Der Asylstreit oder auch der Konflikt der Union

  • Ersteller Ersteller Gast1675120202
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Zu mal es auch Streitigkeiten darüber gibt ob das Kopftuch überhaupt was mit der Religion zu tun hat, es gibt Muslime die sagen ja und es gibt welche die sagen nein. Und wiederum welche die behaupten das was gerade passt.
Korruption gibt es bei jeder Organisation, die eine bestimmte Größe überschreitet und wo viel Kohle im Umlauf ist. Je weniger Kontrollinstanzen, desto mehr Korruption gibt es in de Hinterzimmern. Religionsgemeinschaften sind dafür stark anfällig (katholische Kirche, große Moscheen etc.), da die Kontrolinstanzen eher meh ausfallen, die Ausübenden selbst nicht unbedingt.
Die katholische Kirche wäre nach den Kriterien die Korrupteste von allen.
 
Natürlich existieren auch fundamentalistische Christen, die irgendwelche Kleidungsvorschriften haben, aber da müssen wir gar nicht drüber reden, weil das in Deutschland keine relevante Gruppe ist.
Keine relevante Gruppe mehr.
Und die anderen Religionen (ausnahme Juden) sind in ein Land gekommen von dem sie wissen müssen wie es tickt.
Ich sprach von Konservativen nicht von Fundis.
 
Und die anderen Religionen (ausnahme Juden) sind in ein Land gekommen von dem sie wissen müssen wie es tickt.
Was willst du damit sagen?
Ich sprach von Konservativen nicht von Fundis.
Du sprachst von Evangelikalen, die gesellschaftliche Schäden angerichtet haben und anrichten. Die würde ich als "Fundis" bezeichnen, die sich vllt als Konservative tarnen. Die Schnitt- bzw Übergangsmenge ist da wahrscheinlich sehr groß.
 
Was willst du damit sagen?
Dass Christen und Juden dieses Land geprägt haben.
Und sie haben erkannt, dass es gut ist der Religion wenig Macht im Alltag zu geben.
Die würde ich als "Fundis" bezeichnen, die sich vllt als Konservative tarnen.
Ja eben, du würdest. Ich nenne sowas Konservativ bis Erzkonservativ.

Aber wir reden ja grade über eine Minderheit in Deutschland, reden wir doch mal über ein Land
in dem Muslime die Bevölkerungsmehrheit stellen. Reden wir über die Türkei.
Dieser Staat zeigt doch exemplarisch wie destruktiv die konservative Auslegung (Fundis wären eher SA etc)
des Islam oder von Religion insgesamt einem Staat schadet. Das haben die Menschen dort damals selbst begriffen
und auch das Kopftuch aus großen Teilen der Gesellschaft verbannt.
Nichtmal an Universitäten dürfte man Kopftuch tragen (und das ist eine so viel größere Einschränkung als von
der wir in Deutschland reden)
Und die Türkei heute?
Ich empfehle mal die Artikel "Brief aus Istanbul" zu lesen (FAZ)
 
Aber wir reden ja grade über eine Minderheit in Deutschland, reden wir doch mal über ein Land
in dem Muslime die Bevölkerungsmehrheit stellen. Reden wir über die Türkei.
Dieser Staat zeigt doch exemplarisch wie destruktiv die konservative Auslegung (Fundis wären eher SA etc)
des Islam oder von Religion insgesamt einem Staat schadet.
Was zeigt dieser Staat. Du behauptest was und lässt es dann offen. Bitte konkret werden; wie schadet der Islam denn dem Staat?
Das haben die Menschen dort damals selbst begriffen
und auch das Kopftuch aus großen Teilen der Gesellschaft verbannt.
Man merkt, dass du wenig Wissen über dieses Thema hast. Die Entislamisierung der Türkei durch den Kemalismus geschah mit vielen Repressalien, Verboten und öffentlichen Hinrichtungen.

Es zwingt jetzt auch niemand in der Türkei, dass Menschen ihre Religion konservativ ausleben. In anderen Worten, es wurde erzwungen das Kopftuch auszuziehen, und nicht andersrum.
Nichtmal an Universitäten dürfte man Kopftuch tragen (und das ist eine so viel größere Einschränkung als von
der wir in Deutschland reden)
Und die Türkei heute?
Was weißt du schon über die Türkei, außer was du in deutschen Medien zum Lesen bekommst...
Ich empfehle mal die Artikel "Brief aus Istanbul" zu lesen (FAZ)
...eben, hab ich mir schon gedacht.
 
