Das große Retro benchen

Vielleicht sollte man eine extra lahme CPU verwenden, um die Release-Version-Spielzeit bis zum ersten Game-Breaking-Bug von 15 auf 20 Minuten zu dehnen?
*scnr*
 
Laut den Specs auf der Packung sollte ein P2-400 reichen... Wohl auch eher handgeschätzt? ^^
Ich glaube nicht, dass es mit einem P2 gehen würde. Ich weiß auch nicht, wie ich auf so einem alten System feststellen kann, was genau limitiert, werde es aber mit dem nächsten System herausfinden. Das wird zum Start eine Geforce 3 TI haben und dann kreuztausche ich die Karten mal. Ich tippe aber drauf, dass der P3 immernoch limitiert, so wie sich das mit der Auflösung verhält.
 
Zuletzt bearbeitet:
Vielleicht sollte man eine extra lahme CPU verwenden, um die Release-Version-Spielzeit bis zum ersten Game-Breaking-Bug von 15 auf 20 Minuten zu dehnen?
*scnr*
Ist das nur die reale Wiedergabe der Tastsachen oder Kritik an meiner Spielereligion :D?
Ja "bestes Spiel der Welt" darf auf Piranha Bytes bezogen sicherlich nicht technisch verstanden werden. Aber ich liebe die Spiele und die Community einfach. Was sich bis Elex getragen hat, ist dass man eine Anordnung von NPCs sieht und man aus dem Bauchgefühl des Piranha Bytes Veteranen weiß, da wird vermutlich irgendwas gehen, was so nicht vorgesehen ist, wenn ich das und das mache. Bei vielen Dingen kann man sich ja nicht mal sicher sein, ob sie so sein sollen oder nicht. Aber mir hat das alle die Jahre immer Spaß gemacht.
 
Mal ein anderer Beitrag - lasst die Karten in Ruhe, wenn ihr euch nicht damit auskennt

Keine Angst. Der Retro 5 steht schon neben mir und bencht vor sich hin. Dauert nicht mehr lange. Aber heute mal noch was anderes zwischengeschoben. Mir ist es ein Anliegen die Technik für die Nachwelt zu bewahren und zu dokumentieren. Mir ist es auch egal, ob das 2 Leute lesen oder 100 oder 1000. Ich würde das sogar einfach nur für mich selbst machen und wenn andere mit mir Spaß dran haben, dann ist es umso schöner. Wir werden viele Grafikkarten durchgehen und es wird viele Fotos geben. Dabei ist es mir wichtig, dass es zum Großteil meine eignenen Grafikkarten von damals sind oder die von Freunden oder Dinge, die ich aus dem Schrott rette und wieder fit mache. Sehr selten kaufe ich fertige Karten zu. Und die Preise sind ja heute auch nicht ohne. Und wenn sich jemand da seine Jugendkarte zurückkauft oder den Traum, den er damals hatte erfüllt, dann finde ich das auch völlig in Ordnung, dass das was kostet. Ist ja auch Arbeit die Karten wieder hinzubekommen, was wir später in diesem Thread sehen werden.

Die Karte, um die es jetzt geht und ich nenne hier keine Namen, habe ich zugekauft, weil es quasi der Endausbau unter den Geforce 4 TI4200ern ist und ich sie auch mit anderen vergleichen wollte. Ich werden hier keine Namen nennen und jeder hat vielleicht auch mal einen schlechten Tag aber die Karte wurde als vom Profi überholt verkauft - von einem Händler. Und da muss ich dann sagen, bitte fair bleiben und wenn ihr es nicht könnt, einfach sauber machen und verkaufen aber an nix dran gehen. Das ist wie mit amerikanischen Unfallautos. Wenn die Amis daran was reparieren, ist hinterher oft mehr Arbeit dran als vorher.

IMG_20260303_205754.jpg


IMG_20260303_205710.jpg


IMG_20260302_125320.jpg


Um die Chinapads billigster Sorte seis noch drum. Die Wärmeleitkomponeten früher waren auch nicht besser aber zumindest die richtige Stärke auswählen und nicht weil die Pads auf einer Seite viel zu dick sind, das dort irgendwie mit Gewahlt zusammenquetschen, krumm und schief, dass auf der anderen Seite alles in der Luft hängt.
Die Karte ist jedenfalls kaputt und es ist nicht unwahrscheinlich, dass sie durch diese "Revision" kaputt repariert wurde. Ich will keinem was unterstellen, vielleicht hat auch ein unerfahrener Mitarbeiter was dran gemacht. Ich werden entsprechend auch nicht versuchen die Karte zu reparieren. Ich bekomm auch mein Geld zurück, also alles kein Theater. Ich sehe sowas nur häufiger und es ist doch keine Raketenwissenschaft und ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand der sich auskennt, das so abgibt.

In diesem Sinne. Leute lasst die armen Grafikkarten in Ruhe oder beschäftigt euch ein bisschen mehr damit, wie man sowas macht. Zwei Hände, ein Kopf und etwas Übung sind normal ausreichend das ordentlich hinzubekommen.
 
Der Retro 4 im Aufrüstungstest - Mehr FPS in Gothic?

Das Phänomen mit den FPS bei Gothic hat mir jetzt keine Ruhe gelassen. Und wie Thilo in einem Kommentar schrieb, laut Packung, soll das Spiel auf einem P2 400 laufen. Während der Retro 5 also einige Benchmarks durchläuft und darauf wartet, dass ich nicht mehr ganz so stark erkältet bin, wie gerade, habe ich die Tage mal noch getestet, was dem Rechner hier helfen könnte, höhere Framerates zu erreichen.

Erstmal habe ich den RAM von 128 auf 256MB aufgerüstet, was beim SuperPI etwas geholfen hat (Ausgangswert ziemlich genau 3 Minuten). Den SuperPI hatte ich im ursprünglichen Beitrag gar nicht genannt. Es zeigt aber schon, das wir hier noch deutlich langsamer als auf den anderen Systemen unterwegs sind und was hier in wenigen Jahren, teilweise Monaten, in der damaligen Zeit passiert ist:

superpi.jpg


Was ich übrigens wirklich interessant finde, der obere RAM war der verbaute, der auf jeden Fall schon immer in diesem Rechner war und den unteren habe ich nachgesteckt. Die Medionnummer ist gleich und der RAM scheint auch identisch aber ihr seht ja selbst:

IMG_20260304_205957.jpg


Im Spiel hat das Ganze allerdings gar nichts gebracht. Also habe ich eine, wie ich finde, sehr schöne Albatron Geforce 4 MX480 (ja - ich weiß, dass das ein Kunstbegriff ist) getestet. Die Karte habe ich gewählt, weil ich damals viele Freunde hatte, die sich keine TI leisten konnten und Gothic mit MX Karten gespielt haben.

