News Telefon-Internet: AOL schaltet in den USA die Wählleitung ab

PCGH-Redaktion

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AOL hat angekündigt, dass der Support für Telefon-Internet per Wählleitung in den USA Ende September eingestellt wird. Entsprechende Kunden werden ab dann keinen Internetzugriff mehr haben. Es gibt aber Alternativen.

Was sagt die PCGH-X-Community zu Telefon-Internet: AOL schaltet in den USA die Wählleitung ab

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Wenn es in den USA ähnlich läuft wie in Deutschland, dürfte der Grund für "gerade jetzt" ein einfacher, recht makaberer sein:

Es sind genug/zu viele (Ex-)Kunden gestorben.

Ich habe mal über mehrere Ecken Berichte aus dem Supportbereich eines deutschen Anbieters gehört und auch da wurden, vor mittlerweile einigen Jahren, noch erstaunlich viele Verträge für Telefon-Internet bearbeitet. Praktisch ausnahmslos Kündigungen von Kunden, die entweder verstorben waren oder deren Haushalt nach Umzug in ein Heim aufgelöst wurde. Also mit hoher Wahrscheinlichkeit nur Verträge, die in den 90ern abgeschlossen und für die seitdem monatlich Grundgebühren abgebucht wurden, obwohl sie in den letzten 10-20 Jahren gar nicht mehr genutzt wurden. Aber einige Leute, gerade ältere, haben nicht wirklich einen Überblick über monatliche Ausgaben. Beträge, die im Vergleich zu Miete & Co klein sind, werden einfach weit über den Bedarf hinaus laufen gelassen – bis große Veränderungen im (Ab-)Leben bedingen, dass mal jemand Drittes drüber guckt.

Bei AOL ist jetzt vermutlich der Zeitpunkt erreicht, an dem die Einnahmen aus diesen laufenden Altverträgen die Unterhaltskosten für die Server unterschreiten. Selbst wenn letztere gar nicht genutzt werden, muss man sie schließlich unterhalten – und das in jedem Ortsnetz, in dem sich einer der verbliebenen "Nutzer" einwählen könnte. Alles andere wäre eine Verschlechterung der Verfügbarkeit und dann muss man die Vertragsinhaber informieren (= darüber informieren, dass da was ist, das sie mal kündigen sollten) oder die Altverträge gar direkt absägen – ein Schritt, den man genau dann geht, wenn man keinen Gewinn mehr mit diesen Leuten macht.
 
Das letzte mal, dass ich eine Wählleitung hatte - war 2006. Damals noch im Studium hatte ich lediglich einen Telefonanschluss gebraucht und etwas für ICQ. Am Hochschulcampus hatte ich eh Zugriff auf eine ganz andere Liga.

Wundert mich nicht, dass es in den USA das noch gab. Evtl gibt es ja halbtote Städte in Mid West die nie ausgebaut wurden und jetzt auf Starlink umstellen müssen ;) Wie ist das hier bzw in Europa?
 
Durch die geringeren Entfernungen und DSL deutlich besser. Zumindest in Deutschland lagen die Extremfälle meinem Wissen nach bei 0,5 MBit/s bis 2 MBit/s, wobei erstere irgendwann gezielt ausgebaut oder schlicht durch Mobilfunk ersetzt wurden. Mehr als 56k sollten aber an absolut allen Anschlüssen möglich (gewesen) sein und es ist schon länger her, dass ich Beschwerden über weniger als 5 MBit/s gehört habe. Die meisten "abgehängten" Gebiete liegen heute wohl bei >10 MBit/s, was eigentlich schon für fast alles reicht.

In Osteuropa könnte es aber noch dunkle Ecken geben: Zum Beispiel Rumänien, dass immer gerne als Beispiel für tollen Glasfaserausbau herangezogen wird, kann in dieser Stelle schlichtweg punkten, weil sie in den 0er Jahren bei Null angefangen haben. Also quasi keine DSL- und meinem Wissen nach auch nur eingeschränkt Koaxial-"Kabel"-Infrastruktur. Da hat man dann natürlich keine Technik aus den 90ern respektive 80ern mehr neu aufgebaut, sondern ist direkt auf Fibre gesprungen – meinem Wissen nach aber bis heute nicht annährend 100 Prozent Abdeckung. Die FTTH-freien Haushalten bleibt dann, wie in den USA, nur eine Telefonleitung und Hoffen auf Mobilfunk. (Welcher in einsamen Karparten-Tälern stellenweise genauso schlecht sein könnte, wie auf abgelegenen Farmen in der Mitte von Nirgendwo.)
 
