Backup Porgramm wie Apples Time Machine

_Hendi_

PC-Selbstbauer(in)
Hi, ich suche ein Backup tool ähnlich der Time machine von Apple. Habe das letztens bei meinem Onkel aufm Mac Book Pro gesehn und das ist ja schon genial, da kann man ja wirklich alles sichern. Sogar die Programme und Systemeinstellungen usw.
Jetzt habe ich mich gefragt, ob es sowas auch für Windows (7 64 bit) gibt?!
Habe auch schon eins gefunden, das sich Genie Timeline nennt und recht vielversprechend aussieht. ABER kennt jemand ein Tool, das auch installierte Programme sichert (am besten noch auswählbar), weil das ist nervig, wenn mal irgendwas ist oder wenn ich meinen PC neu aufsetze (steht auch bald wieder an)
Wäre toll, wenn jemand einen Tipp für mich hätte!
Gruß, Hendi
 
So wie auf dem Mac wird es unter Windows architekturbedingt nicht funktionieren. Das Mac OS X ist letztendlich aus einem Unix-System hervorgegangen (BSD), welches sich durch strikte Trennung von System-Kern und Anwendungen auszeichnet. Es gibt keine zentrale Registry-Datenbank mit irgendwelchen Konfigurationseinstellungen. Jede Anwendung verwaltet selbständig in ihrem Installationsverzeichnis ihre Basis-Konfiguration. Diese wird bei nutzerspezifischen Anpassungen in das Benutzer-Verzeichnis repliziert. Das wird von allen Anwendungen so durchgeführt. Damit ist enthält ein Backup des Anwendungs-Verzeichnisses und er Benutzer-Konfigurationsverzeichnisse alle Erforderlichen Daten zur Nutzung der Anwendung. Von den im Mac OS X integrierten Bibliotheken mal abgesehen.
Teilweise verfahren Anwendungen auch unter Windows nach diesem Schema, aber ein geringer Teil an Konfigurations-Informationen wir von den meisten noch in der zentralen Windows-Registry abgelegt. Diese ist nur als Ganzes sicherbar. Man kann zwar einzelne Anwendungs-Einstellungen exportieren, da diese jedoch auf Grund der Struktur der Registry oft über mehrere Stellen verteilt sind, wird das recht umständlich. Außerdem gibt es keine allgemeingültige API, die es einem Backup-Programm erlaubt, aus den installierten Programmen auf die verwendeten Registry-Schlüssel zu schließen. Damit müssten die Entwickler der Backup-Software jede Änderung von Registry-Einträgen durch die Entwickler der zu sichernden Programme individuell im Backup-Programm einpflegen. Diesen Aufwand kann kein Mensch bezahlen. Mal davon abgesehen, dass die Anwendungs-Entwickler diese Interna ihrer Programme i.d.R. gar nicht publizieren wollen.
Allerdings umgehen die meisten Anwendungen dieses Problem, indem sie beim Fehlen von eigenen Registry-Einträgen diese mit Default-Werten belegen. D.h., wenn Du die Installations- und Benutzerverzeichnisse der Anwendungen sicherst, sollten sie nach einer Wiederherstellung im Crash-Fall eigentlich wieder funktionieren. Die Ordnerstruktur der Benutzerprofile von Windows ist eigentlich hinlänglich bekannt. Damit konnte man bis Windows XP mit ntbackup sehr individuell und einigermaßen übersichtlich seine Daten sichern. Die Individualität habe ich beim Backup von Windows 7 noch nicht gesehen, allerdings habe ich mich auch noch nicht so intensiv mit Windows 7 beschäftigen können. Wenn meine neue SSD da ist, will ich dann umsteigen und kann mir die Sache etwas genauer ansehen.
Ansonsten gibt es schon einige Sicherungsprogramme, die recht ordentlich sind und vieles automatisieren können, so dass man erst beim Restore etwas davon mitbekommt. Allerdings muss man den Backup-Programmen die Automatismen erst mal "beibringen".;)
 
Mhm das ist schade. :(
Da muss ich mir wohl doch einen Mac kaufen, wenn ich diesen komfort nutzen möchte :lol:
Aber trotzdem ein riieeeeßiges Danke an Dich, dass Du das so verständlich und ausführlich erklärt hast!
 
Freut mich, dass ich Dir trotzdem helfen konnte. Da ich beruflich ganz gut in der Materie stehe, schreibe immer einfach so drauf los. Hinterher frage ich mich dann oft, ob ich es auch verständlich formuliert habe.
 
Wie schon gesagt war sehr gut und verständlich geschrieben :)
Bin grad schon schön fleißig am Datensichern:ugly:
Morgen wird dann das System neu aufgesetzt :daumen:
 
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