"Zehntausende Wissenschaftler, von denen einige noch gar nicht geboren sind, werden von diesen Daten profitieren", erläutert Zurbuchen. Bis dahin liegt noch ein weiter Weg vor James Webb: Zunächst einmal 1,5 Millionen Kilometer bis zu einer Umlaufbahn um die Sonne, zu einem ganz speziellen Punkt, auf dem es scheinbar still über der Erde steht, immer in deren Schutz vor Hitze und Strahlung.
Die Solarpanele für die Stromversorgung funktionieren schon, aber der Spiegel, ein riesiger Hitzeschild und viele andere Teile müssen sich innerhalb der nächsten 30 Tage erst noch entfalten. "Ich bin auf der einen Seite erleichtert und dann fühle ich doch noch Druck, denn die Aufgabe vor uns ist keinesfalls einfacher als sie gestern war", so Zurbuchen.
Etwas mehr als ein halbes Jahr wird es dauern, bis alle Instrumente kalibriert sind und das Teleskop die ersten Bilder liefern wird. Sein Vorgängerteleskop Hubble musste nach dem Start gleich mit Hilfe eines Space Shuttle repariert werden, weil die Bilder unscharf waren. Das wäre bei James Webb nicht möglich, weil es viel weiter entfernt ist, fünfmal weiter als je ein Mensch geflogen ist. Es gibt also nur diesen einen Versuch.