Bitte konkret werden; wie schadet der Islam denn dem Staat?
Du stellst die falschen Fragen, ich rede von (erz)konservativer Auslegung von Religionen.
Die Entislamisierung der Türkei durch den Kemalismus geschah mit vielen Repressalien, Verboten und öffentlichen Hinrichtungen.
Die Entnazifizierung Deutschlands auch, aber in beiden Fällen hat danach keiner mehr dort zu einem heiligen Krieg aufgerufen. Im Endeffekt war es das richtige.
Es zwingt jetzt auch niemand in der Türkei, dass Menschen ihre Religion konservativ ausleben. In anderen Worten, es wurde erzwungen das Kopftuch auszuziehen, und nicht andersrum.
Dann sollten wir aber mal fragen warum das so ist, was die Diyanet so von sich gibt geht ganz klar in Richtung
von dem was in SA Alltag ist, aber die Türkei ist kein absolutistischer Staat sondern hat noch nennenswerte Opposition.
Was weißt du schon über die Türkei, außer was du in deutschen Medien zum Lesen bekommst...
Ich komme aus NRW, Rhein/Ruhr, da lernt man viele Menschen aus anderen Kulturen kennen.
Der Türke war der gute Nachbar, der Marokkaner der Bro und nur weil man politisch anderer Meinung
ist behandelt man sein Gegenüber nicht schlecht.
...eben, hab ich mir schon gedacht.
Was kommt jetzt?
Alles gelogen? Ist das wirklich dein Argument?

Und was wären Medien denen man Vertrauen kann? Türkische? Weil man da alles schreiben kann ohne verhaftet zu werden? Ach ne warte.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Dieser Staat zeigt doch exemplarisch wie destruktiv die konservative Auslegung (Fundis wären eher SA etc)
des Islam oder von Religion insgesamt einem Staat schadet. Das haben die Menschen dort damals selbst begriffen
und auch das Kopftuch aus großen Teilen der Gesellschaft verbannt.
Nichtmal an Universitäten dürfte man Kopftuch tragen (und das ist eine so viel größere Einschränkung als von
der wir in Deutschland reden)
Und die Türkei heute?
Ich empfehle mal die Artikel "Brief aus Istanbul" zu lesen (FAZ)
Das ist doch gerade der Knackpunkt: Der Dampfhammer-Laizismus, verbunden mit Nationalismus, ist ebenso dafür verantwortlich, wie es heute aussieht. Die Türkei ist immer noch stark nationalistisch, aber dazu kommt die Gegenbewegung zu einer oktroyierten, rein oberflächlichen Verbannung religiöser Identität.

Entscheiden ist aber doch, was im Kopf vorgeht, nicht was man auf selbigem trägt. Oder ist/wird beispielsweise eine gläubige Muslima weniger gläubig, wenn sie im Dienst kein Kopftuch tragen darf? Es ist immer noch der selbe Mensch - und Vertrauen entsteht daraus, wie dieser Mensch tatsächlich handelt, nicht daraus, ob ich als Gegenüber ein Symbol sehe oder nicht.

Tendenziell liegt sogar das Gegenteil vor: Wenn ich weiß, das Kopftücher untersagt sind und ich sehe eine Behördenmitarbeiterin, bei der ich vermuten könnte, dass sie eigentlich gerne eins tragen würde, würde ich mich als voreingenommener Bürger trotzdem fragen, ob sie dienstlich neutral handelt. Und als unvoreingenommener Bürger frage ich mich nun zusätzlich, ob sie nicht womöglich aufgrund dieses Aktionismus' angepiept ist und gerade deshalb womöglich nicht mehr so dienstlich neutral handelt, wie sie es ohne konstruierte Eingriffe in ihre Persönlichkeit tun würde.