IMG_20260225_181110.jpg


Die Karte sollte man in DirectX 7 auch nicht belächeln, weil sie für die damalige Zeit wirklich sehr hohe Taktraten erreichen kann:

MX480_Rivatuner.jpg


Das Ganze führt in diesem System dann zu folgenden 3DMark Ergebnissen, was schon zeigt, dass die Karte in dem System stark eingebremst wird aber doch ein gutes Stück schneller als die Geforce 2 ist:

2001_MX480_overclocked.jpg


Und hat es in Gothic was gebracht? Nein. Überhaupt gar nix hat es gebracht. Also ist es doch ganz klar. Die CPU ist schuldig? Oder?

Naja. Ich habe die Karte, dann in den Retro 5 verfrachtet, über den ich bis jetzt nur verrate, er ist irgendwo so bei 7500 Punkten im 3D Mark mit diese Karte. Dort also wieder Gothic installiert uuuuuuund........

Tja. Das läuft auch nicht wirklich anders. Der einzige Unterschied, wenn ich still stehen bleibe und 2 Sekunden warte, füllen sich die FPS auf bis auf 60. Sobald ich mich wieder bewege, bin ich wieder bei den 22-35, wie mit dem Pentium 3, bei dem dieses "Aufladen" nicht passiert. Ich bin mir vom Bild ziemlich sicher, dass es kein Fehler von Fraps ist, sondern die Raten korrekt angezeigt werden. Ich habe noch nicht kontrolliert, auf welchem Patchstand das Spiel ist. Ich habe in allen Fällen den Detonator 45 genutzt. Vielleicht kann jemand das Phänomen erklären.

Ich will mich auch nicht zu sehr in dieser Sache verfangen aber für Gothic war es es mir wert, das etwas genauer zu ergründen.
 

Anhänge

  • 2001_overclocked.jpg
    2001_overclocked.jpg
    112,9 KB · Aufrufe: 10
Zuletzt bearbeitet:
Du hast wohl eine alte Version von Gothic, die keine Community-Updates enthält.
Dort ist es Normal das bei Tastendruck die FPS auf ~23 fallen, das wurde nämlich erst von der Community entfernt.
Inzwischen ist das im SystemPack bzw. Union integriert, gab es aber auch mal als eigenständigen Fix - lange bevor es das SystemPack gab.

EDIT: Hab den eigenständigen Fix wiedergefunden, die GothicFps-108.zip von dort:

Falls du es ohne Systempack spielen willst - oder musst, falls dieses nicht zu einem so alten Windows kompatibel ist.
 
Du hast wohl eine alte Version von Gothic, die keine Community-Updates enthält.
Dort ist es Normal das bei Tastendruck die FPS auf ~23 fallen, das wurde nämlich erst von der Community entfernt.
Inzwischen ist das im SystemPack bzw. Union integriert, gab es aber auch mal als eigenständigen Fix - lange bevor es das SystemPack gab.

EDIT: Hab den eigenständigen Fix wiedergefunden, die GothicFps-108.zip von dort:

Falls du es ohne Systempack spielen willst - oder musst, falls dieses nicht zu einem so alten Windows kompatibel ist.
D´oh! :daumen: Danke für den Tip und ein Hoch auf die Gothic Community. Ich war vorgestern auch schon etwas im guten alten World of Gothic unterwegs und hab mir die alten Downloads angeschaut aber auf Anhieb nicht das richtige gefunden. Ich spiele Gothic noch regelmäßig aber da gehts ja dann mehr darum, wie läuft es auf einem aktuellen System und die L´hiver Mod, den DX11 Renderer und so weiter. Ich habe mich die Tage auch mit der ehemaligen Besitzerin des Aldi Rechners darüber unterhalten, dass ich mit Absicht nicht einfach wild alles an Patches draufgehauen hab, was ich auf einem aktuellen System draufhaue. Aber dank dir haben wir ja jetzt etwas, das wir gezielt angehen könnte. Ich wollte mich ja nicht damit aufhalten. Wenn nicht zwischenzeitlich ein Verbund von Nvidia KI Grafikkarten die Weltherrschaft an sich reißt, habe ich aber ja noch so 40 Jahre Zeit und weil es Gothic ist.......
 
Zuletzt bearbeitet:
Mehr FPS in Gothic!

Dank des Forenmitglieds Homerclon wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass die niedrigen FPS in Gothic ein bekanntes Problem sind. Da ich Gothic 1 nach meinen ursprünglichen Runs erst wieder in Angriff genommen hatte, nachdem größere Modpacks verfügbar waren (die den Fix wahrscheinlich inkludieren), war mir dieser Umstand nicht bekannt.

Es wurde also folgendes installiert:
- Gothic Patch 1.08k
- Gothic Playerkit 1.08k
- Gothic FPS Patch

Uuuund hats was gebracht? Ja! Also wieder die Geforce 2 MX eingebaut und übertaktet, den zweiten Ramstick wieder ausgebaut. Wir landen damit jetzt bei 99% konstant über 30fps mit ganz ganz wenigen Drops auf 28fps und es geht auch mal hoch auf 42fps.
Das bringt uns wieder zur ursprünglichen Frage, ob eine Aufrüstung des Aldi Rechners etwas gebracht hätte. Also wieder die Albatron MX480 und den Ram eingebaut. Die Karte habe ich dann auf letzlich 375Mhz Core und 475 Mhz Ram gebracht.
Und was bringt es? Gar nicht mal so viel. Die Framedrops landen jetzt bei 32 statt 28fps und die höchsten Werte landen in den niedrigen 50ern. Hier segeln wir also in vielen Szenen, zumindest bei Gothic, dann wohl doch haarscharf am CPU Limit, den die Karte ist in DX7 und mit diesem Takt gar nicht soweit von einer Geforce 4 TI weg. Spielen lässt es sich aber mit beiden Konfigurationen.
Fazit ist für mich also der Aldi Rechner ist auch in seiner ursprünglichen Konfiguration Gothic fähig und das Problem liegt am Spiel selbst.
Dass ich das Spiel auch vor dem Patch als "wie es damals eben war" empfunden habe, zeigt mir wieder, wie verwöhnt wir heute sind. Mussten wir damals gefühlt alle 6 Monate die Grafikkarte wechseln um uns in vielen Spielen über 30fps zu würgen und haben wir tapfer mit unter 30fps unsere Pal Versionen auf Konsole gezockt, so wird heute in vielen Gruppen jeder verschriehen, der nicht mindestens eine 5080 und ein 165 Hz Monitor hat, als wäre es ein Verbrechen mit einer Intel Arc zu spielen. Damals zählte viel mehr der Spielspaß. Ich hatte auch lange Zeit das Problem, dass mir Spiele keinen Spaß mehr gemacht haben, weil ich als Technikfreak eben Pixel Peeping betrieben habe und gefühlt mehr mit dem Einstellen eines Spiels und des Treibers verbracht habe, als mit dem eigentlichen Spiel.
Ich habe mir das Pixel Peeping selbst verboten. Zwar werde ich nie davon wegkommen meinen Rechner bis ans Limit zu treiben, weil mir das OC einfach zu viel Spaß macht, doch kann ich Spiele durch diese freiwillige Selbstbeschränkung heute wieder genießen. Wie das ein PCGH Redakteur schaffen kann, ist mir dabei schleierhaft. Ich stelle mir das sehr schwierig vor.
Lasst euch also nichts einreden und genießt das Spielen. Wenn der Geldbeutel eben nur für eine B580 reicht oder eine 9060XT, dann go for it. Es lässt sich damit besser spielen als damals oft mit High End Hardware und die Halbwertszeit der Hardware ist auch länger als damals und habt keine Angst vor FSR und Co. Zwar machte das ständige Hardware wechseln und die extreme Geschwindigkeit der Entwicklung die damalige Zeit so interessant, dass sie mich eben bis heute fasziniert und auch nur das hat ja dazu geführt, dass ich soviel Hardware habe, doch ist technisch gesehen, aus meiner Sicht, für den Spieler heute einfacher.