Soll das heißen, meine Sammlung von AOL-CDs wird dann wertlos? Ich hatte meine Freiminuten doch noch gar nicht aufgebraucht. :-| :D
 
wie in den USA, nur eine Telefonleitung und Hoffen auf Mobilfunk. (Welcher in einsamen Karparten-Tälern stellenweise genauso schlecht sein könnte, wie auf abgelegenen Farmen in der Mitte von Nirgendwo.)
Und genau diese Annahme ist falsch nur weil du Deutschland ausbledest wo man selbst in Hauptregionen kein GSM hat ist das in Rumänien, Serbien selbst in einem kaputen Land wie Bosien nicht der Fall selbst in Dörfern wo die Wäsche am Bach gewaschen wird haben sie zugang zum Interternetz via LTE 800 usw. und das mit 10,20,30,40,50 mbit.

Da kann sich Deutschland mal eine Scheibe abschneiden selbst am Arsch der Welt 10 Mbit Internet,
in Deutschland am Arsch der Welt via Kabel 2 Mbit.

Edit:

Bin selbst immer mal wieder im Osten unterwegs, GSM gibts immer, aber seit 2020 hab ich selbst am Arsch im Niergendwo VoLTE (Voice over LTE), in DE bekommts ihr im jahr 2025 nichtmal GSM flächendeckend hin.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ihr wollt weniger als 1 Mbit über 5G oder LTE? Dann begebt euch in den Urlaub auf Rügen. Dort ist das Netz so derbe überlastet, das ich froh bin, hier über WLAN (in der Ferienwohnung) zu verfügen, was über einen Telekom-Anschluss realisiert wird. Hier ist es egal, welchen Anbieter du hast. Alles scheiße. :ugly:
Das WLAN ist auch innerhalb von 1m entweder mies, oder hervorragend. :lol:
Hab jetzt den Sweetspot erreicht und schaffe geile 13/14MBit/s mit 40ms.
 
Bei AOL ist jetzt vermutlich der Zeitpunkt erreicht, an dem die Einnahmen aus diesen laufenden Altverträgen die Unterhaltskosten für die Server unterschreiten. Selbst wenn letztere gar nicht genutzt werden, muss man sie schließlich unterhalten – und das in jedem Ortsnetz, in dem sich einer der verbliebenen "Nutzer" einwählen könnte. Alles andere wäre eine Verschlechterung der Verfügbarkeit und dann muss man die Vertragsinhaber informieren (= darüber informieren, dass da was ist, das sie mal kündigen sollten) oder die Altverträge gar direkt absägen – ein Schritt, den man genau dann geht, wenn man keinen Gewinn mehr mit diesen Leuten macht.
Ich kann mir nie vorstellen, wie hoch diese Kosten sind und sein könnten. Zu Zeiten, in denen Telefonleitungen eigentlich nur noch digital arbeiten und die Vermittlung einfach steht, müsste am Ende nur noch eine zentrale Telefonanlage stehen. Wahrscheinlich würde sogar ein Einplatinencomputer dafür ausreichen die verbleibenden 100 Kunden zu bedienen.
Man könnte natürlich auch einfach den Stecker ziehen, aber wer sagt schon Nein zu gratis Geld? Wäre ja noch schöner, wenn man die Infrastruktur einfach abbauen würde und niemand meckert und zahlt weiter. Naja.

56kbits sind ein Witz. Ich bleibe auch bei der Meinung, dass man das einem Mobilfunkanbieter, der eine Flatrate verkauft, als Mangel anrechnen können sollte, weil nicht mal die einfachsten Dienste richtig funktionieren, weil alles einfach in einen Timeout läuft. Google Maps bekommt beim 5. Anlauf vielleicht mal eine Route hin. Webseiten laden praktisch unendlich lange. Messenger brauchen ewig um eine Textnachricht zu verschicken. Da wundert man sich, wieso ICQ das damals instant über Dialup hinbekommen hat.
 
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