Habe jetzt nur die letzten Posts überflogen, aber hier relativiert doch niemand was. Hier wird doch nur auf falsches Vorgehen auf der "anderen" Seite hingewiesen. Ob das in Hamburg der Fall war... keine Ahnung. Aber meine Güte, dass die Polizei, oder vielmehr manche Polizisten, einfach gerne ohne triftigen Grund drauflosprügeln ist doch nichts neues mehr und hat wenig mit relativieren zu tun...
Doch, jede Art der "die haben aber auch" und "hätte man dies oder das nicht gemacht, dann wäre nichts passiert" usw. ist eine Art der Rechtfertigung und Relativierung.
An vielen Stellen kann ich das auch akzeptieren, dass man sich vor jemanden stellt, der Sch... gebaut hat.
Nicht aber hier. Diese Menschen sind mit dem Ziel angereist, Randale zu machen. Es war schlicht nicht die Polizei, die sie durch ihre Verhalten dazu genötigt hat. Das ist eine totale Verdrehung der Tatsachen. Auch wenn die Polizei in Hamburg oder auch in der Vergangenheit Fehler gemacht hat, unschöne Dinge passiert sind (<- Relativierung! ), dann ist das absolut kein Grund für dieses Verhalten.
Ich verabscheue diese Menschen, diesen Gewalttourismus.
Ich habe auch ein echtes Problem mit Menschen, die ernsthaft Anarchie als erstrebenswertes Lebensmodell sehen. Die sind in meinen Augen einfach nur grenzenlos naiv oder egoistisch und in ihre eigene Stärke verliebt. Jemand, der meint, es würde gerecht zugehen, wenn es keine Hierarchie mehr, und niemanden gibt, der die Gerechtigkeit einfordert, wenn nötig auch mit Nachdruck, der hat den Menschen einfach nicht verstanden.
Wie ich schon schrieb, das Ziel des Humanismus, alle Menschen gleich, fair, gerecht und menschlich zu behandeln ist ein sehr ehernes Ziel, dem ich mich sofort anschließe. Deswegen finde ich den linken Gedanken auch grundsätzlich ok, auch wenn er von vielen völlig falsch interpretiert wird, und so zu einem Medium für Gleichmacherei, Missgunst, Neid, Egoismus und Faulheit herabgesetzt wird. Aber wie dem auch sei, den absolut berechtigten Belangen der linken Demonstranten, die sich mit teilweise absolut nachvollziehbaren Argumenten gegen die Globalisierung aussprechen (ohne aber allerdings eine sinnvolle Alternative bieten zu können, was ich ihnen wieder gerne vorhalten würde), diese legitimen Belange werden schlicht
konterkariert durch diese Gewaltexzesse.
Und warum dann ausgerechnet Menschen, denen die linke Idee nahe liegt, die sie leben und verteidigen wollen, sich VOR die Gewalttäter stellen, ihre Aktionen in irgendeiner Weise relativieren ("...aber die Polizei hat doch auch..." oder "...es waren doch auch sooo viele friedliche dabei") kann ich einfach überhaupt gar nicht verstehen.
Ich meine, wenn jemand ernsthaft die Gräueltaten der Nazis damit relativiert, indem er sagt "aber die Türken haben doch auch massenhaft Albaner getötet", "die Juden haben uns doch alle ausgenommen" oder "es gab Millionen Deutsche, die gar nichts böses getan haben", dann wird das im Allgemeinen auch zurecht in keinster Weise akzeptiert. Genauer: Wenn ich das zu meiner Meinung machen würde, dann würdet ihr mich sofort in die rechtsextreme Ecke stellen. Und das vollkommen zurecht!