Das weiß ich. Aber selbst der Pharmakologe kennt sich eher nur mit den "Mainstream" - Medikamenten aus.
Schmerzmittel, Magen/Darm, Erkältungen usw.
Ich hatte auch schon eine heftige Diskussion mit einer Apothekerin wegen Homöopathie. Aber kann ich verstehen... die wollen das Zeug verkaufen. Und genug Menschen geben dafür Geld aus.
Ja, das wäre dann noch die zweite Ebene hinsichtlich der fachlichen Kompetenz des Gegenübers, aufgewogen gegen subjektive Agenden...
Aber wie gesagt: Einen studierten Pharmakologen vor sich zu haben, ist schon top-0,1%. Dass der dann nicht dem Anspruch gerecht wird, 10000de Wirkstoffe auswendig zu kennen, die oftmal besser patentiert denn dokumentiert sind, lässt sich vermutlich kaum vermeiden.
Hmm, Versicherungen erhalten explizit keinen legalen Zugriff auf die ePA. Hierzu:
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Pharmakonzerne erhalten meines Wissens ebenfalls keinen Zugang; weißt du dazu etwas gegenteiliges? Statistiken zur Gesundheit der Bevölkerung sind verhältnismäßig gut besetzt, persönliche Informationen wiederum könnten aber sehr zielgerichtet und extrem sensibel für die Werbung genutzt werden. Als Vorteil könnte genannt werden, dass die Kombinationen unterschiedlicher Arzneimittel mitsamt deren Wechselwirkungen besser erforscht werden könnten, weil die Forschungslage hierzu eher dünn ist. Besonders die Frage, wie zwölf unterschiedliche Medikamente am Morgen miteinander wirken, testest kein Konzern. Allerdings sieht man hier nur das 'Papier', nicht die Lebenspraxis, wodurch Drittvariablen wie tatsächliche Einnahmezeitpunkte und allgemein compliance verschleiert bleiben.
Da Karl Lauterbach aber bereits davon schwärmte, wie wertvoll der Datensatz für Google, Meta und Co. sein wird, können die Pharmakonzerne ihre Werbung auch indirekt über jene laufen lassen; wie sich Nina Warken dazu verhalten wird, ist ungewiss. Aber irgendwie muss der ganze Bumms ja auch bezahlt werden, sagt die CDU.
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Pardon, ja, pseudonymisiert. Wie zuverlässig geht das eigentlich bei Arztbriefen mit Anschrift der Patienten oder Bildern, auf denen Patienten-Meta-Daten sichtbar sind?
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Nur weil sich jeder an der ePA der Anderen bedienen
könnte, es hierbei aber nur wenige
können, ist nicht gesetzt, dass dies auch jede
darf. Die Linie will ich durchaus halten.
Mit der Schwärmerei bist du langsam beim Kern des Hasen. Direkte Einsicht in
deine Akte gibt es nur mit deiner Zustimmung, dass stimmt. Aber eine automatische, statistische Auswertung der Inhalte deiner Akte, die ist im Rahmen von kommerzieller Forschung nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht. "Der Datenschatz" soll "gehoben werden" war die Formulierung der alten Bundesregierung - und wie es um den Lobbyismusanteil der neuen steht, brauche ich dir wohl nicht zu sagen.
Wenn die Krankenkasse also statistisch auswerten will, welche Leiden Personen haben, die in deiner unmittelbaren Umgebung wohnen, zum Zeitraum deiner letzten entsprechenden Abrechnung bei Zahnarzt X waren, drei Monate später bei Hausarzt Y Medikament Z verschrieben bekommen haben, etc., dann ist das eine vollkommen legitime Abfrage. Und wie Lauterbach sogar selbst gesagt hat, haben die einschlägigen Datenkonzerne (die ebenfalls wissen, was dein Smartphone wo war und die in den USA schon richtig tief im Geschäft drinne stecken), längst ihr Interesse angemeldet.
Wie unter diesen Umständen Datenmissbrauch verhindern will, die Frage wird seit Jahren gestellt. Die Antwort Lauterbachs lautet meines Wissens nach "die ePA ist sicher, vertrauen sie uns".
Yeah. Right.
Das stimmt so nicht. Gemäß DSGVO und Strafgesetzbuch dürfen Ärzt*innen die Daten ihrer Patient*innen nicht ohne deren Zustimmung weitergeben, und das gilt auch für die medizinische Versorgung. Hierzu gibt es auch nur wenige Ausnahmen (Notfälle, konsiliarische Kontakte bspw. in Krankenhäusern oder in größeren Praxen, sofern es medizinisch indiziert ist, oder eben meldepflichtige Krankheiten - dann aber ans Amt).
Berechtigte Korrektur. Meine obige Schilderung bezog sich mehr auf die Praxis denn auf die Rechtslage, denn die Daten in der ePA darf man ja z.B. auch nehmen, um Tarife für Vorsorgeversicherungen anzuheben, ganz großes Indianerehrenwort.
