PS/2 hat gar kein Polling und somit auch keine Frequenz. Wenn der PC nicht gerade an das Gerät senden will (was er bei Mäusen ggf. nie muss/macht), kann das Gerät jederzeit nach Lust und Laune loslegen. Bei spezifizierten Signaltaktraten bis 17 kHz und 12-Bit-Frames läge das theoretische Limit bei etwas über 1.000 Übertragungen pro Sekunde, aber es gibt eben 17.000 Möglichkeiten, wann diese starten können. Innerhalb des Systems berücksichtigt Windows die vom PS/2-Controller kommenden Informationen aber wohl nur in gewissen Intervallen. Da waren 60 bis 100 Hz Standard gewesen, hochwertige Mäuse ließen sich aber schon Mitte der 90er auf 150 Hz und gegen Ende der PS/2-Ära auf 200 oder 250 Hz hochziehen. Probleme mit Boards oder CPUs wären mir nicht bekannt, allerdings hatte ich damals als Privatperson auch nicht so den Überblick und es macht sicherlich einen Unterschied, ob ein 486er oder ein Athlon 1400 das Betriebssystem befeuern sollte. USB ist allerdings immer CPU-lastiger und da gab es definitiv Probleme mit >>250 Hz. Das ist unabhängig vom USB-Standard, denn meinem Wissen nach sieht auch USB4 125 Hz als Default an und umgekehrt hat man meiner Erinnerung nach schon zu USB-1.1-, spätestens aber zu -2.0-Zeiten versucht, 1.000 Hz zu erreichen. Natürlich haben neuere Controller seltener Probleme mit Spam auf dem Bus.
Ob das alles einen Sinn macht, ist umstritten. Natürlich reduziert es die zusätzlichen Wartezeiten der Maus auf den nächsten Poll und nähert so die Latenz an die von PS/2 an, aber das muss man relativ zu der folgenden Zeit für den eigentlichen Datenaustausch betrachten und natürlich auch zum Wahrnehmungsvermögen der Spieler. Ich kenne keine Doppelblindstudien, aber die Erfahrungsberichte für 4.000 Hz gegenüber 1.000 Hz lesen sich genauso, wie die von seinerzeit 125 Hz gegenüber 500 Hz: Der niedrigerere Wert ist "für die meisten Anlässe/Nutzer/etc. schon sehr gut", aber nur der höhere Wert ist "perfekt". Ich tippe daher genauso auf Placebo wie bei kabellosen Eingabegeräten, wo seit 2000 alle 1-5 Jahre die "erste" kabellose Maus erscheint, bei der "es keinen Unterschied mehr zu verkabelten" gibt. Rein von der Logik her sollte es jenseits von 2-4 Polls je ausgegebenen Frame jedenfalls praktisch unmöglich werden, echte Unterschiede wahrzunehmen, genauso wie DPI-Werte von einem vielfachen der Bildschirmauflösung nur bei extremen High-Sense-Settings Sinn ergeben, bei denen die Maus nur entsprechende Bruchteile eines Zolls bewegt werden soll.
Nichtsdestotrotz: Genau wegen derartiger Subjektivitäten schreibe ich "kaum einen" und nicht "keinen" Nachteil. Als ich das letzte Mal meinen Kugel-PS/2-Mouse-Man ausgepackt habe, konnte ich jedenfalls keine Nachteile abseits der fehlenden Tasten und des abgenutzten Haupttriggers feststellen.
