AW: CPU temps sehr hoch. Reicht die Radi Fläche? Falsche Lüfter?
Macht den armen Kerl doch nicht so verrückt! Im Verlauf dieses Thread wurde jetzt imho schon fast so viel unsinniges Halbwissen verbreitet wird sonst an einem ganzen Tag im kompletten Wakü-Unterforum
Zum einen wären die CPU-Temps @ OC, so sie denn realistisch wären, schon mal grundsätzlich nicht völlig abwegig und zum anderen sagen ausgelesene CPU-Temps auch prinzipiell nicht sonderlich viel aus. Die Wassertemps, die man hingegen tatsächlich messen kann, deuten erst mal darauf hin, dass mit der Kühlung an sich alles in Ordnung zu sein scheint.
Wichtig um zunächst heraus zu finden, ob tatsächlich ein Problem vorhanden ist, und wenn ja einen Lösungsansatz zu finden, wäre erst mal ein echter Lasttest. Das bedeutet die CPU wird über einen längeren Zeitraum (min. eine halbe Stunde) möglichst voll ausgelastet (mit Prime95 o.Ä.). Das sollte eigentlich dazu führen, dass sich sowohl Wasser-, als auch ausgelesene CPU-Temperatur stabilisieren und sich nicht weiter verändern. Diesen Zustand des Kühlsystems nennt man quasistationären Zustand und nur in diesem Zustand lohnt es sich eigentlich erst irgendwelche Temperaturen anzuschauen und zu interpretieren. Im instationären Zustand, also wenn die Temperaturen noch klettern, kann man eigentlich gar nichts aussagen.
Bei so einem Lasttest kann man zwei Fälle ganz klar unterscheiden:
1.) Der quasistationäre Zustand wird erreicht, ohne dass die CPU trottlet. Das bedeutet unabhängig von den Temperaturen schon mal, dass kein akuter Handlungsbedarf besteht, aber natürlich nicht, dass es kein Optimierungspotential mehr gäbe.
2.) Die Temperaturen steigen so weit, dass die throttle-Grenze der CPU erreicht und evtl. auch überschritten wird, so dass sie kurzzeitig oder sogar dauerhaft gedrosselt wird. Der Extremfall wäre eine automatische Abschaltung bei erreichen der Abschalttemperatur, was hier aber mit größter Wahrscheinlichkeit nicht passieren wird. In dem Fall gibt es ein Problem das behoben werden muss.
Egal welcher Fall eintritt - um ein mögliches Problem zu identifizieren und Abhilfemaßnahmen bestimmen zu können, sollte man sich wie gesagt nicht zu sehr auf die ausgelesenen CPU-Temps stützen, sondern sich erst mal die Wassertemperatur ansehen. Sollte diese nach 30 min. Lasttest oder kurz vorm throttlen bzw. Abschalten noch immer im anfangs angegeben Bereich liegen, ist der Fehler schnell gefunden. Dafür kann es nur zwei Ursachen geben:
1.) kein, oder extrem niedriger Durchfluss. Wenn der Kühler nicht verdreckt ist und keine Knicke oder andere unbeabsichtigte Engstellen vorhanden sind, kann man das bei der Pumpe ausschließen.
2.) der Wärmeübergang vom IHS zum Kühler passt nicht. Das kann an zu wenig Anpressdruck, an nicht gleichmäßig und vollflächig (vor allem im Bereich des DIE) verteilter WLP, an einem schief aufgesetzten Kühler (einseitige Auflage - auch auf Fremdkörper / Staub achten), oder an einer vergessenen Schutzfolie auf dem Kühlerboden liegen. Letzterer Fall hätte aber mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits bei einem Kurztest zum Abschalten geführt.
Da der TE bereits Zweifel daran hat, ob der Kühler richtig sitzt, ist das natürlich schon mal der erste Ansatzpunkt, um das mutmaßliche Problem, oder im Falle, dass kein akuter Handlungsbedarf besteht die erste Optimierung durchzuführen.
Zusätzlich wäre es gut zu wissen, ob für die Übertaktung die Spannung angehoben wurde. Ist das der Fall sollten hohe Temperaturen grundsätzlich nicht verwundern. Die Heizleistung steigt quadratisch im Verhältnis zur Spannungserhöhung.
