Das ist ja wohl der Gipfel: Hamburg, G20 und die Krawalle

Du pauschalisierst wieder. So einfach ist die Welt nicht.

Und ich meine nicht Betreuer. Es sind eben Menschen, die leichtgläubig sind, die sich einspannen lassen, weil ihnen einfach die Fähigkeit fehlt, es als nicht richtig erkennen zu können.
Da musst du eben ansetzen und sie in Schutz nehmen. Und das machen die Gerichte.
 
Wie gesagt, bei anderen Sachen wird sowas ja auch nicht berücksichtigt.

Und nicht diese Leute gehören in Schutz genommen, sondern die Gesellschaft. Sofern man nicht einen IQ über der eigenen Körpertemperatur hat, sollte man mit 18 Jahren wissen, dass man keine Läden plündert.
 
Und da greift dann wieder die Masse.
Wenn viele dabei sind, sinkt die Hemmschwelle auch mitzumachen.
So ist das eben, man sucht seine Persönlichkeit, man will dabei sein. Zwang der Gruppe und so. Rational ist da immer was anderes.
Siehst du auch gut bei Massenpanik. Da gibt es eine Gruppendynamik, die du als Individuum gar nicht eingehen würdest.
 
Und die Entscheidung, wann es "zu Fehlern gekommen" ist, trifft wer? Du? Nach welchen Kriterien? Auf der Grundlage welcher Informationen? Befaehigt durch welche Qualifikation?

Nach dem gleichen, nach dem es dir erlaubt ist, es anders zu sehen.

Der in Artikel 5 des Grundgesetzes zugesicherten Meinungsfreiheit.

Nach dem wievielten Bier am Stammtisch?

Ah, ohne das übliche Maß an Diffamierung macht es natürlich kein Spaß, oder?
 
Das sind Tendenzen, die ich überhaupt nicht mag. Umso schlimmer empfinde ich in
der weiten Forenwelt, wie von der erkennbar rechten Seite nicht einmal das Problem
erkannt wird, wenn die Polizei provilaktisch ganze Busse zum Umkehren zwingt. Dasd
gefährdet die Demokratie
...

/sign.
Aber das ist nicht weit weg von dem, was ich beschrieben habe: Die von dir beschriebene rechte Sichtweise konzentriert sich ebenfalls voll auf ein "dagegen" (nämlich links) ohne sich im klaren darüber zu sein, wo"für" man eigentlich ist. Da heißt man dann pauschal alles gut, was sich zerstörerisch der selbst ernannten Feinde (inkl. friedlicher linker Demonstranten) annimmt. Also z.B. Polizisten die jenseits allen Rechts verhaften und drauflosprügeln. Das damit gleichzeitig Taten gutgeheißen werden, die ureigenen Interessen der gemäßigten Rechten/der Konservativen zuwiderlaufen (nämlich ein strenger Rechtsstaat, der Verstöße gegen gesetzliche Vorgaben nicht duldet. Auch nicht durch Polizisten), realisiert dieser Teil des rechten Spektrums gar nicht erst, weil die Situation nicht durchdacht wird, sondern rein aus der Emotion heraus die Symptome (in diesem Fall) gefeiert werden. Das ist genauso dämlich wie ""Kapitalismusgegner"", die umgekippte Einsatzwagen feiern. (Bzgl. der Denkweise der Gutheißende. Bezüglich der Gewaltbereitschaft und der Folgeschäden sind die Beispiele nicht vergleichbar.)

Es lebe die postfaktische Gesellschaft in der Hirn uncool und Anzeichen von Nachdenken verdächtig sind.
 
Na das ist doch mal ein Urteil, dass den Namen verdient :daumen:
"...Die Videosequenzen zeigten den Deutschen, wie er in der Nacht zum 8. Juli inmitten vermummter Gestalten eine Filiale
der Drogerie Budnikowsky und zwei Supermärkte im Schanzenviertel plünderte sowie Steine und Flaschen auf Polizisten warf....."


Geht doch in Ordnung, wenn er es zugibt und die Beweise eindeutig sind . Steineschmeißer haben auf Demonstrationen
nichts zu suchen. Bei Rauben, Plündern fehlt jetzt nur noch duie Vergewaltigung. In diesem Fall halte ich das Urteil, ohne
weitere Fakten zu kennen, erst einmal für angebracht. Apropos, nur der Statistik wegen, wieviele Frauen wurden inzwischen
für ihre Taten im Rahmen des G20 verurteilt?