Dies gesagt, wird zwar das Kopftuch hierzulande gerne als Ausdruck des Islam verstanden, ist aber tatsächlich eher eine sittliche Konvention bestimmter Kulturkreise und wird in selbigen auch von Frauen anderer Religionen oder auch Atheisten getragen. Die Verbannung des Kopftuchs entspricht also eher dem, als würde man "urdeutschen" Behördenmitarbeiterinnen das Tragen von Hosen oder langen Röcke verbieten und sie quasi auf Miniröcke festnageln.

Wie @Nightslaver kürzlich ganz richtig festgestellt hat, geht es natürlich nicht nur um das Koptuch, sondern auch darum, wie es konkret getragen wird.
Allerdings sehe ich gerade deswegen hier ein Problem in der initialen Argumentation, da es ja (vorgeblich) darum geht, Vertrauensverlust beim Bürger zu vermeiden. Und ob der jetzt unbedingt erkennt, ob ein Kopftuch weltanschaulich neutral oder nach religiöser Vorschrift gewickelt ist, darf doch ernstlich bezweifelt werden. Und wenn der Bürger den Unterschied kennt, ist er in aller Regel informiert genug, um keine Vorbehalte zu haben, weil die Person auf der anderen Seite des Schreibtischs - Oh Schreck! - sichtbar einen Glauben hat, den sie unsichtbar ebenso haben könnte.

Deshalb halte ich solche Vorstöße auch weiterhin für bestenfalls Aktionismus, schlimmstenfalls für programmatische Hirnsülze und sehe den Sinn von Kleidervorschriften eher dort, wo rational-pragmatisch etwas für bzw. gegen bestimmte Kleidung spricht.
Sprich, beispielsweise wäre Verschleierung abzulehnen, weil das die Kommunikation mit dem Gegenüber tatsächlich behindert; und ein Kopftuch dort, wo es mit einer dienstlich vorgeschrieben Kopfbedeckung kollidieren würde, die zur besseren Erkennbarkeit und/oder dem Schutz dient.
 
Das ist doch gerade der Knackpunkt: Der Dampfhammer-Laizismus, verbunden mit Nationalismus, ist ebenso dafür verantwortlich, wie es heute aussieht.
In anderen Ländern klappt sowas ja doch besser.
Oder ist/wird beispielsweise eine gläubige Muslima weniger gläubig, wenn sie im Dienst kein Kopftuch tragen darf?
Du stellst die falsche Frage. Kann man mehr oder weniger Gläubig qualitativ bewerten?

Nein, aber wer sich trotzdem für diesen Beruf entscheidet hat halt seine Prioritäten gesetzt. Staatsdienst vor Tradition/Glauben und das wird deutlich sichtbar und das kann auch niemand abstreiten.
 
Du stellst die falsche Frage. Kann man mehr oder weniger Gläubig qualitativ bewerten?
Du gehst von der irrigen Annahme aus, dass beispielsweise das Tragen oder Nichttragen eines Kopftuchs eine qualitative Aussage zur eigene Religiosität wäre. Die Mädel mit Kreuzkettchen sind allerdings auch nicht zwingend die, welche sich allsonntäglich zum Gottendienst und regelmäßig bei der Beichte einfinden, ein Kruzifix überm Bett hängen haben und nicht auf Sex vor der Ehe anzusprechen sind.

Nein, aber wer sich trotzdem für diesen Beruf entscheidet hat halt seine Prioritäten gesetzt. Staatsdienst vor Tradition/Glauben und das wird deutlich sichtbar und das kann auch niemand abstreiten.
Du bist und ich war im Staatsdienst. Unsere über das Dienstverhältnis hinaus gehende, verfassungsgemäße Übereinkunft mit unserem Dienstherrn ist/war der, dass die persönlichen und freiheitlichen Einschränkungen, die wir in selbigen hinzunehmen haben, durch Notwendigkeit bestimmt sind.

