüte führen, ein Spiel was darauf basiert online mit anderen Spielern auf Item Jagd zu gehen und diese als Dreh- und Angelpunkt für die Langzeitmotivation angesehen wird, ist legal erkäuflich durch reales Geld. Dies ist ein Paradoxon ad Absurdum meiner bescheiden Meinung nach. Zu guter Letzt wurde die Grafik der Zugänglichkeit geopfert. Hier hätte man auch zumindest noch wesentlich mehr Grafikeinstellungen für die Nutzer einbinden können.
Aber das Spiel reiht sich in eine Kette ein die seit ihrer Fusion immer stärker zum Vorschein tritt. Blizzard ist seitdem nicht mehr das selbe Unternehmen sondern sie sind zu Activision geworden. Damit stehen sie für mich
nun auf einer Stufe mit EA.
Jedenfalls werde Ich dieses Spiel auf keinen Fall kaufen. Auch insgesamt scheint der Markt in eine extrem kommerzialiserte Richtung zu tendieren die mir zutiefst missfällt. Ich denke damit wird das Hobby "Computer Spiele" für mich ein jähes Ende finden.
Handel war schon immer ein wichtiger Bestandteil von Diablo, und solange man Gegenstände im Spiel tauschen kann, kann man Itemverkäufe niemals unterbinden. Blizzard schafft hier immerhin die Möglichkeit das ganze zu lenken und für beide Parteien, vor allem aber den Käufer, sicher zu gestalten. Wer dafür kein Geld ausgeben will, muss es ja nicht. Dafür gibt ja noch das Gold-Auktionshaus und den klassischen Itemtausch. Was natürlich bedenklich ist, ist die Möglichkeit, dass alle richtig guten Sachen nur noch im Echtgeldauktionshaus gehandelt werden, wobei der richtige Diablo zocker lieber sein Mega-Schwert gegen einen Über-Bogen tauscht als gegen Geld.
Wobei man da auch nicht vergessen darf, dass die erwirtschafteten "Blizzard-Credits" nicht auszahlbar sein werden (zumindest lt. meinem letzten Stand), sondern wieder nur im Auktionshaus oder für andere Blizzard Sachen gebraucht werden können.
Was die Grafik betrifft verweise ich nochmal auf D2, und auf jedes andere Blizzardspiel. Da konnte man noch nie wirklich viel dran drehen und altbacken sah es auch schon immer aus. Wir sollten froh sein, dass wir diesmal mehr als 800x600 einstellen können
Einen wichtigen Punkt hast du allerdings vergessen: der permanente Onlinezwang. Was wäre so schwer daran gewesen einen reinen Solomodus ohne Auktionshaus, ohne Multiplayerunterstützung etc. nebenbei laufen zu lassen? Es gibt noch genug Leute die nicht mit Breitband und nem niedrigen Ping gesegnet sind, und gerne Solo spielen.
Letztendlich ist das alles Meckern auf hohem Niveau. Wir kaufen den nächstbesten Shooter mit 5-10h Spielspaß für 50€, wenn Diablo 3 uns aber nicht für mindestens 1 Jahr durchgehend unterhält wollen wir es nicht haben. Auch wenn es kein neues D2 in Sache Langzeitmotivation wird, so werde ich trozdem damit viel mehr Spaß haben als mit den meisten anderen Vollpreisspielen die ich in letzter Zeit gekauft habe.
Edit:
Das alte Flatout 2 hat bessere Texturen!!! Macht mal die Augen auf!

Wir haben 2012 und quad bis sixcore Systeme mit 4 GB und mehr RAM und Grafikkarten mit 1 GB Speicher! Diablo III ist eher für die Hardware von vor 5 Jahren ausgelegt, scheint mir. Da war die Engine Entwicklung wohl abgeschlossen...
Natürlich ist es auf alte Hardware ausgelegt, weil 95% der Bevölkerung mit 5 Jahre alten Kisten unterwegs sind. Nicht jeder ist so ein Freak wie wir hier.