Hab dazu gerade nichts gefunden, unterliegt N6 nicht [...]
@BigBoymann:
A: Gleiche DesignRules, ja, ist aber dennoch ein anderer Prozess, d. h. mindestens zum Teil neue Masken, neue Validierung und Testing, usw. Das kostet dennoch und zudem natürlich auch andere Ressourcen sowie Zeit. Mit dem N6 bietet TSMC zwar einen Migrationspfad an, den auch viele Kunden über die Zeit nutzen werden (
insbesondere aus Kostengründen, weil 5nm für viele Produkte zu teuer sind), weil der N7+ ein technisches Dead End ist, das lässt sich dennoch nicht reibungslos übertragen, verursacht also grundlegend Kosten und die schlagen natürlich bei kleinerem Absatzvolumen umso stärker zu Buche, insbesondere, wenn man dadurch keinen konkurrenztechnisch relativen Sprung machen kann, sondern nur die aktuellen Bestandsprodukte ein klein wenig aufwertet. Das wird oftmals nicht lohnen, zumal ja auch RDNA3 nicht mehr allzu fern ist und im Worst Case hat man zudem noch den unschönen, kleineren Nebeneffekt, dass vielleicht der eine oder andere späte Käufer dann doch "zu zufrieden" mit der kürzlich erworbenen Karte ist, denn wenn man sich die Absätze bei AMD ansieht im GPU-Segment scheint es, als wenn bier primär eine feste Käuferschicht zu AMD-GPUs greift, AMD aber nicht nennenswert Neukunden hinzugewinnen kann, weil man sich in den letzten Jahren nie technisch absetzen konnte und daher voraussichtlich primär als Budget-Lösung gesehen wird. Das ist vertriebstechnisch durchaus ein schwieriges Feld für AMD.
*) Die Konsolen-SoCs haben übrigens nichts mit der Betrachtung zu tun. Das sind komplett eigenständige Designs und dass die irgendwann verlagert werden würden war klar, denn überarbeitete Gehäuse können dann bspw. ein wenig bei der Kühllösung sparen, etc. Dass ein "Shrink" (geringfügig zumindest) hier anstehen würde, konnnte man glaube ich schon gerüchteweise hier und da Anfang des letzten Jahres lesen. Darüber hinaus ist das in diesem Falle auch vertriebstechnisch ein sehr einfaches Spiel für AMD, denn hier hat man fest vertragliche Bindungen und vordefinierte Abnahmemengen, d. h. es gibt keine nennenswerten Unwägbarkeiten. Sony & Microsoft bezahlen schlicht dafür.
Der GPU-Markt ist dagegen vollkommen anderes Fahrwasser für AMD und jetzt kommt auch noch Intel hinzu, die ebenso in einem relativ großen Bereich mit ihrer kommenden Produktpalette "wildern" können.
Und btw ... ich glaube nicht dass hier AMD i. V. z. Intel irgend einen vertriebstechnischen Vorsprung hat. Dieses Forum hier zeugt zwar von einigen spezieller geprägten Charakteren für die Produkt/Hersteller XY nie infrage käme, der Großteil des Marktes jedoch wird da weitaus emotionsloser an das Thema rangehen und schlicht P/L betrachten und wenn die Karten das tun was sie sollen, dann ist es lediglich an Intel den richtigen Preispunkt zu finden. Entsprechend scheint man sich bei nVidia auch durchaus Sorgen zu machen bzgl. der Absatzzahlen, da Intel hier mit dem Bundle CPU + GPU, den großen OEMs, vielen SW-Ingenieueren, etc. durchaus einige Möglichkeiten hat und die gehen deutlich über die Möglichkeiten von AMD hinaus ... sofern sie das mit einer gewissen "Ernsthaftigkeit" verfolgen. Aber genau danach sieht es aus, denn hier wird man mit dem gesamten Xe-Projekt den Markt von leistungsstarken. mobilen (i)GPUs bis Gaming-GPUs bis zu Professional- und Datacenter-GPUs bis hin zu HPC-Beschleunigern abdecken. Aktuell deutet hier nichts auf einen halbherziges Vorgehen hin (
bestenfalls auf ein Inkrementelles, was bei einer deratigen Projektgröße aber normal ist). Was viele nur gerne bewusst ausblenden ist, dass solche Projekte Zeit brauchen, bis sie sich entfalten, aber bspw. bei Xe sind die wesentlichen Weichen schon vor langer Zeit gestellt worden.
Beispielsweise
könnte AMD schon 2023 in ernsthafte Probleme im GPU-Segment mit RDNA3 kommen. Intel wird in dem Jahr über Intel 4 und TSMCs N3 verfügen und hier könnte im worst case für AMD ein sehr konkurrenzfähiger Node zur Anwendung kommen (
zumal es übrigens MCM-GPUs von Intel geben soll), übrigens auch als iGPU, denn Meteor Lake wird ein EMIB-Design sein und die iGPU voraussichtlich ein eigenständiges Die darstellen. Das wort case Szenario wären iGPUs in TSMCs N3 bei Meteor Lake und falls Intel gar noch auf die Idee käme recht große iGPU-Modelle anzubieten, denn MLiD bspw. erklärte schon, dass auch deren Ausführungseinheiten in Zukunft beträchtlich wachsen sollen. Intel bräuchte nicht einmal sein Architektur zu verbessern, denn die haben schon alles featuretechnisch drauf und die könnten im einfachsten Fall nur deutlich größer skalieren durch die Verwendung des N3. Man weiß es nicht, aber du kannst davon ausgehen, dass sich hier sowohl AMD als auch nVidia sehr ernste Gedanken zu machen werden und wie sie darauf reagieren können.
