60.000 Schritte am Tag?

Bei welchen Tätigkeiten?
Ich bin froh wenn 1/10 davon am Tag schaffe.
Ich würds ja echt auskosten, mich hier als ganz besonders fleißigen und aktiven Menschen oder als Klima-Retter hinzustellen, aber die Wahrheit ist:
Ich bin n armer Schlucker und kann mir einfach kein Auto leisten. Also etwas Mitleid bitte! : D
Na gut, ganz so einfach ist es auch nicht, es gab ja vor der Corona-Zeit mit dem halben Jahr Lockdown, der jetzigen Wirtschaftskrise usw. auch bessere Zeiten (lang ists her!), wenn ich so nachdenk, aber irgendwie... es hat sich einfach immer normal angefühlt, seine Beine zu benutzen.
Irgendwie ist es für mich wie ein Verlust an Selbstständigkeit, das nicht mit dem eigenen Körper zu erledigen, was ich mit dem eigenen Körper erledigen kann, komme mir da vor als wär ich gelähmt und auf externe Hilfe/Hilfsmittel angewiesen oder sowas... weiß nicht, ob das nachvollziehbar ist. Wahrscheinlich nicht. Es fühlt sich einfach natürlich an, die Beine in die Hand zu nehmen und loszulaufen.
Also mach ich halt alles zu Fuß. Auch den zig Kilometer langen, dafür echt schönen Arbeitsweg hatte ich bis zum letzten Umzug zu Fuß zurückgelegt (eine Stunde hin, eine Stunde zurück), dazu dann im Geschäft immerzu am gehen, sowie natürlich alle Besorgungsgänge wie Einkaufen etc. zu Fuß. Da kommt das schnell zusammen.
Abends tun einem dafür die Haxen weh.
Ist aber leider wie gesagt natürlich auch kein Ersatz für ein richtiges Ausdauertraining, da braucht man sich (leider!) nichts vormachen. Es verschafft dem Körper und den Gelenken die dringend nötige Bewegung, ja, darum auch gut und wichtig, aber es trainiert nicht wirklich das Herz-Kreislauf-System.
Wär ja echt toll, wenn man das quasi verbinden könnte, aber es liegt ja auf der Hand:
Wie soll etwas am Körper positive Veränderungen und Anpassungserscheinungen hervorrufen, das man eh den ganzen Tag macht? Darauf hat sich der Körper ja längst eingerichtet bzw. dafür ist er ja auch konstruiert.
Es ist ja kein Training, etwas zu machen, was normal für den Körper ist, sondern umgekehrt muss man sagen, es ist eher schlecht für den Körper, es nicht zu machen (und nur auf der Couch zu hängen).
Im Kraftbereich verwechseln denke ich viele Leute eine Herz-Kreislauf-technische mit einer muskulären Ausbelastung. Und meinen, sie müssten bei Sätzen auf 3 Wiederholungen mit 5 Minuten Pause dazwischen am Boden liegen und nach Luft schnappen, sonst würde ja irgendwas verkehrt laufen... da geht es aber primär um anderes.
Aber im Ausdauertraining ist es irgendwo so, denke ich: Man muss die Pumpe spüren.
Klar gibts unterschieldliche Bereiche wie Fettstoffwechseltraining, Spitzenausdauer usw., aber sie haben trotzdem gemeinsam, dass der Puls und die Atmung sich beschleunigen, man ins Schwitzen kommt usw. Wie will man auch trainieren, was nicht mal wirklich beansprucht wird?
Mit das wichtigste gesundheitliche Ziel im gesundheitlichen Ausdauertraining ist doch die Senkung der (Ruhe-)Herzfrequenz:
Je weniger Arbeit das Herz verrichten muss, sprich: Je weniger oft pro Minute es schlagen muss, desto geringer z. B. die Gefahr eines Herzinfarkts. Der Körper will aber trotzdem durch das Blut versorgt werden, also ist der einzige Weg für das Herz, mit weniger Pumpfrequenz trotzdem die selbe Menge Blut durch den Körper zu treiben, größer und kräftiger zu werden. Pro Herzschlag also mehr Blut pumpen, so dass eine geringere Frequenz reicht. (So ähnlich wie bei einer PC-Wasserkühlung, nur dass dort das Wasser nicht rot ist und dafür ständig irgendwelche schmierigen Rückstände von dem Billig-Schlauch aus dem Baumarkt, den man gekauft hat, drin rumschwimmen). Wenn der Körper zu solchen Veränderungen nun aber keine Veranlassung hat, weil er ja immer nur am Minimum gefordert wird (gehen) und der aktuelle Leistungsstand des Kreislaufsystems hierfür eben ausreicht, dann gibts da auch keine Anpassungserscheinungen. Nur wenn man einen entsprechenden Reiz setzt, wird das Herz kräftiger und voluminöser und auch die Selbstversorgung vom Herz mittels der Herzkranzgefäße wird entsprechend mittrainiert, was in Sachen Herzinfarkt wichtig ist.