Was ich jetzt hier nicht mehr mit einfließen lasse ist, ob mehr CPU Power etwas hilft. Das schauen wir uns dann im Rahmen der Vorstellung des Retro5 an. Der Aldi Rechner ist jetzt erstmal vom Tisch.

IMG_20260313_233620.jpg
 
Laut den Specs auf der Packung sollte ein P2-400 reichen... Wohl auch eher handgeschätzt? ^^
Ich glaube nicht, dass es mit einem P2 gehen würde.
P2 weiß ich nicht, aber ich hab damals Gothic auf einem P3 Katmai (Slot 1) 450 MHz "gespielt".
Flüssig kann man es nicht wirklich nennen, es kam immer wieder zu starke Nachladeruckler (als ich 2006 G3 gespielt hatte, erinnerte mich das daran wie ich G1 gespielt habe). G1 war dennoch mein Lieblingsspiel.
Wie viele FPS es erreichte - also wenn der Limit nicht gerade aktiv war -, und es gerade nachlud, weiß ich jedoch nicht.

Dass ich das Spiel auch vor dem Patch als "wie es damals eben war" empfunden habe, zeigt mir wieder, wie verwöhnt wir heute sind.
Daher ja, wir sind verwöhnt heute.
 
Große Unterschiede Deschutes vs. Katmai gibt es nur, wenn "KNI" genutzt wird. Da Gothic mit ziemlicher Sicherheit nicht SSE-optimiert ist, entspricht ein PIII-450 einem PII-400 mit 12 Prozent mehr Takt und verdoppeltem L2; mehr als 15 Prozent Leistungsunterschied würde ich nicht erwarten.
 
Der Retro 5 ist fertig - und ehrlich gesagt auch eine kleine persönliche Korrektur

Ich bin ganz ehrlich AMD war damals für mich persönlich kein Thema. Zwar habe ich für viele Freunde Sockel A Systeme gebaut, doch empfand ich es damals immer als günstigere Alternative. Die Sockel A CPUs waren auch rein optisch im Vergleich zum Sockel 478 einfach so altbacken. Dann fand ich die Kühlermontage beim Sockel 478 einfach genial, während die Montage beim Sockel A weiterhin unnötig gefährlich erschien. Rückblickend sehe ich das anders und denke, dass auch mir persönlich der Sockel spaß gemacht hätte, hätte ich diese Vorurteile damals überwunden. Und so habe ich mich entschieden, den Retro 5 dem Sockel A zu widmen und das System, dass ich damals für einen guten Freund gebaut habe, weitesgehend wieder nachzubauen. Denn er hatte damit immer Spaß und wir haben gemeinsam viele Schlachten auf Lanpartys geschlagen.


IMG_20260222_190605.jpg



Gehäuse:

Ein MS-Tech Gehäuse mit allen Sünden der damaligen Zeit. Das Gehäuse wurde wohl mit vorinstalliertem Netzteil gekauft und verwendet, was noch nie wirklich eine gute Idee war. Das Netzteil zeigt nach alle den Jahren auch seine besondere Qualität, denn die Kabel sind strohig und morsch, wie ich es sonst nur von 70er Jahre Oldtimern kenne. Da ich es mit dem Originalzustand ja nicht bis in letzte Detail genau nehme und kein Feuer im Bastelkeller provozieren will, wurde das Netzteil durch eine modernes aus irgendeinem OEM PC ersetzt, was den damaligen Anforderungen locker gewachsen ist und optisch genauso wenig dahermacht wie das originale :). Das Gehäuse wurde vom Vorbesitzer (Forentmitglied 4l3x Bruder) über die Jahre verändert. So wurden an der Front ein ASUS Schriftzug mit Aufklebbuchstaben aus dem KFZ Bereich (mir sieht das nach ATU aus :D - fehlt noch 2 x 90 DTM) angebracht, sowie das ganze Gehäuse mit schwarzer Folie beklebt. Außerdem wurde ein Logitech Logo auf der Scheibe angebracht, das zu diesem Zwecke extra angefertigt wurde. Da noch bekannt war, dass sich unter der Folie ein Blau befindet, haben wir uns entschlossen die Folie zu entfernen und auch der Logitech Aufkleber musste weichen, um eine Politur der Scheibe zur ermöglichen.

Die Entfernung der Folie hat leider oben auf dem Gehäuse nicht so funktioniert, wie erhofft und meine übliche vorgehensweise, solche Klebereste mit einem Melaminschwamm zu entfernen, führte leider zu diesem Ergebnis, weshalb wir hier mit etwas Patina leben müssen:

IMG_20260331_143222.jpg


Nicht so beim Acryglas. Hier hilft mir meine Erfahrung und mein Werkzeug aus dem Autopflegebereich. Meine kleinste Poliermaschine, die CW Evo Mini, kombiniert mit einem Mediumpad und der Menzerna 3500 Politur sind meine gewohnte Waffe um Tachogläser wieder auf Vordermann zu bekommen und auch die Anwendung hier, führt zu durchaus schönen Ergebnissen:

Vorher:
IMG_20260331_143131.jpg


Die Waffe:

IMG_20260331_144239.jpg


Nachher:

IMG_20260331_153003.jpg


Des Weiteren wurden noch eine UV Katlichtkathode und die beiden Coolink Lüfter aus dem allerersten Beitrag im Thread verbaut.


Mainboard

Hier setze ich auf eines der wohl beliebtesten Sockel A Boards. Ein ASUS A7N8X. Wie ich schon schrieb, bin ich bei Sockel A nicht so im Thema aber dieses Board und der Nvidia Nforce 2 Chipsatz sollte uns alle Möglichkeiten geben, die mit dem Sockel A so möglich sind. Außerdem wird DualChannel RAM unterstützt, was beim Sockel A eher die Ausnahme ist.

