ruyven_macaran
Trockeneisprofi (m/w)
Wobei man halt auch nicht vergessen darf, dass Autos auch in der Herstellung enorm Ressourcenintensiv sind.
Bei Batterieautos stimmt das teilweise: Bislang hat weiterhin niemand Li-Io-Akkus über 20 Jahre ohne größeren Leistungsnachlass genutzt. Sollte auch im KFZ-Bereich die kalendarische Alterung nach 10-12 Jahren durchschlagen, wäre Car Sharing (egal welcher Form) eine Lösung für dieses Haltbarkeitsproblem, weil man die Lebensfahrstrecke einfach komprimiert in kürzerer Zeit zusammenbekommt und dann das nächste Auto nimmt, anstatt zwei nebeneinander altern zu lassen.
Allerdings bestreiten die ganzen Batterieautoapologeten seit jeher (und ohne Datengrundlage), dass es dieses Problem überhaupt gäbe und wenn man es weglässt, ändert sich der Ressourcenverbrauch pro km erstmal gar nicht. Autos, deren Korrosionsschutz allgemein für mehr als 2-3 Winter ausreicht, werden durchs ein paar Tage Rumstehen ja nicht schlechter. Ob sich 10 Nutzer 10 Autos kaufen und jeder mit je einem davon die nächsten 20 Jahre je 200000 km fährt, bis es hinüber ist, oder ob sich 10 Nutzer zusammen 1 Auto kaufen, dass binnen 2 Jahren 20000 km gefahren wird, bis es hinüber ist, sodass über 20 Jahre hinweg 10 Autos benötigt werden, bleibt sich gleich: 20 Jahre, insgesamt 4 Gm, insgesamt der Produktionsaufwand für 10 Autos. Das gleiche oberflächliche Beispiel funktioniert natürlich auch mit jeder anderen Haltbarkeit, aber höherwertige Autos haben sich nicht durchgesetzt.
Betrachtet man es weniger oberflächlich, ist der Sharing-Ansatz sogar im Nachteil. Einmal erneut weil er zusätzlich Wegstrecken erfordert, für 4 Millionen Nutzkilometer muss man also ggf. Autos bauen, die zusammen 4,5-5 Gm verkraften und entsprechend mehr Ressourcen verschlingen. Vor allem aber wird es schwer, das Fahrzeug an die spezifischen Bedürfnisse der Nutzer anzupassen: Bislang kauft sich einer was mit Ladefläche, einer was mit 5 Sitzen + Kofferraum, einer was mit ohne Dach und einer mit 0-100 in 4 Sekunden. Sollen die sich alle ein Auto teilen, kommt ein F-350 mit 1000 PS und Faltdach bei raus.
Auch hier gilt wieder: Natürlich könnte jeder von denen zurückstecken/man kann die Gleichung mit kleineren Ansprüchen aufstellen, dann reicht vielleicht auch ein Amarok mit mittlerem Motor und Schiebedach. Aber "Verzicht" könnte halt auch auf das Einzel-Auto-Pendant angewendet werden und dann würde da ein Piaggio Porter, ein Touran, ein Fiat 500 mit Faltdach und ein MX-5 statt einem Crafter-Pritsche, einem Q7, einem SL und einem M4 stehen. Den geringsten Materialeinsatz hat man immer dann, wenn jeder ein Auto fährt, dass genau seine Ansprüche erfüllt und kein bisschen mehr.
Um mein obiges Gejammer über mangelnde Auswahl bei Fahrzeugen für zwei Personen als Beispiel aufzugreifen: Ich hatte kurz überlegt, ob Mietwagen nicht die günstigere Lösung für mich wären, weil ich relativ selten mit PKW fahren MUSS. Kam aber schnell zu dem Schluss, dass das für mich nur teurer und unbequemer und für die Umwelt schädlicher wird, denn den mir ausreichenden/letztlich verkauften Dreitürer hat niemand vermietet. Um vergleichbare Ergonomie für den Fahrer zu erhalten, hätte ich 0,5+ t schwerere, 0,5+ m längere Fahrzeuge aus der obersten Mittel-/unteren Oberklasse mieten müssen. Die sind zwar auch nicht auf meine Ansprüche fokussiert, decken die aber halt nebenbei mit ab.
Es wären doch aber für selbe Menge zu befördernden Personen weniger Autos notwendig. Auch waren kleiner Autos für max 2 Personen bis hin zu autonomen Bussen möglich.
Die sind auch so möglich. Das Problem liegt hier nicht am Konzept "jeder sein Auto", sondern an der Art von Auto, dass die Leute wollen.
Das wird dann mit einer Art Parkhäusern geregelt. Konzepte dafür gibt es.
Wenn Parkhäuser auf Bäumen wachsen würden (insbesondere in Gegenden, in denen keine Bäume stehen
), dann hätten wir erst gar keine Probleme mit/durchn Parkflächen. Tun sie aber nicht.Ich glaube nicht dass das am allein sein wollen liegt - es ist eher ein nicht für jede Flexibilitätsnutzung (= bei weitem größter Vorteil von Individualverkehr) die Mitfahrer fragen müssen und Organisationsaufwand haben nur um im Mittel doch immer länger zu brauchen als alleine.
Apps für die Organisation gibt es längst und daran, dass "nicht den direkten Weg nehmen" einfach länger dauert und "anderen zu einem gegebenen Zeitpunkt begegnen" Anpassungen im Tagesablauf erfordert, ändert auch ein selbstlenkendes Auto nichts. Deswegen sage ich ja: Die Dinger würden nicht wie Busse, sondern bestenfalls wie Taxen operieren. Also mit genauso vielen Fahrzeugnutzkilometern pro zu transportierendem Kopf und zusätzlich noch Overheadkilometern von/zu Start/Endpunkten.
(Und, wenn man das ganze auf gewohnt kommerziellem Weg nach Vorbild der E-Roller einführt: Noch unzähligen Kilometern dazwischen. Von den gleichen Vereine, die ihre Drecksgestelle auf sämtlichen Gewegen herumliegen lassen, erwarte ich nämlich auch, dass sie Leihautos "auf Vorrat" in der Innenstadt Kreise fahren lassen. Dank hochsubventionierter Strompreise ist das schließlich deutlich billiger, als die Parkgebühren in Ballungsräumen.)