Bleiben werden am Ende vor allem die Enthusiasten, wer Wert auf maximale Grafikqualität, Modding, spezielle Peripherie oder VR legt, bleibt beim PC. Für alle anderen die einfach nur zocken wollen ist die Konsole schlicht der bequemere, günstigere und unkompliziertere Weg. Damit wird der Gaming-PC in Zukunft immer mehr zur Nische für Technikliebhaber.
Interessantes Thema, das kann man sehr vielschichtig betrachten.
Die Technikliebhaber (Bastler) werden wohl immer beim PC bleiben, das sehe ich auch so. Alleine weil der PC nicht nur eine Spielkonsole ist sondern ein Werkzeug für alle möglichen Aufgaben. Ich habe den PC schon immer für viele Dinge benutzt, sei es Office, CAD, Fotobearbeitung...
Das PC selber bauen Thema war da natürlich auch immer ein zentraler Punkt, das Bauen an sich war (ist) ja ein Highlight für mich. Hardware auswählen, die Hardware optimieren, Kühlung umbauen, bis zum 3770K hartes Overclocking und heute Effizienzoptimierung plus Undervolting.
Ich denke im Vergleich zu früher ist PC Hardware heute "günstig". Um die Jahrtausendwende waren PCs veraltet wenn man aus dem Laden kam, von Bestellung bis Zustellung hatte man manchmal schon den "Schrott" von gestern. Von Wiederverkauf mal ganz zu schweigen, das Zeug war dann nahezu wertlos.
Eine gute Grundausstattung ermöglicht heute eine extrem lange Nutzungsdauer, Gehäuse und Netzteil gut dimensioniert reichen eine ganze Dekade und länger.
Eine gute CPU mit ausreichend RAM und ausreichend Schnittstellen (SATA, M.2) reicht heute auch locker 5 Jahre, mein i7 3770K hat 8 Jahre im Haupt PC gewerkelt. Einzig die Grafikkarte habe ich öfter mal gewechselt (im Schnitt so alle 4 Jahre) und alte HDDs getauscht, nachdem sie drohten auszufallen. Und für Grafikkarten gibt es sogar noch ein paar € wenn man sie verkauft, habe ich gerade mit meiner 3080Ti durch.
Absolut gesehen ist der PC teuer aber im Verhältnis zu gestiegenen Gehältern und der extrem gestiegenen Lebensdauer ist der PC meines Erachtens nicht teurer geworden sondern eher günstiger.
Es ist eher die Frage des Anspruchs, kann ich damit Leben wenn ich ein neues Spiel nicht auf "ultra" spielen kann?
Muss ich jede Generation Monitor mitnehmen? Muss ich bei Nvidia ganz oben ins Regal greifen oder reicht vielleicht doch die 2. oder 3. Reihe? OK, Grafikkarten der gehobenen Mittelklasse sind heute auch verdammt teuer... das muss man irgendwie mit sich vereinbaren. Aber es gibt ja Alternativen, Radeon Karten sind ein gutes Stück günstiger, nach über 20 Jahren Nvidia bin ich nun auch zu AMD gewechselt, billig sind die aber auch nicht.
Viel sparen lässt sich beim selber bauen, das Thema habe ich gerade mit einem jungen Arbeitskollegen durch. Da muss man aber ein gewisses technisches Verständnis und Lust haben. Bei der Konsole stellt sich diese Frage nicht.
Auch die Spiele sind im Schnitt günstiger, dank ständiger Events wie Summersale bei Steam, GOG und Co.
Klar, wer immer zu Release kauft und dann noch das Booster Pack oben drauf packt zahlt halt 100€ für ein unfertiges Spiel und ein paar Skins, sorry aber selbst schuld.
Kauf halt 6 Monate nach Release ein fertiges Spiel für 20% off. Für sehr viele Spiele ist dieses Prinzip durchaus gut anwendbar. Ein Diablo IV habe ich auch bei Release gekauft, war für mich keine Frage, das wollte ich haben. Aber ein CP2077 zu Release war für mich nicht schlüssig, das Spiel ist nun viele Monate später in einem viel besseren Zustand und das auch noch deutlich günstiger. Und sehr sehr viele Titel bekommt man für wenige Euro, das gab es früher so auch nicht. Klar, der stetige Geldstrom der "bei Release Käufer" ermöglicht natürlich auch erst eine Weiterentwicklung von solchen Titeln. Kauft das Spiel niemand bei Release verschwindet es wahrscheinlich schnell wieder aus dem Store.
Ich kenne mich da nicht so aus, fallen Konsolenspiele ebenso stark im Preis?
Für den, der einfach nur mal zocken will ist die Konsole gut und richtig.
Wer Wert auf ein gutes Bild, mehr als 60FPS und mehr Details legt ist beim PC schon nicht ganz verkehrt.
Wer noch ein Arbeitsgerät benötigt oder die Familienfotos aufhübschen möchte, für den geht kein Weg am PC vorbei.
Dann relativieren sich die Kosten zudem über ein breites Anwendungsspektrum.
Daddeln am Handy kann ich nicht nachvollziehen, die Spiele sind entweder sch...ße oder komplett bescheuert zu bedienen. Das sind Spiele zum Zeit totschlagen nicht um ein Abenteuer zu erleben.
Da bin ich vielleicht auch einfach zu alt für, wenn ich spielen will dann mache ich das bewusst und setze mich dafür an den PC. Ich bin aber auch kein Maßstab, ich nehme mir bewusst Zeit für alle Dinge die ich mache.
Wenn ich unsere jungen Azubis so sehe und beobachte, weiß ich auch nicht ob diese Generation noch so dieses Interesse am Basteln hat. Die kaufen lieber fix und fertig, Stecker rein, anschalten, funktioniert. Funktioniert es nicht mehr wird es ersetzt. Etwas zu reaprieren und wieder zum Laufen zu bringen ist da irgendwie nicht mehr relevant, nicht weil sie zu doof dafür wären, einfach kein Interesse am Basteln (Ausnahmen bestätigen die Regel).
Aber auch die Konsolen halten heute deutlich länger durch und können über Ihre Lebensdauer auch moderne Titel noch brauchbar darstellen, selbstverständlich mit Abstrichen zu aktueller PC Hardware je älter sie werden. Aber was eine PS5 pro so leisten kann ist schon beeindruckend. Das war früher auch nicht so, da war die PS2 schon sehr viel schneller alt und nicht mehr mit PC Grafik vergleichbar. Das wäre also ein gutes Argument für die Konsolen, auch sie halten deutlich länger durch. Was mich hier stark stört ist die Infrastruktur, mit jeder neuen Generation muss ich das gesamte Zubehör neu anschaffen, zumindest nach meinem Kenntnisstand (z.B. Nintendo Pro Controller). Meine Eingabegeräte am PC sind uralt, da gibt es keine Probleme mit der Kompatibilität.