@Nanchatte
Ja, ihm muss man alles dreimal vorkauen (AMD=böse ist einfacher).
Was die Auslieferungsmengen im Bereich Speicher angeht, haben sich die Chargen um ca. 6 Wochen verspätet und zwar schon Mitte des Jahres, das Kartell wies auf Lieferengpässe zum Jahresende hin. Was den weltweiten Warenhandel angeht, verspäten sich die Lieferungen im Schiffsverkehr um mindestens 3 Wochen, weil die Besatztungen wegen Hygiene- und Quarantänevorschriften minimum 14 Tage aussetzten müssen und wer soll die Schiffe dann betreiben? Das heißt, viele liegen dann auf Reede.
Im Bereich der Fluggesellschaften haben sich die Transporte kannibalisiert, wobei die ihre Flüge mindestens um die Hälfte reduziert haben (und für die gelten auch Quarantänebedingungen wenn sie bestimmte Länder anfliegen, wie z.B. China). Das heißt, die können nie und nimmer alles per Flieger ausliefern. Das sind die Mengen die derzeit hier kleckerweise ankommen (und die werden massiv umkämpft sein), das wird zum Großteil Luftfracht sein, wobei viele Maschinen am Boden stehen und die Fluggesellschaften für den sicheren Betrieb staatliche Stützen brauchen, die Einnahmen befinden sich auf dem tiefsten Flug seit Jahrzehnten.
Wenn man das alles zusammenrechnet und Corona mit dazu zählt, weiß man was los ist.
Keines der hier genannten Produkte wird außerhalb Chinas zusammengebaut, von daher spielen Flieger und erst Recht Schiffe keine Rolle für die Subkomponenten... . Der Speicher muss in der Regel nur von einem Ende Shenzens zum anderen gekarrt werden.
Wie gesagt, zumindest mir fehlen zu viele Zahlen in der Rechnung, um mir ein Urteil für oder wider AMD erlauben zu können.
Ich kenne die Hintergründe auch nicht, halte sie aber auch aus Kundensicht für Irrelevant: Hersteller A hat die Kapazitäten für X Produkte geplant. Und in dieser Planung komme ich nicht vor oder nur zweitrangig => Wenn Hersteller A mich als Dreck behandelt, soll er nicht auf Sympathie hoffen.
Alleine die Logik/der Verstand sagt mir, dass die Entscheidung gegen mehr Umsatz und Gewinn mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlich nicht gefallen ist, als genau das (mehr Umsatz und Gewinn) schon 100%ig sicher absehbar war. Und wenn doch, dann sehr wahrscheinlich aus finanziellen/wirtschaftlichen Gründen - lieber am Anfang weniger Produkte an Endkunden verkaufen, als noch höhere Preise (die die Produkte auch gegenüber Konkurrenzprodukten wieder unattraktiver machen) nehmen zu müssen. So lange AMD jetzt weniger Umsatz durch Kunden verliert, die zu Nvidia oder Intel wechseln, als hinten raus vielleicht durch eine bessere Marge zusätzlich eingenommen wird, hat es sich für AMD ja schon gelohnt.
Auch wenn es für uns Kunden aufgrund aktuell geringer Stückzahlen vielleicht nicht so schön ist.
Das halte ich für die wahrscheinlichste Interpretation: Leaks zu reservierten Waferkontingenten kommen normalerweise rund 1 Jahr vorher oder weniger, das heißt zum Zeitpunkt der Buchung wusste AMD definitiv, dass sie von Intel wenig Stress bekommen werden. Nvidia war schwerer abzusehen, aber wenn man umgekehrt Nvidias vollkommen überstürzten Launch anguckt, dann fühlte sich AMD entweder bezüglich Ampere zu Recht ebenfalls sehr sicher oder aber sie haben ihre Launch-Pläne für Big Navi kurzfristig geändert. In beiden Fällen war es für 4Q2020 bewusst nicht eingeplant worden, große Stückzahlen für Endkunden auszuliefern, sondern ein bestehendes Kontingent für Microsoft und Sony zu reservieren, die bekanntermaßen sehr klare Vorgaben für all diejenigen machen, die auch nächstes Jahr noch Aufträge bekommen wollen.
Aber wie schong gesagt: Nur weil es nachvollziehbar ist, heißt das nicht, dass man es als Kunde auch gut finden muss. Dem Xilnix-Deal zu Folge hat AMD dieses Jahr keine Finanzprobleme und TSMC-Kapazitäten sind immer nur eine Frage des höchsten Gebotes. Die Entscheidung, wenig Produktionskapazitäten für Endkunden einzuplanen und stattdessen die Preise anzuheben, geschah also nicht unter externem Zwang, sondern zwecks Gewinnmaximierung – zu Lasten der Endkunden. Mit so etwas kann man als Hersteller nicht punkten, wenn man das öffentlich genau so bekanntgibt. Also schweigt man lieber zur Produktions-/Liefersituation.