Insgesamt wäre es ja schön, wenn Demonmstrationen in Zukunft von allen Seiten gewaltfrei blieben.
 
Insgesamt wäre es ja schön, wenn Demonmstrationen in Zukunft von allen Seiten gewaltfrei blieben.

Ich kenne jetzt die Statistik nicht, aber sind nicht in der Regel praktisch alle Demonstrationen gewaltfrei?
Ich meine, wenn man bedenkt, wie viele Demonstrationen es im Jahr gibt und auf welchen die Polizei tatsächlich eingreifen muss?
Letztendlich ist es ja immer die 1. Mai Demo, jetzt der G20 Gipfel, der aber eben auch nicht jedes Jahr hier ist.
Ansonsten müsste ich jetzt echt überlegen, wo es noch zu massiven Gewaltausbrüchen gab, bei der die Polizei die Kontrolle verloren hat.

Vielleicht gibt es da eine Statistik -- würde mich mal interessieren.
 
Angemeldete 1.-Mai-Demos sind auch nicht gewalttätiger als andere. Selbst der revolutionäre 1. Mai in Berlin, dessen Ausschreitungen jahrelang die Berichterstattung dominierten, bringt heute zwischen Myfest und Deeskalationsstrategien der Polizei (da kann Hamburg noch sehr viel lernen...) keine großen Ausschreitungen mehr hervor. Die gab es in den letzten Jahren eigentlich nur noch bei G7/8/20, wo Anarchos aus ganz Europa das ideale Umfeld bieten, damit sich jeder lokale Krawallo ein paar Tage "Spaß" gönnen kann. (Und selbst da ist glücklicherweise die Gewalt insgesamt, trotz allem, zusammen mit der politischen Gewalt deutlich gesunken. Revolutionäre kommunistische Aktionen gab es in Hamburg genau so wenig wie tödliche Polizeischüsse. Das sah in Europa schonmal anders aus.)

"Gewaltfrei" ist aber natürlich relativ, da kann man immer eine Definition finden, die nicht zutrifft. Oder hat schon mal jemand einen gewaltfreien Kindergeburtstag erlebt? Ich nicht. (Zugegebenermaßen: Ich habe auch schon lange keinen mehr erlebt. Sieht man diversen Meetings ab. Die auch nicht frei von -verbaler- Gewalt waren. :ugly:) Wenn sich mehrere tausend Leute zu einer Demo treffen, finden sich immer ein paar Chaoten, die sich darunter mischen. Notfalls holt man die Hamburger Polizei dazu, dann bleibts garantiert nicht "gewaltfrei".
 
Dass es bei Demonstrationen immer mal zu Festnahmen kommen kann, ist klar, aber ich kann mich nicht mehr daran erinnern, dass bei Demonstrationen Molotow Cocktails, Steine oder sonst was geflogen sind und dass die Polizei die Kontrolle verloren hat.
Selbst die letzten Gipfel Treffen in den letzten Jahren waren lange nicht so extrem wie dieses Jahr in Hamburg.
 
Korrigiere ich mich, wenn ich falsch liege, aber auch in Hamburg sind keine Molotow Cocktails geflogen. Und es wurden auch in den "Hinterhalten" keine sichergestellt. Was brannte waren Barikädchen aus Mülltonnen, aber abseits der Demonstrationen. Das ist aber nicht sooo selten (leider), genausowenig wie Steinewürfe. Es braucht halt nur 2-3 Idioten als Minimum. Wirklich selten ist in der Tat dass die Polizei "die Kontrolle verliert" (außer über ihre eigenen Hände...). Aber davon kann in Hamburg auch keine Rede sein, denn die Polizei hatte sich darauf vorbereitet, iirc "8000 Gewaltbereite" zu kontrollieren und hat im Vorfeld auch mehrfach ihre Einsatzfähigkeit selbst jenseits de gesetzlichen Rahmens gegen mehrere Tausend friedliche, legale Demonstranten erfolgreich getestet. Dass sie in der einen Nacht keine Kontrolle über zwei Straßenzüge mit einigen Dutzend bis wenigen Hundert Krawallos hatte, lag also nicht daran, dass sie die Kontrolle "verloren" hätten, sondern daran dass sie bewusst keine Versuch unternommen haben, die Lage zu kontrollieren.