Wenn man von dir verlangt, dich für den Dienst komplett zu enthaaren und/oder Häschenohren am Schiffchen zu tragen, könnte man zwar auch argumentieren, dass man diese Möglichkeit mit Diensteintritt billigend in Kauf genommen habe, aber so wirklich sachlich begründbar wäre es nicht - auch dann nicht, wenn irgendwo irgendwer davon ausgeht, dass der zivile Bürger dem Bürger in Uniform dann entspannter gegenübersteht, wenn er somit signifikant weniger martialisch auftritt. :D
 
Du gehst von der irrigen Annahme aus, dass beispielsweise das Tragen oder Nichttragen eines Kopftuchs eine qualitative Aussage zur eigene Religiosität wäre.
Das habe ich auch nicht gesagt, aber die Bereitschaft das Kopftuch für den Dienst abzunehmen oder nicht kann man durchaus dafür nehmen.
Wer es einfach nur aus Gewohnheit trägt wird weniger Probleme haben als jemand mit der Überzeugung, dass es religiös notwendig ist.
Wenn man von dir verlangt, dich für den Dienst komplett zu enthaaren und/oder Häschenohren am Schiffchen zu tragen, könnte man zwar auch argumentieren, dass man diese Möglichkeit mit Diensteintritt billigend in Kauf genommen habe
a) Bei meinen Barthaaren ist eine tägliche Rasur wirklich nicht geil
b) Schiffchen tragen ist generell doof
 
Das habe ich auch nicht gesagt, aber die Bereitschaft das Kopftuch für den Dienst abzunehmen oder nicht kann man durchaus dafür nehmen.
Also so wie die Breitschaft, im Dienst keine Hosen oder lange Röcke zu tragen, weil das einfach mal so bestimmt wird? ;)

a) Bei meinen Barthaaren ist eine tägliche Rasur wirklich nicht geil
Also, gegen meine Bart hatte niemand etwas einzuwenden. Nicht einmal, als dieser "Afghanista(r)n" entsprach.

Gepflegt muss er sein, und das ist eine angemessene Forderung, da man ja repäsentiert. Man kann äquivalent selbstverständlich auch liederlich gebundene Kopftücher untersagen; Babuschka nach 12 Stunden Feldarbeit geht nun mal in der Amtsstube tatsächlich nicht. :D

b) Schiffchen tragen ist generell doof
Fällt allerdings unter das, was ich schrieb: Es ist ein situativ (zwecks Distinktion) vorgeschriebenes Kleidungsstück, welches das gleichzeitige Tragen eines Kopftuchs unterbinden würde. Der graduelle Unterschied ist der, dass das Schiffchen für alle in der identischen Situation vorgeschrieben ist. Wenn es in deutschen Amststuben eine vorgeschriebene Kopfbedeckung gäbe (in der Türkei war das übrigens längere Zeit der Fez), müsste man die Einschränkung hinnehmen. Jedoch ohne zwingenden Grund auf das Kopftuch zu verzichten, während man theoretisch mit Sombrero, Tschapka, Zipfelmütze oder was immer gefällt anrücken darf (Man macht sich damit zwar zum Kasper und schädigt die Außenwirkung, aber spezifisch verboten ist es eben nicht ...), wäre rational kaum vermittelbar.
 
Das ist doch gerade der Knackpunkt: Der Dampfhammer-Laizismus, verbunden mit Nationalismus, ist ebenso dafür verantwortlich, wie es heute aussieht. Die Türkei ist immer noch stark nationalistisch, aber dazu kommt die Gegenbewegung zu einer oktroyierten, rein oberflächlichen Verbannung religiöser Identität.
Ganz genau!
Entscheiden ist aber doch, was im Kopf vorgeht, nicht was man auf selbigem trägt. Oder ist/wird beispielsweise eine gläubige Muslima weniger gläubig, wenn sie im Dienst kein Kopftuch tragen darf?
Ich lese sehr gerne deine Kommentare und gehe auch zu 99% mit, nur bei diesem Punkt würde ich gerne ergänzen, dass das nicht so einfach ist. Frauen, die sich entschließen ein Kopftuch zu tragen, machen das in der Regel aus religiöser Überzeugung, dass die Verschleierung eine religiöse Pflicht darstellt. Das Abnehmen ist demnach eine Sünde, und ich weiß von Frauen die enorme innere Konflikte aufweisen, wenn sie das Kopftuch abnehmen müssen, aufgrund äußeren Zwängen.
Es ist immer noch der selbe Mensch - und Vertrauen entsteht daraus, wie dieser Mensch tatsächlich handelt, nicht daraus, ob ich als Gegenüber ein Symbol sehe oder nicht.
Genau, und wenn wir auf allen Ebenen davon wegkommen könnten Menschen aufgrund ihres Aussehens, Kleidungsstiles etc. zu bewerten sind wir in der Pluralität angekommen.
 
