Jetzt musst dich nur noch mit der anderen Seite auseinandersetzten. Herstellung von klassischen Autos. Eventuell mal sehen was vom Verbrenner übrig bleibt wenn du die (im E-Auto so bösen) Stoffe raus nimmst die problematisch sind. Da gehört jede Menge Öl dazu, dann die Metalle die in den Katalysatoren drin sind (und deren Stoffe werden irgendwo weg geworfen bzw. in der Luft und auf den Straßen verteilt). Und auch beim Verbrenner braucht man Kobalt etc. Das hast in den Legierungen ebenfalls drin.
Ich kenne das Argument dass das Zeugs ja mit Kinderarbeit etc. abgebaut wird. Genau das ist aber ein Argument das so nicht mehr zählt zum Beispiel. Aufgrund der höheren Nachfrage sind Kinder gar nicht mehr in der Lage die Mengen zu fördern was dazu führt dass in dem Bereich mehr und mehr automatisiert wird. Es wird also immer weniger und weniger. Und wenn Akkus ach sooo böses Übel sind, warum dann nur im Auto (und das irgendwie auch nur in Ländern deren Industrie/Politik nix auf die Reihe bringt) und wo anders is es geil dass jeder Hersteller einmal im Jahr neue Handys präsentiert, Laptops werden gekauft, Maschinen immer mehr mit Akku statt Kabel. Dort ist es kein Problem? Klar, die Batterien werden natürlich Biologisch hergestellt und schon seit Jahrzehnten ideal wiederverwertet...
Mir ist klar, dass du gerne ein Elektrouato hättest das genauso viel kostet wie ein Dacia in der Grundausstattung, dafür dann aber mit 200km/h (auch das ist wiederum nur in dem einen einzigen Land das nix hin bekommt relevant

) über 500km im tiefsten Winter bei -20 Grad und Schneefall kommt. Dazu brauchst Platz für 5 Leute und hast Vollausstattung. Wobei ich auf der Dacia-Seite in der CH irgendwie folgende Optionen nicht finde, die ich aber in nem Auto gern hätte:
- Abstandsregler
- Spurhalteassistent
- Navi
- Lederausstattung
- Elektrische Sitze
- Sitzheizung und Lenkrad Heizung
- LED-Licht
- automatisch abblendende Innen- und Aussenspiegel
- Fensterairbags
Aber das ist halt leicht unrealistisch. Aber das Gute an der Sache ist.. von Dacia soll ja 2021 ne Variante kommen die unter 10.000€ kosten wird bei euch. Das wäre doch mal was. Und für den Urlaub kann man ja immer noch was grösseres mieten wenn man nicht damit klar kommt.
Darauf soll der Ganze Wandel ja abziehen. Es geht nicht darum alle jetzigen Autos 1:1 zu ersetzen. Das wird auch gar nicht klappen. Statt dessen sollen es weniger Autos werden, und vor allem in den Urbanen Gegenden gar keine mehr sondern nur noch Sharing-Konzepte.
Dazu kommt dass man einfach an der Effizienz arbeiten muss. Am Ende musst den gesamten Kreislauf betrachten.
Wie weit kann man mit eingesetzer Energie kommen? Wie viel muss ich rein stecken um 100km weit zu kommen.
Die Nachfolgenden Zahlen sind nur grob kalkuliert, wissenschaftlich solltest du sie also nicht betrachen. Aber ich rechne mal grob durch. E-Auto vs. Benziner. Rechne da mal meine beiden letzten Autos, wobei der Benziner noch ne Nr. zu klein und schwach is eigentlich. Model S 100D vs. Mazda 6 MPS (ich weiss, eigentlich müsstest mit nem Audi S5 oder schon fast RS5 vergleichen, der Mazda is doch arg untermotorisiert und hatte auch lang nicht die Ausstattung)
Beides Limousinen welche mit 5 Leuten und Gepäck gemütliches Reisen ermöglicht. Erst mal die Kostenseite.
Der Mazda hat 60.000 gekostet, der Tesla 120.000. Auf den ersten Blick mal Doppelt so teuer. Ich schlage das jetzt auf 3 Jahre und 50.000km runter, da ich dazu die Daten auch hier hab. Alle Preisangaben in CHF.
Die Kosten unterwegs für den Tesla waren bisher bei 69. Das is alles was ich für Strom gezahlt hab. Verbraucht auf den 50.000km habe ich 8.900kWh. Mit Ladeverlusten etc. komme ich auf knapp 11.000kWh die benutzt wurden. Unterhalt, Service etc. hat der Wagen bisher nicht benötigt. Bleiben als Summe 69CHF reine Fahrtkosten auf 50.000km für das Auto. Ich rechne noch mal die Versicherungskosten mit rein, das sind 1.140/Jahr. Macht zusammen 3.489CHF.