Diese Form der Vernachlässigung staatlicher Pflichten, des im Stichlassens von Bürgern und des laufen lassens von Kriminellen war in der Tat ziemlich einzigartig (zum Glück) und es bleibt nur zu hoffen, dass es sich nach dem Lob durch Politik, der Ignoranz durch Medien und der Duldung durch Bürger nicht zu oft wiederholt. (Was aber nicht meiner Aussage widerspricht, dass Demonstrationen selbst im Umfeld von Gipfeln und am 1.Mai zum allergrößten Teil friedlich ablaufen.)
 
Dass sie in der einen Nacht keine Kontrolle über zwei Straßenzüge mit einigen Dutzend bis wenigen Hundert Krawallos hatte, lag also nicht daran, dass sie die Kontrolle "verloren" hätten, sondern daran dass sie bewusst keine Versuch unternommen haben, die Lage zu kontrollieren.

Aber auf wessen Befehl hin?
Die Polizei bekommt ja ihren Auftrag dort und dort hinzugehen und Sicherheit und Ordnung herzustellen.
Wenn sie jetzt, wie du sagst, bewusst einige Straßenzüge ausgelassen hast, könnte man von einem Vorsatz sprechen und das ist dann strafrechtlich relevant, wenn ich mich nicht täusche.
Wo ist also die Aufklärung dessen?
Wo ist der Untersuchungsausschuss?
 
Wo ist also die Aufklärung dessen?
Wo ist der Untersuchungsausschuss?
Erst recherchieren, dann schreiben:
Sonderausschuss arbeitet G20-Krawalle auf | NDR.de - Nachrichten - Hamburg

Eines der Ergebisse:
"...Nach dem Großeinsatz beim G20-Gipfel in Hamburg wird gegen 95 Polizisten wegen möglicher Straftaten intern ermittelt. Wie die ZEIT berichtet, laufen 78 Verfahren wegen Körperverletzung im Amt. In sieben Fällen wird wegen Nötigung ermittelt, in drei wegen Strafvereitelung im Amt. Jeweils zwei Verfahren laufen wegen Beleidigung und Verletzung des Dienstgeheimnisses. In einem Fall wird wegen Bedrohung ermittelt. ..."
Polizeieinsatz bei G20: Interne Ermittlungen gegen 95 Polizisten | ZEIT ONLINE


Harter Tobak, genau darüber reden wir hier ja auch die ganze Zeit
 
Wow, das ist wirklich „harter“ Tobak. Ganze 95 Ermittlungsverfahren bei ca. 31.000 Polizisten.

Also 0,31%?

Wie lautet nochmal das Lieblingswort der Medien und Politik bei bestimmten Fällen?

Achja, Einzelfall. Nie war es passender als hier.
 
Klar sind das Einzelfälle. 99,9% aller Polizisten sind verantwortungsvolle Leute.
Aber gegen die wenigen muss doch ermittelt werden, oder etwa nicht?
 
Genau wie die Demonstranten, 99,9% aller Demonstranten waren völlig gewaltfrei.
Einzelfälle, trotzdem ärgerlich für den betroffenen Einzelfall. Weder mag der
Polizist einen Stein im Auge, noch der Bürger einen Knüppel im Sack.

Trotzdem finde ich es bedenktlich, wenn das Prozentuale Verhältnis von gut
ausgebildeten Polizisten ähnlich ist, wie noch Bürgern. Genau darum geht es ja
in dieser Diskussion, wieso diese Einzelfälle passieren und wie man das System
optimieren kann. Z.B. mit eindeutig identifizierenden Nummer auf jeder Polizei
Uniform. Was spricht dagegen? Denn Polizisten sind vermummt, Videobeweise
bringen also wenig, Kollegen unterliegen einem Schweigegelübte.
 
Mit dem Unterschied Aktion>Reaktion.

Die 0,31% der Polizisten gegen die jetzt ermittelt wird, haben nur auf die Gewalt der "Demonstranten" reagiert.

Und deshalb bin ich der Meinung, dass da angesetzt werden muss. Es sind nicht die Polizisten, die mit dem erklärten Ziel der Krawallmache nach Hamburg gekommen. Sondern linke Gewalttäter.
 
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