Na dann gibts eben von mir halt auch noch eine WOT gleich hinterher, dann kann sich der Zybba wieder beschweren. Buehehehe. ; D
Bei so Erfolgsmeldungen freuen wir uns natürlich für den Sinusspass, gar keine Frage.
In den Foren gibts natürlich immer wieder solche Berichte bzgl. Kreatin und anderen Supps, man hört es aus dem Bekanntenkreis und jeder kennt das auch von sich selbst:
Man benutzt irgendwas neues und ist begeistert. Ob das jetzt Kreatin im Sport ist oder das neue Shampoo für glänzende Haare oder was weiß ich was. : D
Aber natürlich kann man selbst gar nicht mit Sicherheit sagen, ob oder inwieweit der Erfolg jetzt daran lag, teilweise daran lag, ob es an was anderem lag, ob es einfach Kopfsache war oder auch von allem was.
Da gilt eben immer noch der gute alte Satz: Der Plural von Anekdoten lautet nicht Evidenz.
Evidenz gibts nur mit groß angelegten und methodisch einwandfreien Studien (mit denen solche Störfaktoren weitestgehend ausgeschlossen werden), oder viel eher noch: Meta-Studien, die a) die methodische Qualität der Studien untersuchen und b) eine große Anzahl davon evaluieren und damit präzise Ergebnisse ermitteln. Dadurch hat man als Nebeneffekt dann auch eine entsprechend große Personengruppe.
Aber: Im Fall der sportlichen Wirksamkeit von Kreatin liegen ja auch entsprechende Daten vor, die positive Wirksamkeit im Sport ist klar belegt.
Moment.
Sekunde noch.
So, da war der Pfurz.
Gut oder?
Weiter gehts.
Also bezüglich negativer Wirkungen wie Haarausfall hatten wir das Thema ja vor einigen Seiten schonmal.
Da gibt es bislang (im Gegensatz zur sportlichen Wirksamkeit) halt nur eine Studie, zumindest so weit ich weiß.
Das Problem ist eben, dass Studien kostspielig sind und von irgendwem bezahlt werden müssen. Da stellt sich immer die Frage, wer hat ein Interesse daran nachzuweisen, dass Kreatin Haarausfall begünstigt?
Wohl die wenigsten... es ist ja kaum Geld damit verdient, etwas NICHT zu verkaufen. Am Gegenteil haben aber eine riesige Menge Supplement-Hersteller ein Interesse, sprich die positive Wirkung auf den Sport herauszustellen. Da werden auch viele Studien in Auftrag gegeben.
Daher wird es auch in Zukunft wohl kaum Studien zu den negativen Effekten geben, aber jede Menge zu den positiven.
Der Artikel, den der Zybba verlinkt hat, ist mir bekannt. Interessanterweise ist dort davon die Rede, ob Kreatin Haarausfall bewirkt (!).
Wenn man die Frage so stellt, kann man das natürlich mit nein beantworten. Kreatin bewirkt ja nicht den Haarausfall, sondern die Anfälligkeit der Haarwurzeln gegenüber DHT.
Und diese Anfälligkeit ist bei jedem irgendwo gegeben. Das ist ja keine Überlegung ob ja oder nein, sondern nur wie ausgeprägt. Kann also sein, dass der ein oder andere davon nichts oder kaum was merkt, wie vielleicht in der Familie vom Sinusspass... wobei auch diese Personen natürlich nicht den direkten Vergleich haben. Vielleicht wäre das einzelne Haar mit weniger DHT ja noch dicker, auch wenn keine Glatzenbildung sichtbar ist? Das weiß man so ja nicht.
Die Frage muss also viel eher lauten, ob Kreatin den DHT-Spiegel steigen lässt und daher indirekt Haarausfall begünstigt (!).
Da tänzelt man in dem Artikel halt gekonnt drum herum, klar, kommt halt auch von wem, der daran verdient.
Kritik an der methodischen Qualität von Studien ist natürlich berechtigt und auch wichtig, hatte ich ja oben schon erwähnt. Wobei hier ja nicht mal behauptet wird, dass bestimmte Kriterien hier nicht erfüllt wurden, sondern die Frage gestellt wird, ob sie erfüllt wurden.
Zudem werden im Artikel dann Studien erwähnt, die angeblich keinen "signifikanten" Anstieg feststellen konnten.