Dass Christen und Juden dieses Land geprägt haben.
Ich werde nie verstehen, wieso (in der Regel von konservativen und Rechten) immer wieder der Bezug auf irgendeine ominöse deutsche "christlich-jüdische Tradition" im Gegensatz zum Islam hergestellt wird. Jüdische Menschen wurden für den größten Teil der deutschen Geschichte ausgegrenzt und geächtet (und werden es zum Teil immer noch). Antijudaismus war die "normale" Position der christlich geprägten Gesellschaft auf deutschem Gebiet bis ins späte 19. Jahrhundert, wo er dann vom pseudowissenschaftlich auftretenden Antisemitismus abgelöst wurde. Der "Höhepunkt" davon ist bekannt.
Was genau willst du also überhaupt mit deiner Aussage der christlich-jüdischen Prägung dieses Landes sagen?
Und sie haben erkannt, dass es gut ist der Religion wenig Macht im Alltag zu geben.
Wenn du damit die einzelnen religiösen Individuen meinst, hast du vielleicht recht, die Trennung von Staat und Kirche ist glücklicherweise Konsens in Deutschland. Allerdings ist mir unklar, woher du wissen willst, ob das streng religiöse Menschen nicht auch anders sehen.
Die religiösen Institutionen haben nämlich definitiv nicht einfach "erkannt, dass es gut ist der Religion wenig Macht im Alltag zu geben". Jeder Schritt in Richtung Säkularität und der Trennung von politischer Macht und Religion in Europa wurde gegen den erbitterten Widerstand der Kirche errungen. Religiöse Institutionen wollen nach wie vor gesellschaftliche Macht ausüben und tun das auch, wo sie die Möglichkeit dazu haben (katholische Kirche insbes. in Südamerika, Protestantische Kirchen in den USA, alle möglichen verschiedenen Kirchen in Afrika, Islam in Nordafrika, etc.).
Edit: Deine implizite Aussage, Christen und Juden hätten Säkularisierung verstanden, aber Muslime nicht, halte ich übrigens für ein auf Unwissenheit oder Rassismus basierendes Vorurteil.
Aber wir reden ja grade über eine Minderheit in Deutschland, reden wir doch mal über ein Land
in dem Muslime die Bevölkerungsmehrheit stellen. Reden wir über die Türkei.
Dieser Staat zeigt doch exemplarisch wie destruktiv die konservative Auslegung (Fundis wären eher SA etc)
des Islam oder von Religion insgesamt einem Staat schadet.
Es bezweifelt glaube ich niemand, dass eine staatlich geförderte, fundamentalistische Interpretation von Religion nicht förderlich für eine Demokratie ist.
Die Türkei ist aber auch ein sehr komplexes Beispiel (was ist schon einfach...), weil da zum Beispiel auch noch der gesellschaftlich weit verbreitete Nationalismus, der Konflikt mit Kurden und die persönlichen Machtinteressen des sich immer mehr zum Diktator entwickelnden Erdogan eine Rolle spielen.



Der Bezug zu der Diskussion um Kopftücher erschließt sich mir gerade nicht wirklich, außer du möchtest implizieren, dass von Kippa/Kopftuch tragenden Menschen per se die Gefahr des religiösen Fundamentalismus ausgeht, den sie in die Staatsorgane tragen wollen. Es gibt sicherlich auch Menschen, die für die Trennung von Staat und Kirche sind und trotzdem wenn möglich aufgrund ihrer privaten Religiösität auch im Beruf ein Kopftuch tragen wollen.
 
Also so wie die Breitschaft, im Dienst keine Hosen oder lange Röcke zu tragen, weil das einfach mal so bestimmt wird? ;)
Ich schwitz mir auch im Dienst alles ab weil man ja bei 40 Grad im Schatten Feldjacke statt Feldbluse tragen musste. Weil es einfach so befohlen wurde und du dich als kleiner Gefreiter nicht mit grünen Hauptfeldwebeln streitest.
Das Abnehmen ist demnach eine Sünde, und ich weiß von Frauen die enorme innere Konflikte aufweisen, wenn sie das Kopftuch abnehmen müssen, aufgrund äußeren Zwängen.
Da scheinen sich aber nicht alle Religionsgelehrten so einig zu sein...