B: Preis ... habe ich doch geschrieben, viel zu überzogen ... ebenso wie bei nVidia. Und genau das ist das Problem von AMD, dem ewigen Zweiten im GPU-Markt. Der Budget-Faktor fällt weg und wenn man sich die Marktsituation ansieht scheint der Markt, wenn er denn schon bei diesen überzogenen Preisen zugreift, eher gewillt zu sein bei einem nVidia-Produkt zuzugreifen als bei einem AMD-Produkt. AMD hat aktuell trotz RDNA2 marktanteiltechnisch im GPU-Segment einen mehrjährigen Tiefstand erreicht und das lässt sich nicht mittels der RDNA2-Performance erklären. Und übermäßig begehrt sind die GPUs ebensowengi, denn ansonsten würde man eine ausgeprägtere Knappheit und villeicht gar Mittelfrisitig bei AMD-GPUs leicht höhere Preise als bei ihren nVidia-Pendants vorfinden, aber das bleibt alles aus. Die Attraktivität von RDNA2 scheint für den Markt insgesamt beschränkt zu sein ... und wie gesagt, den allgemeinen Benchmarks und Reviews nach scheint es eher nicht an der reinen Leistung zu liegen (
Raytracing mal ausgenommen, denn da ist RDNA2 unbestreitbar schwächer aufgestellt).
Also entweder ist Raytracing (
ggf. noch in Kombination mit DLSS?) für den Cosnumer-Markt mittlerweile das unter allen Umständen anzustrebende Nonplusultra beim GPU-Kauf oder der Markt sieht das RDNA2-Gesamtpaket im Mittel als weniger attraktiv an und greift deshalb eher zur Konkurrenz.
Btw. konkret gibt es eigentlich nichts Greifbares zu generellem RDNA2 auf dem N6. Gesichert ist lediglich, dass die kleinen Modelle nun auf diesem kommen, was einfach daran liegt, weil sie rund 1,5 Jahre später in den Markt eingeführt werden. Den Rest macht im Augenblick eher die Presse und Fanbase aus den Gerüchten.
Darüber hinaus, wie gesagt, kann auch ich nur vermuten, dass es eher kein wirtscfhaftlich sinnvoller Move für sie wäre komplett RDNA2 nun noch mal umzuziehen und die Kosten/Nutzen-Rechnung dieser Gen durch beträchtliche zusätzliche Kosten weiter zu verschlechtern. Da ich aber die vielen anderen kleinen Punkte nicht ohne Details ordentlich bewerten kann, fällt es natürlich dennoch leicht sich Gründe zusammenzureimen, die AMD doch zu einem solchen Schritt veranlassen könnten. Beispielsweise wäre es denkbar, dass man der Meinung ist, dass man gegen Intel diesen kleinen Pluspunkt als zusätzlichliches Vertriebsargument braucht oder man bewertet ein Halo-Produkt, dass zwar absatztecxhnisch kaum Relevanz hat, sich aber werbetechnisch gut macht, heute deutlich höher als noch vor zwei, drei Jahren. Etwas ähnliches sieht man ja gerade beim 5800X3D, denn wärend mal ursprünglich die Rede von den Top-CPU-Modellen war, hat man das nun zusammengestutzt und bringt vorerst nur ein 1-CCD-Modell (
ggf. gar noch limitiert), voraussichtlich weil was zu teuer ist *) und/oder man die Chips schlicht anderswo besser verkaufen kann (Milan-X).
*) "zu teuer" ggf. nicht für den Endkunden, denn ansonsten wäre eine solche CPU unverkäuflich, jedoch wird der Verkauf im Consumer-Segment möglicherweise auf AMDs Marge drücken, weil AMD nicht die Mehrkosten der Fertigung vollends durchreichen kann, wenn man noch einen i. V. z. Intel konkurrenzfähigen Preis anbieten will oder es sind am Ende einfach nur Opportunitätskosten und AMD entgehen durch die im Consumer-Segment verkauften stacked CCDs höhere Erlöse im Server-Geschäft und es würden ihnen bei zu hoher Stückzahl ggf. auch CCDs fehlen, die man benötigt um dem einen oder anderen OEM fest Lieferzusagen machen zu können.
C: "
Billig-Image" ... ganz so weit wie TausendWatt würde ich nicht gehen, aber es gibt hier ganz offensichtlich eine entsprechende Sichtweise auf die AMD-GPUs, denn wie schon oben dargelegt, kann man deren vergleichsweise schlechten Absatz nicht nur rein aufgrund der Leistung erklären und wenn die Karten derart begehrt wären und da AMDs GPU-Output deutlich geringer als der von nVidia ist, müsste man hier eine deutlich verschärftere Liefersituation zu sehen bekommen, was aber nicht der Fall ist. Der Großteil des Marktes greift dennoch zum Marktführer (
trotz der absolut überteuerten Preise und trotz der relativ höheren Preise) und das ist etwas, mit dem sich AMD auseinandersetzen muss. Nicht umsonst gab es in der Vergangenheit zumeist mehr Speicher und etwas mehr Leistung für weniger Geld, schlicht weil der Markt dem "ewigen Zweiten" hier etwas wie gleicher Preis für gleiche Leistung nicht zugesteht ... oder aber wir missverstehen "gleiche Leistung" und der Markt insgesamt bewertet die keinesfalls als gleichwertig zu nVidia's Produkten?