IMG_20260220_201956.jpg



CPU

Ein Barton hat sich in meinem Bestand nicht gefunden, da ich aber ja auch das System meines guten Freundes nachbauen wollte, kommt hier ein Athlon XP 2400+ mit Thoroughbred B Kern zum Einsatz.


IMG_20260221_233215.jpg



CPU-Kühlung

Der CPU Kühler ist mir nicht bekannt, vielleicht weiß hier jemand, um was es sich handelt. Auf jeden Fall ist ein für die damlige Zeit relativ schwerer Kupferkühler mit dickem Boden und hoher Finnenanzahl. Der sollte also ausreichend Spielraum geben. Wie immer, war der Kühler völlig verdreckt und der Lüfter defekt. Nach einer gründlichen Reinigung, bei der auch das Kühlpad Marke Autounterbodenschutz entfernt wurde, wurde noch der Lüfter getauscht und der Kühler war damit wieder für den Einsatz bereit.

IMG_20260221_232758.jpg

IMG_20260221_234327.jpg


RAM

Da der RAM bei dieser Mainboard CPU Kombination synced zum FSB laufen kann und das auch die meiste Leistung bringt, kommen wir hier eigentlich mit jedem Kit klar, was über die 266 Mhz hinauskommt, weshalb die Wahl auf dieses 2x 512MB 400 Mhz CL2,5 Kit aus meiner Krabbelkiste gefallen ist:



IMG_20260325_213951.jpg



Grafikkarte

Da ich ja das System meines Freundes nachbauen wollte und dieser ein riesiger Gothic Fan ist und wir mit der Karte ja schon im Aldi Rechner getestet haben, habe ich mich für die Albatron MX480 entschieden, die es mir wegen des blauen PCBs ja sowieso angetan hat. Der Bau der Rechner dient ja sowieso nur als Plattform und es werden noch genug Karten ihre Bühne bekommen und so können wir gleich herausfinden, was uns die doch weitaus schnellere CPU in Gothic so bringt.

nach der Demontage des Kühlers zeigte sich, dass hier mit größter Wahrscheinlichkeit noch die erste Paste aufgeftragen war, und diese, wie man sieht, auch schon ordentlich gelitten hat. Da die Paste komplett weiß ist, sollte sie aus dieser Zeit stammen. Solche frühen Keramikpasten werden schon lange nicht mehr verwendet und sind im Vergleich zu heutigen Pasten auch wirklich schlecht, boten aber damals als erste den Vorteil, dass sie nicht leitend waren. Vertreter waren damals die Artic Cooling MX1, die Artic Ceramique oder die Titan Nano Grease. Übrigens ist das heutige artic, das damalige artic-cooling (aus der Schweiz, mittlerweile Deutschland), während das damalige arctic eine Firma aus den USA war, die den älteren noch durch die Artic Silver Paste bekannt sein dürfte.
Die Spähne, die ihr in der Wärmeleitpaste sieht, stammen daher, dass mir einer der Haltepins des Kühlers gebrochen ist und ich den Kühler etwas aufbohren musste, da ich solch dünne Pins nicht in meinem Sortiment habe.

IMG_20260225_184221.jpg

Nach der Reinigung sehen, wir jetzt, was sich hinter Albatrons Kunstbegriff MX480 verbirgt, nämlich eine Geforce 4 MX440-8X. Also die letzte Ausbaustufe der DX7 Karten.

IMG_20260225_185727.jpg


Ich bin schon immer Fan eines flächigen Auftrags der WLP. Gerade, wenn ihr solche Uraltkarten neu bepastet, würde ich von Kreuz und Punktmethode Abstand nehmen, da die Federstifte oft einfach nicht genug Anpressdruck haben, um hier für eine ordentliche Verteilung der Paste zu sorgen. Aus selbigen Grund, habe ich mich hier in Form der Halzniye HY880 für eine recht einfache und nicht zu zähe Paste entschieden. Was hilft eine Halzniye HY-P17, eine Duronaut oder auch die PCGH Paste, wenn sie sich nicht verteilt. Und besser als die originale ist auch diese allemal.


IMG_20260225_190358.jpg


und fertig für den Einsatz:

IMG_20260325_214602.jpg


Betriebssystem

Es ist ein Athlon XP. Also was sonst. Hier gabs auch keinerlei Probleme bei der Installation.


Ausgangswerte und Overclocking

Wo ich mich definitiv so nicht mehr dran erinnern konnte und zuerst dachte, ich hätte die falsche CPU gesteckt, auf 100Mhz Bustakt bootet der 2400+ als 1800+. Nach der korrekten Einstellung wurden dann im SuperPI folgende Werte erreicht:

SuperPi_ori.jpg


und gepaart mit der MX480 auf ihrem Standardtakt von 275/405 Mhz zeigte der 3DMark 2001 dieses Ergebnis:

3dmark_ori.jpg


Die CPU konnte ich ohne eine Spannungsanpassung noch von 133 auf 145 Mhz Bustakt erhöhen und damit folgenden Wert im SuperPi erreichen:

SuperPi_OC.jpg


zusammen mit der erheblichen Taksteigerung der Grafikkarte ergab das im 3D Mark 2001:

3dmark_oc.jpg


Abgesehen von der starken Übertaktung der Grafikkarte beeindruckt mich SuperPi am meisten. Nicht die erreichte Steigerung und auch nicht, dass mir das nicht bewusst gewesen wäre aber wenn man sich vor Augen hält, was hier damals in zwei Jahren, verglichen mit dem Pentium 3 passiert ist. Beide CPUs sind in ihrer jeweiligen Zeit einem ähnlichen Segment zuzuordenen und der Pentium 3 brauchte hier noch die fast dreifache Zeit. In der heutigen Zeit gar nicht mehr vorstellbar. Man überlege ein 285K würde 3x schneller als ein 14900K sein. Auch wieder einer der Gründe, warum das damals eine so spannende Zeit war.

Gothic

Wir hatten die MX480 in Gothic ja bereits mit mäßigem Erfolg in Kombination mit dem Pentium 3 im Aldi Rechner getestet und ich kam zum Schluss, dass wir hier im CPU Limit oder zumindest ganz knapp davor sind. Was ich schonmal sagen kann. ohne den Patch, verhält sich das Spiel kaum anders, als auf dem Aldirechner. Und dass ich das und andere nicht aus dem Stegreif wussten, ist nicht blöd, wie es bei Facebook kommentiert wurde, sondern der Herangehenweise meines Tagebuchs geschuldet. Ich dokumentiere die Dinge hier so, wie sie kommen und nicht bis aufs letzte ausanalysiert. Mit dem Patch zeigt sich dann aber ein gewaltiger Unterschied und wir erreichen hier in weniger dichten Gebieten mit wenig NPCs durchgehend 85fps und dropen mit mehreren NPCs im Bild nicht niedriger als 69fps. Das alles bei 1024x768 und maximalen Details.