Was einige andere bislang angesprochene Themen angeht:
- Die Spannungswandler haben zum einen nichts bzw. sehr wenig (Wärmestrahlung) mit der CPU Temperatur zu tun, und zum anderen, können SpWas als niedrig integrierte Leistungsbauteile Temperaturen ab, die weit jenseits dessen liegen, was die meisten Leute in einem PC für "gesund" halten. Zwar kann man bei heißen SpaWas grundsätzlich versuchen diese besser mit Luft zu versorgen, um sie besser zu kühlen und damit effizienter Arbeiten zu lassen, aber das ist mehr eine Stromspar-Optimierung, als tatsächliche Notwendigkeit. Selbst ein sehr schwacher Luftstrom vorgewärmter Luft reicht im Normalfall bestens aus um SpWas sicher innerhalb ihrer thermischen Specs (80°C bis 100°C sind da i . d. R. keinerlei Problem) zu halten. Im Übrigen sind die SpaWas auf heutigen Boards aber auch so effizient geworden, dass sie selbst ohne jeglichen aktiven Luftstrom kaum an ihre thermischen Grenzen getrieben werden können. Trotzdem schadet eine passable Luftversorgung der SpaWas gerade bei OC natürlich auch nicht. Bei den angegebenen Wasser-Temps ist die Luft aus den Radis bzw. nicht sonderlich viel wärmer als die Raumtemperatur - sofern letztere nicht gerade bei 15°C liegt, sondern im normalen Bereich von 20°C bis 22°C
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- Dünne Radiatoren eignen sich vor allem um leise zu kühlen. Bei niedrigen Lüfterdrehzahlen performen sie bei gleicher Eintrittsfläche sogar oft besser als dicke Radiatoren (bei sehr niedrigen Drehzahlen, die richtige Silentfreaks verwenden, eigentlich immer). Dicke Radiatoren erfordern grundsätzlich höhere Lüfterdrehzahlen, wenn man von der vergrößerten Tiefe profitieren will und zumindest leicht höhere Drehzahlen im Silent-Betrieb, um mit dünnen Radiatoren gleichzuziehen - immer vergleichbare Lamellendichte vorausgesetzt. Der grundsätzliche Hintergrund ist die Bauweise von Wakü-Radiatoren in Querstromauslegung. Deshalb profitiert man zumindest bei leiser Kühlung in viel höherem Maße von größerer Eintrittsfläche als von größerer Tiefe bei Radiatoren. Messbare Kühlleistungsunterschiede zwischen dicken und dünnen Radiatoren machen sich in der Regel erst mit Lüfterdrehzahlen richtig bemerkbar, die deutlich jenseits dessen liegen, was von Vielen als leise Kühlung bezeichnet wird. Ist einem die Lüfterdrehzahl und damit der Hauptfaktor für die die Lautstärkeentwicklung von Lüftern aber relativ egal und erträgt man gern Lüfter die mit über 1000rpm arbeiten, bringen dicke Radiatoren in der Tat messbare Performance-Vorteile bei gleicher Eintrittsfläche. Allerdings könnte man selbige in der Regel auch mit dünnen Radiatoren und nur etwas mehr Eintrittsfläche bei langsamer laufenden leisen Lüftern erreichen. Da die Radiatorfläche vom Phillip_Sparky für CPU-only auch bei der dicken CPU mit hoher TDP + OC mehr als ausreichend ist, kann man hier eigentlich schon sagen, dass mögliche Temperaturprobleme nicht an den Radiatoren selbst liegen. Was aber in dem Zusammenhang noch zu klären wäre: Sind die Luftwege nach außen frei (also nicht halb verdeckt etc.)? Außerdem ist bei den Lüftern in jedem Fall Verbesserungspotential vorhanden. Die Vorschläge die bereits kamen sind imho teilweise ganz gut. Bei NB Eloops (und baugleichen) sollte man aber aufpassen, dass sie sich nicht gut für den saugenden Betrieb eigenen. Ich persönlich würde je nach Budget Noctuas oder Enermax-Lüfter nehmen, aber da hat jeder seine Vorlieben. Dass die allermeisten Aerocool-Lüfter aber nichts taugen - darüber dürfte relativ große Einigkeit in der Community bestehen. Kann ich zumindest für alle Aerocool-Lüfter die ich selbst bereits mal in den Fingern hatte auch nur bestätigen.
- Relativ große Sprünge bei der ausgelesenen CPU-Temperatur von Idle auf Lastbetrieb sind auch unter Wakü normal. Wie hoch sie sind ist hingegen eher ein Frage der Lage der Sensorik des jeweiligen Exemplars im Streuband der Fertigung und von der Auswertekette - weniger eine Frage der realen Höhe.
