Ich finde es eher ratsamer, statt eine fixe Summe aus ALG2 ein bedingungsloses Einkommen zu machen. Meiner Meinung sollten Kürzungen entfallen. Der Satz sollte auf 450€ angehoben werden und statt 100€ vllt. 200€ dazuverdienen lassen. Denn so würden Minijobs auch für Arbeitgeber einfacher zu händeln sein. Denn für 100€ (1x die Woche arbeiten für 3-4 Stunden arbeiten) bieten selten AG's Jobs an. Aber bei 200€ könnte es interessanter werden und könnte auch Langzeitarbeitslose motivieren. 200€ ist schon viel Geld für die und für einmal 7-8 Stunden die Woche würden die sich bestimmt aufraffen können.
Man "darf" auch heute schon mehr hinzuverdienen, nur ab einer Bagatellgrenze von über 100 € wirds halt verrechnet. Die Anrechnungsquote da von derzeit 80% (!!! da rege sich noch mal jemand über die Lohnsteuer auf...) abzusenken würde das Annehmen einer Arbeit sicherlich attraktiver machen, aber aufgrund diverser Zwangs- und Drangsalierungsmaßnahmen gibt es da ohnehin keine so großen Probleme. Umgekehrt ist es politisch nicht gewünscht, den Niedriglohnsektor durch mehr Zuschüsse zu fördern - und genau darauf läuft das ja hinaus: Arbeitgeber müssten weniger Lohn zahlen und Jobs wären trotzdem attraktiv, weil der Staat ja zuschießt.
(womit ich persönlich eigentlich gar kein Problem hätte, wenn das Geld umgekehrt weit oben wieder eingetrieben werden würde, wo die Gewinne landen, die diese billigen Arbeitskräfte ermöglichen)
Zum Thema BLGE:
Hatten wir hier schon mal. Meine Meinung hat sich seitdem nicht geändert. Moralisch kein schlechter Gedanken, volkswirtschaftlich in einem geschlossenen System ein genialer (netto wird Bürokratie eingespart und Bürokratie ist die unproduktivste Verschwendung von Arbeitskraft überhaupt), aber ein praktisch ein katastrophales Konzept - wir leben nämlich nicht in einem geschlossenen System "Deutschland". Das Grundeinkommen erscheint nur finanzierbar, wenn dafür dutzende andere Hilfssysteme entfallen (ALG, Sozialhilfe, Kindergeld, Bafög, Ausbildungsvergütungen, Obdachlosenhilfe, kulturelle Förderungen,..............................) aber: Deren Verwaltungsaufwand entsteht auch um Berechtigte von Nichtberechtigten zu trennen. Und dabei geht es nicht nur um das Aussortieren von Leuten, die schon genug haben, sondern auch um Leute die überhaupt nicht berechtigt sind (und es auch nicht sein sollten), vom Deutschen Staat Unterstützung zu erhalten. Wir können aber weder in Deutschland lebende Ausländer ausschließen (sonst hat man das mit den Sozialsystemen gelöste Probleme wieder, dass ein Teil der hier lebenden in Situationen gerät, in denen sie nur noch durch Kriminalität überleben können), noch können wir allen die sich hier aufhalten ein BLGE zahlen (weil das dann sehr schnell ~7 Milliarden Menschen wären). Fazit also: BLGE erst dann, wenn wir es global einführen können.