IMG_20260331_211952.jpg



Bilder des fertigen Builds

IMG_20260331_211704.jpg


IMG_20260331_211743.jpg


IMG_20260331_211819.jpg



Ausblick - wie gehts weiter


Ich habe beschlossen noch einen Rechner zu bauen, der eine 1zu1 Replika meines Rechners von 2002 wird. Bis auf ein Teil liegt hier auch alles bereit. Das Mainboard ist noch original von damals vorhanden.
Ebenfalls fertig ist noch ein Athlon XP 1800 System um etwas die Lücke zwischen dem 2400+ und dem Aldi Rechner zu füllen. Dieses, wie zwei drei andere Systeme, werden aber nur auf der Benchtable betrieben, weil mir langsam die Gehäuse ausgehen und es ja auch irgendwann mal mit den Grafikkarten weiter gehen soll. Hier mal einige, die auf ihren Einsatz warten:

IMG_20260331_213622.jpg
 

Anhänge

  • IMG_20260331_143131.jpg
    IMG_20260331_143131.jpg
    1,1 MB · Aufrufe: 9
Macht Spaß und ist spannend dein Retrotagebuch zu lesen. Das A7N8X vom Retro 5 weckt böse Erinnerungen. Beim abspeichern der OC-Einstellungen im Bios, hängt sich das Board gerne mal auf und dann geht nichts mehr. Da hilft nur noch ein neu beschriebener Bioschip oder Hotflash über ein anderes Board. Passiert ist mir das damals direkt zweimal am Stück. Eine PC-Werkstatt konnte nicht helfen und somit wurde das Board eingeschickt. Nach mehreren Wochen kam das Board endlich neu bespielt zurück, nur um kurze Zeit später wieder das gleiche Problem zu haben. Beim zweiten mal erweckte ein Bios-Hotflash das Board wieder zum leben.:D

Zum Retro 4 Nachtrag muss ich allerdings sagen das 256MB SDRAM bei Gothic I sehr wohl was gebracht haben aber da mich meine Erinnerungen auch trüben könnten und ich das direkt überprüfen wollte, habe ich vor ein paar Tagen mein damaliges System im offenen Aufbau ohne Gehäuse nachgebaut.

Der damalige Rechner war ein AMD-Komplett-PC von Snogard namens SMART 1200 oder SPEED 1200 mit formschönen Drachenrelief vorne am Gehäuse.😅 Ausgestattet war der PC wie folgend:

Sockel A Mainboard von Elitegroup (K7VZM Rev. 1.0)
AMD Athlon 1200 (Thunderbird B | FSB100)
128MB SDRAM (unbekannt ob PC100 oder PC133)
GeForce 2 MX mit TV-Out (eine classic MX | keine 200 oder 400 Variante)
30.0GB Quantum Fireball HDD

Im Prinzip ließ sich das System fast 1:1 nachbauen, von den Originalkomponenten blieben mir aber nur noch das Mainboard und die Festplatte erhalten. Dennoch, alle anderen Komponenten befinden sich in ähnlicher Form ebenso in meiner kleinen Retro Sammlung (abgesehen von der CPU, da musste ein 1100B herhalten).

Das System war zusammen gesteckt, Windows98 installiert, Treiber und Gothic installiert, ein kurzer Schlag in die Fresse und schon war die Festplatte wie wild am rödeln. Die ersten zur Schritte zur verlassenen Mine offenbarten, der Arbeitsspeicher ist voll! Die Grafik-Einstellungen waren natürlich am Anschlag, 300% Sichtweite, 800x600, warum auch nicht... das System gehörte damals (abgesehen von der GeForce 2 MX) zu den HighEnd PCs als es November, Dezember 2000 verkauft wurde. Das Nachladeruckeln hörte nicht auf, alle paar Meter rattert die Festplatte, Cacheman installiert und siehe da: nur noch weniger KB frei! Damals habe ich ich es natürlich nicht als sehr störend wahrgenommen, war ja auch mein erster guter PC mit erstmals 3D-Grafik und ich noch nicht so FPS verwöhnt aber wenn ich das jetzt so sehe, würde ich es kaum noch aushalten so sehr stören die Nachladeruckler. Eine Zeitlang spielte ich Gothic mit all den Rucklern aber irgendwann 2001 kam aus Neugier und den Wunsch nach weniger Nachladerucklern tatsächlich noch ein zweites 128MB Modul dazu und meiner Erinnerungen nach, war das eine massive Verbesserung. Jetzt mit dem nachgestelltem System komme ich zu dem gleichen Schluss, die Nachladeruckler sind kaum noch vorhanden und treten nur noch auf wenn man sich weit in der Minenkolonie fortbewegt.
 
Zum Retro 4 Nachtrag muss ich allerdings sagen das 256MB SDRAM bei Gothic I sehr wohl was gebracht haben aber da mich meine Erinnerungen auch trüben könnten und ich das direkt überprüfen wollte, habe ich vor ein paar Tagen mein damaliges System im offenen Aufbau ohne Gehäuse nachgebaut.
Das ist durchaus möglich. Hier hat es es nicht. Wenn es damals so war, kann ich mir gut vorstellen, dass es an der Kombi aus wenig RAM und den damaligen Festplatten lag. Ich kann mich dran erinnern, dass ich in einem Spiel, ich glaube es war Morrowind oder Oblivion, auch massive Nachladeruckler hatte und dann von einer HDD mit 2MB auf eine mit 8MB Cache umgestiegen bin. Ich habs nicht gemessen aber wenn wir nur annähernd an die Bandbreitegrenze von IDE kommen (die SSD packt das ja locker aber keine Ahnung, was der Adapter macht), schalte ich mit den verwendeten SSDs diesen Faktor ja praktisch aus.
 
Zuletzt bearbeitet:
Macht Spaß und ist spannend dein Retrotagebuch zu lesen. Das A7N8X vom Retro 5 weckt böse Erinnerungen. Beim abspeichern der OC-Einstellungen im Bios, hängt sich das Board gerne mal auf und dann geht nichts mehr. Da hilft nur noch ein neu beschriebener Bioschip oder Hotflash über ein anderes Board. Passiert ist mir das damals direkt zweimal am Stück. Eine PC-Werkstatt konnte nicht helfen und somit wurde das Board eingeschickt. Nach mehreren Wochen kam das Board endlich neu bespielt zurück, nur um kurze Zeit später wieder das gleiche Problem zu haben. Beim zweiten mal erweckte ein Bios-Hotflash das Board wieder zum leben.:D
Probleme hatte ich mit dem Board bisher nicht. Hotflash ist mir zwar als Begriff so nicht bekannt aber ich vermute, es ist das, was ich früher oft gemacht habe. Nämlich bei einem laufenden System mit einer Checkkarte den Bioschip raushebeln und einen kaputten rein und beschreiben. Das hatte ich früher sehr oft bei MSI Sockel A Boards. Wäre jetzt heute kein Problem mehr. Mein bester Freund hat durch die Arbeit an KFZ Steuergeräten eigentlich alles, was wir zum flashen auf der Bench bräuchten. Auch ich habe einiges hier, was ich aus meiner Zeit mit Tachojustierung noch habe.
 