- Die Reihenfolge von Radiatoren und Kühlern im Kreislauf, hat insbesondere bei nur einer zu kühlenden Komponente keinerlei Einfluss auf die Temperaturen. Die Aussage von SvenAmend der Kreislauf sei falsch aufgebaut und würde gar nicht kühlen können, ist kompletter Unsinn. Zum einen ist der Kreislauf korrekt aufgebaut, denn die Pumpe kommt nach dem AB und dessen Ausgang ist wie im Bild bestens zu erkennen ist, korrekt mit den Eingang der Pumpe verbunden, und zum anderen spielt die Reihenfolge von Kühlern und Radiatoren insb. bei nur einer zu kühlenden Komponente wie gesagt keinerlei Rolle. Egal wie man die Reihenfolge dieser Komponenten ändern würde, das Ergebnis wäre stets dasselbe. Allgemein sollte die Differenz der Wassertemperatur mit der AS-XT und der Heizleistung einer einzelnen CPU unterhalb der absoluten Messgenauigkeit üblicher Wassertemp-Sensorik liegen. Üblich sind auch bei größeren Kreisläufen mit CPU und GPU Temperaturdifferenzen von 1-3K zwischen dem wärmsten und kühlsten Punkt des Kreislaufs. Grundsätzlich ist die Temperaturdifferenz im Kreislauf nur von den Variablen Durchfluss und Heizleistung der zu kühlenden Komponenten abhängig. Die Radiatoren spielen dafür keinerlei Rolle - auch wenn das vielen nicht immer auf Anhieb einleuchtet
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- Der Tipp mit der Entlüftung ist grundsätzlich ein richtiger, aber ich glaube in Anbetracht des kleinen Kreislaufs und der starken Pumpe kaum, dass es ein Entlüftungsproblem gibt. Trotzdem wäre es kein Schaden das zu prüfen, indem man den PC mal im Betrieb mit geschlossenem AB ein wenig kippt und schwenkt, um zu hören ob sich noch Luftblasen lösen.
- Was Wasserzusätze angeht: Richtig ist, dass die Wahrscheinlichkeit bei farbigen Wasserzusätzen oder allgemein bei Wasserzusätzen Probleme mit Ausflockungen oder Weichmacherauswaschungen aus den Schläuchen etc. zu bekommen etwas höher ist, als bei Verwendung von Aqua dest. pur. Dafür verzichtet man ohne Zusatz aber auf Korrosionsschutz, was zu hässlich angelaufenen Kühlern führen kann (Alu ist im besprochenen Kreislauf keins vorhanden - von daher auch kein Thema). Dass farbige Kühlmittel oder Kühlmittelzusätze Korrosion hervorrufen würden ist natürlich Schwachsinn - aber andere Probleme sind wie gesagt durchaus nicht selten.
- Der Umstieg auf gute Wärmeleitpaste kann in der Tat etwas bringen, wenn man zuvor mit irgendeiner unbekannte Billig-Paste gearbeitet hat. Weltbewegende Verbesserungen sind aber in alle Regel nicht zu erwarten.
Edit: Um noch kurz und knapp auf die Eingangsfragen des Threads einzugehen:
1.) Ja die Radiatorfläche reicht, um die CPU wakü-like (also besser und leiser als mit Lukü) zu kühlen und es besteht kein Bedarf die Radiatoren zu wechseln oder zu ergänzen.
2.) Ob die Lüfter die falschen sind, hängt vor allem von deinem persönlichen Hörempfinden ab, aber grundsätzlich sind Aerocool-Lüfter und irgendwelche nomame Gehäuselüfter meist nicht die besten Radiator-Lüfter. Häufig sind solche Lüfter auf Nenndrehzahl die hier in beiden Fällen sehr (1200rpm), bzw. extrem (2000rpm) hoch ist auch unnötig laut und machen bei reduzierter niedrigeren Drehzahl fürchterliche Nebengeräusche. Solange sie aber Luft durch die Radiatoren bewegen sind alle Lüfter erst mal nutzbar. Sollten die Lüfter auf ihren irrwitzigen Nenndrehzahlen vor sich hin dröhnen, ist der Luftstrom durch die Radiatoren mit Sicherheit kein Grund für hohe Temps.