Ok, diesen Aspekt habe ich nicht bedacht. Es könnte natürlich sein, dass die Information die für den einen Vertragspartner eine positive Außenwirkung hat, für die anderen beiden Parteien sich ins Gegenteil umkehren könnte. Aber aus Kundensicht wäre eine Erklärung, warum er vor leeren Regalen steht, mit Sicherheit nicht belanglos.
Da geht es Erfahrungsgemäß nicht einmal um Auswirkungen, sondern ums Prinzip. Bei vielen Elektronikkonzernen gilt für Veröffentlichungen ein Whitelisting und insbesondere AMD ist teilweise sehr verschlossen. Da gelangt nur nach draußen, was von Technik, Führung, Rechts- und Marketingabteilung als eindeutig positiv für den Konzern freigegeben wurde und nicht mit externen Partnern zusammenhängt. Alles andere ist und bleibt im Zweifel geheim. Gerade Vertragsdetails wird niemand mit dem jeweiligen Partner noch einmal besprechen, um sie öffentlich bekannt zu geben. Ich wäre bei AMD schon froh, wenn ich Zugriff auf Kühlerspezifikationen oder ein Sockel-Pin-Out bekommen würde – aber selbst diese Informationen, die bei Intel für jedermann frei herunterladbar sind, werden einem als nicht-Hersteller bei AMD auch einmal auf Nachfrage zur internen Verwendung unter NDA verweigert.
Ich bitte um Verzeihung, man sollte auch mal die Zahlen die man aus dem Internet holt nachrechnen...ich habe mich nämlich verlesen XD
Hier das Bild was ich als Vorlage nutze:
https://pbs.twimg.com/media/EjwB04UWsAAm_L0?format=jpg&name=large
Die Maße waren auch geschätzt, weil ich keine Quelle für die tatsächliche Größe finden konnte.
Zum Errechnen der DIE-Zahl pro Wafer nahm ich
https://caly-technologies.com/die-yield-calculator/ .
Anhang anzeigen 1343944
Die geschätze Größe die ich zum Rechnen genommen genommen habe ist 12,75x24mm=306mm²
Mit einer Defektdichte von 0.09 spuckt der Rechner 182 DIE pro Wafer aus. Wobei sich 8 am Rand (bei 5mm Rand, nicht zentriert) und etwa 43 defekt sind. Diese 43 defekten sind aber abhänging von der Fertigung bei TSMC und kann natürlich auch deutlich besser oder schlechter sein.
Wäre ein geschätzer Yield von etwa 139 DIEs pro Wafer (76,41%) (die am Rand sind mit einberechnet) oder 11,12 Millionen DIEs bei 80000 Wafern pro Monat.
Ich will nochmal erwähnen, das ich NICHT die Yieldrate von TSMC kenne. Und nur eine Annäherung an die Maße des PS5 DIEs kenne.
Netter Link, sinnvolle Rechnung
.gif)
Zur Zahlengrundlage: Die DDR6-Package-Maße betreffen die Außenkanten, vermessen wurden aber die Mittelpunkte der äußeren Ball-Reihe. Das heißt der Chip könnte noch einmal kleiner ausfallen und ich hätte von einem eingefahrenen Prozess für Chips dieser Größe Yields im 80er bis 90er Bereich erwartet. Aber die größte Unbekannte dürfte wohl die Zahl der tatsächlich eingesetzten Wafer sein.
Klingt für mich alles logisch und das habe ich mir schon so gedacht.
Ist nur dämlich von AMD Grafikkarten zu veröffentlichen die Niemand kaufen kann. Wozu soll das dann bitte gut sein?
Nur gut das TSMC mehr Belichtungsmaschinen bestellt hat und somit nächstes Jahr die Produktion ordentlich steigen dürfte. Ich weiß nur nicht wie lange es dauert so eine Maschine in Betrieb zu nehmen.