Aber ja tolle Sünde sein Haar zu zeigen. Das ist wirklich mittelalterlich wenn man das wirklich glaubt.
Als wäre es eine Sünde am Karfreitag nen Steak zu essen oder am Sabbat nen Lichtschalter zu bedienen. Bekloppt.
Was genau willst du also überhaupt mit deiner Aussage der christlich-jüdischen Prägung dieses Landes sagen?
Jedenfalls nicht das was du denkst.
Es geht um diese Menschen die dieses Land geprägt haben und das waren halt Christen und Juden (auch wenn letztere schlecht behandelt worden sind). Es geht nicht darum, dass dieses Land eine jüdische Prägung hat.
Die religiösen Institutionen haben nämlich definitiv nicht einfach "erkannt, dass es gut ist der Religion wenig Macht im Alltag zu geben"
Das hab ich nicht gesagt, sondern die Bevölkerungsmehrheit.
Es gibt sicherlich auch Menschen, die für die Trennung von Staat und Kirche sind und trotzdem wenn möglich aufgrund ihrer privaten Religiösität auch im Beruf ein Kopftuch tragen wollen.
Sofern dieser Beruf kein Staatsdienst ist dürfen sie das ja auch.
 
Da scheinen sich aber nicht alle Religionsgelehrten so einig zu sein...
Oh ja, erzähl mir bitte mehr davon oder verweis mal auf paar "Gelehrten"...

Der Konsens der konservativen vier Rechtsschulen (Hanefi, Maliki, Shafii und Hanbeli), welche auch die Mehrheit der Muslime weltweit angehören, ist eindeutig in ihrer Auslegung zum Vers im Qur'an, in welchem die Verschleierung angeordnet wird, daher ist die Verschleierung in islamischen Ländern über Jahrhunderte hinweg bis heute die Norm.
Aber ja tolle Sünde sein Haar zu zeigen. Das ist wirklich mittelalterlich wenn man das wirklich glaubt.
Als wäre es eine Sünde am Karfreitag nen Steak zu essen oder am Sabbat nen Lichtschalter zu bedienen. Bekloppt.
Wow! Bist du aber respektvoll, sensibel und bewandert im interkulturellen Dialog...
Es geht um diese Menschen die dieses Land geprägt haben und das waren halt Christen und Juden (auch wenn letztere schlecht behandelt worden sind). Es geht nicht darum, dass dieses Land eine jüdische Prägung hat.
Eher ist dieses Land geprägt davon, wie sie Juden behandelt haben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich schwitz mir auch im Dienst alles ab weil man ja bei 40 Grad im Schatten Feldjacke statt Feldbluse tragen musste. Weil es einfach so befohlen wurde und du dich als kleiner Gefreiter nicht mit grünen Hauptfeldwebeln streitest.
Wir reden allerdigs grad grundsätzlich von Beamten und nicht von Soldaten. Dass du beim Bund nicht gerade auf dein Recht auf individuelle Kleidungswahl bestehen solltest, ist ja klar.
Aber ja tolle Sünde sein Haar zu zeigen. Das ist wirklich mittelalterlich wenn man das wirklich glaubt.
Als wäre es eine Sünde am Karfreitag nen Steak zu essen oder am Sabbat nen Lichtschalter zu bedienen. Bekloppt.
Deine private Abneigung gegen Religion ist für die Diskussion irrelevant.
Es geht um diese Menschen die dieses Land geprägt haben und das waren halt Christen und Juden (auch wenn letztere schlecht behandelt worden sind). Es geht nicht darum, dass dieses Land eine jüdische Prägung hat.
Okay und was hat das mit der Diskussion um Kippa/Kopftuch zu tun?
Das hab ich nicht gesagt, sondern die Bevölkerungsmehrheit.
Siehe:
Wenn du damit die einzelnen religiösen Individuen meinst, hast du vielleicht recht, die Trennung von Staat und Kirche ist glücklicherweise Konsens in Deutschland. Allerdings ist mir unklar, woher du wissen willst, ob das streng religiöse Menschen nicht auch anders sehen. [...] Deine implizite Aussage, Christen und Juden hätten Säkularisierung verstanden, aber Muslime nicht, halte ich übrigens für ein auf Unwissenheit oder Rassismus basierendes Vorurteil.

