Schon hierzu kann ich mir keine Meinung erlauben, einfach weil mir zu viele Informationen (auch zu dem/den XL-Deal/s) fehlen. Nicht selten wird auch (sofern möglich) eine gewisse Flexibilität vereinbart. Ich bestelle Stückzahl X für Zeitraum Y, halte mir aber die Option offen schon nach Zeitraum Z die Stückzahl in einem gewissen Rahmen (nach oben oder unten) zu korrigieren.Kann auch nach hinten losgehen. Ich zum Beispiel nehme einem Hersteller eher übel, wenn er nur beschränkte Produktionskapazitäten gebucht hat, obwohl ein großer Extraauftrag klar terminiert war. Extra hohe Preise beim Endkunden zu kassieren, selbst aber zu geizig sein, um bei zusätzlichen Kontingenten angemessen Mitzubieten passt nicht zusammen.
Oder wie sind die allgemeinen Zahlen? Um welche Stückzahl/Marge geht es? Ist es quasi/annähernd ein Nullsummenspiel, ist auch der Verhandlungsspielraum bzgl. zu buchender Produktionskapazitäten eher mit einem "spitzen Bleistift" zu kalkulieren. Gerade wenn man wie AMD, und augenscheinlich ja auch nicht zum ersten mal, nur sehr knapp "überlebt" hat, sind Kalkulationen erstmal eine ganze Zeit lang wieder eher konservativ.
Wie lange im Voraus muß man bei Wafern usw. Produktionskapazitäten buchen? War zu dem Zeitpunkt der "Corona-Effekt" schon erkennbar? Sind die Stückzahlen vielleicht auch schon für Pre-Corona-Verhältnisse eher zu knapp bemessen, und wurden später durch den unfassbaren Kaufrausch der Kunden noch einmal um ein vielfaches überschritten?
Und wenn es wirklich 80% für MS und Sony, und nur 20% für Endkunden sind, dann ist aus AMDs Sicht der minimale Aufpreis bei manchen (Endkunden-) Produkten (afaik sind nicht alle CPUs teurer geworden) auch finanziell annähernd irrelevant (auch wenn "etwas" zusätzliche Kohle immer noch besser als "nichts" ist) . Das Argument "Extra hohe Preise beim Endkunden kassieren" wäre damit zumindest bzgl. seines Effektes/Einflusses hinfällig.
Den Aspekt "Zulieferer" mal ganz außen vor gelassen, der vielleicht auch noch irgendwo einen Einfluß hat.
Wie gesagt, zumindest mir fehlen zu viele Zahlen in der Rechnung, um mir ein Urteil für oder wider AMD erlauben zu können.

Alleine die Logik/der Verstand sagt mir, dass die Entscheidung gegen mehr Umsatz und Gewinn mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlich nicht gefallen ist, als genau das (mehr Umsatz und Gewinn) schon 100%ig sicher absehbar war. Und wenn doch, dann sehr wahrscheinlich aus finanziellen/wirtschaftlichen Gründen - lieber am Anfang weniger Produkte an Endkunden verkaufen, als noch höhere Preise (die die Produkte auch gegenüber Konkurrenzprodukten wieder unattraktiver machen) nehmen zu müssen. So lange AMD jetzt weniger Umsatz durch Kunden verliert, die zu Nvidia oder Intel wechseln, als hinten raus vielleicht durch eine bessere Marge zusätzlich eingenommen wird, hat es sich für AMD ja schon gelohnt.
Auch wenn es für uns Kunden aufgrund aktuell geringer Stückzahlen vielleicht nicht so schön ist.
Ok, diesen Aspekt habe ich nicht bedacht. Es könnte natürlich sein, dass die Information die für den einen Vertragspartner eine positive Außenwirkung hat, für die anderen beiden Parteien sich ins Gegenteil umkehren könnte. Aber aus Kundensicht wäre eine Erklärung, warum er vor leeren Regalen steht, mit Sicherheit nicht belanglos.Unabhängig hiervon werden die beteiligten Firmen kein Interesse daran haben, selbst belanglose Vertragsdetails zu veröffentlichen.
Zuletzt bearbeitet:
