be quiet! Power Zone 650W lohnt es?

JamnesOpp

Kabelverknoter(in)
Hallo,

ich überlege mein Sharkoon 600w WPM durch ein Power Zone 650w auszutauchen, da mir das cable management sehr gut gefällt und da diese China Netzteile nicht ganz ungefährlich seien sollen. Ich habe mich vorher im Forum etwas umgeschaut und mehrere Beiträge gefunden in denen zum teureren straight power e10 500/600 geraten wird,für mein System wären 500w eigentlich ausreichend aber dieses gefiel mir doch sehr gut. Ich bedanke mich im Vorraus schon einmal für jede Antwort. :D


Mein System:

Gigabyte h87-D3H
Xeon e3-1230
R9- 290 tri x new (2x 8Polig)
8gb Ram
Sharkoon WPM 600w (noch)
 
Das PowerZone ist die Billigmarke von BeQuiet für den amerikanischen Markt und definitiv nicht zu empfehlen.

Wenn du ein ordentliches Netzteil willst kaufe das StraightPower E10. Das 500W-Gerät ist locker ausreichend für deine Hardware und qualitativ viel hochwertiger als das PowerZone. Da haben die anderen Beiträge völlig Recht. :ka:
 
ok, danke für deine schnelle Antwort doch verstehe ich noch nicht ganz wiso das Power Zone schlecht ist ich kenne mich nicht wirklich aus das Power Zone hat 80+ Bronze das straight Power 80+Gold ist nun kein riesiger Unterschied da blieb für mich nurnoch Preis und die vollmodularität (wenn das so heißt :D) bedeutet das also das sich ein Power Zone nicht lange hält?
 
Nö nicht wirklich ist eher ne etwas bessere Knallbüchse und bei der Hardware sind 500 + nicht nötig. Das wichtigste hat aber unser hochprozentige Hauself schon erklärt :D
 
Es geht um die Technik. Drauf schreiben kann man viel. Das Straight Power hat beispielsweise 4 separat abgesicherte 12 Volt Schienen, das Power Zone ist praktisch ein weniger effizientes E10 in Singlerail. Daher ist das Straight Power vorzuziehen.
 
Das Power Zone ist lauter und Single Rail (kann nicht so gut abgesichert werden), ob es da Unterschiede bei der Plattform gibt, weiß ich nicht. Aber allein deswegen würde ich mir das Power Zone nicht kaufen ;)
Du kannst ja die CM-Version des E10 kaufen, das ist auch modular ;)

Viele Reviewer loben das Power Zone ja ziemlich, aber das bedeutet nichts. Immerhin wurde auch das sehr schlechte Thermaltake Deutschland in Reviews durchweg positiv bewertet.
 
haste schon mal einen echten Netzteiltest gelesen? (Beispiel:HARDOCP - Cooler Master G550M - Cooler Master G550M 550W Power Supply Review)
Es kommt auf SEHR viel mehr an als auf die Wattzahl und die Effizienz - genauer gesagt sind das eigentlich die unwichtigsten Dinge.

Unterschiede liegen darin, welche Qualität von elektrischen Komponenten verbaut sind, wie das netzteil seine Spannungen unter verschiedenen Lastszenarien konstant halten kann, wie viel restwelligkeit im gelieferten Gleichstrom noch enthalten ist, wie gut Lastspitzen abgefangen werden können und so weiter.
All das findet man nicht im Produktdatenblatt.

Das PowerZone ist beispielsweise iirc gruppenreguliert und auch noch Single-Rail. Ich erlaube mir mal einen Kollegen zu zitieren der die problematik zusammengefasst hat:
Gruppe bedeutet, dass die drei Spannungen im Netzteil, also 3,3 und 5 und 12 Volt gemeinsam erzeugt werden.
Das bedeutet aber auch, dass die drei Spannungen voneinander abhängig sind.
Belastest du nun eine Spannung sehr stark -- und heute wird praktisch nur noch die 12 Volt Leitung benötigt. 5 Volt brauchst du für USB und Festplatten, 3,3 Volt eigentlich gar nicht mehr -- sinkt diese ab, so dass du statt 12 Volt nur noch 11,6 Volt hast. Die 11,6 Volt sind noch innerhalb der ATX Spezifikation, aber bei 11,4 Volt wird es schon kritisch. Gleichzeitig steigen die anderen Spannungen an, sodass die 5 Volt Leitung schnell mal bei 5,5 oder gar 6 Volt landet.
Ausgleichen kannst du das nur, indem du die entsprechende Spannung belastest. Du müsstest also die 5 Volt Leitung stärker belasten, damit sie wieder sinkt. Was aber eben in der heutigen Zeit nicht einfach ist, weil ja nichts mehr da ist, was die 5 Volt braucht. Eine SSD oder eine HDD reichen da nicht.
Wenn du dann noch Netzteile hast, die eine billige Filterung und Glättung haben -- man kann das anhand der verbauten Caps erkennen -- ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass neben der steigenden Spannung auch die Restwelligkeit ansteigt. Die Restwelligkeit beschreibt die noch vorhandene Wechselspannung in der Gleichspannung. Du kannst die Wechselspannung nie komplett herausfiltern, das ist technisch nicht möglich. Man kann sie aber so weit reduzieren, dass sie keinen Einfluss mehr auf die Hardware hat.
Steigt sie aber an, hat sie ab einem gewissen Punkt durchaus wieder Einfluss auf die Hardware. die Steigende Restwelligkeit ist einer der Gründe, wieso Festplatten ausfallen.
Wenn du also jemanden kennst, der in letzter Zeit eine defekte Festplatte hatte, frag ihn mal, wie alt sein Netzteil ist, das er verwendet. :D

