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Zum Glück ist man in großen Teilen Osteuropas als auch in den USA bei der Einordnung bedeutend weiter und weiß, dass das einzige was diese beiden Sozialismen trennt, nur der leicht unterschiedliche Name und Farbe ist.
DAS verkaufst du als Konsens der Wissenschaft?
Tea-Party-Typen wie Glenn Beck, die Obama als Kommunisten bezeichnen?
Der Konsens liegt wo ganz anders, - auch in den USA und in Osteuropa, aus gutem Grund.
In den USA ist z.B, der Begriff Faschismus vorherrschend, während sich in Deutschland der irreführende "Rechtsextremismus" durchgesetzt hat. Usw. Von einer inhaltl. Gleichstellung spricht kein Mensch, der sich ernsthaft mit der Materie beschäftigt hat und nicht gerade aus einer rechten Ecke kommt.
Woher kommt denn dann die Bezeichnung für politisch rechts oder links das du ja SOOO gut kennst? Da muss ich nun leider ein kleinen Exkurs erläutern....
Schön, dass du von der französischen Nationalversammlung gehört hast und weißt, wo wer saß.
Aber wie ist es um Inhalte bestellt?
Kurzer Rückblick samt Einordnung.
Die faschistische NSDAP war, wie quasi alle faschistischen Parteien, die ideologische Absage zu den Idealen der französischen Revolution und ihren Forderungen. Die fanzösische Revolution hatte sich vor allem dem Rationalismus, einer Verfassungsnation, der (persönlichen) Freiheit, der Rechtsgleichheit sowie der Akzeptanz demokratischer Klassenkonflikte verschrieben. Vom Spruch
liberté, égalité, fraternité hast du gehört?
Bei der faschistischen NSDAP hingegen findest du DEN Gegenentwurf zu diesen Forderungen vor. Einen pseudoreligiösen Mystizismus statt Rationalismus. Die Verfassungsnation wird abgelehnt, statt dessen wird die "völkische", ethnische Nation propagiert. Individuelle Freiheit wird abgelehnt, statt dessen wird absolute Unterordnung und ein Autoritarismus als Staatsideal angeprisen. Einer (grenzüberschreitenden) Brüderlichkeit wird der ständige Kampf der Völker gegenüber gestellt. Demokratische Klassenkonflikte (z.B. in Streiks, Wettkampf zwischen Parteien) werden verleugnet, statt dessen wird das Lied der idyllischen Volksgemeinschaft gesungen.
Nein, eine "linke" Partei propagiert im Idealtypus eben nicht den ethnischen Nationalismus, betont nicht den "permanenten Überlebenskampf der eigenen Rasse" etc, verleugnet nicht Konflikte innerhalb der Gesellschaft ... - die Grundfesten der Nazi-Ideologie.
Ja, du kannst natürlich auf die Totalitarismus-Debatte aufspringen (falls dir der Begriff geläufig ist und du was drunter verstehst), aber die hat nen Bart wie 3dfx. Geht nur auf Auswirkungen ein, liefert aber keine inhaltliche Debatte. Du hast in manchen kommunistischen Diktaturen vielleicht eine Einheitspartei, einen Führerkult, Monopol der Medien etc. wie in einem faschistischen Regime, aber trotzdem gibt es eine ganze Liste von Unterschieden. E.g. an wem und warum ein Massenmord begangen wurde, was das finale Ziel ist. In den vergangenen kommunistischen Diktaturen wie unter Stalin hattest du einen
Klassenmord, unter Hitler hingegen einen
Rassenmord (in der Logik der Nazis). Hier siehst du beispsw. einen wichtigen Unterschied, rechte Regime wollen stets das völlig verquerte Ideal einer ethnisch homogenen Bevölkerung. In eine faschistischen System, bzw. einem "rechtsextremen System" steht stets das völkische im Vordergrund, es werden lustige Rassengesetze gebastelt usw. Eine eigene (völkische) Überlegenheit wird rausposaunt, und der ständige Kampf gegen andere Rassen (z.B. Islamisierungsdebatte, über Bande). Das findest du bei linken Systemen im Idealtypus nicht. Z.B. sind einem Stalin bei seinen Massenmorden ganz andere Geschichten durch den Kopf gegangen. Und so weiter, der Text wird zu lang ...
Zusammenfassung:
Ideologisch liegt zwischen "links" und "faschistisch" Welten dazwischen. Wer behauptet, das sei von der Stoßrichtung und der Zielsetzung alles gleich, hat keine Ahnung - oder er versucht, gewisse Verbrechen zu relativieren oder politische Gegner zu diskreditieren. Die NSDAP ist in all dem ein ziemlich gutes Beispiel für eine faschistische Partei. Und obgleich sie das "Arbeiter-" sowie "sozialistisch" im Namen trug, hat das in keinster Weise die zugrunde liegende Ideologie wieder gespielt. Sie war so "sozialistisch" wie die "Deutsche Demokratische Republik" demokratisch war.
Im Gegenteil, das innenpolitische Hauptziel der NSDAP war es, in Deutschland jegliche linke Strömungen zu vernichten, was sich nicht nur in Morden (die hier von DIR zitierte Kommunistin Rosa Luxemburg wurde von den NSDAPlern ermordet, nicht toleriert - welch Ironie!) sondern auch in vielen gesellschaftspolitischen Entscheidungen wieder gespiegelt hat.
Jetzt, ein paar Jahrzehnte später, daher zu kommen und zu behaupten, die NSDAP wäre "links" gewesen, das ist Realsatire pur.
So, genug Exkurs für heute.