Praktisch habe ich noch nie einem Arzt eine Weitergabefreigabe unterschrieben und während die Sendung von Abschlussberichten an den Hausarzt teilweise (!) mündlich abgefragt wurde, liefen Anforderungen von Daten von anderen Ärzten immer komplett ohne mein Zutun ab. Wie gesagt: Ich glaube nicht, dass es da bislang systematischen Missbrauch war, eben gerade weil es bislang zu viel Umstände machte. Aber kannst du 100%ig ausschließen, dass deine Daten weitergegeben wurden? Ich nicht. Das nachzuweisen wird mit der ePA sogar beinahe einfacher. ("beinahe", weil es einem wenig nutzt, die "Forschungszugriffe" protokolliert zu sehen und weil ja niemanden einen tatsächlich böswilligen Arzt daran hindern kann, die Daten schon vor der Eingabe abzuzweigen. In Anbetracht der bereits jetzt auftretenden Probleme, Übergangslösungen und ähnlichem würde ich auch erwarten, dass die Anforderung von Daten auf anderem Wege noch einige Jahre parallel weiter existieren wird, ohne dass Sprechstundenhilfen Zeit für mehr als eine gehobene Augenbraue haben werden.)
Aha. So extrem lebensbedrohlich, dass du entspannt noch weitere Krankenhäuser abklappern und Meinungen einholen, persönliche Werdegänge von Ärzten erfragen, studieren und beurteilen kannst, sowie dir Gedanken über optische Nebensächlichkeiten machen?
Vielleicht verstehen wir unterschiedliche Dinge unter Lebensgefahr. Bei dem was ich darunter verstehe, schreit jeder Pfleger schon Alarm der dich sieht und du bist froh wenn du den Arzt noch erreichen kannst. Also akute Gefahr.
Siehst du: Das ist der Unterschied von "Meinung" und "Wissen".
Es gibt jede Menge Zustände, die man über Jahrzehnte mit sich herumschleppen kann, ohne etwas davon zu merken, aber wenn sie sich bemerkbar machen, dann gilt "Not OP". Und unter solchen Leiden gar nicht mal wenige, bei denen einen eine unpassende Behandlung zwar ein vorzeitiges Lebensende verhindert, einen aber bis zum natürlichen einschränkt. (Mehr Details werde ich hier nicht ausbreiten, ist zu persönlich.)
Genau. Deshalb versuchen alle in die gleiche Klinik zu stürmen. Weil die ja so viel Erfahrung haben.
Wie gesagt: In meinem Fall stammte die 1. Meinung schon aus einer recht angesehenen Abteilung. Aber nicht jedes Krankheitsbild ist eine geschlossene Gesamtheit und nicht jeder Patient Max Mustermann. Und wenn sich die verantwortlichen Ärzte weigern, mich bezüglich eines offensichtlichen Konfliktpotentials auch nur zu beraten, dann kommen schnell große Zweifel bezüglich der Behandlungsqualität auf. Ich konnte die seinerzeit glücklicherweise binnen weniger Tage auf digitalem Wege soweit bestätigen, dass ich erstmal auf die Bremse getreten bin. Die rundum fachkundige Beratung nachzuholen, hat dann etwas länger gedauert. Aber bereits bei einigen weiteren digitalen Antworten (Prinzip Streuschuss mehrere angefragt, weil ich mich eben komplett sitzengelassen gefühlt habe) hat man direkt gemerkt, dass keine 2.-Meinung gegeben, sondern einfach nur die 1.-Meinung des Kollegen abgenickt wurde. Und wie gesagt: Dessen Abteilung hatte sich, Ruf hin oder her, bereits bei der Diagnose saftige Patzer geleistet.
Bis jetzt hatte ich mich mit der technischen Umsetzung eher weniger beschäftigt. Wenn es sowas tatsächlich nicht gibt ist das ja keine echte Digitalisierung sondern pseudo Unsinn

Zuverlässig automatisch auswertbare Standardformate sind genau das was ich als Mehrwert erwartet hätte.
Mein Stand ist ~Herbst letzten Jahres. Lauterbach hat ja viel Lob, aber wenig klare Aussagen geliefert. Aber als er die ersten Einführungstermine genannt hat, war die Schaffung einheitlicher Formate ausdrücklich noch nicht abgeschlossen und man hat die Einführung ohne solche extra vorgezogen. Seitdem ging es nur um Verbesserungen bei der (Un-)Zugänglichkeit, aber nicht um eine sinnvolle Ausgestaltung der Inhalte.
Vielleicht kann ja hier mal jemand, der sich das Ding hat andrehen lassen und in dessen Krankheitsgeschichte es genug Daten gäbe, reingucken?