Hast du nun brauchbare Netzteile, die entsprechende Schutzschaltungen haben, schalten die ab, wenn die Spannung unterhalb eines Wertes sinkt.
Hier im forum gibt es einen User, dessen Netzteil -- ein S7 mit 450 Watt -- abschaltet, wenn er die Grafikkarte übertaktet.
Nominell sollte die Leistung des Netzteils reichen, aber weil die 5 Volt Leitung nicht mehr belastet wird, sinkt die 12 Volt Spannung unterhalb des Auslösewertes und das Netzteil schaltet ab.
Andere Netzteile schalten z.B. gar nicht ab, wie das Corsair RM. Das powert auch noch, wenn nur noch 10 Volt anliegen [was eben an der fehlenden Schutzschaltung liegt und deswegen wird es hier um Forum auch verrissen -- zu Recht]. Die thermaltake Germany Serie hatte ich ja schon erwähnt.
Schlimm wird es aber dann, wenn du hochgelabelte Gruppen Netzteile hast, wie das S7 mit 700 Watt oder das L8 mit der gleichen Leistung oder vergleichbar.
Bei denen ist die Spannungsstabilität extrem schlecht, sodass man sie nicht nutzen sollte. Schon gar nicht für Multi GPU, auch wenn die 700 Watt suggerieren, dass es eigentlich reichen müsste.


Bei Indy Netzteilen wird, wie der Name schon erahnen lässt, die Spannungen unabhängig voneinander erzeugt.
Das passiert mit DC-DC Converter. Daher nennt man diese Netzteile auch DC-DC Netzteile.
Der Vorteil ist die Spannungsstabilität. Auch wenn die 12 Volt Leitung bis zum Bersten belastet wird, hat das keine Auswirkungen auf die kleineren Spannungen.
Aber auch hier gibt es Grenzen. Wichtig sind Schutzschaltungen. Wenn die nicht vorhanden sind -- wie beim Corsair RM als Beispiel -- nützt die Spannungsstabilität nichts. Das Netzteil kann bei einem Fehler nicht abschalten und wird im Grenzfall die Hardware beschädigen.
Dann gibt es da noch Netzteile, wie die P10 Serie, die so stark gebaut ist -- was eben die Caps angeht -- dass sie auch problemlos deutlich mehr Leistung stemmen kann.
Ich hatte zwei P10 mit 550 Watt an der SunMoon getestet und beide waren in der Lage, über 700 Watt zu leisten, ohne dass sich die Spannungsstabilität geändert hatte, ohne dass die Restwelligkeit angestiegen ist. Die sind nicht mal lauter geworden.
Das ist schon sehr beeindruckend und einer der Gründe, wieso ich bei Multi GPU Systemen gerne das P10 empfehle. Ich weiß da aus erster Hand, dass es das leistet, was es verspricht.


Zusammengefasst:
Gruppe Netzteile haben bei einseitiger Belastung der Spannung -- was heute eben Fakt ist angesichts der dominierenden 12 Volt Leitung -- ein Problem mit der Spannungsstabilität, was im geringsten Fall zum Abschalten des Netzteils führt, wenn die Schutzschaltungen vorhanden sind, und im schlimmsten Fall zur Beschädigung der Hardware führt, wenn die Filterung und Gättung schlecht ist.
Indy Netzteile oder DC-DC Netzteile haben das Problem der Spannungsstabilität nicht. Nachteil hier ist einfach der, dass im Max Last Bereich die Restwelligkeit zum Teil stark ansteigt, was auf schlechte Komponenten im Form von minderwertigen Caps zurück zu führen ist.
Und natürlich sollten grundlegende Schurtschaltungen verbaut sein, die auch greifen.
Es nützt nichts, wenn der Hersteller OCP verbaut, das aber erst jenseits von 80 Ampere greift. Schon bei weiniger als 50 Ampere schmelzen Leitungen.