Die Studien hätte ich gerne gesehen - warum werden sie dann nicht im Artikel verlinkt oder wenigstens genannt? Noch nicht mal in den Quellen ganz unten. Da wird zwar auf gesundheitliche Risiken eingegangen, allerdings werden DHT oder Haarausfall mit keiner einzigen Silbe erwähnt. Hierzulande ist es z. B. so, dass das ganze von den Krankenkassen nur als kosmetisches Problem gesehen wird und nicht als Krankheit, so dass auch keine Kosten für entsprechende Therapien, Medikamente etc. übernommen werden. Das könnte z. B. ein Grund sein, warum die Sache mit DHT und Haarausfall auch in der ersten verlinkten Quelle nicht mal erwähnt wird, wo es um die gesundheitliche Unbedenklichkeit geht.
Mir ist jedenfalls keine weitere Studie bekannt, die Kreatin im Hinblick auf den DHT-Spiegel erforscht hat.
Und da ist halt auch wieder die Wortwahl im Artikel interessant: Wurde in diesen Studien, von denen da geredet wird, nun klar gezeigt, dass es KEINEN DHT-Anstieg gibt?
Oder wurde lediglich kein Zusammenhang festgestellt, weil in der Studie vielleicht gar nicht erst daraufhin geprüft wurde?
Das würde ich schon gerne mal genauer unter die Lupe nehmen.
Außerdem müssen sich natürlich auch diese angeblich vorhandenen weiteren Studien erstmal die Untersuchung auf ihre methodische Qualität hin gefallen lassen.
Die Studie mit negativen Wirkungen wird in Frage gestellt für ihren Aufbau und ihre Methodik - bei den Studien, die angeblich das Gegenteil belegen (die aber gar nicht näher genannt werden), wird die methodische Qualität hingegen noch nicht einmal erwähnt. Dabei müsste man das hier dann natürlich ganz genauso betrachten. Das ist insbesondere wichtig, weil wie erwähnt ja eine riesen Industrie dahinter steckt, die natürlich mit allen Mitteln und Wegen jede Kritik am Produkt entkräften möchte. Also muss man da auch genau hingucken.
Also wie gesagt ist mir jedenfalls keine Studie bekannt, die klar ausschließt, dass Kreatin den DHT-Spiegel nicht steigen lässt.
Dabei haben die Hersteller bzw. Verkäufer, die mit Kreatin arbeiten, GERADE ein riesen Interesse daran, diese Studie zu entkräften. Denn dadurch wird der Ruf des Supps besser und damit verkauft es sich auch besser. Wenn es also keine Studie gibt, die das klar entkräftigt, dann hat das vielleicht auch seine Gründe...
Wäre aber sehr interessiert daran. Ich mein vielleicht gibt es diese Studien wirklich, und ich hab nur noch nix davon gehört. Also wenn jemand mehr weiß, gerne hier posten!
Bis dahin halte ich für mich persönlich das mit dem Kreatin so, dass es für mich eben den Status "ungeklärt" hat, und erst wenn ich überzeugt davon bin, dass es in der Hinsicht wirklich unbedenklich ist, schaufel ich es mir rein.
Das ist vielleicht übertrieben, das geb ich gerne zu.

Andererseits reden wir hier aber auf der anderen Seite auch über die letzten paar Prozent Leistungsunterschied.
Das ist für Hochleistungssportler relevant, aber mir sind meine Haare wichtiger als die letzten 3% Leistung. Komme ja auch so ganz gut klar.
Muss halt jeder selbst entscheiden, wie er das hält.
PS
Bei so großen Leistungssteigerungen im Defizit bin ich immer sehr vorsichtig.
Muskelaufbau findet ja keiner statt, sondern im Gegenteil eher ein Abbau, den man natürlich möglichst gering halten will.
Kraftzuwächse sind zumindest bei einem Anfänger zwar theoretisch denkbar, aber beim Fortgeschrittenen sehr unwahrscheinlich, zumal man im Defizit ja nicht auf Kraft trainiert.
Auch der Kreatinspiegel erhöht sich ja nicht von heute auf morgen, sondern muss sich ja erstmal einschleichen.
Meistens sind es, wenn man mal ganz ehrlich ist, ganz einfach Reserven, die man noch hat, und die man dann mobilsiert, weil man sich im Training eben immer steigern möchte. Es ist eben schwer, das loszulassen. Geht mir auch immer so.
Das gefährliche ist dann, dass man dann irgendwann, wenn wirklich gar nichts mehr geht, leicht dazu tendiert, mehr Gewicht oder mehr Wiederholungen regelrecht zu erzwingen (!). Das ist bei den ersten paar mal nicht problematisch (da man wie gesagt immer noch Reserven hat), aber irgendwann leidet dann die Technik drunter, wenn man weiter Steierungen erzwingt. Man fälscht ab oder Bewegungen werden unsauber.
Bei Übungen wie der Beinpresse oder geführten Geräten vielleicht nicht ganz so problematisch, aber es kann gesundheitlich zum Problem werden.
Wollt ich nur mal jesacht haben hier. : D