Ok, Intel vs. AMD vs. Nvidia, mal als Business-Benchmark
Alle Zahlen sind Quartalszahlen. Auf ein Jahr betrachtet machen alle Firmen ca. das Vierfache.
Intel hat im ersten Quartal 2020 eine Gewinnspanne von 60% ausgegeben und hat nach Abzug aller Kosten für Marketing, Entwicklung und Steuern immer noch 28,5% Gewinnspanne.
Ein 9900k kostet derzeit 530€, nach Abzug der Umsatzsteuer 444€, die Zwischenhändler wollen auch etwas verdienen, schätzen wir mal 25% über die ganze Kette betrachtet, dann verlässt der 9900k für 355€ das Haus und daran hat Intel die besagten 60% Gewinnspanne. Damit kostet so ein 9900k ca. 222€ wenn er vom Band läuft. Auf Seite 7 des Geschäftsberichtes gut zu sehen sind die Einnahmen von $19 Milliarden, denen Produktionskosten von knapp $8 Milliarden gegenüberstehen. Nach Abzug aller anderer Kosten (Entwicklung, Marketing, Steuern), bleiben Intel $5,6 Milliarden im ersten Quartal. Wenn wir die alle in den 9900k einrechnen, verlässt die CPU das Haus mit Gesamtkosten von ca. 276€. In absoluten Zahlen gibt Intel $3,2 Milliarden für die Entwicklung und $1,5 Milliarden für das Marketing aus.
[Quelle:
]Page Not Found
AMD gibt für das erste Quartal 2020 eine Gewinnspanne von 46% aus und hat nach Abzug aller Kosten für Marketing, Entwicklung und Steuern immer noch 9% Gewinnspanne.
Ein 3900x kostet derzeit 430€, nach Abzug der Umsatzsteuer 361€, die Zwischenhändler wollen auch etwas verdienen, schätzen wir mal wieder 25% über die ganze Kette betrachtet, dann verlässt der 3900x für 289€ das Haus und daran hat AMD die besagten 46% Gewinnspanne. Damit kostet so ein 9900k ca. 198€ wenn er vom Band läuft. Auf Seite 1 des Geschäftsberichtes gut zu sehen sind die Einnahmen von $1,7 Milliarden, denen Produktionskosten von knapp $0,97 Milliarden gegenüberstehen. Nach Abzug aller anderer Kosten (Entwicklung, Marketing, Steuern), bleiben AMD $0,162 Milliarden im ersten Quartal. Wenn wir die alle in den 3900x einrechnen, verlässt die CPU das Haus mit Gesamtkosten von ca. 265€. In absoluten Zahlen gibt AMD $0,44 Milliarden für die Entwicklung und $0,2 Milliarden für das Marketing aus.
[Quelle:
]Page Not Found | Advanced Micro Devices
Gleich vorneweg sieht man , dass Intel brutal viel größer ist als AMD. Da liegt immer noch ein Faktor von 10 zwischen den beiden Firmen. Am Gesamtumsatz gemessen steckt AMD auch viel mehr Geld in die Forschung. Man kann sagen, AMD hatte das auch nötiger als Intel, dennoch ist zu sehen, dass die Effizienz der Forschung bei AMD besser ist. AMD macht mit einem Siebtel des Forschungsbudgets eine CPU die konkurrieren kann und eine GPU von der Intel nur träumen kann. Aus Spielersicht ist AMD damit der Darling, weil da ein Produkt entsteht, das man will und nebenbei hat AMD noch ein Produkt für die Konsolen. Bei Intel ist zu bedenken, dass der Desktop Markt nur ein Teil ihres Geschäfts ist. Die Forschung ist nicht notwendigerweise total ineffizient von denen, die machen halt auch SSDs, Netzwerkkarten, Serverplatinendesign, Server-CPUs und all die Dinge bei denen AMD gerade man den kleinen Zeh im Teich hat.
Wir sehen auch, dass Intel jetzt nicht panisch einen Preiskrieg lostritt. Dazu ist der Umsatz viel zu gut. Wir sehen, dass AMD 9% Reserven für einen Preiskrieg hat und Intel ca. 30%. Damit braucht es AMD gar nicht erst probieren, denn Intel kann eh alle mitgehen und man würde sich bei AMD nur die letzten 9% gar kaputt machen. AMD ist also dazu verdammt besser zu sein. Das weniger Forschungsgeld muss schlauer eingesetzt werden, damit es Output erzeugt. Da kommt der Fertigungsvorsprung mit 7nm gerade gut gelegen.
Bonus Runde, Nvidia:
Nvidia gibt für das was die Menschheit das 1. Quartal 2020 nennt, Nvidia auf der Investorenseite jedoch unter 4. Quartal 2020 auflistet (wtf) eine Gewinnspanne von 64,9% aus und hat nach Abzug aller Kosten für Marketing, Entwicklung und Steuern immer noch 30% Gewinnspanne.
Eine 2070Super kostet derzeit 539€ als Komplettkarte von Nvidia direkt, nach Abzug der Umsatzsteuer 453€, die Zwischenhändler gibt es in dem Fall nicht, oder nur einen (Ingram Micro btw.). Trotzdem haben ja auch die Partner (Asus, MSI, etc.) eine Wertschöpfung an der Karte, auch wenn sie von Nvidia nur ein Einzelteil beziehen, daher rechne ich hier einmal mehr die 25% Abschlag ein, zu besseren Vergleichbarkeit. Dann verlässt die 2070Super für 362€ das Haus und daran hat Nvidia die besagten 64,9% Gewinnspanne. Damit kostet so eine 2070Super ca. 220€ wenn sie komplett bestückt (!) vom Band läuft (und MSI, Asus etc, zahlen nur einen Teil dieser 200€ für nur den Chip und lassen woanders bestücken, dann laufen die Karten für die OEMs irgendwo in dem Bereich vom Band). Auf der Webseite des Geschäftsberichtes unter dem Punkt "CONDENSED CONSOLIDATED STATEMENTS OF INCOME" gut zu sehen sind die Einnahmen von $3,1 Milliarden, denen Produktionskosten von 1,1 Milliarden gegenüberstehen. Nach Abzug aller anderer Kosten (Entwicklung, Marketing, Steuern), bleiben Nvidia $0,95 Milliarden im ersten Quartal. Wenn wir die alle in die 2070Super einrechnen, verlässt die Karte das Haus mit Gesamtkosten von ca. 279€. In absoluten Zahlen gibt Nvidia $0,738 Milliarden für die Entwicklung und $0,28 Milliarden für das Marketing aus.
[Quelle:
]News Archive | NVIDIA Newsroom
Nvidia geben als einzige an wieviel Umsatz auf den Gaming-Markt entfällt, das waren bei Nvidia zuletzt $1 Milliarde. 11% mehr als im 1. Quartal 2019, aber auf die letzten 4. Quartale betrachtet hat Nvidia ein Minute von 39% Umsatz gegenüber dem vorherigen Vergleichszeitraum, AMD macht also etwas richtig zur Zeit. Dennoch sind die Zahlen und Gewinn-Margen bei Nvidia absurd gut. Bei den Kosten für die Forschung sieht man einmal mehr was für ein Underdog AMD eigentlich ist. Auch ist das Geschäft mit Datencentern bei Nvidia schon bei 60% des Umsatzes des Gamingmarktes. Einen Preiskrieg mit AMD kann sich Nvidia jederzeit leisten. Einmal mehr kann AMD gar nicht so tief im Preis gehen, dass es den Konkurrenten in die rote Zone treibt.
Das Fazit ist, dass AMD weder die Chance hat Intel in die roten Zahlen zu treiben, noch Nvidia in die roten Zahlen zu treiben. Dazu haben AMDs Konkurrenten einfach zu gute Polster bei der Gewinnspanne. Zuwächse in der Preis/Leistung bei CPU und GPU hängen also wesentlich davon ab, dass AMD technologisch einen Sprung nach vorne macht. Intel hat ja gerade 10 Jahre lang bewiesen, dass wenn sie nicht müssen, dann verkaufen sie einfach weiter die gleiche CPU ohne nennenswerte Upgrades. Ohne Druck lässt auch Nvidia schleifen, vgl. die 2000er nicht Super-Reihe, da hat sich Nvidia auch gedacht, jetzt verkaufen wir erst Mal die schlechten Chips aus dem Binning und das gute Zeug später, btw. Preiserhöhung. In gewisser Weise treibt damit der kleinste Hersteller (AMD) den gesamten Markt an und Intel/Nvidia sind Pferde die nur so schnell traben wie sie müssen und bleiben mindestens von den Umsatzzahlen her betrachtet in Front.