Der Mazda hat 11l/100km gebraucht. Macht also auf 50.000km 5.500l Super Plus. Das entspricht in etwa 46.200kWh. 5.500l x rund 1,45CHF/l macht dort 7.975CHF für Sprit. Dazu kommt Jährlich 1 Service mit Ölwechsel zu 560CHF, Steuer von 385CHF, Versicherung 1870CHF. Macht beim Mazda dann 16.420CHF Kosten für die gleiche Zeit. Also eine Differenz von fast 13.000CHF in nur 3 Jahren oder 4.310 pro Jahr..
Beim Mazda waren nach 5 Jahren und 65.000km die Bremsen rundum fällig für 1.600€. Beim Tesla gehe ich derzeit davon aus dass ich nach 180.000km mal Beläge wechseln werde. Aber ich hoffe dass ich die 200.000km mit nem Satz schaffe. Dazu wird er nach 4 Jahren einen Service bekommen der mich 650CHF kosten wird. Der nächste Service dann mit 8 Jahren...
Was wir jetzt oben haben ist die Energiemenge mit den Ladeverlusten... Ich lade fast nur Öko-Strom (zu Hause und in der Firma von der PV-Anlage) aus dem Netz auch den Ökotarif. Packen wir da für die Erstellung noch mal 20% an Verlusten etc. oben drauf kommen wir auf 13.200kWh Energieverbrauch die ich auf 50.000km hatte.
Nehmen wir jetzt mal für die Erzeugung von Benzin in der Raffiniert 1,5kWh/l, haben wir das 8250kWh für die Produktion. Dann braucht die Pumpe an der Tankstelle auch Strom, der Treibstoff mit mit dem LKW zur Tankstelle geliefert werden und fährt danach leer wieder zurück etc.. Rechnen wir also einfach pauschal mal 2kWh für 1l Benzin bis der im Tank ist. Macht grob 11.000kWh. Also alles zusammen wurden beim Mazda für die gleiche Wegstrecke 57.200kWh Energie verbraucht, der Tesla hat 11.000kWh verbraucht.... Der Energiebedarf von der Förderung bis zur Raffinerie is da noch nicht mit dabei.... den weiss ich so auch nicht.
Und da spielt dann das E-Auto mit Akku seinen Vorteil aus. Das sind nur 3 Jahre. Skaliere das mal auf 15 Jahre oder mehr rauf...
Ich war ja früher auch ein Verbrenner-Fahrer, war im Motorsport aktiv und finde Sound nach wie vor geil (Und nein, ein 4 Zylinder hat keinen Sound, egal was du da drunter schraubst, das klingt immer nach nix..

) aber ich finde jetzt ganz ehrlich so gut wie keinen Punkt den der Mazda besser konnte als jetzt der Tesla. Einzig wenn ich human mit maximal 120 gefahren bin kommt der Mazda 100km weiter. Wo ich mitm Model S nach 450km laden muss bin ich mitm Mazda nach 500 - 550km zur Tankstelle. Hab ich es in D fliegen lassen war nach spätestens 280 - 300km fertig.. dann ging die Lampe an und 65l waren weg. Mitm Model S komm ich wenn ich Gas geb auch 300 km bis ich laden muss. Und dann das Zeitargument... habs mal durch gerechnet. Beim Tanken, zahlen, weg fahren, danach aufs WC und noch nen Kaffee trinken bin ich sehr schnell bei 30 Minuten. Mitm E-Auto steh ich auch nicht länger bis es weiter geht. Bis 500km Distanz fahr ich einfach 10km/h langsamer und lade dann gemütlich am Zielort, unterwegs achte ich drauf dass ich zwischen 5 und 70% Akku bin wo ich richtig schnell laden kann. Zeitverlust real zumindest in meinem Anwendungsfall eigentlich minimal.
Kostentechnsich aber... klar, Einkauf war teuer. Aber stand heute kostet der Wagen den ich 2017 für 120.000 gekauft habe nur noch 95.000. Dafür kommt er jetzt 50km weiter, hat ne neuere Batterie, lädt schneller, hat ein besseres Fahrwerk, sparsamere Motoren.. und das nach 3 Jahren. Und jetzt vergleich das nicht mit dem 15.000CHF Dacia sondern nimm den S5 für 100.000+ .... Das Geheimnis heisst TCO... nur das rechnet kaum jemand.
Wenn du in einigen Jahren dann mal die Besteuerung nicht mehr wie jetzt hast sondern die Energie verbraucht wird besteuerst wirds richtig interessant. Denn am Ende geht es darum weniger Energie zu verbrauchen und weg von fossilen Rohstoffen zu kommen.
Soa.., jetzt hab ich so viel geschrieben dass ich nicht mal mehr weiss was ich sagen wollte
Glaub es war irgendwas mit "wart einfach noch ein paar Jahre und rechne dann noch mal nach.." Es geht grad erst los, und es wird spannend.