AW: Nehalem-Nachfolger Sandy Bridge: Intel zeigt Die-Shot und bestätigt Architektur-Details
Jetzt habt ihr mich verunsichert. War da mal nicht mal eine Diskussion von Wegen "775 ungleich 775", sodass die Chipsätze gezählt hatten, ob eine neue CPU läuft oder nicht? Also auf jedenfall kann ich mich über klagende Computernutzer erinnern, bei denen die Core 2 Duo CPU trotz 775 nicht lief, da der Chipsatz das nicht unterstützte.
Unabhängig vom Sockel ist es natürlich so, dass das am anderen Ende des Sockels auch die CPU unterstützen muss. In Bezug auf Chipsätze gibt es beim So775 zwei Einschränkungen:
- Nvidia hat mehrfach die CPU-Unterstützung vermasselt (vom ersten Tag an. Aber wer kauft ne teure Intel CPU und dann einen unausgereiften non-Intel-Chipsatz?)
- der i915/925 wurde künstlich um seine Dual-Core-Kompatibilität beschnitten. Leute, die die ersten So775 P4s mit dem damaligen Top-Chipsatz gekauft haben, mussten also für eine Aufrüstung auf Pentium D oder Core 2 ein neues Board kaufen (dass aber den gleichen Sockel hatte).
Witzigerweise unterstützten viele der billigen So775-Lösungen mit dem älteren i865 Chipsatz die Pentium D ohne Probleme
Viel mehr Ärger gemacht (weil eh niemand einen Prescott oder Pentium D haben wollte

) hat die zweite Stufe: Die Änderung der Spannungsversorgung zur Einführung der Core2. Mit Ausnahme einiger weniger Mainboards, die schon zu Pentium D Zeiten unter Berücksichtigung der kommenden Specs gefertigt wurden (s.o.) sind meisten prä-Core2-So775-Mainboards nicht Core2 tauglich. Das hat aber wiederum nichts mit Chipsatz oder Sockel zu tun, es erschienen danach Boards mit altem Chipsatz, dem gleichen Sockel und universeller Kompatibilität. (Asrock hatte sogar eine FSB-1066 Platine für Core2 im Angebot, die auf den zu diesem Zeitpunkt 3-4 Jahre alten i865 setzte, der für So478 Pentium 4s rausgebracht wurde)
Aktuelle So775 Boards unterstützen, wenn die Mainboardhersteller sich die Mühe der BIOS-Validierung gemacht haben, alle So775 CPUs, die jemals erschienen sind. Also volle Abwärtskompatibilität - nur Aufwärts ist immer problematisch (prä-XP Sockel A Platinen unterstützen ja auch keine Athlon XP, obwohl die den "gleichen Sockel A nutzen".
Fudzilla - Desktop Sandy Bridge uses socket 1155. Mit Sicherheit kann ich allerdings nicht sagen, dass es ein neuer Sockel sein wird.
Also wenn Fudzilla eine Meldung mit "might" anfängt, dann kann man eigentlich gleich aufhören zu lesen. Wenn man dann in der zweiten Zeile auch noch einen klaren Fehler entdeckt (Intel hat nie von einem "So1155" gesprochen, nur die Gerüchteküche hat über einen spekuliert), dann weiß man, dass es ein Fehler war, sich an ersteres nicht zu halten.
Allerdings kann ich mit Sicherheit sagen, dass die Sandy Bridge CPUs nicht auf P55/H55 Boards laufen werden, da sie einen gänzlich neuen Chipsatz brauchen:
Intel: Neuer Chipsatz X68 und neuer Sockel 2011 - TweakPC.de. Der X68 ist meine ich auch schon früher mal aufgetaucht o.O.
Es steht mit ziemlicher Sicherheit fest, dass zusammen mit der Sandy Bridge Generation auch die 6x-Chipsatzgeneration erscheint. Das wars aber auch schon. Um deren Eingenschaften gibt es einige Gerüchte und viel Wunschdenken (einiges davon eine 100%ige Kopie der Gerüchte zum P55), die Richtigkeit darf angezweifelt werden. In deinem Link ist z.B. davon die Rede, dass der X68 ein Quad-Channel-Speicherinterface bieten soll.
Das wäre eine interessante Kehrtwende, wo Intel doch gerade mit viel Tamm Tamm den Speichercontroller in die CPU verlegt hat, so dass der Chipsatz rein gar nichts mehr mit dem Speicher zu tun hat.
Fuer Physx sind Intel GPUs nicht kompatibel und viel zu langsam.
"zu langsam" ist eine Frage der Nutzung und zumindest gegenüber AMD hatte Nvidia Interesse, die CUDA-Unterstützung auf weitere Plattformen auszuweiten. Zugegeben: Unwahrscheinlich, dass sie auch mit Intel kooperieren wollen. Aber:
- Intel besitzt Havok
- OpenCL und ComputeShader sind offen für alle
- Intel hat eine x86 kompatible Grafiklösung in der Schublade (und auch wenn die als Grafiklösung wenig her macht: Als Basis für einen Coprozessor ist sie durchaus interessant)
- Intel hat die Marktmacht, komplett eigene Schnittstellen zu etablieren
Die Anbindung an den 3rd lvl Cache sieht jedenfalls ganz danach aus, als wolle Intel GPU und CPU enger verknüpfen. Es bleibt abzuwarten, wie das in der Praxis genutzt wird. (denkbar wäre sogar die umgekehrte Richtung: Es ist gar keine GPU, sondern nur eine Gruppe spezialisierter SIMD-Einheiten. Erst zusammen mit einem oder zwei der x86 Kerne ergeben sie eine Grafikeinheit nach Larrabee Vorbild)