Wenn die Nachfrage mitte nächsten Jahres sinkt und alle großen Hersteller viele Belichtungsmaschinen stehen haben, könnte nächstes Weihnachten alles sehr günstig werden. Vor allem Grafikkarten und Prozessoren. Nur will Niemand so lange warten
Bis eine neue Anlagenstraße in Betrieb ist, vergeht durchaus ein halbes Jahr, ausgehend von einem leeren Reinraum. Wenn Teile der alten Produktion integriert werden und Stück für Stück umgebaut werden, kann es auch länger dauern. Die jetzt gelieferten Maschienen dürften auf alle Fälle für die 6er- und die 5er-Prozesse sein, Neubestellungen für 3 nm. In 7 nm investiert man zwei Jahre nach Beginn der Massenfertigung nicht mehr. Das wäre ja so, als wenn Intel 2018 zusätzliche 14-nm-Betriebslinien aufgebaut hätte.
Zur Veröffentlichung: Das ist vor allem gut um Nvidia das Geschäft zu vermiesen. Ampere ist langsam lieferbar, interessiert aber auf einmal nur noch halb so viele Leute. Und bis Weihnachten ist auch noch ein Monat hin, in dem man schon ein paar Karten verkaufen kann – abgesehen davon, dass nach Weihnachten der Kurs auf chinesisch Neujahr steht und Launches während der Weihnachtszeit weniger Aufmerksamkeit bekommen könnten.
Verstehe. Die Passagiere haben also Luftfrachten querfinanziert oder die Frachten die billigen Flugplätze, je nach Sichtweise. Damit fällt die Milchmädchen-Lösung (einfach die am Boden stehenden Passagiermaschinen für Frachtflüge nutzen) wegen fehlernder Einnahmen von Passagieren wohl flach. Wenn es so einfach wäre, wäre die Logistikbranche bestimmt auch ohne meine Geistesblitze schon drauf gekommen.
Es gibt Maschinen, die für kombinierten Passagier- und Frachtverkehr flexibel genutzt werden können. Aber in die Oberdecks normaler Passagiermaschinen bekommt man selbst kleine Container rein physisch nicht rein, weil sie keine großen Luken haben. Das Maximum sind Postsäcke auf den Sitzen, sonst könnte man nur den Frachtraum nutzen. Und so hoch, dass sich Extrafüge von 60 Prozent leeren Passsagiermaschinen lohnen würden, sind die Luftfrachtpreise wohl doch noch nicht. Flugplätze beziehungsweise Starts und Landungen dürften im Moment zwar so billig wie nie sein, da komplett subventioniert und um jeden Auftrag dankbar, aber auf den langen Ostasienrouten sind es Sprit, Crew (inklusive Corona-Vorkehrungen/Mehrkosten) und Instandhaltung, die Geld kosten. Die Kosten beinahe genauso viel wie bisher auch, denn die abgestellten Flugzeuge werden nur einmal bei der Widerinbetriebnahme teuer (egal wann diese erfolgt), ungenutzter Sprit ist umsonst und untätiges Personal wird über Kurzarbeitergeld vom Staat bezahlt.
Ich glaube allerdings, dass Elektronik in größeren Stückzahlen bislang auch nicht unbedingt zu den teuersten Luftfrachtgütern zählte. Das heißt, dass ist nicht die Ware die Mangels Linienflieger am Boden bleibt. Sondern dass ist die Ware, die von den wertvolleren Ex-Passagier-Expressgütern aus den regulären Frachtern gedrängt wird.
Zumindest im Bereich der seltenen Erden wird aber schon ne Weile dran gearbeitet, das was geht auf europäischer Seite abzubauen - seit der Geschichte 2012 (
https://www.wto.org/english/tratop_e/dispu_e/cases_e/ds432_e.htm) ist die EU da schon etwas aufgewacht und da hat sich auch schon was getan. Bei Med.Produkten sieht das meines Wissens nach aber noch anders aus und da gibts bereits Streit über Zollkontingente mit china... lustig ist das alles nicht.
Es gibt praktisch nichts, dass man nicht auch außerhalb Chinas herstellen könnte, aber vieles ist dort sehr viel billiger zu bekommen. Sei es endgefertigte Hardware, die von den niedrigen Arbeitslöhnen profitiert oder seien es die vermeintlich seltenen Erden, die es zwar auch im Rest der Welt gibt, deren Abbau aber unter Berücksichtigung von Umweltschutz sehr teuer wäre. Das heißt: Ein kommerzielle Produktion irgendwo sonst auf der Welt zu errichten lohnt sich in der Regel erst, wenn China die Lieferung einstellt. Hätte jemand vor 12 Monaten prohezeit, dass im April die Massenproduktion von einfachen Stoffmasken in Baden-Würtemberg anläuft, wo man die Dinger doch für <10 Cent importieren kann, hätte man den vorsichtshalber in die geschlossene Anstalt verwiesen. ^^