Ist doch super. Die "Reichen und Oberen" kürzen stärker. Die "normale Führungsetage" nur wenig und der "kleine Mann ganz unten" muss keine Kürzungen hinnehmen. Wo ist das Problem?
Finde die Verteilung eigentlich auch recht angemessen. In einigen Formulierungen des Gerüchts (bislang keine Bestätigung) ist zwar nur die Rede davon, dass bei den unteren Ebenen nur der Stundenlohn unangetastet bleibt, man im Umkehrschluss aber offensichtlich Arbeitszeiten verkürzt oder Stellen abbaut. Aber wenn auf sinkende Nachfrage mit sinkender Produktion und auf verkorkste Produkte mit dem Ende von Geschäftssparten reagiert wird, dann ist halt einfach weniger Arbeit zu erledigen. Zusätzliche direkte Gehaltskürzungen nur bei denen vorzunehmen, die es sich eher leisten können und große Einschnitte nur bei denjenigen, die für den Ärger verantwortlich sind, könnten sich einige andere Konzerne zum Vorbild nehmen.
Na ja, so 179 Mio Dollar -2022 jedenfalls.
Deswegen schwitzt der auch so.
Schwitzen wird er aus einem ganz anderen Grund: Von den 179 Millionen sind 169 Millionen Aktien in der einen oder anderen Form. Wenn der Intel-Kurs fällt ist also auch sein Gehalt weniger wert. 135 Millionen statt 179 Millionen zu bekommen (oder, wenn es sich auf das tatsächlich ausgehzahlte Bargehalt bezieht: 7,5 statt 10 Millionen) ist schon ein satter Verlust. Aber dass 179 Millionen, die er zu seinem Amtanstritt 2021 bekommen hätte, heute nur noch 95 Millionen wert wären, wiegt um einiges schwerer und normalerweise haben solche Verträge lange Sperrfristen, in denen die Manager ihre Aktienpakete auch nicht abstoßen dürfen, um den Verlust zu begrenzen. Es wäre also sehr in Gelsingers Interesse, wenn er den Dampfer wieder auf Kurs bekäme.
Im Moment hat er aber wohl eher schlechte Chancen – endlich Sapphire Rapids zu verkaufen, ist natürlich eine Erfolgsmeldung, aber gegen Genoa und Genoa-X statt gegen den ursprünglich anvisierten Milan wird man damit selbst im Best Case keinen Erdrutschsieg fahren, im Worst Case weiter ein Stück hinterhinken. Im Desktop hat man gerade ein Refresh vorgestellt und nach aktueller Informationslage bis 2024 auch keine großen Verbesserungen in petto, weil es mal wieder an der Fertigung hakt, auch bei den Grafikkarten steht überhaupt nichts an und die vorhanden kamen ebenfalls ein, zwei Jahre zu spät, um konkurrenzstark zu sein. Die einzige Karte, die Intel noch 2023 ausspielen sollte, sind die Notebook-Meteor-Lakes. Aber der Notebook-Markt ist auch der einzige, wo man die letzten Jahre beinahe durchgängig konkurrenzfähig war und dementsprechend kann Intel hier am wenigsten zusätzliche Marktanteile erobern. In einem allgemein kollabierenden Markt könnte das nicht einmal reichen, um die Absätze zu stabilisieren, geschweige denn um aus dem Keller rauszukommen.