Der Retro 7 ist fertig und wir "bauen" eine 6800 Ultra

Der Retro 7 ist vor dem Retro 6 fertig und mehr oder weniger ein Zufallsprodukt im Rahmen des "Baus" einer 6800 Ultra. Mir wurde außerdem klar, dass ich einen Rechner brauche, der das PCI Express Gegenstück des Retro 2 ist. Manche Karten aus der Zeit liegen mir in AGP und andere in PCIe vor. So gibt es jetzt einen zweiten Pentium 4 3.0 HT aber auf einem PCI Express Mainboard.


Gehäuse

Die Wahl ist hier auf ein Antec Gehäuse gefallen. Das hatte jetzt keinen speziellen Grund. Es war halt noch da und mir war klar ich brauche hier Luft für das, was mal eine 6800 Ultra werden soll.

IMG_20260427_215631.jpg


Und deshalb gibt es hier auch einen Lüftermod in der Seitenwand. Und dabei hab ich erstmal so richtig heftig verkackt. Ich hatte einfach nicht das richtige Werkzeug dafür und habe dann mit allen möglichen herumprobiert und diese Untat hier fabriziert:

IMG_20260420_211741.jpg


Und nein, ein Dosenöffner war hier nicht im Spiel. Auch wenn sich das optische Ergebnis kaum von den Versuchen meines Sohnes im Grundschulalter zum Öffnen seiner geliebten Raviolis unterscheidet. Vorteil hier, die Küche ist nicht voller Tomatensauce, Nachteil, ich muss mir was einfallen lassen.

Ich habe dann dieses Teil hier aus Plexiglas gefertigt, was auch mit meinem Werkzeug zu verarbeiten ist:

IMG_20260425_211820.jpg


Nach dem das dann geschliffen und lackiert war, war ich damit dann auch ganz zufrieden. Ich habe dann noch einen PWM Controller nebendran gesetzt, um die Lüfter ordentlich steuern zu können.

IMG_20260427_200848.jpg



IMG_20260427_193209.jpg


Damit war das Gehäuse fertig für seine Innereien.



Mainboard und CPU

Wie zu Beginn bereits erwähnt, kommt genau wie im Retro 2 ein Pentium 4 3.0 HT zum Einsatz. Das Mainboard ist ein Gigabyte GA-GA31M-ES2L. Gekühlt wir die CPU von einem Cooler Master Hyper 212 gekühlt. Hier war einfach insgesamt Resteverwertung angesagt.

IMG_20260415_221719.jpg



RAM

Abgesehen davon, dass das Board sich hier sehr zickig präsentiert hat, habe ich mich hier mit Absicht für das schlechteste entschieden, was ich überhaupt nur finden konnte. Da der Retro 2 ja noch DDR1 RAM verwendet, dieses Board aber DDR2 und ich die beiden Setups so vergleichbar wie möglich halten wollte, ist die Wahl dann auf diese Maxtda RAMs aus der Krabbelkiste gefallen.

IMG_20260427_211819.jpg



Im Superpi konnte ich damit folgendes Ergebnis erreichen. Nachdem der Retro 2 ein Upgrade erhalten hat, was im Thread noch nicht dargestellt ist, sind die Systeme damit ungefähr auf gleichem Level.

SuperPi_ori.jpg


Overclocking hat hier nicht stattgefunden und es ging auch wirklich nix. Die geringste Anhebung des FSB war hier nicht stabil. Ich habe auch anderen RAM getestet und diesen weit unter seiner Spezifikation betrieben um den RAM auszuschließen. Das war aber nicht der Grund. Normal würde mich das wahnsinnig machen. Da ich hier aber ja ein Gegenstück zum Retro 2 haben möchte, ist das halb so wild.


Grafikkarte

Der Star, warum dieser Build hier überhaupt enstanden ist, ist definitiv die Grafikkarte. Eine 6800GT oder Ultra wollte ich immer haben. Nachdem meine 9800 Pro damals kaputt ging, hat das Geld für eine 6800 aber nicht gereicht und mit Doom 3 in Reichweite, wurde es dann damals eine 6600GT, die dann bald von einer 7800 GT abgelöst wurde. So habe ich die 6800 Serie übersprungen. Aber ich hab damals sehr viele dieser Karten im Bekanntenkreis gemodded und hatte da einfach wieder richtig Bock drauf. Da ich aber ja sehr ungerne perfekte Sachen kaufe und einfach gerne alte Hardware rette, konnte natürlich nicht einfach eine 6800 gekauft werden. Nein hier musste ein Projekt her. Ich habe dann zufälligerweise eine Quadro FX3400 gesehen. Da ist mir eingefallen, dass ich damals oft 6800er in Quadros geflasht habe, weil die Leute sie für CAD Anwendungen gebraucht haben. Das müsste also doch auch genau umgekehrt funktionieren. Und Retrogaming ist cool aber Retro CAD? Das bracht, glaub ich, wirklich niemand.
Die Karte wurde mir dann von einer anonymen Spenderin, die zwischenzeitlich tief ins Rabbithole des Hardwarewahnsins gestürzt ist, zu Verfügung gestellt. Auch an dieser Stelle wieder vielen Dank.


Grafikkarte - technisches Modding und Benchmarks

Da die FX3400 den gleichen Kühler, wie die GT hat, also den dünnen und nicht den doppelt so hohen, wie den der Ultra, wollte ich aus diesem alles rausholen, was nur irgendwie geht. Die Karte wurde also komplett gereinigt. Die Paste wurde durch Duronaut ersetzt und alle Pads, inklusive der des VRMs wurde durch Halzniye 206 Putty ersetzt. Das Putty ist jetzt zwar nicht das allerbeste aber um Welten besser als die alten Pads und irgendwann muss ich die Tonnen von Wärmeleitmaterial, was ich hier herumliegen hab, ja auch mal verarbeiten:

IMG_20260413_002742.jpg


Der kleine rechteckige Chip unter dem eigentlichn ist übrigens die Bridge zur Wandlung von AGP auf PCIExpress, denn die 6800 Serie wurde noch als AGP Karte entwickelt und dann sowohl für AGP als auch für PCIe auf den Markt gebracht. Das ist bei der 6600 GT übrigens genau umgekehrt, was ich recht spannend finde.