Sofern dieser Beruf kein Staatsdienst ist dürfen sie das ja auch.
Ja, aber unsere Diskussion handelt doch gerade vom Staatsdienst!:wall:
 
Der Konsens der konservativen vier Rechtsschulen
Jap Konservativ.
Die Katholische Kirche ist auch noch der Meinung, dass es böse ist wenn geistliche Heiraten oder wenn man Homosexuelle segnet. Das ist alles ganz großer Bullshit. Aber hey es gibt nicht nut Katholiken.
Wow! Bist du aber respektvoll, sensibel und bewandert im interkulturellen Dialog...
Ich habe auch meine eigene Religion angegriffen. Und religiöse Befindlichkeiten interessieren mich nicht wenn sie mit dem Alltag kollidieren.
Religion bedeutet in der Praxis Macht und Macht muss so kritisch und ohne Rücksicht quf Befindlichkeiten hinterfragt werden.
Und ich hoffe, dass ich klar gemacht habe, dass es mir nicht im geringsten um eine bestimmte Religion geht.
Deine private Abneigung gegen Religion ist für die Diskussion irrelevant.
Ich bin Katholik und stehe dazu, aber ich stehe nicht zu allem was aus Rom kommt.
Okay und was hat das mit der Diskussion um Kippa/Kopftuch zu tun?
Na du hast ein neues Fass aufgemacht und ich hab es wieder geschlossen.
Ja, aber unsere Diskussion handelt doch gerade vom Staatsdienst!
Eben und wer es weiter tragen will arbeitet halt nicht im Staatsdienst. Ist ja nicht so, dass es in Deutschland nur Staatsdienst gäbe.
 
Ich habe auch meine eigene Religion angegriffen. Und religiöse Befindlichkeiten interessieren mich nicht wenn sie mit dem Alltag kollidieren.
Religion bedeutet in der Praxis Macht und Macht muss so kritisch und ohne Rücksicht quf Befindlichkeiten hinterfragt werden.
Hinterfragen ist eine Sache und beleidigen eine Andere. Von dir kommt letzteres (Bullshit, bekloppt, mittelalterlich), was einfach nur super respektlos ist in einem Miteinander.
Ich meine redest du so auch mit deinem türkischen Nachbar und marokkanischen "Bro"?
 
Von dir kommt letzteres (Bullshit, bekloppt, mittelalterlich), was einfach nur super respektlos ist in einem Miteinander.
Sagst du, ich nenne es angemessen wenn man über gewachsene Machtstrukturen spricht.
Und Frauen dazu zu bringen ein Kopftuch zu tragen ist eine gewachsene Machtstruktur,
das selbe gilt dafür, dass man keine Homosexuellen segnen will wie es grade aus Rom kommt.


Ich meine redest du so auch mit deinem türkischen Nachbar und marokkanischen "Bro"?
Einen allgemeinen politischen Diskurs führt man anders als das Gespräch unter 4 Augen.
Ich behandel die Person mir gegenüber die z.B. ein Kopftuch trägt nicht anders als eine Frau deren Haare im Wind
wehen. Aber wenn ich über die Institution spreche gibt es keine besondere Zurückhaltung...
 
Aber wenn ich über die Institution spreche gibt es keine besondere Zurückhaltung...
Ja, merkt man. Hat wohl was mit Erziehung zu tun. Ich finde es derbe unhöflich einen Andersgläubigen ins Gesicht zu sagen, dass seine Religion Bullshit ist, sogar wenn ich es denken würde, würde ich nicht einen Grund sehen, meine Kritik so aggressiv zu äußern. Vor allem erreicht man dadurch nur, dass das Gegenüber eine Abneigung bekommt. Aber gut, manchen ist die Beziehungsebene wahrscheinlich eh schayzzegal, so dass sie wie Elefanten im Porzellanladen durchs Leben laufen.
 
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