Und dann will ich das mit den Peak werten noch mal aufgreifen.
Aktuelle Grafikkarten wie die 900er Serie von Nvidia, haben zum Teil stark schwankende Peak werte. Das liegt daran, dass die Karten ständig zwischen Max Last und Idle hin und her schalten.
Das liegt wiederum am Boost Modus, den aktuelle Karten besitzen.
die Karte versucht immer den maximalen Boost Takt zu erreichen und taktet ständig darauf zu, wird aber gleichzeitig vom Power Limit und Temperatur Limit eingegrenzt.
So kann es passieren, dass eine Karte zwar eine durchschnittliche Leistungsaufnahme von 180 Watt hat, aber einen Peak Wert von über 300 Watt.
Gerade bei übertakteten Karten wird der Unterschied größer -- Toms Hardware hatte da mal einen Test zu gemacht, als die 900er Karten auf den Markt kamen -- da liegt die durchschnittliche Leistungsaufnahme bei 190-200 Watt und der Peak Wert kratzt an der 400 Watt Marke oder ist darüber.
Moderne Netzteile, wie das E10 oder auch das Antec Edge -- gibt natürlich noch viele weitere Netzteile -- haben keine Probleme mit den Peak Werten. Die kann die Filterung problemlos abfangen.
Hast du aber ein älteres Netzteil drin oder eben ein Gruppe Netzteil, kann es passieren, dass das Netzteil abschaltet, weil der Peak Wert zu hoch war und die Schutzschaltung gegriffen hat, eben wegen der abfallenden 12 Volt Spannung.
Gerade ältere Netzteil, die schon belastete Caps haben, die auch schon einen Alterungsprozess unterliegen, können da einen Schaden kriegen, weil einer der Caps platzt.

Ich will damit nicht sagen, dass wir alle Netzteile, die älter als 4 Jahre sind, entsorgen sollen. Das ist Unsinn.
Solange du die Hardware nicht veränderst, wird das Netzteil keine Probleme haben und auch 10 Jahre laufen. Ich kenne da mehr als genug Beispiele, wo Rechner seit 10 oder 15 Jahren problemlos laufen, eben auch weil die Hardware nie verändert wurde.
Nur sind wir hier in einem Hardware Forum und da ändert man seine Konfiguration von Zeit zu Zeit und wer noch ein Sockel 775 System mit einer GTx 280 hat und nun auf ein aktuelles System mit GTX 980 wechsel will, sollte sich im Klaren sein, dass sein Straight Power E6, das er seit 8 Jahren nutzt, und das immer noch läuft, für die aktuelle Hardware einfach nicht geeignet ist. Hier ist dringend anzuraten, das Netzteil zu tauschen.

Ich hoffe es wird nun etwas klarer von was wir hier reden.
 
Das Power Zone müsste ein Indy-Netzteil sein.

EDIT: Ja, ist Indy.

Außerdem:Nimm bitte nicht die 600W-Version, die ist technisch gleich wie die 500W-Version.
Auch die anspruchsvollste Single-GPU (GTX Titan X) bringt, auch, wenn sie übertaktet ist, das E10 500W nicht an seine Grenzen. Auch mit einem übertakteten i7 6700K oder was auch immer.
Die nächste GPU-Generation wird auch eher effizienter und wird nicht mehr Strom verbrauchen.
 
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Ok, wenns Indy ist betrachte den Quote als reine Wissenserweiterung. :D

600W sind Unsinn - keine Einzel-GPU braucht derart viel und wenn du mehrere High-End Grafikkarten benutzt sind 600W wieder zu wenig (und das E10 eher ungeeignet, dann eher ein P11).
 
vielleich könnte ein Mod das Thema in "warum das Be Quiet Power Zone schlecht ist" umbennen wäre nicht schlecht für andere die nach Hilfe suchen :-D
 
Es ist ja nicht prinzipiell "schlecht" (glaub mir es gibt viel, VIEL schlechtere Netzteile die leider große Verbreitung haben, beispielsweise die elenden TT Hamburg/Berlin Schrottdinger), es gibt nur eben für ähnliches Geld sehr viel bessere/sinnvollere Geräte. ;)
 
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