IMG_20260413_002846.jpg



Was auf dem nächsten Bild sichtbar ist, wenn ihr unten rechts schaut ist, dass sich das Board zwar grundsätzlich nicht von einer 6800 Ultra unterscheidet, aber hier fehlt eine komplette Powerstage. Die Karte muss also, wenn der Mod gelingt, mit 4 statt 5 Phasen auskommen. Daher muss die Kühlung umso besser passen.

IMG_20260413_202508.jpg


IMG_20260413_205251.jpg




Nach der Montage war die Karte jetzt mit allem versorgt, was thermisch ohne Wechsel des Kühlers möglich ist und bereit für das weitere Vorhaben. ich musste jetzt herausfinden, was mit der Karte überhaupt möglich ist, denn die 6800er Serie war berühmt für die Möglichkeit der Freischaltung der Pipelines. Hier mal eine Übersicht:


Modell | Pixelpipelines | Vertex Shader
--------------------+----------------+---------------
GeForce 6800 LE | 8 | 4
GeForce 6800 | 12 | 5
GeForce 6800 GT | 16 | 6
GeForce 6800 Ultra | 16 | 6

Und dieser Umstand war hauptsächlich der Grund, für die ganze Modderei dieser Serie damals. Denn, wenn man richtig Glück hatte, konnte man eine günstige 6800 LE kaufen und diese zur Ultra flashen. Das war dann Jackpot. Aber irgendwas ging fast immer. Und da wurde richtig gepokert. Denn eine 6800 LE war eigentlich nicht wirklich interessant. Eine 6600GT, die gut gelaufen ist, war nicht schlechter, sondern meist besser und auch billiger. Der Grund, warum es diese Karten überhaupt gab, war wohl, dass die Chipgüte des NV40 zu Anfang der Produktion wohl viel Ausschuss erzeugt hat. Und so wurden Chips, die nicht voll funktionsfähig waren, eben im Bios kastriert und als LE oder normale 6800 verkauft. Ähnlich wie wir es vor ein paar Jahren bei AMD gesehen haben, als defekte Achtkerner zu Sechskerner wurden. Über die Zeit gab es aber wohl immer weniger Ausschuss und viele Karten ließen sich reaktivieren. Die Quadro FX3400 entspricht hier der normalen 6800 also 12/5.

Es galt jetzt also herauszufinden, was bei meinem Exemplar hier möglich ist. Das ist am einfachsten mit Riva Tuner möglich. Denn Rivatuner ermöglicht es nicht nur, die Quadro von Windows als eine Geforce erkennen zu lassen, sondern auch die Freischaltung der Pipes aber nur in Windows. Das heißt, würde man die Karte in einen anderen Rechner stecken, wäre sie wieder kastriert. Zum Testen, ist es aber komplett ausreichend.

Was wir hier jetzt sehen:

Rivatuner_6800_ori_GS2.jpg

1. Ich lasse Rivatuner dem System eine normale 6800 vorgaukeln mit 12/5 wie es eben auch der FX3400 entspricht. Dadurch kann ich den Geforce Treiber sauber benutzen. Ich habe die Karte dann auf Stabilität getestet und es war alles OK. Im 3D Mark 03 zeigte sich folgendes Ergebnis:

6800ori.jpg


2. Hier seht ihr die Pixel Pipelines. Jeweils dort, wo bei HW Mask Yes steht, ist das also abgeschaltet. Und das lässt sich mit Rivatuner freischalten. Bei den Pipelines entspricht jede Zeile 4 Pipelines. Ich habe natürlich versucht alles freizuschalten und die Pipelines ließen sich auch erfolgreich freischalten und die Karte blieb stabil. Das wäre also sichergestellt

3. Hier sind die Vertexshader zu sehen. Eine Freischaltung des sechsten Vertexshader ließ die Karte im 3D Mark aber Artefakte zeigen. Das heißt wir haben hier eine 16/5 Karte.


Vorhaben gescheitert? Nein! Wir haben jetzt nur das Problem, dass wir kein normales BIOS einer 6800GT oder 6800 Ultra nutzen können, da diese beiden Karten ja sechs Vertexshader aktivieren würden. Ich gehe gleiche darauf ein, wie man das ändern kann.

Zunächst habe ich jetzt sichergestellt, dass die Karte auch die Taktraten einer Ultra schafft. Diese läuft nämlich mit 400 Mhz Core und 1000 Mhz Speicher anstelle der 350 / 900 oder FX3400. Auch das hat funktioniert und war durch mehrere Benchmarks stabil.


Bioseditierung und Flashen

Es war jetzt klar, mit einem BIOS von der Stange kommen wir hier nicht weiter. Zuerst musste also das bestehende BIOS gesichert werden. Dazu benötigt man nvflash und eine bootbares DOS. Früher hat man das per Diskette gemacht. Heute geht es komfortabler mit RUFUS einen USB Stick zu erstellen. in nvflash kann dann mit folgendem Befehl gesichert werden:

IMG_20260414_205838.jpg



Jetzt gäbe es zwei Wege, wie ich weiter vorgehen könnte. Eine Ultra oder GT Bios um einen Vertexshader kastrieren oder das bestehende BIOS aufbohren und in ein 6800 Ultra 12/5 BIOS verwandeln. Ich habe mich für die zweite Möglichkeit entschieden, da ich hier für alle anderen Parameter weiß, dass diese stimmen. Um das Biosfile zu editieren nutzt man die Software Nibitor.

Anpassung der Device ID und Sub System ID auf die Werte einer 6800 Ultra:

nibitor1m.jpg


Anpassen der Taktraten auf die einer 6800 Ultra:

nibitor2m.jpg



Setzen der Corevoltage auf 6800 Ultra Werte

nibitor3m.jpg



Setzen der Bootmessage

nibitor4.jpg



Damit zeigt die Karte bei jedem Boot für 6 Sekunden die Meldung an:

IMG_20260414_231252.jpg



Damit sind die Arbeiten in Nibitor abgeschlossen und das editierte BIOS kann gespeichert werden. Allein dadurch haben wir aber immer noch nicht die 16 Pipelines fest im BIOS. Um das umzusetzen hat der Rivatuner eine extrem coole Funktion. Es ist nämliche möglich, die Pipelines, die man im Rivatuner nur per "Software" freischaltet, in ein Biosromfile hineinzupatchen. Es ist dafür lediglich notwendig die Einstellung im Rivatuner gesetzt zu haben und ein Skript aus einem Unterordner des Rivatuners aufzurufen und anzugeben, auf welches Romfile das Skript angewendet werden soll:

Rivatuner_unmask.jpg


Nachdem das Skript durchgelaufen ist, haben wir unser finales BIOS mit 16/5 und den vorher in Nibitor vorgenommen Änderungen. Es geht also zurück in nvflash um dieses mit folgendem Befehl zu flashen. Die Parameter -4 -5 -6 bedeuten hier auf gut deutsch "scheiß auf alles" und mach einfach. Es wird aber explizit auch nochmals gewarnt, welche Änderungen man vornimmt und was hier alles nicht so ist wie normal:

IMG_20260417_000808.jpg


Damit ist unsere FX3400 6800 Ultra 16/5 technich gesehen fertig. Nach einer Neuinstallation der Treiber prüfen wird jetzt, was das ganze gebracht hat. Und ich denke eine Steigerung von über 23% kann sich sehen lassen:

3dmark_nach_flash.jpg


Die Temperaturen des Chip waren hier völlig unproblematisch. Das VRM war aber gefühlt schon recht heiß. Ich habe also einige Benchmarkläufe mit im VRM Kühler eingeklemmten Temperatursensor gemacht und kam hier in der Spitze auf 75 Grad. Das ist für diese Karten jetzt nicht ungewöhnlich aber um auf Nummer sicher zu gehen, habe eben die Zusatzlüfter in der Seitenwand angebracht

IMG-20260417-WA0002.jpg




Grafikkarte - optisches Modding

Was wäre eine 6800 ohne Nalu? Das geht ja gar nicht! So kann das auf keinen Fall bleiben:

IMG_20260409_224358.jpg


Da ich in Besitz eines Fineartplotters bin, habe ich mir also das Design ausgedruckt und aufgeklebt. Im ersten Versuch war die Ausrichtung noch nicht 100% OK. Trotzdem habe ich das Einlackieren bereits probiert, um zu Testen, wie die Farbe reagiert. Leider ist das Quadro Logo durchgekommen und die Farben waren mir auch noch nicht krass genug:

IMG_20260409_231106.jpg


Ich habe das Quadrologo also abgeschliffen:

IMG_20260411_193955.jpg


Anschließend den ganzen Aufkleber nochmals etwas dicker ausgedruckt, die Ausrichtung korrigiert und das ganze mit 2K Klarlack überzogen und bäääähm. Hier ist sie in voller Pracht:

IMG_20260413_020156.jpg


Damit konnte sie in die neue Heimat einziehen:

IMG_20260416_224240.jpg



Ein passendes Aquarium für Nalu

Zu Nalus Zeiten war 22" 1680 x 1050 noch nicht wirklich aktuell. Ich wollte hier etwas zur Zeit passendes haben. Die Röhre war zu altbacken und der 22" zu neu. Es musste also ein 19" TFT mit 1280 * 1024 her. Und obwohl ich davon mal den halben Speicher voll hatte, waren keine mehr da. Also Forenmitglied 413x konsultiert. Er hatte noch einige aber alle kaputt. Zu einem, war aber noch die originale Verpackung da, also musste dieser repariert werden. Hier waren lediglich einige Kondensatoren auf dem Netzteil zu tauschen:

IMG_20260424_212827.jpg


IMG_20260424_222747.jpg


IMG_20260424_231658.jpg




Und hier schwimmt sie nun in ihrem gewohnten Bildformat

IMG_20260427_215030.jpg




Fazit und Ausblick


Das war einfach nur der pure Spaß. Sowas wollte ich mal ewig wieder machen. Hier war einfach alles dabei, was mir damals Spaß gemacht hat. Schade, dass heute durch Lasercuts und dergleichen Unsinn solche Mods nur noch selten möglich sind. Was interessieren die ein paar hundert oder tausend Verrückte, die sowas machen? Wenn es jemand weiß, würde mich interessieren, ob die AMD 9070 non XT eigentlich auch ein Chip ist, der eigentlich dem der 9070XT entspricht. Ich kenne den Mod mit dem XT Bios aber der hebt ja nur das Powerlimit an. Ich weiß auch, dass mehr nicht möglich ist. Aber liegt es daran, dass es wirklich ein anderer Chip ist oder weil hier "Maßnahmen" ergriffen werden?
Und ja der Retro 6 ist nach wie vor in Enstehung aber das hier hat mir in den Fingern gejuckt. Ging nicht anders :D
 

Anhänge

  • Rivatuner_6800_ori_GS.jpg
    Rivatuner_6800_ori_GS.jpg
    115,1 KB · Aufrufe: 3
Zuletzt bearbeitet:
WhatsApp Image 2026-05-11 at 20.26.35.jpeg


Manchmal gibt es bei so einem Projekt auch Rückschläge. Dieses Board hatte ich ja damals aus immer noch mir selbst nicht mehr nachvollziehbaren Gründen als Ersatz für mein Epox erworben und es etwas später wiederrum durch ein ASUS P4P800 E Deluxe ersetzt. Mein Plan für den Retro 6 war eigentlich wieder mit dem Board zu starten und dann, wie damals das Upgrade zu machen. Nach einem Recap lief das Board auch wieder einwandfrei und ich war vollen Mutes den Retro 6 am bauen. Gestern Abend ist es dann leider passiert. ein New Old Stock Kühler wurde verbaut und die alte Platine hat die mechanische Spannung leider nicht mehr vertragen. So muss ich mich nach 24 Jahren von diesem tapferen Kameraden verabschieden. Es war auch mal Basis für meine "Killerkiste". Eine Holspielzeugkiste mit Rädern zum Nachziehen aus dem wir ein Nvidia Logo mit der Laubsäge rausgeschnitten hatten. Gepaart mit einer 5900XT auf 5950 Ultra geflasht, die einen CPU Kühler als GPU Kühler verpasst bekommen hatte. Also es viel mitgemacht.

Da ich lilane und blaue Platinen liebe, kann ich mich nicht (direkt) dazu durchringen in den geplaten Build direkt ein ASUS P4P800 reinzusetzen. Das braun ist mir einfach zu hässlich. So ist jetzt Ersatz unterwegs, die die Schönheit dieses Boards mit annähernd der Performance des ASUS verbindet. Etwas ein Exot. Vielleicht weiß der ein oder andere jetzt schon, was gemeint sein könnte.

Das Jetway war nie ein gutes Board aber ich hatte viel Spaß damit und es hat mich lange begleitet. Es wird hier einen Ehrenplatz an der Wand bekommen.
 
Nachdem meine 9x00er Radeon gestorben ist, wurde es bei mir damals die 6800GS in der AGP Version.
AFAIK war es bei der damals auch möglich mit dem RivaTuner Pipelines freizuschalten.

Falls du Interesse an nem S775 GroßClockner hättest für eines deiner Retro-Projekte kannst ja mal im VK Thread von mir kucken.
 
Danke fürs Angebot. Sockel 775 bin ich aber jetzt durch und da liegt auch noch das ein oder andere herum.
 
Zurück